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Isotroper Fraktionator

20. Februar 2012 von Helmut Wicht

Doch, es geht um Wissenschaft. Neuroanatomie sogar. Obwohl es erstmal ganz anders klingt. "Isotroper Fraktionator" -"der gleichrichtende Zerbrecher" [1]: Das riecht nach Mord und Totschlag, nach einem Scharfrichter, der die Knochen und Glieder seiner Opfer auf dem Rad verhackstückt. "Isotroper Fraktionator": Das erinnert die Anatomen an den bösen Witz, den sie so gerne über die Molekularbiologen und Biochemiker machen. Bei denen, so lästern die Anatomen, begännen fast alle Laborprotokolle mit den Worten: "Man nehme eine Maus und stecke sie in... weiter

 

Schädelrätsel

9. Februar 2012 von Helmut Wicht

So. Wollen wir doch mal sehen, ob die geballte Intelligenz des Schwarmes mit Hilfe aller Quellen des Internets das herausbekommt. Vier photographische Aufnahmen ein und desselben Schädels. Die Photographien stammen von 1881. Mehr wird nicht verraten. Ausser folgendem: Die digitale Version des Bildes ist in Netz. Und  jeder kennt diesen Herrn. Ein Mann also. Und so berühmt, wie es nur geht. Wer ist es /war es? ... weiter

 

Alles über das Nichts

6. Februar 2012 von Helmut Wicht

"De nihilo nihil", haben die Alten gesagt, und meinten damit: "Aus nix wird nix". Man kann den Satz aber auch im Sinne von: "Über das Nichts kann man nicht reden" lesen. Das ist für den, der das dennoch tun will (1), natürlich ein vernichtendes Diktum, eine inakzeptable Maxime. Das finale Fallbeil hat Wittgenstein niedersausen lassen: "Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen." (Tractatus, 7. Satz), denn "die Philosophie ist ein Kampf gegen die Verhexung unsres Verstandes durch die... weiter

 

Zur idealistischen Grundansicht

1. Februar 2012 von Helmut Wicht

Disclaimer: Ich bin kein Philosoph, dies ist kein Beitrag zur Natur- oder Geisteswissenschaft, dies ist der Versuch, etwas aus dem Weg zu räumen, was ich für ein Missverständnis halte. Weltanschauung - das ist ein verpöntes Wort. Wenn man es verwendet, sollte man sich am besten gleich richtig in die Nesseln setzen, und von "den granitenen Fundamenten" seiner Weltanschauung reden, dann hat man sich des Faschismusvorwurf gleich mitversichert. Desgleichen die Worte: "Ideologie", "Ideologe". Nimmt man die im positiven Sinne den Mund,... weiter

 

Thanatophilietest

18. Januar 2012 von Helmut Wicht

Ich verdanke die Kenntnis der folgenden Humoreske der Lektüre von Lutger Lütkehaus' Buch vom "Nichts", das ich an dieser Stelle nicht genügend loben kann. Es ist bei Haffmans unter dem Verlagsdach von Zweitausendeins erschienen. Die Humoreske ist zugleich eine Thanatophilieprobe, ein Lackmustest der Todesverliebtheit. Wenn Sie darüber so lachen können, wie ich es tat (ich fiel fast vom Stuhl), dann sind Sie's: Thanatophil. Es freud (sic!) mich, Ihnen den eigentlichen Urheber der Geschichte - sowohl des Konzepts der Thanatophilie als... weiter

 

Akademische Darmtätigkeit

16. Januar 2012 von Helmut Wicht

Am vergangenen Freitag hatte ich das Vergnügen, den Abschlussball unserer Absolventen (die im Herbst des vergangenen Jahres ihr zweites Staatsexamen abgelegt haben) mir einer kurzen Ansprache eröffnen zu dürfen. Hier ist sie - garniert mit einigen Fussnoten, die noch ein paar Erklärungen und Reflexionen enthalten, die in der Ansprache keinen Platz fanden, bzw. mir erst während des Balls in den Sinn kamen. Werte Absolventinnen und Absolventen,meine Damen und Herren! Jetzt vor Ihnen stehen zu dürfen, einen Toast bei Ihrem Ball... weiter

 

Inserat

5. Januar 2012 von Helmut Wicht

Günstig abzugeben:Mehrere apokalyptische Prophezeihungen mit abgelaufenen Verfallsdaten, ohne Gebrauchsspuren, voll einsatzbereit. Auf Wunsch können - gegen geringes Aufgeld - die Daten neu justiert werden. Angebot der Woche:  Eine wenig bekannte, aber eindrückliche Apokalypse der Nahuatl (Pueblo-People von den Hängen des Popocatepetl), die besagt, dass die Welt schon längst am Arsch sei. Angebote bitte an:Apokalypsendienst JohannSackgasse 1354321 Götterdämmingen0666/87654321-0 ... weiter

 

Nominalismus, Onomatopoietika und das Abbruchgewerbe

2. Januar 2012 von Helmut Wicht

"Nomen atque omen", schreibt Plautus, "Name und Vorzeichen", und behauptet damit eine zauberische Beziehung zwischen Ding und Begriff, dem Namen und seinem Träger. Name ist Schicksal. Einen Namen nennend, kann man ein Ding, eine Person beschwören. Magisches Denken. Im Mittelalter sagten dann die 'Realisten': "Unversalia sunt realia ante rem". Alle Wirklichkeit sei in den Allgemeinbegriffen, die Einzeldinge seien nur ein Abklatsch davon. Eine zauberische Pointe: Jene Herren, die sich 'Realisten' nannten, weil sie - unverbesserliche Platoniker - eben an die... weiter

 

Adventskalendertürchen

22. Dezember 2011 von Helmut Wicht

Adventskalendertürchenblogs sind en vogue. Ich mach' mit! Ich bin aber sparsam. Ich mach' nur zwei Türchen - dafür gleichzeitig - auf. Aber ganz besondere Türen: Was es dahinter gibt, findet man hier. Fröhliche Weihnachten!   ... weiter

 

Bilder einer Ausstellung

30. November 2011 von Helmut Wicht

Mussorgskys Original würde jetzt natürlich passen. Aber noch angemessener, finde ich, ist die kratzige, rockige Version von Emerson, Lake and Palmer. Wir - Bettina Wurche, Michael Gudo und ich - haben im Senckenberg-Museum in Frankfurt/Main eine Ausstellung eingerichtet. Ich hatte Spass, die anderen zwei auch, aber doch auch einigen Stress. Denn Bettina und Michael leben von sowas, sind Profis, kriegen das als Auftragsarbeiten bezahlt. Für mich war's ein Dienstauftrag - Kooperation zwischen Uni und Museum, das ist immer gut. Also... weiter