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Behandlung und Vorbeugung bei Migräne

25. April 2012, 08:32

Neue evidenzbasierte Leitlinie zur präventiven Behandlung bei episodischer Migräne.

Vorbeugung und Behandlung sind klinische Themen, die in meinen forschungsorientierten Blog über die Pathophysiologie der Migräne eigentlich nie vorkommen. Nicht so sehr, weil ich kein Mediziner bin. Sondern weil diese Themen letztlich zwischen Arzt und Patient besprochen werden müssen. Blogs, die in diesem Bereich informieren, müssen eine Gratwanderung schaffen zwischen dem Ziel eines mündigen und kompetenten Patienten und dem Vorschub der Cyberchondrie.

Natürlich sind gute Informationen für Patienten nicht nur interessant sondern auch sehr wichtig. Denn wenn sie das Gefühl haben, aufgrund ihrer eigenen Kompetenz hier sind bzgl. Internet neben Blogs insbesondere auch Foren zu nennen, denn bei beiden kann und sollte man auch mal Rückfragen die Entscheidung über ihre Behandlung mitgetroffen zu habe, halten sie sich auch eher an diese vereinbarte Therapie. » weiter

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Mit Migränehintergrund

19. April 2012, 10:10

Die Frage vom letzten Beitrag kann ich auch umdrehen, was bezeichnet man mit Migräne, abgesehen von der Krankheit selbst?

Stuttgart 21 hat Migräne – Die Wahrheit über den Stresstest. Das war neben so vielen anderen eine Überschrift letztes Jahr zu diesem kontroversen Thema.

Für mich, der selber nicht an Migräne leidet aber seit Jahren darüber forscht und schreibt, ist es nach wie vor schwer abschätzbar, ob solche journalistischen Kunstgriffe der Stigmatisierung Vorschub leisten oder zumindest beleidigend aufgefasst werden. Nebenbei frage ich mich auch, ob der Verfasser wirklich denkt, seine Metapher sei treffend oder schafft zumindest mehr Aufmerksamkeit.

Ich stolperte öfter über solche Metaphern bei der automatisierten Suche nach englischsprachigen Blogbeiträgen zum Thema Migräne. Dann finde ich Vergleiche wie z.B. bei einer CD-Kritik diesen Vergleich in der New York Time zweier US-amerikanischen Bands, "The Antlers" und "The Decemberists":

It can get too dour, this image wrangling, like the Decemberists with a migraine.

Dour,  also mürrisch macht die Migräne.   » weiter

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Migräniker, Migränepatient oder Mensch, der unter Migräne leidet?

17. April 2012, 09:50

Wie bezeichnet man Menschen, die an Migräne erkrankt sind?

Diese Frage stelle ich mir immer mal wieder, wenn ich hier schreibe.

Zu leicht tappt man in eine Falle und diskriminiert. Sprache schafft wohl unvermeidlich die Grundlage für Diskriminierung. » weiter

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Bei Migränepersönlichkeiten tanzt ein Gewitter La Ola auf dem Tsunami

10. April 2012, 08:43

Migräne, Journalisten und vielleicht noch eine Metapher: schnell kommt eine angeblich prämorbide Persönlichkeitsstruktur durch die Hintertür.

Zum letzten Beitrag gab es eine interessante Frage:

Mal angenommen, ich möchte als Journalistin einen allgemeinverständlichen Text über Migräne schreiben UND mich dennoch mit wissenschaftlicher Korrektheit vom Rest meiner Zunft abheben: Was wäre denn dann eine korrektere und trotzdem knackige Formulierung für das, was bei Migräne im Kopf los ist?

Vielleicht so: Migräne wird durch eine Übererregung des Gehirns verursacht.

Das ist nach dem heutigen Stand der Kenntnis eine gute Beschreibung (und war Thema des letzten Beitrages und in vielen davor). Doch ist dies eine knackig Formulierung? Kaum. Also lieber vom Hirngewitter oder Tsunami sprechen? Wichtiger ist zwischen physiologischer und psychischer Übererregung zu unterscheiden. Metaphern können diese Unterscheidung fördern aber auch verwischen. Diese Unterscheidung darf nie einer knackigen Formulierung zum Opfer fallen. » weiter

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Von der Toilettenspülung zur Migräne (nicht umgekehrt)

02. April 2012, 10:04

Was hat die Toilette mit Migräne zu tun? Es geht um Erregung nicht um Erbrechen.

Das Thema Toilettenspülung kam zunächst in den Kommentaren zu "Kipp-Punkte im Gehirnklima" zur Sprache. Heute wird genau erklärt, was ich damit meinte und ich hab' dafür auch was neues: den Experten-Kasten für die, die es ganz genau wissen wollen. Zum Auftakt gleich zwei davon. Doch zunächst kommt der Kastenspüler.


Ein Kastenspüler (Wikipedia).

Migräne gilt so machner Tageszeitungsbeilage als Übererregung des Gehirns. Mit diesem Begriff habe ich meine Schwierigkeiten. Wenn nicht klar definiert ist, was Erregung einer Nervenzelle oder eines Nervenzellverbundes bedeutet, nutzt der Begriff wenig. Übererregung gleich des ganzen Gehirns ist wohl gar nicht sinnvoll zu definieren und wenn es auch als Metapher taugt, soll doch wohl eher ein wissenschaftlicher Anstrich suggeriert werden, den wir einfach in gewissen Medien nie vorfinden.  » weiter

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Otto Detlev Creutzfeldt

01. April 2012, 08:33

Otto Detlev Creutzfeldt wäre heute 85 Jahre alt geworden, er starb 1992 kurz vor seinem 65 Geburtstag.

Otto Creutzfeldt und sein Werk hatten tiefgreifenden Einfluss auf die neurowissenschaftliche Landschaft in Deutschland.* Allein an der ungewöhnlich großen Zahl seiner Schüler kann das abgelesen werden. Sie wurden Professoren an Universitäten, Max-Planck-Instituten und Leibniz-Instituten, mittlerweile sind die meisten selbst schon pensioniert.

Um ihn zu Ehren, den Hirnrindenforscher, wird seit seinem Tod 1992, zunächst jährlich später alle zwei Jahre, die "Otto-Creutzfeldt-Lecture" von hochkarätigen Wissenschaftlern während der Tagung der Deutschen Gesellschaft für Neurowissenschaften an der Universität Göttingen gehalten. » weiter

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Autofahren mit Migräne

28. März 2012, 15:12

Ist es gefährlich bei einem Migräneanfall Auto zu fahren?

 Jemand verliert die Kontrolle über sein Fahrzeug, fährt mit geschätzten 100 km/h in Hamburg-Eppendorf bei Rot über die Ampel und landet in einer Menschenmenge. Vier Tote. Der Fahrer leidet unter Epilepsie und steht nun vor Gericht (siehe z.B. "Unglücksfahrer wohl Wiederholungstäter" vom 31. 3. 2011 und "Fataler Krampf" vom 26. 3. 2012).

Epilepsie ist wie Migräne eine anfallsartige Erkrankung, beide haben einen paroxysmalen Verlauf. Die neurologischen Symptome einer Migräne setzen aber langsam ein. Besteht trotzdem eine Gefahr? Bei ausschließlich negativen neurologischen Symptome vielleicht ja*, denn diese bekommt man eventuell gar nicht mit.

Schauen Sie genau auf das folgende Bild und beschreiben Sie bitte, was Sie alles sehen. » weiter

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Alan Turing zum 1100100sten

09. März 2012, 09:16

Beitrag zum „Turing-Jahr 2012“.

Zu Ehren des hundertsten Geburtstages eines genialen Mathematikers wird nächste Woche in Oxford, am Isaac Newton Institute for Mathematical Sciences, ein Workshop veranstaltet. Sein Name ist Alan Turing und der Name hat den Menschen überlebt: Turingmaschine, Turing-Test, Turing-Mechanismus und die Turing-Bombe. (Letzteres ist unter diesem Namen weniger bekannt, was dahinter steckt dafür umso besser: die Entzifferung der deutschen Funksprüche im zweiten Weltkrieg, die mit der Enigma verschlüsselten wurden; Turing knackte den Kode. Es gab Historiker, die seine Mathematik für kriegsentscheidend hielten.)  » weiter

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Filter Bubble Langzeittest

23. Februar 2012, 09:50

Suchen wir noch oder wird schon für uns gefunden?

Die Filter Bubble bezeichnet das von dem Rechtswissenschaftler und Politologen Eli Pariser beschriebene Phänomen, dass ein Suchergebnis im Internet von den zuvor getätigten Suchvorgängen abhängt, des weiteren von dem vormaligen Klickverhalten und eventuell noch weiteren Daten, die zuvor gesammelt werden konnten.


Seh ich nur blaues oder das ganze Spektrum im Internet?

Ausverkauf der Information und Meinung

Wenn ich in einem gut sortierten Geschäft etwas suche und der Verkäufer kommt sogleich auf mich mit der freundlichen Frage zu "Kann ich Ihnen helfen?", dann sage ich meist "Danke, ich schau mich erst mal um". Das ist schließlich Teil des Vergnügens. Wenn Pariser recht hat, dann wird das Geschäft absichtlich auf mich bezogen sortiert und Waren weg gestellt, just in dem Moment, in dem ich eintrete. Warum? Um mir nur Jeans, schwarze Socken, weiße Trägershirts, blaue Hemden und vielleicht noch einen Fahrradhelm zu zeigen, alles was ich sowieso gerade trage. Wie so schnell mein Trägershirt entdeckt wurde, das ich unter dem Hemd verborgen – dachte ich – trage, frage ich mich grundsätzlich. In dem Moment aber ist für mich vor allem wichtig, dass ich eigentlich heute grüne Socken suche, die ausverkauft zu sein scheinen.

Ich habe die Filter Blase bei Google einmal einem minimalen Test mit n=2 unterzogen und erhielt  » weiter

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Eine kitzlige Frage

09. Februar 2012, 14:45

Sich selber kitzeln, gekitzelt werden und alles dazwischen.

Selber kitzeln geht nicht. Was aber, wenn ich einen Roboter mit einer Fernbedienung steure und dieser mich an den Füßen kitzelt? Nicht kitzlig [1]. Was nun aber, wenn ich ein Gehirnimplantat trüge, das von jemanden gekapert wird und ich unfreiwillig mich so nun ferngesteuert "selbst" kitzle? Das ist die kitzlige Frage.

Kann man sich vielleicht doch unter gewissen Bedingungen, und wenn ja, unter welchen, selber kitzeln? (Über das "selber" müssten wir wohl nochmal von Fall zu Fall reden.) » weiter

Geschrieben in Migräne , Medizintechnik | 11 Kommentare | 0 Trackbacks | Permalink


Cyberchondrie

07. Februar 2012, 18:05

Mal eben schnell gegoogelt und die zuvor noch milden hypochondrischen Symptome verstärken sich, wenn man auf die falsche Seite gerät.

Virginia Heffernan, ehemals Kolumnistin des New York Times Magazine ("The Medium"), sah im Googeln nach Krankheitssymptomen einen Zeitfresser für Hypochonder, sie unterschied aber zwischen guten und – in ihren Augen – schlechten Angeboten und dies nach einem schlagend einfachen Kriterium: » weiter

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Die Schmerzmatrix

05. Februar 2012, 07:56

Soziale Netzwerke kennt heute jeder, dass auch Schmerz in einem Netzwerk lebt überrascht wohl eher: Schmerzforschung kann von Methoden profitieren, die in der Netzwerktheorie aktuell erforscht werden.

Vier Beiträge über Schmerz. Der erste lag schon lang zurück als neulich – mit einer neuen Idee – der zweite erschien, zunächst etwas knapp formuliert, der dritte füllte Lücken, der vierte fasste zusammen. Eine logische Reihenfolge, wie Glieder einer Kette. Die nächsten Beiträge schreibe ich vielleicht anders. Vielleicht so: Dieser fünfte könnte Bezug auf den ersten und zweiten nehmen. Dann mache ich einen langen Nachtrag im ersten und schreibe den sechsten wieder neu, wobei diesen dann wenig mit seinem Vorgänger, dem fünften, verbindet aber dafür mit Beitrag vier. Kann ich so machen.

Je mehr Beiträge ich schreibe desto wahrscheinlicher muss ich es auch so oder so ähnlich machen, denn es gibt zu viele verschiedene Zusammenhänge. Wer je eine längere wissenschaftliche Arbeit verfasst hat, weiß dass Kapitel unterschiedlich und mehrfach zusammenhängen und nicht einfach aufeinander folgen. » weiter

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