Migration in der Spätantike

29. September 2015 von Jessica Koch in Spätantike

Obwohl die Begriffe ‚Flüchtlinge‘ und ‚Migration‘ aus dem aktuellen Zeitgeschehen stammen, ist die Bedeutung der Begriffe kein neues Phänomen: Für die Antike, insbesondere für die Spätantike, existieren gut dokumentierte Quellen für menschliche Wanderbewegungen. Als Auslöser für die ‚germanischen‘ Wanderbewegungen in das Römische Reich der Spätantike werden Engagements im römischen Militär mit anschließender Bezahlung in römischen Landgütern, die Flucht vor kriegerischen Bedrohungen und eine generelle Intention am römischen Wohlstand teilzuhaben angenommen. Die ersten Zuwanderer, die ihre Selbstständigkeit auf römischem Territorium, um genauer zu sein in Thrakien, erwarben, waren die Tervigni und Westgoten / Visigothae, die 376 n.Chr. über die Donau drängten. Ammianus Marcellinus, ein römischer Historiker, beschrieb die Migration ab 390 n.Chr. in seinem Werk Rerum Gestarum. Er sah die Wanderbewegungen als Resultat einer langen Kausalkette römisch-germanischer Auseinandersetzungen, die mit den Zügen der Cimbri und Teutoni am Ende des 1. Jahrhunderts v.Chr. begannen und von Marcus Aurelius in den Markomannenkriegen 166-180 n.Chr. und den ‚Gotenstürmen‘ im 3. Jh. n.Chr. fortgesetzt wurden.[1]

Germanische Völkerwanderung vom 2. bis 6. Jh. n.Chr.

© Brill Online, 2015: Germanische Völkerwanderung vom 2. bis 6. Jh. n.Chr.

Nach den Westgoten folgten 406 n.Chr. die Suebi, Vandali und Alanoi über den Rhein und zogen 409 n.Chr. weiter über die Pyrenäen. 413 n.Chr. ließen sich die Burgunder / Burgundiones um Worms bis Karlsruhe und die Franken / Franci in Nordgallien (heutiges Frankreich) nieder. 429 n.Chr. wanderten die Vandalen nach Nordafrika aus. In Britannien setzten sich 430 n.Chr. die Angli, Jüten und Saxones fest. Nach Italien wanderten 489 n.Chr. zuerst die Ostgoten ein, gefolgt von den Langobardi um das Jahr 568 n.Chr.[2] Eine Historisierung dieser Migrationsbewegungen, im Sinne eines historischen Gesamtüberblicks, wurde erstmals vom dem langobardischen Mönch Paulus Diaconus in seiner Historia Langobadorum 795 n.Chr. dargestellt.[3]

Lange Zeit wurden die Wanderbewegungen als ‚Völkerwanderung‘ der Spätantike verstanden. Mittlerweile ist der Begriff ‚Völkerwanderung‘ überholt, da neuere Untersuchungen belegen, dass es keine geschossenen, wandernden ‚völkischen‘ Gruppen gab. Das heißt, Begriffe wie die ‚Westgoten‘ sind äußerst problematisch, da unter solche Definitionen heterogene Gruppen fallen, die sich in Sprache und Kultur deutlich unterscheiden, aber zusammengefasst werden, da sie einen gemeinsamen geografischen Migrationsausgangspunkt und -route aufweisen.[4]

Die Migrationsbewegungen der Spätantike zeigen, dass auch die heutigen Bewohner von Deutschland nichts anderes als das Resultat einer langen Kette von Ein- und Auswanderung sind. Welches Recht haben wir also, als Nachfahren germanischer Migranten, anderen den Wunsch auf Migration zu verwehren, nur weil wir ein paar Jahre länger auf den heute deutschen Territorien leben? Keins! #RefugeesWelcome

 


 

[1] Vgl. Amm. 31,5,12-17; Vgl. Klaus Rosen: Völkerwanderung, in Hubert Cancik, Helmuth Schneider, Manfred Landfester (Hgg.): DNP 2015.

[2] Vgl. Leonhard Burckhardt: Militärgeschichte der Antike, München 2008, S.119-122.

[3] Vgl. Paul. 7,2.

[4] Vgl. Reinhard Wenskus: Stammesbildung und Verfassung. Das Werden der frühmittelalterlichen gentes, Köln 1961; Vgl. Walter Pohl: Kingdoms of the Empires. The Integration of Barbarians in Late Antiquity. Transformation of the Roman World, Leiden 1997, S.1-13.


20 Kommentare zu “Migration in der Spätantike”

  1. Martin Holzherr Antworten | Permalink

    Den Wunsch auf Migration der Germanen scheinen die Römer aber nicht sonderlich genossen zu haben. Schon früh gab es Kriege gegen die wandernden und auch kämpfenden Germanen. Nur schon die Namen gewisser wandernder Germanenstämme (Vandalen) lassen nichts gutes ahnen.

  2. Dr. Webbaer Antworten | Permalink

    Die Migrationsbewegungen der Spätantike zeigen, dass auch die heutigen Bewohner von Deutschland nichts anderes als das Resultat einer langen Kette von Ein- und Auswanderung sind. Welches Recht haben wir also, als Nachfahren germanischer Migranten, anderen den Wunsch auf Migration zu verwehren, nur weil wir ein paar Jahre länger auf den heute deutschen Territorien leben? Keins!
    #RefugeesWelcome

    Wenn nicht das Selbstbestimmungsrecht der Völker bemüht werden soll, dann hat jedes Staatsvolk Rechte, die u.a. auch die Souveränität des Staates und die desbezüglichen Grenz(sicherung)en meinen.

    Ansonsten könnte auch kulturell argumentiert werden, Kultur darf sich erhalten wollen, selbst diejenige, die den Ideen und Werten der Aufklärung folgend gesellschaftlich implementiert hat.

    Insgesamt setzt es hier also ein "-1", auch weil biologistisch argumentiert worden ist.

    MFG
    Dr. W (der im Abgang noch darauf hinweist, dass diejenigen, die das Selbstbestimmungsrecht der Völker ablehnen, regelmäßig sehr besorgt sind, wenn es um das Selbstbestimmungsrecht anderer geht, beispielsweise um das der palästinensischen Araber ("Palästinenser"))

  3. DH Antworten | Permalink

    Gerade die lange so erfolgreichen Römer haben sehr darauf geachtet , daß Migration gut gesteuert wird , von Multikulti-Romantik keine Spur.
    Lange gingen sie nach dem Prinzip vor , immer mehr Legionäre als Zuwanderer an der "Eintrittsstelle " zu postieren , wenn größere Gruppen ins Reich zuwandern wollten , erst als sie dafür nicht mehr genug Soldaten hatten , kamen sie davon ab und waren dann zu arrogant , um ihre Vorgehensweise zu ändern.
    Ein Fanal für unsere Zeit , die "Barbaren" , vor allem die Westgoten , waren bereit , nicht nur friedlich zu siedeln , sondern sogar zu kämpfen für das wankende Reich .
    Die Römer , also "wir" , wollten aber nichts zu tun haben mit diesen "Wilden" , Ergebnis bekannt.

    • Dr. Webbaer Antworten | Permalink

      Gerade die lange so erfolgreichen Römer haben sehr darauf geachtet , daß Migration gut gesteuert wird , von Multikulti-Romantik keine Spur.

      Alexander der Große machte in "Multikulti", was nicht sehr nachhaltig war, die alten Römer teilweise auch:
      -> https://de.wikipedia.org/wiki/Elagabal

      Allerdings sind die Zustände im alten Rom nur bedingt mit den heutigen vergleichbar; das alte Rom hatte keine aufklärerische Ideologie, vielleicht nicht einmal eine besondere Ideologie, von der Kunst der Militärführung und der Idee vom großen Rom einmal abgesehen.

      Die aufklärerische Ideologie ist jedenfalls von anderem Kaliber, kann auf eine bald 500 Jahre dauernde Geisteswissengeschichte verweisen, hat auch Anknüpfungspunkte in der Stoa und im Judentum, im Christentum sowieso, hat auch eine Erfolgsgeschichte und dehnte sich immer weiter aus bis ca. 1990, nett vielleicht auch diese Sache:
      -> https://de.wikipedia.org/wiki/Demokratischer_Frieden

      Die One-World-Ide(ologi)e hat christliche Grundlagen wie auch neomarxistische, sie dient als möglicher Angriffspunkt internationalistischer (und vielleicht auch: kollektivistischer) Kräfte die Systeme, die den Ideen und Werten der Aufklärung folgend gesellschaftlich implementieren konnten, anzugehen oder anzuknabbern.
      Mit beachtenswertem Erfolg, wie der Schreiber dieser Zeilen immer wieder feststellen kann, denn - Hey! - sind wir nicht alle Primaten (oder Bären)?

      MFG
      Dr. W (der übrigens nichts gegen eine klare Sprache hat, also nichts bspw. gegen Begriffe wie 'Immigration', 'Emigration', 'Asylbewerber' und 'illegaler Immigrant' - selbst zweifacher Remigrant ist btw)

      • Paul Stefan Antworten | Permalink

        Webbaer: " Rom hatte ... vielleicht nicht einmal eine besondere Ideologie, von der Kunst der Militärführung und der Idee vom großen Rom einmal abgesehen."

        Es gab staatliche Kulte, den Kaiserkult, den Kult der Standarten, d.h., der Legionsadler und es gab im imperialen Rom so etwas wie ein "Theologie" des Sieges (nach Paul Stephenson, Constantine, unconquered emperor, christian victor). Solange Rom den Göttern (später dem Gott) Frömmigkeit gegenüber zeigte, war es siegreich. Als der Altar der Viktoria aus dem Senat entfernt wurde, gab es Protest der Altgläubigen.

        https://de.wikipedia.org/wiki/Streit_um_den_Victoriaaltar#Der_Altar

        Im dritten Jahrhundert feierte Rom sein tausendjähriges Bestehen.

        "Hieronymus, der früher selbst in Rom gelebt hatte, warf bereits 409 die Frage auf: „Was ist heil, wenn Rom zugrunde geht?“ Er reagierte entsetzt, als die Stadt tatsächlich fiel: „Die Stimme stockt mir, und vor Schluchzen kann ich nicht weiterdiktieren: Die Stadt Rom ist eingenommen, die zuvor die ganze Welt besiegt hatte.“"

        https://de.wikipedia.org/wiki/Pl%C3%BCnderung_Roms_(410)#Reaktion_der_Zeitgenossen

        Nur so, um das, was mit Rom passiert ist, nicht allzu sehr zu relativieren.

        • Dr. Webbaer Antworten | Permalink

          @ Herr Stefan :

          Rom war zuvörderst Zivilisation [1], also besondere Bürgerwerdung, die einen hohen Organisationsgrad bedingt hat, der, wie heute gesagt oder geschrieben werden könnte franchise-fähig war.
          Nichts Schlechtes daran, allerdings mangelte es dem Alten Rom an Tiefe, an besonderer Liebe zum Denken ("Philosophie"), wie es zuvor in Griechenland möglich war, an besonderer Ideologie.

          Der Schreiber dieser Zeilen, der den WebLog-Artikel, auf den hier reagiert wird, das Fazit betreffend zuvörderst: knuffig fand, wurde natürlich ein wenig nachlässig in der hiesigen Kommmentatorik, d.h. es dürfen und sollen auch Bessere kommen, die besser erläutern können, mehr wissen und so, Ihnen vielen Dank!

          MFG
          Dr. W

          [1]
          Die Zivilisation oder Bürgerwerdung entstand, als Nomaden sesshaft geworden sind, mögliche Vorzüge der Landwirtschaft nutzend, in diesem Zusammenhang entstand in größer und vor allem auch sesshaft gewordenen Einheiten bestimmtes Sozialverhalten, auch Stände meinend und Gesetzmäßigkeiten, die sozusagen frisch zu entwickeln waren, diese besondere Notwendigkeit wird Politik oder Verstädterung genannt.
          Deprimierend, zumindest etwas, ist und bleibt das Fazit dieses knuffigen Artikels gerade vor diesem Hintergrund.

  4. Hans Antworten | Permalink

    Ich finde auch, dass Migrationsbewegungen völlig normale Prozesse sind, die es immer gegeben hat.
    Als jüngere Ereignisse fallen mir Amerika oder auch die Türken ein, die ein griechisch-christlich geprägtes Weltreich verdrängt haben. Früher besiedelten die Kelten Europa und noch früher kam der Homo sapiens aus Afrika, als der Neandertaler schon in Europa lebte. Und es lassen sich noch unzählige solche Bewegungen aufzählen, wenn man ins Detail geht.

    Ebenso befinden sich Sprache und Kultur in einem stetigen Veränderungsprozess.
    Ich verstehe nicht, wie manche Leute immer an altem und gewohnten unbedingt festhalten wollen.

    Was allerdings nicht geht sind irgendwelche kriminelle Strukturen, die diese Migranten mit ins Land bringen.

    • Martin Holzherr Antworten | Permalink

      Die Migration in der Spätantike lässt sich mit der heutigen Situation kaum vergleichen. Heute dominieren Nationalstaaten mit klar definiertem Territorium und dem Wunsch die Migration zu kontrollieren wie sich in den USA, Kanada aber auch Europa zeigt.
      Eine verstärkte Migration muss unter heutigen Unständen also akzeptiert und gewollt sein, sonst bauen sich starke Widerstände auf. Im Extremfall gewinnen Leute wie Donald Trump die Oberhand, der einen Grenzzaun zwischen Mexiko und den USA errichten will.
      Ein moderner Staat muss sich auch auf die Migration vorbereiten und die Migranten integrieren. Die germanischen Völkergruppen dagegen haben sich wohl selbst integriert, sich einfach Lsnd genommen. Heute dagegen kommen die Migranten ja gerade, weil sie ein besser funktionierendes Land suchen, das Ihnen mehr Möglichkeiten bietet. Das kann nur funktionieren, wenn das Land die Migranten aufnehmen kann und weiterhin funktioniert. In Ländern wie Libanon, die sehr viele Flüchtlinge aufgenommen haben, ist das zum Teil nicht mehr der Fall weswegen die Flüchtlinge nun weiterziehen.
      Mit der richtigen Einstellung könnten Länder wie Kanada oder Deutschlsnd sehr viel mehr Migranten aufnehmen. Doch das kann kein rein passiver Vorgang sein. Es bedarf eines Integrationswillens.

      • Dr. Webbaer Antworten | Permalink

        @ Herr Holzherr :

        Das da oben war Ironie bis Zynismus.

        MFG
        Dr. W (der sich schon fragt, ob Sie was merken, wenn Sie was merken - sich zu 'Mit der richtigen Einstellung könnten Länder wie Kanada oder Deutschl[a]nd sehr viel mehr Migranten aufnehmen. Doch das kann kein rein passiver Vorgang sein. Es bedarf eines Integrationswillens.' noch ein kleines "Gack-Gack" erlaubt)

        • Martin Holzherr Antworten | Permalink

          Das war ernst gemeint. Die USA beispielsweise haben sich früher als Einwanderungsland gesehen und der Einwanderung kaum Grenzen gesetzt. Heute ist das anders. Und es ändert sich erst wieder, wenn sich die Einstellung der US-Bevölkerung zur Einwanderung wiederum ändert.
          Europa könnte beispielsweise eine verstärkte Einwanderung als Entwicklungshilfe interpretieren, mit der Absicht, dass hier aufgenommene Immigranten später als Rückkehrer die Situation in ihren Heimatländern verbessern. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass unbeschränkte Einwanderung einfach hingenommen wird und es keinen Gestaltungswillen gibt. Etwa mit der Haltung: wer kommen will soll kommen. Wir warten einfach mal ab. Das würde das Klima längerfristig bestimmt belasten.

          • Dr. Webbaer | Permalink

            @ Herr Holzherr :

            Was 'Hans' weiter oben gemeint hat, war nicht ernst, sondern erkennbar absichtlich dull gemeint.
            Ansonsten liegen Sie mit Ihren Ausführungen natürlich wie meist, wie eigentlich immer, fast immer, richtig, no prob.

            Der Schreiber dieser Zeilen befindet sich nach der fazitären Argumentation des WebLog-Eintrags allerdings auch eher im Satire-Modus, die Argumentation, dass Staatsvölker bedingte bis gar keine Abwehrrechte gegenüber bestimmten Immigrationswünschen haben, war dem Schreiber dieser Zeilen zur Gänze neu.

            Wobei der Kick der im WebLog-Artikel vorgeführten biologistischen Argumentation darin besteht, dass die Herkunft betreffend homogene Völker diese Abwehrrechte wohl hätten, denn ansonsten würde der Hinweis auf die ethnische Zusammensetzung des gegenwärtigen bundesdeutschen Staatsvolks keinen Sinn ergeben.

            MFG
            Dr. W

          • Martin Holzherr | Permalink

            @Dr.Webbaer: Kompliment. Hin und wieder machen sie sehr treffende Bemerkungen aufgrund guter Beobachtung. Es ist tatsächlich so, dass biologistische Argumente gerade bei Gutmeinenden und gar Gebildeten sehr häufig in bestimmten Zusammenhängen auftauchen.

            So werden - nicht im Zusammenhang mit den Flüchltingen sondern mit der Grexit-Diskussion - die armen Griechen in Schutz genommen, denn die Griechen hätten doch das Abenland und das Europa wie wir es heute kennen begründet. Das ist ein klassisches biologistisches Argument, denn es macht nur Sinn wenn man annimmt die heutigen Griechen hätten etwas mit den antiken Griechen zu tun. Das ist übrigens in meinen Augen hanebüchener Unsinn und grenzt an schlimmste Rassenlehren. Solche Argumente werden aber gerade von Menschen gebracht die in der Schule gut aufgepasst haben. Nur haben diese Menschen wohl wenig nachgedacht als sie aufgepasst haben und sie denken immer noch wenig nach.

          • Dr. Webbaer | Permalink

            @ Herr Holzherr :

            Das mit dem 'hin und wieder' kam jetzt hier nicht direkt so super-gut an, aber ansonsten haben Sie mal wieder recht, wenn Sie anmerken, dass angeblich oder tatsächlich Gutmeinende oft "altruistisch-paternalistisch" argumentieren, sich dann auch gelegentlich nicht zu schade sind x-istisch zu werden.

            In etwa so wie manche Pazifisten alles wegbomben würden, würde nur dadurch eine Gemeinschaft von Pazifisten erreicht werden können.

            Insofern steckt in vielen, die dem bundesdeutschen Staatsvolk angehören, wie der Schreibär dieser Zeilen auf Grund seiner Erfahrung findet, schon eine ganze Menge teutonischer Elitarismus, Stringenz und X-Ismus, heute noch und vielleicht irgendwie reflektiert.

            MFG
            Dr. W (der das mit G-Land und dessen heutiger Population auch so gelernt hat)

  5. michael Antworten | Permalink

    Kleine Korrektur: Worms ist in Rheinland-Pfalz, nicht in Baden-Württemberg.

  6. Paul Stefan Antworten | Permalink

    Die spätantike "Völkerwanderung" hatte allerdings gewisse Kollateralschäden. So manche Stadt ging in Flamen auf, letztlich war das Römische Reich futsch und damit auch die pax romana innerhalb des Reichs und das reichsweite Handelsnetz. Die heidnischen Prachtbauten, Tempel und Paläste, verfielen, ebenso die Stadtkultur, Aquädukte konnten nicht mehr repariert werden, technisches Wissen ging verloren und die Schriftlichkeit zog sich auf die Eliten und Geistlichen zurück
    Im Italienischen heißt diese Zeit immer noch wenig schmeichelhaft das "Zeitalter der Barbaren" oder ähnlich.

    Nur ein Beleg, ohne das im Detail studiert zu haben:
    https://it.wikipedia.org/wiki/Invasioni_barbariche_del_V_secolo

  7. Geoman Antworten | Permalink

    @ Jessica Koch schrieb:

    "Welches Recht haben wir also, als Nachfahren germanischer Migranten, anderen den Wunsch auf Migration zu verwehren, nur weil wir ein paar Jahre länger auf den heute deutschen Territorien leben? Keins! #RefugeesWelcome"

    Ihr Resümee befördert und verniedlicht den Untergang der abendländischien Kultur durch maßlose Selbstverleugnung und satten Weltschmerz.

    Als Theraphie empfehle ich:

    "Das Heerlager der Heiligen" von Jean Raspail.

    Zu Nebenwirkungen und Risiken (bei Lektüre dieses Buches) fragen sie Ihren Arzt oder riskieren Sie, Ihre überaus wohlmeinenden Empfindungen auf den (er-) nüchternden Prüfstand zu stellen.

  8. DH Antworten | Permalink

    @Dr.Webbaer

    Ich bin mir nicht sicher , ob Rom nicht doch eine Art Vorläufer der Aufklärung vertrat , zumindest so eine Art Gedanken der einenden Zivilisation ,es stimmt aber , daß wir da sehr viel mehr Humanismus "drin" haben .
    Auf jeden Fall aber war Rom sehr viel mehr als die "Kunst der Militärführung". Diese war ohne Zweifel effizient wie nie zuvor , aber wir neigen heute dazu , Rom vor allem auf seine militärische Stärke zurückzuführen. Das ist falsch , Rom hatte nie mehr als 300 000 Mann unter Waffen ( bis auf eine Ausnahme , glaube ich , 3.Jhd?) , und das für das ganze Reich.
    Das ist nur erklärbar mit einer übergeordneten Idee , mit der auch viele der Unterworfenen einverstanden waren , zumindest überwiegend.
    Letzeres war auch lange Zeit eine Stärke des Westens , eine Stärke , die wir durch zunehmenden Machtmißbrauch in die Tonne treten.

    • Dr. Webbaer Antworten | Permalink

      @ DH :

      Der Vorläufer der Aufklärung ist die Aufklärung?
      Also irgendwie finden sich gute Vordenker bspw. im alten Griechenland und im alten Rom, auch im Christentum, Jesus war wohl ein "cooler Typ", Paulus wollte die Menschen mitnehmen, hat das Christentum aufgebohrt und die Mission internationalisiert, abär so wie die antielitistische Aufklärung, die die Menge freigesetzt hat und ihr erlaubt hat nach Glück zu streben, Humanismus und so, gab es wohl keine richtigen Vorläufer der Aufklärung vor der Aufklärung.

      MFG
      Dr. W (der das Alte Rom natürlich schon ganz beachtenswert fand: organisatorisch, auch militärisch, auch kulturell)

  9. Horst Antworten | Permalink

    "... nur weil wir ein paar Jahre länger auf den heute deutschen Territorien leben? Keins! #RefugeesWelcome"

    Richtig, denn auch wenn es die Profitler des geistigen Stillstandes nicht hören, sehen und sprechen wollen, seit der "Vertreibung aus dem Paradies" gilt: Nichts gehört dem "Einzelnen" allein! :-)

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