„Brot und Spiele“

11. September 2014 von Marita Genesis in Allgemein

 

Tag 9, um das gleich vorweg zu nehmen, ließ sämtliche Grabungsteilnehmer erschauern. Allerdings lag dies nicht an furchteinflößenden Funden, sondern eher an dem kühlen Belziger Wetter, das sich auch auf dem Galgenhügel breit machte(und somit vielleicht bei dem ein oder anderen jene Stimmung evoziert, die für eine Ausgrabung einer Richtstätte  von Nöten ist!). Nachdem nun endlich auch der letzte Grabungsteilnehmer mit einer Stunde Verspätung antraf (aus datenschutzrechtlichen Gründen wird der Name an dieser Stelle nicht erwähnt), bewies zunächst die Grabungsleiterin  mit einem 7-minütigen Kurzvortrag über die mitteleuropäische Bronzezeit wieder einmal ihr immenses breitgefächertes archäologisches Fachwissen. Da sämtliche Grabungsteilnehmer ausschließlich Experten der antiken mediterranen oder nordafrikanischen Kultur sind, konnte einiges neues Wissenswertes und Nützliches erfahren werden, sodass das für das Selbststudium bereitgelegte Buch noch nicht weiter  in Augenschein genommen werden musste. Indes machten sich nun alle mit dem neu erworbenen Wissen an die Arbeit. In den beiden Westsondagen wurde heute nicht gegraben, stattdessen ließen Kathrin und Georg ihre hohe Professionalität und Akribie beim Vermessen und Zeichnen erkennen (hierbei stellte sich dann auch schnell heraus, dass es einfacherer ist, den Zollstock ganz auszuklappen und bei 0cm anzulegen!). In der Ostsondage grub sich Daniel, wie sollte es anders sein, Zentimeter für Zentimeter nach vorne. Jedoch scheint seine Arbeit nun ein jähes Ende gefunden zu haben, muss er doch sein Werk per Zeichnung dokumentieren. Die größte Aufregung gab es allerdings abermals in der neusten und größten Sondage (6), die auch heute wieder vergrößert wurde. Sie hat mittlerweile eine solch große Dimension angenommen, dass gleich vier (die zwei „alten“ Hasen Jana und Florian und die zwei „Neuen“ Susi und Robert) Personen gleichzeitig in ihr arbeiten konnten. Denn hier wurden auch am heutigen Tag quasi direkt unter den Augen der Grabungsleiterin (die Sondage liegt unmittelbar unterhalb des Dokumentationstisches) erneut große Knochenfragmente freigelegt, für deren Zuordnung man sich noch nicht entscheiden wollte bzw. konnte. Die größte Erkenntnis des Tages allerdings gewann die Grabungsleiterin mittels eines anderen Verfahrens: Gemäß der altbewehrten antiken Methode von „Brot und Spiele“ verteilte sie reichlich leckeren Kuchen unter den Grabungsteilnehmern, was zu einer eindeutig erhöhten Produktivität und somit zu zahlreichen Funden führte. Es gibt also keinen Grund diese erfolgsversprechende Strategie nicht auch in Zukunft zu wiederholen...

Georg

 

Florians Fund des Tages!

Florians Fund des Tages....

 

 

P9110388

Auch in den anderen Sondagen wird gefunden.

Auch in den anderen Sondagen wird gefunden.

...manchmal auch in der Frühstückspause!

...manchmal auch in der Frühstückspause!


3 Kommentare zu “„Brot und Spiele“”

  1. Holger Antworten | Permalink

    Liebe Archaeologen, vielen Dank fuer den tollen Blog. Ihr macht eine tolle Arbeit. Bitte weiter graben :-). Demnaechst stecke ich vielleicht auch bald Sondagen in meinem Gemuesebeet ab. :-) Bin total begeistert. Lieben Gruss Holger

  2. Steffen Antworten | Permalink

    Das ist so toll, was ihr da tut und dann auch noch mit Erfolg. Viel Glück und Freude weiterhin..... Grüße Steffen ;-)

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