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Beitrag zur Theologie (Katharsis)

19. März 2012 von Helmut Wicht

Mein Lieblingstheologe ist der Professor X vom Fachbereich katholische Theologie an der Goethe-Universität in Frankfurt. Schon deshalb, weil er der einzige Theologe ist, den ich näher kenne. Aber auch sonst -- man kann so herrlich mit ihm zusammensitzen und sich theologische und philosophische Schnurren erzählen lassen. Politische auch. Manchmal mein' ich, er ist fast mehr Kirchenpolitiker als Theolog'. Er kennt (wie es sich für einen Mann seines Standes gehört) Gott und die Welt, und womöglich auch den Papst persönlich(1). Mindestens... weiter

 

Zum Weltfrauentag

9. März 2012 von Helmut Wicht

♀. Angesichts des heutigen Weltfrauentages sollte ich wohl eher schreiben: ♀! Meinen tu' ich aber: ♀? Nein, ich will damit nicht die auf die vielbeschworene "Frau als ewiges Rätsel" hinaus - ich meine das Symbol selbst. Was soll das? Warum steht just dieses Symbol für "Frau"/"weiblich"? Ich weiss es nicht. Aber vielleicht kriegen wir es ja hier, mit der vielbeschworenen Schwarmintelligenz, 'raus. Ich kenne des Rätsels Lösung nicht. Ich kann die werte Leserin/den werten Leser nur auf die Spur setzen,... weiter

 

Vroni und die toten Hasen

7. März 2012 von Helmut Wicht

(Hab' mal wieder keine Lust auf Wissenschaft - hier geht's um Kunst) Vroni [1] ist eine zierliche, schlanke, fast ein wenig knochige Frau. Ein bißchen sieht sie aus wie aus spätgotischem Holz geschnitzt. Ins Männliche transponiert gäb' sie einen schönen, asketischen Heiligen in einem Stoss- oder Riemenschneider-Altar ab, einen Hieronymus zum Beispiel. Da gehörte dann ein Löwe dazu. Aber zu Vroni gehören die toten Hasen. Und sie schnitzt auch nicht, sie pinselt, sie strichelt, sie stichelt. Vroni ist Künstlerin. Sie... weiter

 

Geburtstagswünsche

22. Februar 2012 von Helmut Wicht

"Im unendlichen Raum zahllose leuchtende Kugeln, um jede von welchen etwan ein Dutzend kleinerer, beleuchteter sich wälzt, die inwendig heiß, mit erstarrter, kalter Rinde überzogen sind, auf der ein Schimmelüberzug lebende und erkennende Wesen erzeugt hat: – dies ist die empirische Wahrheit, das Reale, die Welt. Jedoch ist es für ein denkendes Wesen eine mißliche Lage, auf einer jener zahllosen im gränzenlosen Raum frei schwebenden Kugeln zu stehn, ohne zu wissen woher noch wohin, und nur Eines zu seyn von... weiter

 

Isotroper Fraktionator

20. Februar 2012 von Helmut Wicht

Doch, es geht um Wissenschaft. Neuroanatomie sogar. Obwohl es erstmal ganz anders klingt. "Isotroper Fraktionator" -"der gleichrichtende Zerbrecher" [1]: Das riecht nach Mord und Totschlag, nach einem Scharfrichter, der die Knochen und Glieder seiner Opfer auf dem Rad verhackstückt. "Isotroper Fraktionator": Das erinnert die Anatomen an den bösen Witz, den sie so gerne über die Molekularbiologen und Biochemiker machen. Bei denen, so lästern die Anatomen, begännen fast alle Laborprotokolle mit den Worten: "Man nehme eine Maus und stecke sie in... weiter

 

Schädelrätsel

9. Februar 2012 von Helmut Wicht

So. Wollen wir doch mal sehen, ob die geballte Intelligenz des Schwarmes mit Hilfe aller Quellen des Internets das herausbekommt. Vier photographische Aufnahmen ein und desselben Schädels. Die Photographien stammen von 1881. Mehr wird nicht verraten. Ausser folgendem: Die digitale Version des Bildes ist in Netz. Und  jeder kennt diesen Herrn. Ein Mann also. Und so berühmt, wie es nur geht. Wer ist es /war es? ... weiter

 

Alles über das Nichts

6. Februar 2012 von Helmut Wicht

"De nihilo nihil", haben die Alten gesagt, und meinten damit: "Aus nix wird nix". Man kann den Satz aber auch im Sinne von: "Über das Nichts kann man nicht reden" lesen. Das ist für den, der das dennoch tun will (1), natürlich ein vernichtendes Diktum, eine inakzeptable Maxime. Das finale Fallbeil hat Wittgenstein niedersausen lassen: "Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen." (Tractatus, 7. Satz), denn "die Philosophie ist ein Kampf gegen die Verhexung unsres Verstandes durch die... weiter

 

Zur idealistischen Grundansicht

1. Februar 2012 von Helmut Wicht

Disclaimer: Ich bin kein Philosoph, dies ist kein Beitrag zur Natur- oder Geisteswissenschaft, dies ist der Versuch, etwas aus dem Weg zu räumen, was ich für ein Missverständnis halte. Weltanschauung - das ist ein verpöntes Wort. Wenn man es verwendet, sollte man sich am besten gleich richtig in die Nesseln setzen, und von "den granitenen Fundamenten" seiner Weltanschauung reden, dann hat man sich des Faschismusvorwurf gleich mitversichert. Desgleichen die Worte: "Ideologie", "Ideologe". Nimmt man die im positiven Sinne den Mund,... weiter

 

Thanatophilietest

18. Januar 2012 von Helmut Wicht

Ich verdanke die Kenntnis der folgenden Humoreske der Lektüre von Lutger Lütkehaus' Buch vom "Nichts", das ich an dieser Stelle nicht genügend loben kann. Es ist bei Haffmans unter dem Verlagsdach von Zweitausendeins erschienen. Die Humoreske ist zugleich eine Thanatophilieprobe, ein Lackmustest der Todesverliebtheit. Wenn Sie darüber so lachen können, wie ich es tat (ich fiel fast vom Stuhl), dann sind Sie's: Thanatophil. Es freud (sic!) mich, Ihnen den eigentlichen Urheber der Geschichte - sowohl des Konzepts der Thanatophilie als... weiter

 

Akademische Darmtätigkeit

16. Januar 2012 von Helmut Wicht

Am vergangenen Freitag hatte ich das Vergnügen, den Abschlussball unserer Absolventen (die im Herbst des vergangenen Jahres ihr zweites Staatsexamen abgelegt haben) mir einer kurzen Ansprache eröffnen zu dürfen. Hier ist sie - garniert mit einigen Fussnoten, die noch ein paar Erklärungen und Reflexionen enthalten, die in der Ansprache keinen Platz fanden, bzw. mir erst während des Balls in den Sinn kamen. Werte Absolventinnen und Absolventen,meine Damen und Herren! Jetzt vor Ihnen stehen zu dürfen, einen Toast bei Ihrem Ball... weiter