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Die Schmerzmatrix

05. Februar 2012, 07:56

Soziale Netzwerke kennt heute jeder, dass auch Schmerz in einem Netzwerk lebt überrascht wohl eher: Schmerzforschung kann von Methoden profitieren, die in der Netzwerktheorie aktuell erforscht werden.

Vier Beiträge über Schmerz. Der erste lag schon lang zurück als neulich – mit einer neuen Idee – der zweite erschien, zunächst etwas knapp formuliert, der dritte füllte Lücken, der vierte fasste zusammen. Eine logische Reihenfolge, wie Glieder einer Kette. Die nächsten Beiträge schreibe ich vielleicht anders. Vielleicht so: Dieser fünfte könnte Bezug auf den ersten und zweiten nehmen. Dann mache ich einen langen Nachtrag im ersten und schreibe den sechsten wieder neu, wobei diesen dann wenig mit seinem Vorgänger, dem fünften, verbindet aber dafür mit Beitrag vier. Kann ich so machen.

Je mehr Beiträge ich schreibe desto wahrscheinlicher muss ich es auch so oder so ähnlich machen, denn es gibt zu viele verschiedene Zusammenhänge. Wer je eine längere wissenschaftliche Arbeit verfasst hat, weiß dass Kapitel unterschiedlich und mehrfach zusammenhängen und nicht einfach aufeinander folgen. » weiter

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Grausamer Schmerz im zentralen Höhlengrau

27. Januar 2012, 11:00

Und es ist doch schmerzempfindlich, jemand muss nur die richtige Stelle finden und ordentlich pieksen — tief im Hirn, ins zentrale Höhlengrau.

SchmerzDas Gehirn gilt als ein Organ, das selbst schmerzunempfindlich ist. Es besitzt keine Nozizeptoren, die Schmerzrezeptoren. Kneifen Sie sich mal in die Haut am Ellbogen, dann wissen Sie was ich meine. Die ist dort auch schmerzunempfindlich. Dachte ich. Ich habe es mit einem Klammerentferner nochmal kräftig probiert und siehe da, es tut ja doch weh. Es blutet » weiter

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Qualen, Qualia und Querelen

25. Januar 2012, 11:30

Gibt es eine Physik des Schmerzes?

Ist der Ausdruck "Physik des Schmerzes", der im März-Beitrag "Was ist Schmerz" nur implizit vorkam und dann im zweiten Beitrag vorletzte Woche gleich im Titel erschien, vielleicht unglücklich gewählt?

Zunächst ist Schmerz ein eigener Sinn und da ich diese Eigenständigkeit zwar physiologisch erforschen will aber zunächst anatomisch meine, was liegt da näher, als den Neuroanatomen Helmut Wicht zu zitieren (Kommentar zu meinem Beitrag damals):

Der körperliche Schmerz ist aus Sicht der Anatomen insofern ein eigener "Sinn", als er spezielle Rezeptoren (freie Nervenendigungen/Capsaicin etc.)und eigene Bahnsysteme/Verarbeitungsstationen im ZNS hat, ganz wie die anderen Sinne. Schmerz resultiert also NICHT, wie man auch mal meinte, einfach aus der massiven Übererregung eines sensorischen Systems, sondern ist mit der Aktivierung eines bestimmten, abgrenzbaren Sinnessystemes verbunden.

Er ist also den anderen Sinnen insofern gleich, als er ein eigenständiges Sinnessystem darstellt, er ist von den anderen Sinnen unterschieden, indem sein spezifischer Reiz die Gewebe(zer)störung ist.

Im letzten Beitrag "Physik des Schmerzes jenseits der Daumenschraube" verglich ich knapp diesen eigenen Sinn mit drei anderen unter Bezug auf die Physik: also Physik des Sehens (Optik), Hörens (Akustik) und Wärmefühlens (Thermodynamik). Dann umschrieb ich ebenso knapp, wie eine Physik des Schmerzes aussehen könnte. Was wären Fragestellungen? Ich zog als Beispiel Analogien zu Phasenübergängen bei der Magnetisierung heran. Alles noch sehr wage, zugegeben.

Es kam in den Kommentaren dann verständlicherweise der subjektive Erlebnisgehalt des Schmerzes zur Sprache. Das, was wir Qualia nennen.  » weiter

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Physik des Schmerzes jenseits der Daumenschraube

16. Januar 2012, 09:55

Physik entstand historisch als listig verlängerter Arm der Sensorik und Motorik. Ein neuronaler Drehzahlregler würde die Geschichte modern weiter schreiben.

Physik des Schmerzes

(Erkenntnis ist manchmal die Wahrheit des Daumenschraubenanlegenden. Wissen ist unabhängig vom erkennenden Subjekt. Letzteres meine ich mit Physik des Schmerzes.)

Der Grundgedanke ist simple: wenn Schmerzattacken in zyklischen Intervallen mehrmals pro Tag auftreten, wenn es pocht, pulsiert und hämmert und dies verursacht von Milliarden Gehirnzellen, die im Millisekundentakt feuern – und damit Zeitskalen von über acht Größenordnungen überspannt werden –, dann könnten diese physiologischen Rhythmen als emergente Phänomene verstanden werden. Das heißt, sie sind einer mathematisch-physikalischen Beschreibung zugänglich. Wenn akuter Schmerz chronisch wird, ist dies vielleicht ein Phasenübergang nicht unähnlich der Magnetisierung eines  Ferromagneten. Schmerz als Ordnungsparameter.

Daher die Frage, wie viel Physik steckt im Schmerz?

Es gibt Vorbilder. Wer bei "Physik des Schmerzes" denkt, dies sei doch arg, ähm, an den Haaren herbeigezogen, vergisst die Geschichte der Naturwissenschaft.

Historisch können wir Bereiche der Physik nach der Sinneswahrnehmung einteilen: die Akustik, die Optik und – schon deutlich später – die Wärmelehre. Es galt sinnvollendete  Anwendungen zu entwickeln vom Amphitheater zu optischen Linsen. » weiter

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Was ist Schmerz? Wo kommt er her? Wo geht er lang?

23. März 2011, 08:01

Unser Neuroanatom Helmut Wicht wurde schmerzlich vermisst. Aber dies ist nicht das Thema. An ihn richte ich jedoch die letzte dieser drei Fragen. Ein Beitrag zur Anatomie des Kopfschmerzes bei Migräne.

Bevor ich zum Kopfschmerz komme, frage ich allgemein: Was ist Schmerz? Eigentlich wurde ich dies gefragt und dabei erwartungsvoll angesehen.

IHC 2011 in Berlin.
Auch auf dem Kopfschmerzkongress werden neue Fragen gestellt.

Es war so: Ich setzte mich gerade wieder an den Tisch. An das Kopfende. Links von mir ein Philosoph, rechts ein theoretischer Physiker.  » weiter

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