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Nutzt Bloggen der Wissenschaft?

04. Mai 2012, 07:02

Heute vergleiche ich mein Blog mit einem Akustikkoppler-Modem. Und was ist es morgen?

Ich schrieb viel über Karrierewege in der Wissenschaft. Heute will ich die Frage unseres Bloggewitters umformulieren und das Thema Karriere meiden. „Bloggen“ dagegen gefällt mir als Wort gut. Wir müssen die Tätigkeit im Vordergrund sehen und nicht das Werkzeug, den Blog, der uns das Bloggen erlaubt. Es geht dabei u.a. um Marktforschung und Controlling. Zumindest bei mir.

Bloggen und Karriere: Unvereinbar?

Nutzt Bloggen der Wissenschaft?

Ein Absatz aber doch zur Karriere: Ich setzte mich gerne vehement für Diversifikation und Transparenz in den wissenschaftlichen Karrierewegen ein. Dieser Einsatz war meiner eigenen Karriere bisher eindeutig abträglich. In der Wissenschaft wollen wir aber nicht nur Konformisten, wir brauchen die Unangepassten. Im Flaschenhals ersticken als Erste diese. Neulich erst wurde sarkastisch, ohne dass es eines einzigen Wortes bedurft hätte, klargemacht, worum es bei Karriere auch geht, vor allem dann, wenn sie einspurig verläuft und mit hohen Abhängigkeiten einhergeht.  » weiter

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Bernstein TV: Präzise, lähmend, faszinierend

02. März 2012, 11:29

Bernstein TV ist der Videokanal des Bernstein Netzwerks Computational Neuroscience, mit neuesten Erkenntnissen aus Hirnforschung und Neurotechnologie.

Ein deutsch- und englischsprachiger YouTube-Kanal zu meinen Fokus im Blog: Verbindungen zwischen Physik, Neurologie und Medizintechnik, ist mit dem ersten Video online. Diesen will ich hier kurz vorstellen. Es geht um lähmende Rhythmen bei Parkinson. Ein zusätzlicher Kurzfilm vom Bernstein Center Freiburg über die Präzision der Verschaltungen im Gehirn ist als Feed in diesem YouTube Kanal auch schon zu sehen. In beiden Fällen helfen mathematische Modelle für das Verständnis der komplexen Vorgänge im Gehirn. » weiter

Geschrieben in Medizintechnik , Wissenschaftskommunikation , Gehirn und Nervensystem | 1 Kommentare | 0 Trackbacks | Permalink


Filter Bubble Langzeittest

23. Februar 2012, 09:50

Suchen wir noch oder wird schon für uns gefunden?

Die Filter Bubble bezeichnet das von dem Rechtswissenschaftler und Politologen Eli Pariser beschriebene Phänomen, dass ein Suchergebnis im Internet von den zuvor getätigten Suchvorgängen abhängt, des weiteren von dem vormaligen Klickverhalten und eventuell noch weiteren Daten, die zuvor gesammelt werden konnten.


Seh ich nur blaues oder das ganze Spektrum im Internet?

Ausverkauf der Information und Meinung

Wenn ich in einem gut sortierten Geschäft etwas suche und der Verkäufer kommt sogleich auf mich mit der freundlichen Frage zu "Kann ich Ihnen helfen?", dann sage ich meist "Danke, ich schau mich erst mal um". Das ist schließlich Teil des Vergnügens. Wenn Pariser recht hat, dann wird das Geschäft absichtlich auf mich bezogen sortiert und Waren weg gestellt, just in dem Moment, in dem ich eintrete. Warum? Um mir nur Jeans, schwarze Socken, weiße Trägershirts, blaue Hemden und vielleicht noch einen Fahrradhelm zu zeigen, alles was ich sowieso gerade trage. Wie so schnell mein Trägershirt entdeckt wurde, das ich unter dem Hemd verborgen – dachte ich – trage, frage ich mich grundsätzlich. In dem Moment aber ist für mich vor allem wichtig, dass ich eigentlich heute grüne Socken suche, die ausverkauft zu sein scheinen.

Ich habe die Filter Blase bei Google einmal einem minimalen Test mit n=2 unterzogen und erhielt  » weiter

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Cyberchondrie

07. Februar 2012, 18:05

Mal eben schnell gegoogelt und die zuvor noch milden hypochondrischen Symptome verstärken sich, wenn man auf die falsche Seite gerät.

Virginia Heffernan, ehemals Kolumnistin des New York Times Magazine ("The Medium"), sah im Googeln nach Krankheitssymptomen einen Zeitfresser für Hypochonder, sie unterschied aber zwischen guten und – in ihren Augen – schlechten Angeboten und dies nach einem schlagend einfachen Kriterium: » weiter

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Debatten in Wissenschaftsblogs PRO

27. Juli 2011, 10:30

Debatten nach klar festgelegten Regeln sind in der Wissenschaft üblich, wenn auch eher selten. In Wissenschaftsblogs läuft zum Schaden der ganzen Sache die Diskussion so manches mal aus dem Ruder. Dann ist Moderation gefragt.

Bevor ich zu möglichen Regeln komme, vorab ein kurzer Bericht, wie ich diese Form der Debatten auf Konferenzen positiv erlebt habe. Daraus leite ich minimal adaptierte Regeln für Wissenschaftsblogs ab.

Fast in Zeitlupe und zu den Klängen von "The Rose with the broken neck" betreten zwei Gladiatoren der Migränforschung, so scheint es, denn genau so wurden beide vom Moderator vorgestellt – die Hintergrundmusik besorgt den Rest –, die Bühne.


Lonely I see
Lonely I lead
Lonely I feel
Lonely I bleed
Lonely I trust
And lonely I must
Be the rose with the broken neck ♫ 

Die nächsten 30 Minuten sind die auf sich gestellt.  » weiter

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Das Wissenschaftsblogverortungsfarbdreieck

25. April 2011, 08:33

Eine praktische Anleitung – ohne Zeigefinger dafür mit Zirkel und Lineal – zur Verortung von Wissenschaftsblogs am Beispiel der Grauen Substanz in fünf Bildern.

Dies ist Teil II meines Beitrages zur Verortung von Wissenschaftsblogs. Teil I begann als Antwort auf die sozialwissenschaftlich geprägte Anwendung von Idealtypen. Die erste Analyse mit meiner neuen Methode, deren Grundlage ich nun im Detail erkläre, ergab, dass die Graue Substanz dunkelhimbeerrosenfarben ist. Die Farbe ist natürlich nur Platzhalter. Drei Analysen können mit dieser Methode durchgeführt werden:

  1. Verortung eines Blogs relativ zu vorgegebenen Hauptmerkmalen
  2. Vergleich mehrerer Blogs oder ganzer Portale in Bezug auf Hauptmerkmale
  3. Veränderungen eines Blogs in der Zeit bezüglich der Hauptmerkmale

Der Beitrag ist dementsprechend in diese drei Abschnitte eingeteilt, umrahmt mit einer Einleitung zur Definition der Hauptmerkmale und einem abschließenden Blick auf die merkmalspezifischen Charaktereingenschaften der Randlagen im Verortungsdreieck, dem Raum in dem die drei Analysen stattfinden.  » weiter

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Vom Idealtypus zu konkurrierenden Merkmalen

23. April 2011, 08:55

Ein naturwissenschaftlicher Ansatz zur Verortung von Wissenschaftsblogs als Antwort auf die sozialwissenschaftlich geprägte Anwendung von Idealtypen. 

Mein Beitrag "Wissenschaftsbloggen ist Lobbyismus" endete mit dem Hinweis, dass nun die Frage ansteht, was ein Wissenschaftsblog eigentlich ausmacht. "Autor, Leser oder Thema können bei Wissenschaftsblogs den Kontext zur Wissenschaft herstellen", schrieb ich und versprach mehr dazu später. Jetzt ist später. Denn viele versuchen derzeit Wissenschaftsblogs zu verorten, so z.B. der Berliner Theorieblog-Workshop am 9. April 2011 oder auch wir in internen und öffentlichen Diskussionen bei den SciLogs.

Was macht einen Wissenschaftsblog aus - Leser, Autor und Thema?

Zur Einstimmung drei kritische Fälle in denen Leser, Autor und Thema den Kontext zur Wissenschaft herstellen.

Leser: Kennen Sie "Fairspektive mit ver.di"? Ein Blog zum Thema besser arbeiten in der Wissenschaft. Es spricht Wissenschaftler an.* Ein Wissenschaftsblog?

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Wenn es in Japan brennt dreht sich der Wind in Deutschland

17. März 2011, 07:15

Auf Berliner Feuermeldern steht "Berechtigt zum Melden ist, wer die Brandstelle angeben kann." Einer davon steht vor dem Schloss Bellevue.

Es brennt nicht in Deutschland. Es brennt in Japan. Deutschland ist allerdings bisher das einzige europäische Land, dass als Reaktion sieben Reaktoren sofort still legte. Es sei eine Notsituationen. Jetzt muss geprüft werden, wie wahrscheinlich es ist, dass es auch hier brennen wird.

Der Bundestagspräsident Norbert Lammert hält die Aussetzung der Laufzeitverlängerungen ohne Zustimmung des Bundestages für rechtlich inakzeptabel. Das hat nichts mit der Frage zu tun, ob unsere Reaktoren modern und zukunftsfest sind und mit welchem Risiko wir leben wollen. Mit dem Sargnagel der Demokratie aber schon.  » weiter

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Bleibende Trends, Veränderungen und hoffentlich ein neues T-Shirt

15. März 2011, 07:00

Gedanken über Leserbindung bei Mode- und Wissenschaftsblogs von Le M.A.D.

Das Modeblog Les Mads spricht das Offensichtliche noch einmal aus und heute notiere ich: T-Shirts sind hoffentlich ein bleibender Trend bei dem kommenden SciLogs-Treffen in Deidesheim. » weiter

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Wissenschaft befördert die Unbildung

28. Oktober 2010, 10:32

Wie man mit einem ungeordneten Haufen von Informationen die Idiotie befördert.

In einem FAZ-Artikel "Die drei Formen der Ignoranz" stellt Jürgen Kaube eine Arbeit des Chicagoer Soziologen Andrew Abbott vor [1]. Ich habe den Originalartikel von Abbot noch nicht gelesen, und um das Lesen geht es. Denn wird geschrieben ohne zu lesen, fördert das die Unbildung. Das zumindest kann ich ungelesen aus eigener Erfahrung im Wissenschaftsbetrieb bestätigen. Wie übrigens fast alles, was ich in diesem FAZ-Artikel über Abbotts Arbeit las.  » weiter

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Das neue Bühnenbild der Wissenschaft

22. September 2010, 23:33

Eintönig war vorgestern. Irgendwann kamen die Bilder auf die Titelseiten der Fachzeitschriften und dann mit dem Internet kamen zusätzliche Angebote auf den Markt. Wissenschaft wächst immer schneller und muss dabei zeitnah und kompakt vermittelt werden. Heute erscheint die führende Zeitschrift Nature auf ganz neuer Bühne, online wie print.

Der Fachzeitschriftenmarkt für Naturwissenschaften, Technische Wissenschaften und Medizin ist riesig. Einige Anbieter stechen hervor. Die  Nature Publishung Group (NPG) war für mich schon zuvor ein Giuseppe Galli da Bibiena des wissenschaftlichen Bühnenbilds. Heute hat die NPG ihre Zeitschrift Nature noch einmal fein mit einem Redesign herausgeputzt. Das Bühnenbildbildnis betrifft weniger die Ästhetik umsomehr aber den strukturellen Umbruch, der eine neue Sicht für den Leser eröffnet und es sogar erlaubt, mit ihm in einen Dialog zu treten.  » weiter

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Wissenschaftsbloggen ist Lobbyismus

19. September 2010, 10:42

Warum brauchen wir Wissenschaftsblogs?

In diesem und einem zweiten Beitrag will ich über Wissenschaftsblogs nachdenken. Dies ist eine Fortsetzung zu meinem Beitrag Interessenkonflikt beim Bloggen - Brauchen wir einen Verhaltenskodex? Wie schon damals sind dies keine Gedanken, die spezifisch für die SciLogs gelten. Und es sind nur erste Gedanken, die ich gerne weiter diskutieren würde.


Nicht Lobbyismus sondern Mathematik dem ersten Mann auf der Straße klar machen war Hilberts Anspruch. 

Wissenschaftsbloggen ist zum einen die Vermittlung der Wissenschaft als kulturelle Leistung. Begeistern soll wissenschaftliche Arbeit nicht nur den Wissenschaftler, ein Funke soll überspringen. – Zum andern ist es Lobbyismus. » weiter

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