12. Dezember 2007, 20:15
Das Wachkoma stellt Neurologen und Bewusstseinsforscher gleichermaßen vor ein Rätsel: Wie können wir uns sicher sein, dass ein Mensch, der kein äußeres Verhalten zeigt, bewusstlos ist? Das Beispiel des Locked-in-Syndroms (LIS) zeigt, dass Menschen womöglich nur noch die Augen bewegen oder blinzeln, aber dennoch voll bei Bewusstsein sein können und daher ungetrübt erleben, was um sie herum geschieht. Wenn aber ein Patient mit einer Hirnverletzung, beispielsweise nach einem schweren Autounfall, in die Klinik geliefert wird, dann lässt sich das nicht so leicht entscheiden. Im Gegensatz zum LIS, bei dem die Erkrankung meistens langsam voranschreitet, geschehen solche Unfälle schlagartig. Die klinisch verwendete Glasgow Coma Scale misst, inwiefern Patienten motorisch, verbal oder mit den Augen auf äußere Reize reagieren können und urteilt dann darüber, wie stark der komatöse Zustand ist – oder eben auch nicht. Werden weniger als neun von 15 erreichbaren Punkten erzielt, geht man von einer starken Störung aus. Wenn aber, wie das Beispiel LIS zeigt, auch ohne solches Verhalten volles Bewusstsein vorhanden sein kann, wie können wir uns dann der Diagnose eines Komazustandes sicher sein? » weiter
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Krankheits-Bilder
, Philosophie
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