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Sci12: Wir wollen Wein, Weiber, Geld und die Traubendiebe! Eine Nachlese.

19. März 2012, 21:32

Auch dieses Jahr trafen sich die immer berühmter werdenden SciLogger zu ihrem legendären Jahrestreffen, um gemeinsam den Geist von Deidesheim um Wein, einen höheren Frauenanteil und das zur Aufklärung des dreisten Traubendiebstahls ausgesetzte Preisgeld nicht nur zur weiteren Aufwertung des begehrten SciLogs-Preises zu beschwören.

deidesheim_2012

In vino veritas, diese römische Weisheit kennen und lieben die SciLogger seit ihrer Entstehung vor rund fünf Jahren. Doch um der Wahrheit auf die Spur zu kommen, hat schon so manch einer große Risiken auf sich genommen. Nicht wenige mussten dafür mit ihrem Leben bezahlen. So wurde Giordano Bruno 1600 wegen Ketzerei und Magie auf dem Scheiterhaufen verbrannt, da er die Unendlichkeit des Weltraums und die ewige Dauer des Universums postuliert hatte.

Hoch waren auch die Herausforderungen, denen sich die mittlerweile auf mehr als 60 Teilnehmer angewachsene Gruppe der SciLogger stellen wollte. Dafür scheuten die meisten nicht einmal davor zurück, ihr Leben aufs Spiel zu setzen. Viele überschritten todesmutig die von Ärzten empfohlene Alkoholdosis, wenn auch in diesem Jahr nicht schon bereits bei der Weinprobe. ChronoLogger Hussein Hamdan (Der Islam) bestätigte als überaus löbliche Ausnahme diese Regel. Die übrigen Blogger ignorierten meist äußerst hartnäckig sämtliche vorab geäußerten medizinischen Bedenken und Warnungen. 

Deutlich besser funktionierte die Compliance der Blogger bezüglich ihrer Bereitschaft, sich an die erwartet hohen Blutverunreinigungen im Alkohol schon möglichst frühzeitig zu gewöhnen. Einige von ihnen unterwarfen sich dafür sogar einem intensiven monatelangen Vorbereitungsprogramm und verlegten schon kurz vor Beginn des Treffens ihr Trainingslager in die Nähe des Weinberges, in dem sich im letzten Herbst der immer noch ungelöste mysteriöse Traubenraub ereignete.

DeidesheimDer Tatort - in dieser Gegend ereignete sich im vergangenen Herbst ein dreister Traubendiebstahl (Weinreben des Weingutes von Winning).

Mit dieser überaus brillanten Strategie, so jedenfalls die Theorie von BrainLogger Stephan Schleim (Menschen-Bilder), einem ausgewiesenen Experten zum Thema Gedankenlesen, würde der Sonderkommission endlich die Aufklärung dieses dreisten Verbrechens gelingen. Das Preisgeld könne für weitere Marketingzwecke, z.B. in Form von Klebeblumen und anderen Präsenten eingesetzt werden, was unweigerlich eine Erhöhung des Frauenanteils unter den SciLoggerInnen nach sich ziehen müsse. Die Detektive dieser geheimen Kommission zeichneten sich jedenfalls schon einmal besonders durch ihre Hüte aus.

Helmut Wicht
BrainLogger und Forensik-Experte Helmut Wicht (Anatomisches Allerlei) mit Hut und Huhn.

Doch was konnten sie bewirken? Um dies zu prüfen, müssen wir uns zunächst einmal an die weiteren Ereignisse des Abends erinnern.

Nachdem Bildungswissenschaftler und Mathematik-Professor Christian Spannagel auch die letzten SciLogger von den Vorteilen des Open Science 2.0 überzeugt hatte, ging es nach einigen äußerst informativen Workshops endlich zur Beweisaufnahme und Weinprobe ins Weingut von Winning.

Schon auf dem Fußmarsch dorthin, der diesmal im Vergleich zu früheren Wanderungen der SciLogger ungewöhnlich zielorientiert erfolgte, konnten einige interessante Beobachtungen gemacht werden.

Bierflaschen in DeidesheimLeere Bierflaschen am Deidesheimer Schloss: Indizien eines Verbrechens? 

Was hatte es beispielsweise mit den zwei leeren Bierflaschen und der zerbrochenen Scheibe im Deidesheimer Schloss auf sich? Wurde der Geist von Deidesheim etwa zuerst mit billigem Bier betäubt und während des dreisten Raubes im Schloss gefangen gehalten? Oder war er vielleicht gar selbst an dem Verbrechen beteiligt? Bereits im letzten Jahr hatte dieser Geist schon für reichlich Aufregung gesorgt. 

Deidesheimer Schloss
Ein zerbrochenes Fenster im Deidesheimer Schloss. Konnte der Geist am Ende hierdurch entweichen?

Bei der Weinprobe gab es dann die nächste Überraschung. Verwirrten die beiden vorgestellten Weißweine manch eine Geschmacksknospe mit so exotischen Illusionen wie Banane oder Papaya, ließ die Farbe des dritten Getränkes keinen Zweifel mehr offen: Es handelte sich eindeutig um Rotwein!

In der langen Weintester-Expertise der SciLogger ist dies als absoluter Meilenstein zu werten. Leider erfuhr Sterne und Weltraum-Chefredakteur Uwe Reichert zu spät von diesem außergewöhnlichen Ereignis. Denn hätte er das gewusst, wäre er bestimmt nicht erst am Sonntag zum Treffen erschienen.

Dierk Haasis
Dieses Glas ist leider leer. ChronoLogger (Con Text) und Soko-Mitglied (Hut!) Dierk Haasis bei der Beweisaufnahme.

Bei der Rotwein-Probe stellten sich natürlich die entscheidenden Fragen bezüglich des Diebstahls der 2500 Kilogramm Spätburgunder-Trauben im vergangenen Herbst: Kann man den vom Winzer geschätzten Verlust von etwa 100.000 Euro edlen Getränkes schmecken? Wo sind die geraubten Trauben letztendlich gelandet? Müssen die SciLogger vielleicht noch die restlichen Weingüter der Gegend testen, um die gestohlenen Trauben mit ihren erfahrenen Weinkenner-Geschmacksknospen zu identifizieren?

Stephan Schleim
Soko-Experte (Hut!) Stephan Schleim bei der Gewinnung olfaktorischer Proben.

Das Weingut bezahlt 10.000 Euro für Zeugenhinweise, die zur Aufklärung des Verbrechens führen. Diese unglaubliche Summe könnten die SciLogger gut gebrauchen. Nicht nur für Werbekampagnen. Auch die SciLogs-Preisträger werden bislang eher mit flüssigen und ideellen Auszeichnungen gewürdigt. Dieses Jahr darf sich WissensLogger Joachim Schulz (Quantenwelt) über den dennoch oder vielleicht auch gerade deswegen heiß begehrten Preis freuen. An dieser Stelle noch einmal herzlichen Glückwunsch!

Nach dem Abendessen wurde die Diffusionskapazität des Weines in immer weiter sinkende Blutspiegel getestet. Ein positiver Nebeneffekt dieses Experimentes war die potentielle Akquise zukünftiger Patienten. Auch wenn es auf diese Weise vielleicht nicht gelingen wird, unser kränkelndes deutsches Gesundheitssystem zu retten, kann immerhin die Beschäftigung des medizinischen Personals gesichert werden.

Außerdem wurde ein Versuch gestartet, den geringen Frauenanteil, der trotz der gestiegenen Teilnehmerzahl bei nur 20 Prozent lag, durch die Wahl des am besten tanzenden männlichen Bloggers zum Mr. SciLogs zu erhöhen.

Leider wartete unsere eilig gebildete Jury der Bloggerinnen, darunter auch so hochkarätige Wissenschaftlerinnen wie Richtstätten-Expertin Marita Genesis (Abenteuer Geschichte), Gender-Spezialistin Stefanie Reinberger (Sex Science and the City) und meine Mediziner-Kollegin Martina Grüter (Babylonische Türme) zum Teil bis fast zum Krähen des Hahnes vergeblich auf die lang angekündigten Tanzdarbietungen. Der Grund: Der Wein war offensichtlich zu gut oder / und es gab zu viel davon.

Hahn auf Hofgut
Ein guter Sänger und Tänzer und damit potentieller Mr. SciLogs-Kandidat? Hahn auf dem Hofgut Ruppertsberg.

Immerhin ließ sich dies leicht am eigens für den Abend entwickelten Prosopagnosie-Test beweisen: Die Aussprachefähigkeit dieses Wortes korrelierte hochsignifikant mit dem Alkoholgehalt im Blut der Testpersonen. Auch die Fähigkeit zur Wiedererkennung oder Erinnerung an mehr oder weniger bekannte Gesichter war selbst am darauffolgenden Morgen bei einigen BloggerInnen noch deutlich eingeschränkt.

Sci12: Hahn - Clear Skies - Astra's Spacelog - Himmelslichter - WasserSonntagmorgen, 9.00 Uhr: Hahn mit drei (?!) KosmoLoggern (Clear Skies, Astra’s SpacelogHimmelslichter) und einer Flasche "Lebensquell" (reines Wasser).

Daher wird der Inhalt des zweiten Tages auch besser erklärt von meinem Blog-Nachbarn Stephan Schleim, der durch das engagierte Training im Vorfeld seine Alkoholdehydrogenase zu fast schon nobelpreisverdächtigen Höchstleistungen anregen konnte.

Eines habe ich aber dennoch selbst am Sonntag verstanden und mit nach Hause genommen: Bloggen kann auch juristische Folgen haben. Laut Rechtsanwalt Oliver Peters aus Heidelberg gibt es zahlreiche rechtliche Fallstricke für Blogger. Bleibt nur zu hoffen, dass Spektrum-Verlagsleiter Richard Zinken Gnade vor Recht gegenüber demjenigen SciLogger walten lässt, der am Samstag in aller Öffentlichkeit zu behaupten wagte: "Der Zinken hat jedes Jahr das gleiche Hemd an." Denn dass es sich hierbei um eine dreiste Verleumdung handelt, lässt sich einfach zu leicht beweisen:

Richard Zinken

Als Fazit bleibt: Selbst wenn wir den Traubenraub nicht klären konnten und daher vermutlich auch in Zukunft auf kostspielige Werbekampagnen zum Anlocken von Bloggerinnen verzichten müssen, war Sci12 ein voller Erfolg. Immerhin gefiel es Christian Spannagel so gut, dass er in Zukunft bei den SciLogs bloggen wird. Und der hat ja wenigstens lange Haare. Für das gelungene Treffen allen Beteiligten und vor allem den Organisatoren nochmals herzlichen Dank!

 



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Eisbär Knuts Schicksal und der Geist von Deidesheim

20. März 2011, 22:35

Während wir SciLogger uns im beschaulichen Pfälzer Weinort Deidesheim an diesem Wochenende um die Geister sorgten, sie im Weingeist suchten und mit heißen Diskussionen beschwörten, ereignete sich in Berlin ein tragischer Todesfall. Der berühmte Hauptstadtbär Knut verstarb am Samstag Nachmittag plötzlich und völlig unerwartet vor den Augen zahlreicher Zuschauer.
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Wenn Männer und Frauen nicht wollen: Nachwuchsmangel in der Frauenheilkunde

08. Oktober 2010, 16:44

Die deutsche Frauenheilkunde leidet. Obwohl mittlerweile zwei Drittel der Assistenzärztinnen weiblich sind, ist ihr Anteil unter den leitenden Ärztinnen mit weniger als fünf Prozent erstaunlich gering. Dies führt zu akutem Nachwuchsmangel, so eine aktuelle Umfrage anlässlich des 58. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG), der heute in München endete. Eine flexiblere Kinderbetreuung soll zukünftig Abhilfe schaffen. Ist das des Übels Lösung?
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In Vino Veritas

09. März 2010, 19:18

Im Wein liegt die Wahrheit – dem Studium dieser Weisheit konnten sich rund 50 SciLogger am vergangenen Wochenende auf ihrem jährlichen Treffen in Deidesheim wieder ausgiebig widmen. Dank der großzügigen Unterstützung des Spektrum Verlags gab es reichlich Riesling, um die Kreativität der Teilnehmer noch zusätzlich zu beflügeln. » weiter

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