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Das neue Bühnenbild der Wissenschaft

22. September 2010, 23:33

Eintönig war vorgestern. Irgendwann kamen die Bilder auf die Titelseiten der Fachzeitschriften und dann mit dem Internet kamen zusätzliche Angebote auf den Markt. Wissenschaft wächst immer schneller und muss dabei zeitnah und kompakt vermittelt werden. Heute erscheint die führende Zeitschrift Nature auf ganz neuer Bühne, online wie print.

Der Fachzeitschriftenmarkt für Naturwissenschaften, Technische Wissenschaften und Medizin ist riesig. Einige Anbieter stechen hervor. Die  Nature Publishung Group (NPG) war für mich schon zuvor ein Giuseppe Galli da Bibiena des wissenschaftlichen Bühnenbilds. Heute hat die NPG ihre Zeitschrift Nature noch einmal fein mit einem Redesign herausgeputzt. Das Bühnenbildbildnis betrifft weniger die Ästhetik umsomehr aber den strukturellen Umbruch, der eine neue Sicht für den Leser eröffnet und es sogar erlaubt, mit ihm in einen Dialog zu treten.  » weiter

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Wissenschaftsbloggen ist Lobbyismus

19. September 2010, 10:42

Warum brauchen wir Wissenschaftsblogs?

In diesem und einem zweiten Beitrag will ich über Wissenschaftsblogs nachdenken. Dies ist eine Fortsetzung zu meinem Beitrag Interessenkonflikt beim Bloggen - Brauchen wir einen Verhaltenskodex? Wie schon damals sind dies keine Gedanken, die spezifisch für die SciLogs gelten. Und es sind nur erste Gedanken, die ich gerne weiter diskutieren würde.


Nicht Lobbyismus sondern Mathematik dem ersten Mann auf der Straße klar machen war Hilberts Anspruch. 

Wissenschaftsbloggen ist zum einen die Vermittlung der Wissenschaft als kulturelle Leistung. Begeistern soll wissenschaftliche Arbeit nicht nur den Wissenschaftler, ein Funke soll überspringen. – Zum andern ist es Lobbyismus. » weiter

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Masterstudiengang Physiologie Pro

08. September 2010, 23:44

Wir opfern unsere Haut dem Bologna-Prozess. Damit bin ich einverstanden. Es gab es größere Opfer. Aber können wir danach die Physiologie den Medizinern weiterhin alleine überlassen? Ich plädiere für einen Masterstudiengang Physiologie. 

In einem Editorial der Zeitschrift  Acta Physiologica wurde Anfang des Jahres darauf verwiesen, dass für Physiologie minimaler Wissensstandard und Lernziele im Rahmen des Bologna-Prozesses in Europa harmonisiert werden müssen [1]. 

Acta Physiologica ist die offizielle Zeitschrift der Federation of European Physiological Societies (FEPS). Mitglieder einer Task Force für Bildung der FEPS sollen nun diese Standards und Ziele als Richtlinie für das Curriculum in Physiologie definieren.

Organe neu organisiert

Zunächst wurde festgesetzt, dass sich diese Richtlinie an den Hauptorgansystemen orientieren soll. Elf solcher Systeme wurden identifiziert (s. Anhang). Wer genau hinschaut, wird festgestellen, dass in dieser neuen – im wahrsten Sinne des Wortes – Organisation das integumentary system (die Haut als Organsystem) nicht genannt wird. Luc Snoeckx, Leiter der Task Force schrieb mir auch warum, aber das ist gar nicht der wesentliche Punkt.  » weiter

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Chaos-Kontrolle: eine Gratwanderung mit geschlossenen Augen

05. September 2010, 12:10

Bei der Chaos-Kontrolle geht es in erster Linie nicht um Chaos sondern um Verfahren, mit denen instabile Situationen möglichst ohne Kenntnis der Umgebung kontrolliert werden können: um eine Gratwanderung mit geschlossenen Augen also.

Beim Wandern auf einem Grat führt jeder falsche Schritt sofort zum Absturz. Unzählige solcher Wege sind im Chaos verborgen oder besser gesagt in Systemen die chaotisches Verhalten zeigen.  » weiter

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Unbemerkte Aura

30. August 2010, 14:39

Die Aura. Bleibt sie meist unbemerkt? Manche können die Aura sehen. Andere spüren unerklärliche Dinge. Und ja, Sie sind hier richtig, im SciLogs Blog eines Physikers. In diesem Beitrag geht es um kausale Verkettungen von Migränesymptomen, die bemerkt und auch unbemerkt bleiben können und um eine möglicherweise klinisch stille Migränephase.

Die Aura ist nichts weiter als ein unglücklich gewählter Begriff für eine Gruppe neurologischer Symptome der Migräne. » weiter

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Das Gehirn ist ein Torus

23. August 2010, 16:16

Ein punktförmiger Affe hängt an ein einem masselosen Seil, das über eine reibungsfreie Rolle mit einem ... Sie wissen schon: theoretische Physik. Bei ihr geht es neben Mathematik auch um idealisierte Fragestellungen zu Naturphänomenen, um Gedankenexperimente.

Wie mache ich als theoretischer Physiker Migräneforschung?

Nun zum Beispiel in dem ich folgende Annahme mache: Das Gehirn ist ein Torus. Also dass Ausschnitte der Großhirnrinde idealisierterweise die Form einer Teilfläche  eines Torus (Schwimmreifen) haben. Auf dieser Annahme basierend leite ich Aussagen über pathologische Erregungszustände bei Migräne ab und verallgemeinere diese dann für real geformte Hirnrinden.

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Interessenkonflikt beim Bloggen - Brauchen wir einen Verhaltenskodex?

18. August 2010, 13:13

Wissenschaftsblogger sind nicht notwendigerweise Wissenschaftsjournalisten. Sie unterliegen daher auch nicht deren ethischen Standards. Das heißt nicht, dass es keinen anderen ethischen Standard gibt oder geben sollte. Drei Beispiele, eine Schlussfolgerung.

Beispiel 1

In meinen letzten Beitrag schrieb ich über Gepants gegen Migräne. Gepants sind eine neue Wirkstoffgruppe zu denen der Wirkstoff Telcagepant gehört, der in einer Phase III getestet wird. Also kurz vor der Markteinführung steht. Telcagepant wird von Merck entwickelt. Könnte es sein, dass ich Aktien von Merck besitze? Will das jemand wissen? Geht das jemanden etwas an?  » weiter

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Gepant gegen Migräne

17. August 2010, 08:47

Gepant (sic) gegen Migräne. In einem Überblickartikel taucht ein neuer Name für eine zukünftige Wirkstoffgruppe zur Behandlung der Migräne auf.

Der Titel des Überblickartikel ist nicht gerade ansprechend, die Zeitschrift nicht weithin bekannt und eigentlich ist der Artikel auch nur für Fachleute interessant [1]. Wäre da nicht ganz unscheinbar noch die neue Namensgebung einer Wirkstoffgruppe zur Akutbehandlung der Migräne: Gepant.

... two antimigraine principles in therapeutics, namely: 5-HT1B/1D receptor agonists (known as triptans) and CGRP receptor antagonists (known as gepants).

Triptane, soweit bisher vielen Betroffenen als Wirkstoff bekannt [2], sind selektive Serotoninagonisten.  Gepants, also Antagonisten des Neuropeptids CGRP (Calcitonin Gene-Related Peptide, ein Gefäßerweiterer) sind bisher weniger bekannt.  » weiter

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Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft am Beispiel meiner Migräneforschung

11. August 2010, 19:19

Es ist ein langer Weg wenn Wissenschaft und Gesellschaft miteinander ins Gespräch kommen sollen. Und dieser Weg muss mehrspurig gegangen werden, soll er erfolgreich sein. Ein Erfahrungsbericht über die letzten 10 Jahre mit Webseiten, Foren, Blogs (SciLogs), Twitter und YouTube. 

Ziemlich genau vor 10 Jahren, am 7. und 21. August 2000, berichteten "Die Welt" und die Magdeburger Volkstimme von "Geisterbildern", die bei der Erforschung von Migräne helfen. Es waren Berichte über meine Dissertation, insbesondere über einen daraus resultierenden Artikel über Computersimulationen neuronaler Netzwerke, die Sehstörungen bei Migräne erklären können [1].

Ich bekam auf dem Postweg drei Leserbriefe weitergeleitet und zwei Zuschriften direkt an die Universität.   » weiter

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Physiologie aus Sicht eines Physikers

07. August 2010, 09:50

Hier ein Hinweis auf eine Serie von drei englischsprachigen Beiträgen zur Physiologie: 

  1. What is physiology?
  2. Physiology organized by major body systems
  3. Top down physiology 

Diese sind entstanden, weil ich eine Vorlesung über Physiologie und Pathophysiologie vorbereite – für Physiker. Neben der physikalischen Sicht auf die Physiologie kommen auch aktuelle Themen zur Sprache.  » weiter

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Kaffeetischbuch für Nerds

02. August 2010, 07:03

Buchbesprechung

Fortschritte der Medizin durch Wissenschaft und Technik: 99 wegweisende Veröffentlichungen aus fünf Jahrhunderten, ISBN: 978-3-8274-2474-7 Fortschritte der Medizin durch Wissenschaft und Technik: 99 wegweisende Veröffentlichungen aus fünf Jahrhunderten
von Andras Gedeon, Spektrum Akademischer Verlag.
552 Seiten
EUR 59,95 (
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Prolog

Es ist ok Nerd zu sein. Spätestens seit der US-amerikanischen Sitcom The Big Bang Theory wissen das auch die anderen. Bleiben Nerds unter sich, brauchen sie keine Kaffeetischbücher um eine Unterhaltung in Gang zu bringen. Aber so eine gute Idee ist es nicht, unter seinesgleichen zu bleiben.  Spätestens seit The Big Bang Theory wissen das auch wir Nerds. Ergo: Nerds brauchen ein Kaffeetischbuch. Hier ist eins.  » weiter

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Neurowissenschaftler im Think Tank Schloss Bellevue

20. Juli 2010, 07:41

Unser Bundespräsident Christian Wulff will mit Hilfe einer Denkfabrik (Think Tank) dazu beitragen, dass unser Land modern und zukunftsfest wird. Wen lädt er in seinen Think Tank ein?  Volks-, Rechts-, Wirtschafts- und Politikwissenschaftler ganz sicher, was aber ist mit Neurowissenschaftlern?

Joachim Gauck darf als gesetzt gelten. Nicht nur für Wulffs Rede am 3. Oktober zum 20. Jahrestag der Einheit kann Gauck Impulse geben. Auch langfristig würde Gauck im Think Tank Schloss Bellevue Aufgaben finden, ohne gleich den Voltaire am Hofe Christian Wulffs geben zu müssen.  

Schloss Bellevue mit Feuermelder
"Berechtigt zum Melden ist, wer die Brandstelle angeben kann." steht auf dem Feuermelder vor Schloss Bellevue. Ein Motto für die Suche nach Mitgliedern des Think Tanks.    » weiter

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