Die wissenschaftlichen Schwächen des Feminismus
Die Politologin Helen Lindberg von der Universität Örebro in Schweden hat in ihrer Dissertation "Only Women Bleed?: A Critical Reassessment of Comprehensive Feminist Social Theory" vier einflussreiche feministische Theorien daraufhin untersucht, ob sie sinnvoll sind als Grundlage sozialwissenschaftlicher Untersuchungen. Und ihr Ergebnis ist eindeutig: Nein!
„Feministische soziale Theorien versorgen uns mit einem ideologisch verfärbten Bild der Gesellschaft“, schreibt sie. Sie seien wissenschaftlich unhaltbar, viel zu unterentwickelt und außerdem beladen mit „unlösbaren inneren Problemen der Logik“. Lindberg, deren Arbeit vom staatlichen schwedischen „Wissenschaftsrat“ unterstützt wird und mir leider nicht vollständig sondern nur in Ihrer eigenen Zusammenfassung vorliegt (bitte, lieber Helmut, sei mir gnädig, ich konnte die ganze Diss nicht so schnell besorgen), wirft den Theoretikerinnen des Feminismus vor, das wissenschaftliche Ethos zu verletzen. Die Feministinnen schadeten dadurch dem Kampf um Geschlechtergleichheit.
Diese Theorien, etwa der „Radikale Feminismus“ von Catharine MacKinnon oder Anna Jonasdottirs „Love Power“, böten „wenig oder kein Anwendungsfeld für das Individuum zur Veränderung oder Entwicklung der Gesellschaft und haben Schwierigkeiten, empirischen Beweisen Rechnung zu tragen.“ Stattdessen seien die Theorien utopisch oder vage und schlecht entwickelt.
Die derart hart attackierten Feministinnen sind hochangesehene und renommierte Autorinnen, die nicht nur durch ihre Schriften, sondern auch im akademischen Betrieb einflussreich sind. Eine davon ist zum Beispiel Judith Butler, Professorin an der Universität Berkeley in Kalifornien. Sie wurde mit ihrem Buch „Gender Trouble“ (1991) zur Ikone vieler junger Kulturwissenschaftlerinnen.
Exkurs zu Butler:
Ihre These, dass durch die kulturelle Einteilung der Gesellschaft in zwei Geschlechter Macht konstruiert und aufrechterhalten wird und dass diese Einteilung nicht naturgegeben ist, beherrscht seither die Geschlechterforschung. Sie und ihre Anhängerinnen fordern dazu auf, die Kategorie Mann/Frau aufzulösen. Butler ist die personifizierte Postmoderne, ihre Texte sind äußerst schwer verdaulich, fehlen aber in keinem Literaturverzeichnis einer Veröffentlichung aus den Gender Studies. Auch stilistisch ist sie wahrscheinlich das große Vorbild der Autoren von Machwerken wie "Gender goes Life".
Am Beispiel der schwedischen Partei „Feministische Initiative“ zeige sich außerdem, so Lindberg, dass diese Theorien miteinander unvereinbar seien und auch dadurch der Sache der Geschlechtergleichheit schadeten. Die Mitglieder waren Anhängerinnen verschiedener Richtungen des Feminismus und haben sich mittlerweile heillos zerstritten.
Lindberg plädiert dafür, feministische Sozialtheorien nicht als Wissenschaft zu betrachten, sondern wie andere Ideologien als Indikatoren politischer Probleme. Sie sieht viele Parallelen zwischen Feminismus und Marxismus. Auch Marxisten sahen ihre Lehre als Wissenschaft. Beide waren und sind aber nie zu trennen von befreiungsorientiertem politischem Aktivismus. Sehr viele Feministinnen sind auch heute noch stark von marxistischem Denken beeinflusst. Lindberg selbst sei, so sagt sie, lange vom marxistischen und radikalen Feminismus überzeugt gewesen. Allerdings schwand diese Faszination, als sie die Erfahrungen realer Frauen mit diesem in Bezug setzte. Ein „dauernder Ringkampf mit ihren eigenen Überzeugungen“ sei die Arbeit an ihrer Dissertation gewesen, sagt Lindberg.
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Exkurs zu Butler:
Ihre These, dass durch die kulturelle Einteilung der Gesellschaft in zwei Geschlechter Macht konstruiert und aufrechterhalten wird und dass diese Einteilung nicht naturgegeben ist, beherrscht seither die Geschlechterforschung.
Die Kernaussage der Butlerschen Theorie halte ich schlicht für absurd. In jeder Kultur zu jeder Zeit teilten die Menschen die Menschen in die Kategorien männlich und weiblich ein.
Sexualität und Fortpflanzung sind nun mal keine theoretischen Konstrukte überholter androzentrischer Weltsicht, sondern unmittelbare Erfahrungen fast aller Menschen. Unbestritten ist, dass mit der Suche nach wesenhaften Gemeinsamkeiten und Verschiedenheiten auch Wertungen vorgenommen werden, Ab - und Aufwertungen, auch Machtverhältnisse zu etablieren trachten oder bestehende rechtfertigen.
Judith Butler ist eine Person, die sich daran stört, dass sie weder in die Kategorie Mann noch in die Kategorie Frau passt. Das mag sehr belastend sein. Aber deswegen Geschlechtlichkeit als reines Gedankenkonstrukt zu behaupten, das hat keinerlei Bezug zur Realität.
Es ist erstaunlich und bedrohlich zugleich, dass eine derart surreale Anschauung derart grossen Einfluss erlangen konnte.
Wer des Menschen Geschlechtlichkeit als konstruier-und dekonstruierbar postuliert, der zerstört den Kern der Identität des Menschen. Er sieht den Menschen als beliebig formbar, dem nichts wesenhaft - unveränderliches anhaftet. Ich kann mir kein totalitäreres Gesellschaftssystem vorstellen, als das Butlersche, wo die Begriffe Mann und Frau bedeutungslos geworden sind.
Die ideale Butlersche Welt wäre totalitärer als die von Orwell in seinem Roman "1984" beschriebene. Orwell liess sich vom Bolschewismus inspirieren, wo nichts weniger als der neue Mensch erschaffen werden sollte. Nichts weniger will auch Butler. Den beliebig formbaren Menschen, weder Mann noch Frau, sondern immer nur das, als was er sich konstruiert oder als was er konstruiert wurde.
Es ist kein Zufall, dass der Feminismus sich auf marxistische Ideale beruft, die den Menschen wie Knetfiguren zu formen trachten.
Lieber Herr Bosshard, Ihren Bemerkungen habe ich nichts hinzuzufügen. Ihre Beobachtung ist richtig, denke ich: Butlers Theorie ist zugleich surreal und totalitär.
@Peter Bosshard
>Judith Butler ist eine Person, die sich daran stört, dass sie weder in die Kategorie Mann noch in die Kategorie Frau passt. Das mag sehr belastend sein. Aber deswegen Geschlechtlichkeit als reines Gedankenkonstrukt zu behaupten, das hat keinerlei Bezug zur Realität.<
Das scheint mir auch der Grund der Popularität ihres Denkens bei jenen zu sein, deren "unklare" Geschlechtsidentität "zwischen den Fronten" sicher jede Menge individueller Verletzungen/Demütigungen hinterlassen hat, zugefügt von einer rigide normierenden Gesellschaft.
In Reaktion darauf aber nicht einfach nur die Gesellschaft von rigiden Normierungen zu befreien, sondern die biologische Konstitutuierung der Geschlechtsidentität selbst auch für die Mehrheit in Frage zu stellen, heißt, das Kind mit dem Bade auszuschütten.
Was von diesen Menschen (Schwulen, Lesben, Transgender) als Befreiung begriffen werden mag, bedeutet für die Mehrheit die Zerstörung einer Identität, in der sie sich wohl fühlen.
Hallo Herr Knauß,
den Text der Diss. finden Sie hier:
http://oru.diva-portal.org/smash/record.jsf?pid=diva2:208582
Meines Erachtens werden die hergebrachten Theorien durch solche und ähnliche Beiträge nicht hinweggespült, sondern verfeinert und verschärft.
Beste Grüße!
... bzw. hier:
http://urn.kb.se/resolve?urn=urn:nbn:se:oru:diva-6051
(permanent link)
Bin aber auch noch nicht ganz durch...
Jede Ideologie, gleich welcher Art, kann Schaden anrichten. Und hinter Wortakrobatik muss sich nicht unbedingt geistig Sinnvolles verbergen.
Doch auch wenn Sie Ihren, mit rhetorischen Fasces vorgetragenen Antifeminismus noch so plakativ postulieren, endet er letztendlich doch in schnöder persönlicher Diffamierung (von Judith Butler durch Peter Bosshard) und üblicher Männerkumpanei. "Lieber Herr Bosshard, Ihren Bemerkungen habe ich nichts hinzuzufügen. Ihre Beobachtung ist richtig…".
Ich bin einer Meinung mit Herrn Knauss. Von Wissenschaftlichkeit ist auch bei der kritischen Männerforschung wenig bis gar nichts vorhanden. Auch bei der feministischen Wissenschaft geht es schlicht darum, nötiges halbwissenschaftliches Fundamentwerk herbeizuphantasieren, um die eigenen ideologischen Forderungen nach aussen hin als wissenschaftlich bewiesen und richtig verkaufen zu können.
Deshalb braucht es Leute wie Sie, welche die Gesellschaft darauf hinweisen.
Gruss von einem Gleichdenkenden,
Manifold
Die Söhne von Perseus
Für sich betrachtet ein lesenswerter Artikel. Im Gesamtzusammenhang aber belanglos. Feministische Glaubensbekenntnisse sind längst Fundament der Gesetzgebung eines totalitären Staatsfeminismus geworden (extrem auf EU-Ebene), der Ungerechtigkeiten und Skurrilitäten am laufenden Bande produziert. Es ist inzwischen völlig überflüssig, sich mit dem Feminismus und seinen Strömungen inhaltlich auseinander zu setzen. Die Bekämpfung des politischen Einflusses der FeministInnen ist dafür umso dringender. Über den Feminismus an sich immer noch zu diskutieren, mutet angesichts der von ihm verursachten, gesellschaftlichen Verwüstungen an, wie Feigheit vor dem Feind.
FeministInnen sind Feinde der Menschheit.
In Schweden wurde letztes Jahr eine Neuauflage von SCUM, dem "Manifest zur Vernichtung der Männer" der Warhol-Attentäterin Valerie Solanas zu einem Bestseller. In diesem Manifest träumt die frühere Prostituierte Solanas davon, daß sich Männer aufgrund der Einsicht in ihre angebliche Minderwertigkeit selbst in Vergasungsanstalten begeben, um sich töten zu lassen. Das Buch wurde bis vor wenigen Jahren auch unter den Literaturempfehlungen der Grünen Frauen gelistet. Alice Schwarzer empfahl die Lektüre ebenso.
Nicht die Analyse der Schwächen feministischer "Wissenschaft" ist also nötig, sondern der bedingungslose Kampf gegen FeministInnen - und die Einrichtung eines internationalen Feminismus-Tribunals, analog zu dem der Nürnberger Prozesse `46.
Mit freundlichen Grüßen - Max Erdinger
Das wird bei Butler oft missverstanden: Es geht um die Dekonstruktion von aufgezwungenen Geschlechterrollen, nicht um die Dekonstruktion der Geschlechterfunktion bei der Fortpflanzung.
In diesem Sinne also um das kritische Hinterfragen: Warum eigentlich "darf" der Mann in der normierenden Erwartungshaltung der Gesellschaft nicht weinen, muss unförmige farblose Kleidung tragen und soll als Arbeitsdrohne der Frau dienen, bis er vorzeitig ins Grab sinkt (Klosterstudie). Und warum ist das nur hier (westliche Kultur) und heute (faktisch seit der Industrialisierung) so?
Und wer macht diese normierenden Regeln? Wer hat die Macht diese zu etablieren, ändern und zu exekutieren?
(Ich habe diese Fragestellung bewußt gewählt, um mal die totale Fixierung auf Frauen im Genderwesen aufzubrechen)
Der wissenschaftliche Anspruch bei dieser Fragestellung sollte sich aus einer gewissen Systematik bei der Antwortsuche ergeben und auch aus der Ergebnisoffenheit.
Sie unterstellen mir eine persönliche Diffamierung von Judith Butler. Ich habe daraufhin meinen Beitrag noch einmal durchgelesen. Es gibt eine einzige Passage, in der ich mich zur Person von Judith Butler äussere.
Meine Darstellung, dass Judith Butlers Motivation sich durch ihre Biographie erklären lässt, ist mehr als naheliegend. Dieser meiner Auffassung müssen sie nicht zustimmen. Mir aber persönliche Diffamierungen vorzuwerfen ist selbst diffamierend. Ausserdem ist diese Passage die unbedeutendste im ganzen Text. Letztendlich sind die Inhalte entscheidend. Ob ich mit meiner Deutung bezüglich des Ursprungs ihrer Motivation nun richtig liege oder falsch ist nicht wirklich von grosser Bedetung, um ihre Theorien zu werten.
Ihr Argumentationsmuster empfinde ich als typisch für Feministen. Sie gehen mit keinem Wort auf meine sachlichen Ausführungen ein, werfen mir persönliche Diffamierung vor und glauben damit, sich jeder sachlichen Auseinandersetzung entziehen zu können.
Ich meinte die Stelle: "Judith Butler ist eine Person, die sich daran stört, dass sie weder in die Kategorie Mann noch in die Kategorie Frau passt. Das mag sehr belastend sein."
Auch wenn Judith Bultler "weder in die Kategorie Mann noch in die Kategorie Frau passt", so wird sie doch wohl ein Mensch sein, der Respekt verdient.
Es ist natürlich Ansichtssache, inwieweit man Forschungen nach der persönlichen Motivation des (der) Forschenden beurteilt. Wissenschaftlich ist es m.E. nicht.
Inhaltlich haben Sie sicher nicht ganz unrecht. Wie ich bereits sagte, kann jede Ideologie Schaden anrichten.
Gruß Mona
Das wird bei Butler oft missverstanden: Es geht um die Dekonstruktion von aufgezwungenen Geschlechterrollen, nicht um die Dekonstruktion der Geschlechterfunktion bei der Fortpflanzung.
Das wiederum halte ich für eine Interpretation, die zu kurz greift. Natürlich kann auch Judith Butler offensichtliche biologische Begebenheiten nicht ohne grosse Schwierigkeiten leugnen. Ihr Ideal ist aber nicht lediglich eine Welt, in der weder Frauen noch Männern Rollen aufgrund ihrer Geschlechtlichkeit aufgezwungen oder aufgedrängt werden. Judith Butlers Anschauungen gehen weit darüber hinaus.
Grundsätzlich gilt aber, was ich schon einmal gesagt habe : Wenn denn das Geschlecht keinerlei Rolle spielen soll, warum operieren die Genderisten dann ständig mit den Begriffen Mann und Frau ? Warum adressieren sie ihre Botschaften ständig an den Mann oder an die Frau ? Warum bedienen sich die Genderisten so penetrant wie niemand sonst der Kategorien Mann und Frau ?
Der Genderismus hat keine intellektuelle Redlichkeit. Die postmoderne Beliebigkeit kennt nur ein Ziel : Konstrukteur der Wirklichkeit zu sein, d.h Macht auszuüben. Der Ansatz ist äusserst totalitär, gesteht er dem Menschen doch keinerlei Identität zu. Der Mensch einer Judith Butler ist beliebig formbar, beliebig konstruierbar. Mir schaudert vor solch einem Menschenbild.
"Genderisten" ist ja ein witziger Begriff, muss ich mir merken.
Man muss allerdings schon unterscheiden zwischen der wissenschaftlichen Analyse mit dem Hilfsmittel Dekonstruktionismus und Forderungen (appellativ oder imperativ) die eventuell aus den Erkenntnissen oder aus anderen Beweggründen heraus unter Berufung auf "Gender" erhoben werden.
Klassisches beispiel ist ja das "Gender Mainstreaming", eine propagandistische Mogelpackung die nur zur Tarnung von Frauenförderung und -bevorzugung dient. Mit Gender im wissenschaftlichen Sinne hat das nichts zu tun.
Peter schrieb : Man muss allerdings schon unterscheiden zwischen der wissenschaftlichen Analyse mit dem Hilfsmittel Dekonstruktionismus und Forderungen (appellativ oder imperativ) die eventuell aus den Erkenntnissen oder aus anderen Beweggründen heraus unter Berufung auf "Gender" erhoben werden.
Wären die Genderisten lediglich daran interessiert, Auf - und Abwertungen und damit zusammenhängend Rollenzuweisungen aufgrund der Geschlechtszugehörigkeit zu hinterfragen, dann hätte ich keinerlei Probleme mit dem Genderismus.
Wie du schon treffend festgestellt hast, ist die traditionelle Rolle des Mannes nicht so vorteilhaft, wie das von feministischer Seite immer behauptet wird. Männerrechtler hinterfragen nämlich auch, und ich selbst tu das ebenso. So frage ich mich, warum Müllmänner immer Männer sind, und noch wichtiger, warum dies so selbstverständlich ist. Du siehst, Rollenzuweisungen zu hinterfragen ist mir keineswegs fremd, nur halte ich mich dabei nicht an die Liturgie der Genderisten halte.
Leider sind die Genderisten diejenigen, die am allerwenigsten imstande sind, ihre eigenen Konstruktionen zu dekonstruieren. Das haben sie aber auch nicht nötig, denn sie haben die Diskurshoheit erlangt, sie sind die Etablierten, die sich in ihrer Revoluzzerpose gefallen. Kurzum : Ich mag sie nicht :)
Der Genderismus ist als Anschauung radikalkonstruktivistisch. Die Suche nach Erkenntnis ist für den Radikalkonstruktivisten bedeutungslos, weil es seiner Auffassung nach keine Wahrheit gibt, sondern nur eine Diskurshoheit, welche einmal erlangt die gesellschaftlichen Normen ( auch die der Sozialwissenschaften ) zu etablieren ermöglicht. Damit wird jeder wissenschaftliche Anspruch grundsätzlich verneint, und der Gegenstand der Forschung wird politisiert. Hier sehe ich das grundsätzliche Problem.
Es ist ein Merkmal der Radikalkonstruktivisten und der Genderisten insbesondere, dass sie keine Prämissen anerkennen, sich verschiedenster Prämissen nach Bedarf bedienen. Dazu liessen sich unzählige Beispiele anführen. Aus der Logik ist bekannt, dass sich aus in sich widersprüchlichen Prämissen schlicht jede Aussage ableiten lässt. Dies ist das verwirrende am Genderismus. Ihm ist mit logischer Argumentation nicht beizukommen, mehr noch, Logik wurde von einer bekannten Vertreterin des Feminismus als patriarchales Konstrukt bezeichnet, welches der Unterdrückung der Frau durch den Mann dienen soll. Diese Aussage legt den Kern der genderistischen Agitation offen. Was soll Mann dazu noch sagen ? Das ist nicht Wissenschaft, das ist politische Agitation, welche sich, paradoxerweise, den Kategorien Mann und Frau mit allgegenwärtiger Penetranz bedient.
Ich messe den Genderismus nicht an dem, was er möglicherweise sein könnte, sondern an dem, was er ist.
ich finde den Begriff Geschlechtsrollen total von der Rolle. Kein Mann "Spielt" Mannsein, das tun vielleicht immerwährende Jugendliche die selbst mit 45 noch nicht wissen wo sie hin sollen. Auch Frauen "spielen" keine Rollen, sie SIND so.
Männer arbeiten um die Familie zu stützen, um die zu ernähren die sie lieben. Das ist kein zwang, es ist die FREIE WAHL jedes Mannes das zu tun. Man kann auch ein Brotloser Künstler sein, und nichts tun. Oder durch die Welt reisen und diese Erforschen.
Es ist Unsinn den Wahnsinn der Feministinnen und Genderisten auf Ihrer Ebene abzuholen und mit ihren Gedankenblödsinn auch noch argumentieren.
Es gibt keine Geschlechterrollen! Wer das nicht glaubt soll mal in den Zoo gehen, oder sich Hunde anschaffen.. Oder mal gucken wie Weibchen ihre Brut beschützen. Das ist keine Rolle sondern Leben!
Und Männer weinen weniger weil sie weniger Prolactin haben, und nicht weil irgendjemand ihnen das eingeredet hat. Stillende Mütter haben am meisten Prolactin im Blut. Darum sind sie auch sehr empfindsam. Das hat wohl was damit zu tun um das sie dann sensitiv "in alarmbereitschaft" sind, weil sie wehrlose Säuglinge haben.
Ich finde das einfach krass wie gute bewährte Ehrenvolle Männerleben als "erzwungene Rolle" zerredet wird.
Wir bauen gerade eine neue Community zu dem Thema auf: perseus.foren-city.eu
/ajk
Herr Knauß,
Haben Sie vor, die vollständige Dissertation zu lesen?
Wenn ja, wäre ich Ihnen sehr dankbar, wenn Sie in Ihrem Blog eine allgemeinverständlichen Überblick über die Arbeit geben könnten.
Ich habe in die Arbeit reingelesen, aber dann leider doch ziemlich schnell gemerkt, dass sie mit meinem angelesenen Halbwissen in Sachen Soziologie viel zu schwer verständlich...
Mfg
K. Weichinger
Selbst bin ich zwar nicht vom Fach, habe aber den Post und die Kommentare interessiert gelesen und war ein wenig überrascht.
Spielt denn der Feminismus in der heutigen Zeit überhaupt noch eine Rolle, da durch Gesetze und Co. die Rahmenbedingungen geschaffen wurde, daß man unabhängig vom Geschlecht alles machen kann, was man will, solange man es sich finanziell leisten kann?
Mir erscheint in der heutigen Zeit der Feminismus unnötig und nur eine Ausrede für Menschen mit einem geringen Selbstbewußtsein und mangelnder Selbstreflektion zu sein, die sich schnell hinter den dafür dienlichen Argumenten der generellen Benachteiligung verstecken. Zumindest stelle ich das immer wieder in Unterhaltungen mit sog. "Feministinnen" fest.
Aber wie gesagt: ich bin nicht vom Fach. Das ist nur meine persönliche Meinung und Erfahrung als Frau, die sich in der heutigen Gesellschaft nicht benachteiligt fühlt und diese Thematik für nichtzeitgemäß hält. Wir sollten doch eigentlich alle drüber hinweg sein oder?
Schön, dass Sie als Frau sich nicht mehr diskriminiert fühlen.
Aber vielleicht fühlen sich Männer durch den institutionalisierten Staatsfeminismus diskrimniert?
Frauen sind das psoitiv diskriminierte, das quotierte, das geförderte Geschlecht, das subventionierte Geschlecht, dem 45000 Gleichstellungsbeauftragte zur Seite stehen, für die Männer weder das aktive noch das passive Walhlrecht haben.
Männer müssen ja auch nicht gleich gestellt werden.
Nicht beim Wehr-/Zivildienst, den man als Zwangsdienst alleine Männern abverlangen kann, ohne dass das die Gleichstellungsbesorgten sonderlich besorgte, nicht bei der Lebenserwartung - Männer sterben eben 6 Jahre früher als Frauen, dafür gibt die Gesundheitspolitik ja auch 30 % mehr für Frauengesundheit aus als für Männergesundheit, nicht im Ehe-/Familienrecht, nicht bei Jugendämtern, nicht vor Familiengerichten usw.
Aber es freut mich, dass Sie keinen Grund haben, sich als Frau diskriminiert zu fühlen.
Das sehe ich übrigens ähnlich.
@roslin: "Aber vielleicht fühlen sich Männer durch den institutionalisierten Staatsfeminismus diskriminiert?"
Meines Erachtens haben Sie Recht damit, daß die Männer im Gegenteil heute in vielerlei Hinsicht benachteiligt sind. Leider(!) ist das so. Vielleicht wäre es Zeit für einen Maskulinismus? ;) Im Gegenzug zu den Rechten, welche Frauen gewonnen haben, werden Männer Rechte (z.B. Wehrdienst ist freiwillig ) gegeben. Wenn Sie in der Nähe von mir demonstrieren wollen, male ich ein Plakat und ziehe mit Ihnen um die Häuser. Jedenfalls finde ich es nichtzeitgemäß, wenn Frauen heute von einer Benachteiligung der Frau sprechen. Das wollte ich damit nur sagen. Vielleicht ist das nicht richtig rübergekommen ...
Nur Ihren Punkt mit dem Alter würde ich so nicht unterschreiben, denn da spielen andere Faktoren als eine Bevorzugung von Frauen rein.
Ich glaube, feministischer Gesellschaftsanalyse fiele es nicht schwer, strukturelle Gewalt zu diagnostizieren, wenn Frauen 6 Jahre vor Männern stürben.
Wir könnten uns nicht retten vor Förderprogrammen, Frauengesundheitsprojekten, Talkshows, die die gesundheitlichen Folgen der Doppelbelastung der Frau in einer patriarchalen Gesellschaft beklagten usw.
Das alles findet bei "Männerproblemen" nicht statt.
Selbst Jungenprobleme in der Schule wurden 20 Jahre lang großzügig übersehen, geraten jetzt erst sehr zögerlich in den Blick.
Was natürlich in erster Linie auch Schuld der Männer selbst ist.
Das ist ja einer der grundlegenden Irrtümer des Feminismus, der DEN Männern die Absicht unterstellt, Frauen unterdrücken zu wollen.
Mächtige Männer unterdrücken in erster Linie Männer.
Denn diese Männer sind die Mitkonkurrenten beim Kampf um die "Weibchen".
Diese, die Frauen, werden weniger unterdrückt als umworben.
"The Nigger of the World", das ist nicht die Frau, das war und ist der statusniedrige Mann.
Der auf den Galeeren, in den Steinbrüchen, das Verbrauchsmaterial aller Kriege,oder heute der Obdachlose, der Gefängnisinsasse - zahlreiche "Kriminelle" sind weniger kriminell als schlicht lebensuntüchtig - die Drogenabhängigen, die Selbstmörder, alles in überwältigender Mehrheit Männer.
Feministinnen sehen immer nur die Männerdominanz an der Spitze der Pyramide, nicht die Männerdominanz an der Basis.
Weil Frauen die Domianzhierarchie der Männer in Wahrheit eifrig stützen und bewachen, ja sie sogar befördern.
Wie jene Mädchen, die prügelnde Jungen, die sich wegen der Mädchen raufen, auch noch anfeuern, um den Sieger zu belohnen.
Die uralte Turniersituation: Der Sieger bekommt die Hand der Prinzessin.
Das "Männerturnier" hilft Frauen beim Erkennen der Partner, mit denen Fortpflanzung sich lohnt.
Sie finden statushohe Männer instinktiv attraktiv, belohnen Siegertypen.
Verlierertypen werden übersehen, von Männern und Frauen.
Veliererfrauen dagegen sind immer noch attraktiv, wenn sie hübsch sind, sowieso, denn nichts stärkt das Selbstbewußtsein statushoher Männer mehr als das Bewußtsein, Frauen helfen zu können.
Frauen aber sehen es kaum als ihre Aufgabe an, Männern zu helfen.
Das ist in ihrem Instinktprogramm nicht vorgesehen.
Sie erwarten von Männern Hilfe.
Männer die Hilfe brauchen, übersehen auch sie.
Denn diese kommen als Partner ja auf keinen Fall in Frage.
Deshalb werben z.B. auch Hilfsorganisationen in erster Linie mit leidenden Frauen und Mädchen, sie generieren und erfahren mehr Mitleid als leidende Jungen/Männer.
"Männerkumpanei" ist ein Totschlagargument. Ich kenne Herrn Bosshard und fast alle Diskutanten hier überhaupt nicht, von Kumpanei kann also keine Rede sein. Fragen Sie sich doch einmal, wo es "Frauenkumpanei" geben könnte.
Ich freue mich, dass hier derart kontrovers diskutiert wird.
von "bedingungslosem Kampf gegen Feministinnen" halte ich gar nichts. Und von einem "Nürnberger Tribunal" noch weniger. Radikalfeministinnen können und sollten als das entlarvt werden, was sie sind.
Ich wünsche mir keine Geschlechterkämpfe, -tribunale und ähnliches, sondern ein friedliches, vernünftiges, natürliches (hier würden Judith Butler und Konsorten entsetzt aufschreien) Verhältnis zwischen den Geschlechtern inklusive Transgendern und anderen sexuellen Minderheiten.
Angenehm sachlicher Post und faire Kommentare. Hat mir was gebracht. Danke.
Der Projektionsverdacht drängt sich mir immer mehr auf.
Gibt es unter den Protagonisten der Feministinnen überhaupt eine nennenswerte Anzahl von Frauen, die eine glückliche Familie haben, wie es sich die meisten wünschen und deren Männer und Kinder stolz auf ihre Frauen und Mütter in dieser Aktivität sind?
Solche Fragen zu beantworten, wäre eine große Aufgabe für Soziologen! Aber dieses Feld ist natürlich derart vermint, dass es vielleicht erst künftige Historiker und Feministinnen-Biographen beackern werden können.
Jaja, da ich ja bereits zu Anfang in die Schublade "Feministin" gesteckt wurde, ist es wohl irrelevant darauf noch weiter einzugehen.
Starre Rollenzwänge sind m.E. für beide Geschlechter schädlich!
Mir ging es auch nicht in erster Linie darum einen Kampf der Geschlechter zu initiieren, sondern auf immer noch bestehende Ungerechtigkeiten hinzuweisen. So hat sich in Deutschland der Lohnabstand zwischen Männern und Frauen sogar noch weiter vergrößert:
Ungleiche Bezahlung verschlimmert sich
Wie es weltweit aussieht habe ich erst kürzlich in Natur des Glaubens, dem Blog von Michael Blume (hier im Haus), unter "Asset Meltdown - Demografie und das Ende des Kapitalismus" gepostet.
Viele Grüße
Mona
Frauen verdienen weniger im Schnitt, weil sie weniger Überstunden leisten, in Branchen mit von vorneherein niedrigerem Lohnniveau ihre Berufe suchen(was Frauen aber vorher wissen), Kinderbetreuung und Familienarbeit der Erwerbsarbeit vorziehen, usw.
Niemand kann Frauen zwingen, diese Entscheidungen so zu treffen, wie sie sie treffen.
Der geringere Verdienst ist die Folge selbst getroffener Entscheidungen.
Sie treffen sie zudem in der Regel in Absprache mit ihrem Partner, der ja das Zuhauswbleiben der Partnerin finanzieren muss, häufig durch Mehrarbeit, durch mehr Überstunden.
Dies als Diskriminierung zu interpretieren, ist das übliche unredliche Spiel mit Statistiken, das FeministInnen zur Kunst entwickelt haben.
Siehe hier, ein vom US-Arbeitsministerium in Auftrag gegebener Report zum Gender Pay Gap, das in den USA ebenfalls ca. 23 % beträgt, auch dort zur Diskriminierungspropaganda benutzt wird.
Die Ergebnisse des Reports (Anfang 2009 veröffentlicht) in Kurzfassung, Anmerkungen von mir:
An Analysis of Reasons for the Disparity in Wages Between Men and Women
Die Gehaltsschere wird in irreführender Weise verwendet, um die politische Agenda zu bestimmen.
Anm.: Klingt bekannt, nicht wahr?
Erklärungen für den Untersschied im Einzelnen:
Frauen arbeiten insgesamt weniger Stunden im Erwerb, mehr Teilzeit, unterbrechen häufiger wg. Familie/Kindern > 5-7 % des Unterschiedes
Frauen bevorzugen bei der Berufswahl Branchen mit niedrigeren Löhnen.
Der Rest (ca. 5-7 %) der damit nicht erklärt werden kann, geht wahrscheinlich zurück auf unterschiedliche Präferenzen bei den Lohnbestandteilen
Anm.: Frauen bevorzugen Sicherheit, bessere Krankenversicherung, wird in den USA häufig über den Betrieb privat angeboten, Männer Geld.
In der BRD ist es ähnlich, Frauen bevorzugen bei verhandelbaren Löhnen/Lohnanteilen Fixa, Männer Erfolgshonorare und fahren damit im Schnitt besser.
Diese Begründung kann nicht nachgewiesen werden, weil entsprechend detaillierte Daten nicht vorliegen/nicht erhoben werden.
3,7-7,3 % des Unterschiedes gehen allein auf Unterbrechungen wg. Mutterschaft zurück.
Unberücksichtigt in dem Report blieben Faktoren wie Arbeitserfahrung, Erwerbsbiographie, Dauer der Betriebszugehörigkeit, weil auch dazu Daten fehlen.
Fazit:
Der Report kommt (jetzt wörtlich übersetzt) "unzweideutig zu dem Schluß, dass der reine Gehaltssunterschied nicht benutzt werden sollte, Korrekturmaßnahmen zu rechtfertigen. In der Tat gibt es da möglicherweise nichts zu korrigieren."
Die Verhältnisse in der BRD sind nicht viel anders, wie diesem Artikel zu entnehmen ist:
Der kleine Unterschied in der Bezahlung
Das Gerede vom ungleichen Lohn für gleiche Arbeit ist einfach nur unredlich.
Wie Statistiken schön geredet werden, indem man Frauen z.B. vorwirft bei Gehaltsverhandlungen zu bescheiden aufzutreten oder sich viel zu selten für einen gut bezahlten Beruf zu entscheiden, entlockt mir nur ein müdes Lächeln. Wie erklärt sich denn, dass in Deutschland die Abweichung vom durchschnittlichen Bruttostundenverdienst 23% beträgt, in Italien aber nur 4,4%?
Sicher sind die von Ihnen aufgeführten Gründe, in Bezug auf Unterbrechung der Berufstätigkeit wegen Mutterschaft und die dadurch entstehende kürzere Betriebszugehörigkeit, Realität. Fakt ist auch, dass Frauen aus eben diesen Gründen eine geringere Rente bekommen.
Die Frage ist, inwieweit man diesen Tatbestand alleine den Frauen anlasten darf. Kinder gelten in Deutschland nach wie vor als das Armutsrisiko Nummer eins. Leute die Kinder bekommen sind also doppelt gestraft. Ist die Lösung also, sich keine Kinder anzuschaffen oder liegt der Fehler im System?
Gruß Mona
Frauen haben die gleichen Möglichkeiten wie Männer auch.
Auch diese müssen Beruf und Kinder vereinbaren.
Entweder man gibt dem Beruf Priorität und verzichtet auf Kinder oder man sucht sich einen Partner, der bereit ist, einem den Rücken frei zu halten, so wie Männer sich Frauen suchen, die ihnen den Rücken frei halten, wenn sie Kinder und Beruf vereinbaren wollen.
Das können auch Frauen tun, solche Partner suchen und ihnen attraktive Angebote unterbreiten, die diese veranlassen, ein entsprechendes Leben zu wählen.
Allerdings müssten sie sich dann wohl mit dem Gedanken anfreunden, Partner zu suchen "unter ihrem Stand", was Frauen bekanntlich kaum tun.
Es mag sein, dass es auch schwerer ist, Männer für das Hausmann - und Vaterdasein zu begeistern als Frauen für das Mutter - und Hausfrauendasein, aber das fiele unter das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit, das natürlich auch Männern zusteht.
Ich habe ja keinen Anspruch darauf, dass andere mir zwingend bei der Verwirklichung meiner Lebensplanung unter Verzicht auf ihre eigene helfen.
Auch nicht als Frau.
Das müssen die, die helfen sollen, schon wollen, freiwillig.
Finde ich niemanden, der dazu bereit ist, dann muss ich eben meine Lebensplanung anpassen und auf Kinder verzichten.
Das gilt ebenso für Männer, die keine Frau finden, die ihnen den Rücken frei halten will.
Gleichberechtigung heißt ja nicht, dass ich alles haben kann, sondern nur, dass ich selbst entscheiden kann, welchen Preis ich wofür zahle.
Das Vergnügen, Kinder in die Welt zu setzen, kostet.
Karriere auch.
Erleichterung bringt sicher der Ausbau öffentlicher Kinderbetreuung.
Das der in der BRD so weit zurückhängt ist allerdings die gemeinsame Verantwortung der männlichen und weiblichen Wahlbürger, die mehrheitlich daran jahrzehntelang kein Interesse hatten.
Aber auch eine gut ausgebaute Kinderbetreuung löst nicht das prinzipielle Problem.
Denn auch in Ländern wie Schweden existiert eine Gehaltskluft, in Schweden von aktuell 17 %, weil auch dort viel mehr Frauen höchst freiwillig Teilzeit arbeiten, weniger Überstunden leisten usw. als Männer, um dafür Familienarbeit zu leisten, FREIWILLIG.
Solange sich Männer und Frauen aus eigenem Antrieb unterschiedlich verhalten, unterschiedliche Prioritäten setzen, wird sich daran nichts ändern.
Es ist das gute Recht der Menschen, sich unterschiedlich zu verhalten.
Führen Frauen ein Leben nach männlichem Zuschnitt, werden sie auch soviel verdienen wie Männer.
Führen Männer ein Leben nach weiblichem Zuschnitt, werden sie soviel verdienen wie Frauen.
Aber niemand hat das Recht, Männer oder Frauen zu dem einen oder anderen zu zwingen.
Wer sich allerdings entscheidet, muss die Folgen seiner Entscheidung tragen.
So einfach wie Sie die Dinge darstellen, sind sie in der Realität leider nicht. Sich einen Partner suchen, der einem den Rücken freihält, ist heutzutage wegen des neuen Rentenrechts kaum mehr möglich. Wie von der Öffentlichkeit ja kaum bemerkt, geht man schrittweise dazu über, die Witwenrente (gilt auch für Männer)zu kürzen und letztendlich abzuschaffen. Damit gehört auch die sog. Hausfrauenehe der Vergangenheit an.
Natürlich soll man sich die Familienarbeit teilen, viele Männer sind dem auch nicht abgeneigt. Aber wie Sie sicher wissen, können sich die Menschen heutzutage nicht immer so frei entscheiden, wie sie gerne möchten. In Zeiten der Kriese müssen manche Menschen froh sein überhaupt eine Arbeit zu finden. In der Stadt in der ich lebe, gibt es einen Busfahrer, der ein abgeschlossenes Philosophie und Germanistikstudium hat. Soll man dem Mann jetzt sagen: "Du hast dich falsch entschieden!" Viele Leute die ich kenne, konnten zu Anfang ihres Studiums noch nicht abschätzen, ob sie einmal gebraucht werden.
Gruß Mona
Nein, der Busfahrer hat sich nicht falsch entschieden.
Er hat hoffentlich das studiert, was er studieren wollte und war so glücklich, in einer Gesellschaft aufzuwachsen, in der er dies auch konnte.
Nur einen Anspruch darauf, dass diese Gesellschaft ihn braucht als Germanisten und Philosophen und DESHALB angemessen alimnentiert, den hat er nicht.
Das ist sein Risiko, das er tragen muss.
Schließlich ist Busfahren eine gesellschaftlich sinnvolle Beschäftigung, nicht menschenunwürdig.
Mich stört, dass Politik es immer mehr als ihre Aufgabe ansieht, Menschen für die Erwerbsarbeit zu rekrutieren und alles, was nicht Erwerbsarbeit ist, zu delegitimieren und zu "entsichern", auch wenn diese Arbeit noch so sinnvoll ist, z.B. Familienarbeit, Kinderbetreuung.
Aber, wie Sie selbst sagten, das trifft die Menschen, die solche Arbeit u.U. gerne leisten wollten, es sich jedoch nicht mehr leisten können, nicht mehr leisten dürfen, unabhängig vom Geschlecht.
So lagern wir die Kinderbetreuung aus den Familien aus, schaffen damit viele neue Erwerbsarbeitsplätze, die die Kinderbetreuung so verteuern, dass viele der durch die Auslagerung zur Erwerbsarbeit Freigestellten, gerade genug verdienen werden, um die Betreuung ihrer eigenen Kinder außer Haus zu bezahlen, aber kaum mehr.
Denn diese Infrastruktur wird ja nicht kostenlos sein, auch wenn man sie als kostenlos verkauft
Die "Kostenlosigkeit" wird dann eben über Steuern finanziert, witzigerweise in diesem Falle auch von denen, die trotzdem sich entschließen, ihre eigenen Kinder selbst zu betreuen, um ihrer selbst willen, um der Kinder willen. Auch sie, die bereit sind sich einzuschränken, werden in ihren Möglichkeiten weiter eingeschränkt, um eine Infrastruktur zu bauen, die ihnen nicht nützt.
Die Interessen von Kindern, Vätern, Müttern, von FAMILIEN, spielen seit langem keine große Rolle mehr.
Gerade nicht im Feminismus.
Die Entwertung der Familie ist Programm.
Sie wird sich natürlich fortzeugen.
Denn Krippenkinder werden mutmaßlich weniger emotional an ihre Eltern gebunden sein als Kinder, die von Vater und Mutter nicht in Krippen geparkt wurden.
Sie werden sich auch kaum verpflichtet fühlen, den alten Vater, die alte Mutter nicht in ein Heim abzuschieben, sondern selbst, in der Familie, zu betreuen.
Das schafft natürlich wieder jede Menge Erwerbsarbeitsplätze.
Die ganz reale Familienzerstörung, die der individuellen Befreiung dienen soll-Befreiung wozu eigentlich? Zum Konsum?
Die Behauptung, dass Frauen aufgrund ihres Geschlechts von Männern seit Jahrtausenden diskriminiert werden, stellt eine pauschale Diffamierung von Männern dar, die einen faschistoiden Kern in sich trägt.
Wenn wir davon ausgehen, dass diese Deutung der Geschichte eine über Jahrtausende währende Kontinuität beschreibt, dann liesse sich diese ausserordentliche Kontinuität nicht allein durch soziale Prägungen erklären, sondern es müssten biologische Gründe vorliegen, welche den Mann als in moralischer Hinsicht minderwertigen Menschen auszeichnen. Genau dies behauptet der zeitgenössische Feminismus.
Als eines von unzähligen Beispielen kann uns ein Artikel aus dem Spiegel dienen, der Männern nichts weniger als genetische Minderwertigkeit gegenüber der Frau bescheinigt ( Eine Krankheit namens Mann ). Wäre der Titel "eine Krankheit namens Jude" als Artikel im Spiegel denkbar ? Oder ein Artikel mit dem Titel "eine Krankheit namens Frau", welcher eine genetische Minderwertigkeit der Frau "beweist" ? Natürlich wäre das nicht möglich. Ein solcher geistiger Müll würde als das bezeichnet werden, was er ist : Faschistisch - rassistische Hetze auf Stürmerniveau.
Wie oft schon habe ich vom "evolutionären Auslaufmodell Mann" gelesen, der aufgrund seiner biologischen Vorraussetzungen nicht geeignet sei, in einer modernen Kommunikationsgesellschaft gegenüber den herausragenden Fähigkeiten der Weibchen zu bestehen, einer modernen Kommunikations- und Dienstleistungsgesellschaft wohlverstanden, die ohne moderne Technik nicht denkbar wäre und fast ausschliesslich von Männern erschaffen wurde.
Kurzum : Hätte die Ideologie Feminismus keinen politischen Einfluss, wäre es vollkommen vergeudete Zeit, sich mit solch hanebüchenen, im Kern faschistischen Thesen überhaupt zu beschäftigen. Da aber Frauen von Männern allzuoft nicht ernst genommen werden - dieser Vorwurf muss ich hier den Männern machen - wird auch vulgärster faschistoider Gedankenmüll akzeptiert. Sind ja nur Frauen, denken sich allzu viele. Das braucht Mann nicht ernst zu nehmen.
Das ist falsch. Erstens sollte Mann Frauen ernst nehmen, und zweitens sind es sehr viele Männer, die genauso diese geschlechterrassistischen Thesen ebenso vertreten. Dieses Verhalten der Männer zu ergründen wäre mal wirklich eine soziologische Studie wert !
Noch kurz zur behaupteten Lohndiskriminierung. Inwiefern ist ein ausgehandelter Lohn diskriminierend ? Ist ein Mann, der unterdurchschnittlich entlöhnt wird, ein Opfer von Diskriminierung, oder hat er sich schlicht und einfach unter Marktwert verkauft ?
Tariflöhne unterscheiden nicht nach Geschlecht. Es gibt ausserdem die Möglichkeit, gleichen Lohn - sofern berechtigt - einzuklagen. Was also soll noch mehr getan werden ?
Wenn eine Frau zu gering entlöhnt wird, dann liegt dies in ihrer eigenen Verantwortung. Es braucht keine Heere männlicher Schutztruppen, um das hilflose kleine Ding zu schützen. Das kleine Ding muss sich wohl oder übel emanzipieren. Zuerst mal von einem verstaubten Feminismus, der heute so modern und zeitgemäss wirkt wie eine Heinoplatte aus den frühen Siebzigern des vorigen Jahrtausends.
Es freut mich doch noch eine Art Konsens mit Ihnen gefunden zu haben.
In einem muss ich aber doch noch widersprechen und zwar in Bezug auf den Feminismus.
Ich denke ohne Lobbyarbeit geht in der heutigen Gesellschaft gar nichts mehr, aus diesem Grund müssen Menschen, die sich ungerecht behandelt fühlen um ihre Rechte kämpfen. Dabei kann natürlich das Pendel auch mal nach der anderen Seite ausschlagen. Was natürlich auch wieder korrigiert werden muss.
Der sog. Steinzeitfeminismus wie er hier z.T. thematisiert wurde, existiert ja schon längst nicht mehr.
Das Stichwort heutzutage heißt "Gender", aber dazu kann uns Ferdinand Knauß mehr sagen :-)
Wo Gender drauf steht, ist Frauenförderung drin.
Wo Gender Studies drauf steht, ist Frauenforschung drin.
Die Frauenbeauftragten von früher heißen nun Gleichstellungsbeauftragte, kümmern sich aber nur um die "Gleichstellung", noch genauer Privilegierung, angeblich benachteiligter Frauen, denen diese Privilegierung wg. "Benachteiligung" auch zustünde, so geht die feministische Mär.
Weshalb auch ständig neue Benachteiligungen entdeckt werden, siehe Lohnlücke.
Dass sie in Wahrheit keine sind, sieht man ja erst bei näherer Betrachtung.
Aber wer sieht schon genauer hin?
Wichtig ist nur, dass hängen bleibt: Frau = Opfer, förderungswürdig, kompensationsberechtigt
Mann = Täter, selber schuld, kompensationspflichtig.
Man sieht ja nicht einmal die schon auf den ersten Blick erkennbaren rechtlichen Diskriminierungen in dieser Gesellschaft, die ausschließlich Männer betreffen.
Per Gesetz festgeschrieben kann nur ein Geschlecht zu Zwangsdiensten verpflichtet werden.
Per Gesetz festgeschrieben dürfen nur Frauen "Gleichstellungsbeauftragte" werden und wählen.
Was für ein Hohn.
Aber Männer dürfen sie immerhin mit bezahlen.
Und wenn sich im Inland kein Grund für Frauenprivilegierung mehr erfinden lässt, dann verweist man flugs auf die miserable Lage der Frauen in anderen Teilen der Welt.
Dass es dort, wo es vielen Frauen schlecht geht, vielen Männern nicht besser geht, verschweigt man.
Hauptsache: FRAU=OPFER, MANN=Täter.
Von Tätern kann man hoffen, widerstandslos Kompensation einfordern zu können, Täter - Opfer Ausgleich sozusagen.
Daher das feministische Interesse an der Wahrung der Spitzenposition von Frauen in der Opferhierarchie.
Man könnte auch von Opfernarzissmus reden.
Den bedient kein Fach so gut wie die Gender Studies, deren vorrangiges Forschungsinteresse darin besteht, Frauen als Opfer und Männer als Täter zu erweisen.
Männer als Opfer werden fast nicht erforscht.
Bestenfalls wenn sie Opfer anderer Männer werden, kommen männliche Opfer in den Blick, nie aber, wenn die Gefahr besteht, dass Frauen auch als Täterinnen sichtbar werden könnten, wie etwa im Bereich "Gewalt in Partnerschaften" oder Jungen als Opfer einer methodisch-didaktisch und personell feminisierten Bildung.
Den Mann als Opfer darf es kaum, die Frau als Täter, als für negative Auswirkungen Verantwortliche, gar nicht geben.
Frauen haben Opfer zu sein.
Es zahlt sich aus für die Kaderfunktionärinnen der feministischen Bewegung, die sehr konkret von jenem Täter-Opfer-Ausgleich profitieren, den sie den schuldig gesprochenen Männern abverlangen.
Ich kenne kein Gender Mainstreaming Programm, das sich bemühte, Ungleichstellungen zulasten der Männer zu beseitigen (die schmutzigsten, gefährlichsten, gesundheitschädlichsten Jobs sind fast rein männlich>95 % der Berufsunfalltoten sind Männer; 6 Jahre geringere Lebenserwartung>gesundheitspolitisch folgenlos, 80 % der Obdachlosen sind Männer, die Masse der Hilfs-u. Leiharbeiter sind Männer, die Mehrzahl der Arbeitslosen Männer, der Selbstmörder, der chronisch Kranken, der Rauschgiftsüchtigen, der Gefängnisinsassen; all das sind keine Gender Mainstreaming relevanten Themen.
Dort gibt es nur eines: FRAUENFÖRDERUNG.
Ich will die gleiche Diskussion nicht noch einmal führen, nur jetzt unter dem Titel Gender anstatt Feminismus. Wobei Gender ja Frauen und Männern suspekt zu sein scheint.
@Roslin
Roslin
--Zitat--
In Reaktion darauf aber nicht einfach nur die Gesellschaft von rigiden Normierungen zu befreien, sondern die biologische Konstitutuierung der Geschlechtsidentität selbst auch für die Mehrheit in Frage zu stellen, heißt, das Kind mit dem Bade auszuschütten.
Was von diesen Menschen (Schwulen, Lesben, Transgender) als Befreiung begriffen werden mag, bedeutet für die Mehrheit die Zerstörung einer Identität, in der sie sich wohl fühlen
-- Zitatende --
Wieder einmalwerden Geschlechtsrolle und Identität, ja sogar sexuelle Orientierung wild durcheinandergewirbelt.
Nein Schwulen, Lesben und Transgender sagen durchweg dass sie so geboren wurden (biologistisch) und die biologische Forschung bestätigt dies auch. Was sich dagegen nicht bestätigt, ist dass man sexuelle Orientierung und gechlechtliche Zugehörigkeit mit dem Blick auf das Gechlechtsteil eines Babys feststellen kann.
Und das bedeutet eben gerade nicht, dass jeder Aspekt unterschiedlicher Rollenverteilungen zwischen Frauen und Männern biologisch Festgeschrieben sind. Es betrifft nur einen klaren Teil. Ohne Feminismus hätten Frauen gar nicht die Chance erhalten, dies zu Beweisen.
Das sollten die hier schreibenden Herren ruhig einmal zur Kenntnis nehmen.
@Mona
Sie haben geschrieben "Wie erklärt sich denn, dass in Deutschland die Abweichung vom durchschnittlichen Bruttostundenverdienste 23% beträgt, in Italien aber nur 4,4%?"
Dadurch dass die Italienische Gesellschaft viel weniger Patriarchal ist als die Deutsche?
Sind sie sicher, dass sie seriöse Quellen zitieren?
23% Abweichung vom Durchschnitt (also Mittelwert aus Frauen und Männern zusammen)
Das hieße das Männer 23% mehr als der Verdienen müssten als der Mittelwert.
Also 46% mehr als Frauen?
Halten sie das für plausibel?
Wie sieht das mit den Medianen aus?
Wie wurde der Bruttostundenverdienste in Deutschland Berechnet?
Wie wurde der Bruttostundenverdienste in Italien Berechnet?
Beste Grüße,
Eike
@Sarah Roth
Sie haben geschrieben "Und das bedeutet eben gerade nicht, dass jeder Aspekt unterschiedlicher Rollenverteilungen zwischen Frauen und Männern biologisch Festgeschrieben sind. Es betrifft nur einen klaren Teil. Ohne Feminismus hätten Frauen gar nicht die Chance erhalten, dies zu Beweisen."
Nein Feminismus ist nicht die einzige mögliche politische Ideologie die so etwas ermöglicht hätte. Das wäre auch ohne diese Ideologie gegangen z.B. mit einfachen Humanismus und kritischem Denken.
Nur weil Feminismus politisch etwas (mit-) bewirkt hat, kann er nicht beanspruchen, dass er notwendig war.
Beste Grüße,
Eike
Geschlechtlichkeit zu leugnen ist schlicht und einfach Dummheit! Sie ist eine der besten „Erfindungen“ der Evolution … und wir Menschen sind (auch) das Ergebnis dieser Geschlechtlichkeit in der Natur. Gänzlich unabhängig von der Meinung, bzw. Position des Einzelnen zum Geschlecht und den resultierenden Konsequenzen, die Natur zeigt uns seit Anbeginn der Geschlechtlichkeit welche Varianten und Möglichkeiten des geschlechtlichen Miteinanders zum (Überlebens-) Erfolg der Arten führen können. Erst der Mensch beurteilt und klassifiziert einzelne Aspekte hieraus als „Rolle“, Schicksal oder gar Machtspielereien. Das muss aber niemanden davon abhalten, sich selbst in der Natur und in der Menschheitsentwicklung umzusehen, wie die „Fakten“ aussehen. Hier zeigt sich, welche Varianten eines Miteinanders erfolgreich sind ... und die Bandbreite übersteigt sicher das Maß dessen, was wir für uns persönlich als "akzeptabel" gelten lassen (könnten).
Ich bin jedenfalls froh, dass es über den „kleinen Unterschied“ hinaus bei den Geschlechtern auch weitaus größere Abweichungen untereinander gibt. Wie bei anderen Erfolgstories in der Evolution dient gerade die Verschiedenheit der Geschlechter der besseren Anpassungsfähigkeit an veränderte Umweltbedingungen … also können wir nur froh sein, dass es (möglichst viele) Unterschiede bei den Geschlechtern gibt! Wie der Einzelne damit umgeht und dazu steht interessiert die Natur (Evolution) wohl am allerwenigsten! Wenn die Geschlechtlichkeit zukünftig keine Vorteile mehr für die Evolution bringen wird, dann wird sie eines Tages verschwunden sein … und wir Menschen wohl möglich auch.
Leute, konntet ihr die Dissertation als Fulltext runterladen? Ich wäre sehr interessiert. Bei den Links oben finde ich nur das Abstract.
Könnte mir jemand die Dissertation schicken oder mir ne passende Adresse nennen?
Danke im Vorraus!