Scientific or Research Blogging?
Wovon hängt die Qualität eines posts in einem wissenschaftlichen blog ab? Die Antwort in diesem post ist mein persönliches Fazit aus dem vom theorieblog am 9.4.2011 an der HU Berlin veranstalteten workshop über die Zukunft des wissenschaftlichen Bloggens. Im Moment entsteht in einem kollektiven Schreibprozeß eine Art Bericht, aus dem sich wohl auch einige Zukunftsperspektiven für wissenschaftliches bloggen ableiten lassen werden. Da ich diesen Prozeß nicht stören will, ist dies hier meine dissenting vote.
Daß der theorieblog jenseits der gerade zu Ende gegangenen, bundes- weiten blogger-Konferenz re:publica eine eigene Initiative mit dem Ziel der lokalen Vernetzung von blogs in den Sozialwissenschaften gestartet hat, zeigt wohl die Weitsicht des hinter dem theorieblog stehenden Autoren- kollektivs. Und obwohl ich vieles anders machen würde, stehe ich voll hinter dieser Initiative - was mich zu diesem post bringt, denn ich möchte, daß ein paar Punkte nicht in Vergessenheit geraten.
Es gab auf dem workshop fast schon einen Trend, wissenschaftliche blogs in feuillietonistischem Stil voranzutreiben, wobei man in diesem Fall wählen kann, ob man damit dem wissenschaftlichen Publizieren neue Impulse geben will oder seine Kreativität an einer vom wissenschaftlichen Publizieren unabhängigen Sparte erproben will. Dem möchte ich mich hier entgegenstellen, denn unter einem feuilleton verstehe ich eine Menge launiger Artikel, die gerade ernst genug sind, um auf einer Party ein Gespräch zu starten. Das mag für manche feuilletons ungerecht sein, aber da Namen nur Schall und Rauch sind, wende ich mich eben gegen diese launige Art des Schreibens in der Wissenschaft.
Wenn alles erlaubt ist, bestimmt der Zweck die Standards.
Blogs dürfen alles. Das ist jedenfalls meine Überzeugung und es ist wesentlich, daß die Tätigkeit des Bloggens definiert, was blogs eigentlich sind. Die Konsequenz daraus ist nach meiner Ansicht, daß man keine Qualitätskriterien für blogs finden kann, ohne sich zu fragen, was der blog zu tun beansprucht. Leider konnte sich diese Konsequenz auf dem o.g. workshop nicht durchsetzen und daher verhelfe ich ihr hier zu ihrem Recht. Die von mir favorisierte Unterscheidung sieht damit so aus:
- personal blogs: Hierzu würde ich auch blogs zählen, in die Wissenschaftler ihr wissenschaftliches Tagebuch ablegen. Letzteres werde ich auch als research blogging bezeichnen.
- non-personal blogs: Hier geht es um eine Sache, eine Initiative, ein Projekt oder einfach ein besonderes Thema. Wissenschaftliche blogs sind typischerweise non-personal blogs.
- Wissenschaftliche blogs lassen sich mit Nachrichten aus einer wissenschaftlichen Disziplin füllen. Blogger, die solche blogs erstellen, werde ich Wissenschaftsreporter nennen.
- Oder aber sie können sich in den Dienst eines Projektes innerhalb einer Wissenschaft stellen. Mind At Work z.B. ist grade ein blog dieser Art und ich werde auch von engagierten Wissenschaftsblogs sprechen.
Eigentlich sind nur posts personal oder non-personal. Aber ich will jetzt nicht spitzfindig werden. Betrachten wir nun engagierte Wissenschaftsblogs. Wann sind sie gut? Meine persönliche Antwort sieht so aus.
Wissensvermittlung und Wissenschaftsjournalismus
Es gibt immer noch Leute, die einen Fernseher benutzen, anstatt sich ihre Dokus bei youtube anzusehen. Ok. Pumpt man sich das ökonomisch tragbare dope aus den Katakomben des privatisierten Fernsehens ungefiltert in die Großhirnrinde, dann ist auch schon mal eine Sendung dabei, in der gezeigt wird, wie denn z.B. die Bratwurst hergestellt wird. Sicher: Wer nichts weiß, der kann nicht argumentieren, und insofern ist gegen Wissensvermittlung z.B. auch durch Wissenschaftsreporter nichts einzuwenden. Wogegen ich aber etwas habe, ist die ungebrochene Tendenz, Wissenschaft an Alltagsbeispielen zu erklären. Denn - die schlechte Nachricht gleich vorweg - Quantentheorie z.B. kann man NICHT mit Hilfe von Kochtöpfen erklären und z.B. die Vermutung, daß doch eigentlich jedes Kind verstehen könnte, was Physiker gelegentlich so treiben, ist einfach falsch. Mit anderen Worten:
- Wissenschaftsjournalismus, der seinen Lesern nicht zeigt, wo die Grenzen ihres bisherigen Verständnisses liegen, ist schlecht.
Es mag sein, daß sich guter Wissenschaftsjournalismus deshalb nicht verkauft, aber das ist mir scheissegal: Guter Wissenschaftsjournalismus muß etwas erklären, ohne etwas Falsches zu erzählen und informative Vereinfachungen zu finden, die weder irreführend, noch schlichter Blödsinn sind, ist wirklich schwierig. Aber die Aufgabe hat eben eine Lösung und nur darauf kommt es an. Analog schlage ich vor, zu definieren, daß Wissenschaftsreporter eine gute Arbeit machen genau dann, wenn sie Fakten präsentieren, die in einer öffentlichen Debatte nicht ausreichend präsent sind. Ein schönes Beispiel dafür habe ich jüngst hier gefunden.
Über die Kriterien guten journalistischen Schreibens möchte ich hier nichts sagen. Darüber ist von kompetenteren Leuten an anderer Stelle bereits berichtet worden z.B. hier und hier.
Die Mission in engagierten Wissenschaftsblogs
Engagierte Wissenschaftsblogs haben klarerweise nur dann gute posts, wenn sie auch guten Wissenschaftsjournalismus darstellen.
- Wie man dieses Vorgehen auf alle blogs verallgemeinern könnte - wie dies auf dem Eingangs erwähnten workshop versucht wurde - weiß ich nicht. Ich würde es auch nicht probieren.
Doch das ist nicht alles, was man über gute und engagierte Wissenschafts- blogs sagen kann. Sie
- behandeln nicht unbedingt aktuelle Themen oder Ereignisse. Stattdessen schlagen sie sich mit nicht unbedingt mainstream- tauglichen Themen herum, die aber richtungsweisend oder von übergeordneter Bedeutung sind.
- polarisieren gesellschaftliche Diskussionen durch Reflexion über die Rolle des eigenen Fach für vorwiegend wissenschaftsfremde Themen. Rein innerfachliche Diskussion gehören nach meiner Ansicht in die gewohnten journals.
- sehen die öffentliche und kontinuierliche Diskussion der Themen der posts als essentiell an: Engagierte posts wollen aufklären, nicht nur überzeugen. Aus diesem Grund dürfen sie sich nicht auf eine bloße Faktenpräsentation beschränken, sondern sie ringen um Glaubhaftigkeit - auch mit Hilfe der persönlichen Transparenz bzgl. der Ziele, Motive und Abhängigkeiten des bloggers.
- verzichten auf jede Art von Selbstbeweihräucherung.
In meinen Augen heißt das nichts anderes, als das ein engagierter Wissenschaftsblog ein Profil als eigene Marke benötigt, um seine volle Wirksamkeit entfalten zu können: engagierte Wissenschaftsblogs sind eben mehr als bloße feuilletons.
Wenn wir einmal annehmen wollen, daß das wirklich die richtigen Merkmale sind, können wir uns dann auch ihre Entstehung erklären? Meine These hierzu sieht so aus:
Die Forschung wird heutzutage allerlei ökonomischen und politischen Beschränkungen ausgeliefert: Es gibt Förderungstrends wie z.B. "Finanzen" oder "Klima" und Evaluationen sind nicht nur gewaltige Zeitfresser, sondern sie arbeiten auch mit Indizes wie "Anzahl der Publikationen pro Mitarbeiter und Zeit", die nicht nur vom Inhalt der Publikationen abstrahieren, sondern auch so tun, als wären z.B. 10 mathematische Publikationen pro Jahr 10 medizinischen in irgendeiner Weise äquivalent. Was immer es hierüber noch zu sagen geben mag, in engagierten wissenschaftlichen blogs können sich Wissenschaftler von solchen Zwängen lösen und ohne Rücksicht auf Kollegen, rewiever, vorgesetzte Professoren, Evaluationen oder Forschungsanträge Ideen entwickeln, das Fehlschlagen von Projekten diskutieren - was für den Nachwuchs von unschätzbarem Wert ist - sowie fächerübergreifende Kooperationen lancieren, die zu etablieren sonst wohl so gut wie unmöglich wäre. Damit sind engagierte wissenschaftliche blogs ein Freiraum des Nachdenkens, den Forscher in der gegenwärtig ökonomisierten Wissenschaft kaum noch haben können.
- Und ironischerweise gibt es diesen Freiraum auch nur deshalb, weil die ökonomische Existenz der Wissenschaftler unabhängig von den blogs durch das bisherige Publikations- und Evaluierungssystem abgesichert wird. Die Grenzen zwischen blogs und traditionellen journals zu verwässern, muß daher immer dieselbe Folge haben: Der Freiraum, in blogs nachzudenken, Fehler zu machen und im Vorfeld hergebrachter Forschung neue Projekte und interdisziplinäre Forschungsfelder zu entwickeln und mit geeigneten Leuten zu besetzen, würde entfallen.
Mit anderen Worten: Wenn ich eine Idee habe, dann will ich, daß diese Idee von nichts anderem aufgehalten werden kann, als von der Qualität dieser Idee. Und im Moment kann ich nur im blog von etablierten Strukturen in vollem Umfang frei sein.
Natürlich muß das alles nicht notwendigerweise so sein. Völlig andere Motivationen sind sicher auch verbreitet, aber diese ist die Interessanteste von allen, denn sie zeigt nach meiner Ansicht das Potential und die von mir gewünschte Entwicklungsrichtung des scientific blogging in den engagierten wissenschaftlichen blogs am Besten.
Modernisierung bei den SciLogs
Wenn ich das beim letzten Jahrestreffen von SciLogs in Deidesheim richtig verstanden habe, dann soll es hier auch personal blogs geben. Das ist engagierten Wissenschaftsbloggern - zu denen ich mich auch zähle - nicht unbedingt recht: Ich möchte mich von anderen bloggern, die andere Ziele verfolgen, unterscheiden. Denn das Vertrauen der Leser in die posts meines blogs hängt unter anderem davon ab, daß jeder Leser selbst erkennen kann, aus welcher Richtung der Wind in meinen posts weht. Und Abhängigkeiten des bloggers offenzulegen, ist dabei nur ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Andere wichtige Schritte wären z.B. verschiedene brandings auf den SciLogs, um eine Orientierung der Leserschaft und eine Vernetzung von blogs mit gleichen Interessen zu erleichtern. Denn solange es keine - von mir schmerzlich entbehrte - etablierte Qualitätskontrolle bei blogs gibt, muß jeder Leser mit geeigneten Vergleichsmöglichkeiten ausgerüstet werden. Auch die technischen Möglichkeiten bei den SciLogs sind keineswegs so ausgelegt, daß blogs effizient zusammenarbeiten und dadurch als systematische Ansprechpartner für bestimmte Themen zu Recht öffentlich ernst genommen werden könnten. Damit die SciLogs folglich wirklich eine Rolle spielen können, wie es z.B. in der US-amerikanischen Öffentlichkeit der Fall ist, braucht es eine deutliche Modernisierung, von der ich hoffe, daß sie in internen Diskussionen so strukturiert und geplant werden wird, daß ihre Realisierung die Wirksamkeit der SciLogger auch erhöht. Aber dafür braucht es bei den Verantwortlichen zuerst die Einsicht, daß sie uns blogger im Moment noch beschränken und social media nicht einfach print im web bedeutet.
Ähnliche Artikel:
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- Countdown zum 3. Berliner Science Slam
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Deine Grundeinteilung finde ich in einer Hinsicht irreführend.
Auch Blogs, die sich engagiert einem breiten Themenspektrum widmen, leben doch (vielleicht sogar ausnahmslos?) davon, dass hinter dem Blog eine Person, allenfalls ein begrenzter Personenkreis steht, deren Vorbildung, Ansichten, Kenntnisse und Interessen einfließen.
Ganz im Gegensatz zu den herkömmlichen Medien, wo der Journalist üblicherweise zumindest etwas hinter dem Medium zurücktritt.
Da muss es noch eine bessere Bezeichnung als "personal" vs. "non-personal" für die Einteilung geben, die du, soweit ich sehen kann, meinst - Nabelschau vs. Blick über den Tellerrand?
Ähnliche Bedenken habe ich gegenüber deiner Verwendung des Wortes "Wissenschaftsjournalismus". Zu Journalismus gehört für mich nicht nur das Handwerk, also z.B. das klare Schreiben und zielgruppengerechte Erklären, sondern auch eine gewisse Grundhaltung der Distanz zu dem Gegenstand, über den berichtet wird; eine gewisse Neutralität entsprechend dem sattsam bekannten Hajo-Friedrichs-Zitat, dass sich ein Journalist nicht mit einer Sache gemein mache, auch nicht mit einer guten.
Ich stimme dir zu, dass gute Wissenschaftsblogposts dann gut sind, wenn sie handwerklich alles richtig machen; andererseits ist Teil ihres Gut-Seins nicht selten, dass sie eben nicht mit der Distanz des Journalisten geschrieben sind, sondern von Wissenschaftsakteuren.
"Deine Grundeinteilung finde ich in einer Hinsicht irreführend."
Es ist eine Einteilung des Themas nach. Daß sie nicht besonders scharf ist, ist offensichtlich - aber im Moment sehe ich den Nachteil nicht so: Denn auch die von mir aufgelisteten Merkmale sind nicht besonders trennscharf: Manches ist schon fast graduell wie etwa die Polarisierung einer Diskussion.
"Auch Blogs, die sich engagiert einem breiten Themenspektrum widmen, leben doch (vielleicht sogar ausnahmslos?) davon, dass hinter dem Blog eine Person, allenfalls ein begrenzter Personenkreis steht, deren Vorbildung, Ansichten, Kenntnisse und Interessen einfließen."
Ich stimmte zu.
"Ganz im Gegensatz zu den herkömmlichen Medien, wo der Journalist üblicherweise zumindest etwas hinter dem Medium zurücktritt."
Sicher.
"Da muss es noch eine bessere Bezeichnung als "personal" vs. "non-personal" für die Einteilung geben, die du, soweit ich sehen kann, meinst - Nabelschau vs. Blick über den Tellerrand?"
Ich hab nichts dagegen. Hat jemand einen Vorschlag?
"eine gewisse Neutralität entsprechend dem sattsam bekannten Hajo-Friedrichs-Zitat, dass sich ein Journalist nicht mit einer Sache gemein mache, auch nicht mit einer guten."
Das ist natürlich bei blogs nicht so - klar. Doch hat Hajo Friedrichs nicht gemeint, daß der Journalist bei der Wahrheit bleiben soll, daß er unparteiisch berichten und alle Interessengruppen zu Wort kommen lassen soll? Und wenn das so ist, ist dann diese Art von Neutralität unverträglich mit dem betreiben eines engagierten Wissenschaftsblogs?
Irgendwie sehe ich das überhaupt nicht. Im Gegenteil: Engagement bedeutet nicht notwendigerweise Verzerrung oder persönliche Verblendung. Ich sehe keinen Widerspruch darin, leidenschaftlich für Wahrheit oder Gerechtigkeit einzutreten.
Meintest du das?
Und noch etwas zu den Qualitätsmerkmalen von Wissenschaftsjournalismus (denn das ist hier ja die Kernfrage.)
Was den Spielraum von Blogs angeht, stimme ich soweit überein: „Blogs dürfen alles“, so ist es vermutlich auch gedacht. Die Wissenschaft hingegen kann sich nicht so ungestüm austoben: hier gelten in jeder Disziplin klare Spielregen, was erlaubt ist und was nicht. Wissenschaftsblogs bestehen also aus einer heißen Heirat von einem (wenn ihr Inhalt gut sein soll) hohen wissenschaftlichen Anspruch einerseits und viel Freiheit zur Umsetzung andererseits. Einerseits-andererseits, ein Widerspruch? Wenn nein, wie sind die beiden zu vereinen?
Der Zweck bestimme die Standards heißt es im Mutterartikel. Dazu ist es sinnvoll zunächst das Ziel von Wissenschaftsjournalismus (WJ) allgemein zu klären. Journalismus ist in meinem Verständnis eine Form von Kommunikation und dient als solche primär der Informationsübertragung (manchmal auch der Unterhaltung s.u.). Diese Information soll natürlich faktisch richtig sein – und wenn sie das nicht ist, sollte das zumindest erkennbar sein. Die gelungene Wissensübertragung beinhaltet aber notwendigerweise auch, dass die Information von einem potenziellen Empfänger aufgenommen und umgesetzt werden kann. Sprich: ein Leser muss den Text auch verstehen können, sonst ist sein Ziel verfehlt. Welcher erfahrene Bergsteiger würde einem unerfahrenen vorauseilen, nur um sein gewöhnliches Tempo beizubehalten, wenn das Ziel beider am Anfang war, den Gipfel des Berges gemeinsam zu erklimmen?
Das Ziel von gutem WJ ist also die Übertragung von solider Information. Dabei ist zu gewährleisten a) dass die Information richtig und vollständig übertragen wird, was beinhaltet dass sie b) auch beim Empfänger ankommt. Genau dies ist die Aufgabe des Wissenjournalisten, der dazu da ist, die grundlegenden Fakten nicht nur irgendwie bereitzustellen, sondern bestmöglich sicher zu stellen, dass die Information den Leser erreicht.
Nur ungern erwähne ich an dieser Stelle das Wort "abholen", das in dem Zusammenhang oft verwendet wird. Aber leider passt es hier ziemlich gut: um Informationsübertragung gewährleisten zu können, muss ein Journalist ausfindig machen, wo (bezogen auf das Wissensniveau) sein Leser steht und anschließend gleiche Grundbedingungen für den weiteren Aufbau von Wissen schaffen. Das bedeutet, dass beide begrifflich auf der selben Ebene starten. Wenn der Leser nur den Ausdruck "Apfel" versteht macht es wenig Sinn von "Spiraeoideae" zu sprechen.
Es geht also um die Angemessenheit des wissenschaftlichen Grades in einem Artikel– und zwar zugunsten der Wissenschaft, in deren Sinn es ja sein dürfte, wissenschaftliche Inhalte aus dem stillen Kämmerlein zu befreien und einer breiteren Masse zur Verfügung zu stellen.
An dieser Stelle gibt es (mindestens) zwei Knackpunkte:
1. "abholen" bedeutet keinesfalls, wissenschaftliche Inhalte auf Teufel komm raus mit unpassenden Metaphern aufzublasen. Im Gegensatz können angebrachte Alltagsbeispiele und ein wenig sprachliches Geschick aber durchaus zu einem besseren Verständnis beim Leser beitragen. Es ist in der Tat schade um jeden wissenschaftlichen Gehalt, der sich letztendlich völlig verstümmelt und mit einem unpassenden Beispiel – oft bis zur Lächerlichkeit – verkleidet in einem Text wiederfindet. In diesem Fall kann das Ziel nicht guter Journalismus, sondern bestenfalls Unterhaltung gewesen sein. Ein Hahn ist nun mal kein Pfau, auch wenn dieser spektakulärer aussehen mag. (Dafür macht ein Hahn mit Sicherheit die eindrucksvolleren Geräusche.)
2. Die Vermittlung von Inhalten hängt natürlich immer von der (potenziellen) Leserschaft ab. Im Falle von Scilogs darf man beispielsweise davon ausgehen, dass die Leser recht erfahren in ihren jeweiligen Fachgebieten sind. Es schadet jedoch in meinen Augen nichts, wissenschaftliche Inhalte (sofern angemessen!) mit einem veranschaulichenden Beispiel oder einer Anekdote aufzulockern. Insbesondere dem Format Blog sind solche Spielereien ja relativ freigestellt. Ein guter Journalist verfügt dabei über ein gutes Gespür, welche Beispiele sich noch schmerzfrei verwenden lassen und was zu sehr an den Haaren herbeigezogen ist.
Denn selbstverständlich besteht ein Unterschied zwischen Wissen und Wissenschaft und nicht umsonst heißt es Wissenschaftsjournalismus und nicht Wissensjournalismus.
Mir scheint also die These, Wissenschaftsjournalisten machten eine gute Arbeit „genau dann, wenn sie Fakten präsentieren...“ etwas einseitig zu sein. Denn wie soll die Arbeit von Wissenschaftsjournalisten eine grenzeerweiternde Wirkung auf das Verständnis von Lesern haben, wenn die Leserschaft nicht versteht oder verstehen kann? Zum Begriff des WJ gehört nun mal wesentlich die Zielgruppe dazu. Wird diese ignoriert, springt der (nicht-fachliche) Leser womöglich ab – aus Langeweile oder Frust, weil der Text zu anspruchsvoll ist. Jeder Versuch eines Journalisten, nicht zum Zwecke der Wissenserweiterung potenzieller Leser, sondern allein zum Transport von Wissen zu schreiben, läuft daher Gefahr, auf wenig Resonanz zu stoßen – schlicht aus dem Grund, da ihn keiner (bis auf vielleicht Fachleute) versteht.
Die Wortwahl „Wissenschaftsreporter“ klingt mir außerdem nach einem expliziten Plädoyer für die Wissenschaftlichkeit. Vielleicht ist das aber gar nicht nötig, solange das Ziel der sauberen Informationsübertragung gewährleistet wird. Wer sich also aufmacht, das Wissen zu mehren, sollte die Interessen beider Seiten, die der Wissenschaft und die der Lesers, bedenken. Die Blogosphäre bietet dabei hauptsächlich sprachlichen und formalen Freiraum. Der Zweck bestimmt dort also insofern den Standard, dass Wissenschaft Wissenschaft bleibt, was allein daran zu sehen ist, dass jeder Journalist dort so viele Redakteure hat wie (interessierte) Leser.
Die englischsprachigen Wissenschaftsblogs haben sich ihre derzeitige Position durch ihre Inhalte erarbeitet, und zwar mit deutlich geringeren Mitteln als heute zur Verfügung stehen. Es wäre etwas naiv zu glauben, dass es für deutschsprachige Blogs eine Abkürzung zu Wahrnehmung und Glaubwürdigkeit gibt.
...bin ich sehr einverstanden, ganz besonders dass Wissenschaftsblogs mehr Information und Tiefe bieten müssen (und können) als journalistische Texte.
Der eigentliche Trick ist halt die Sprache. Je komplizierter ein Sachverhalt, desto geradliniger muss man ihn sprachlich und erzählerisch vermitteln. Das ist der eigentliche Kern des Wissenschaftsjournalismus. Ich sehe das Problem, dass viele Journalisten nicht über die sprachlichen Fähigkeiten dafür verfügen und deswegen vereinfachen, verkürzen und "Quantenmechanik mit Kochtöpfen" erklären müssen. Wissenschaftsblogs können da ein gewisses Gegengewicht schaffen.
Dieser Beitrag hat mich zum Nachdenken und zur Internet-Recherche angeregt, weil ich - im Kontext des Bloggens - auf für mich unvertraute Begriffe stiess.
Beim Begriff Blog Branding dachte ich zuerst an formale Eigenarten, die einen Blog vom Rest abheben. Mind at Works fällt beispielsweise durch seine englischen Überschriften (allerdings nicht durchgehalten) und speziell im aktuellen Beitrag durch Kleinschreibung aller nicht-deutschen Wörter auf (Beispiele: blog anstatt Blog, workshop, feuillton, journals, ....). Doch diese Merkmale stufte ich dann doch als Macken des Autors ein und als zu wenig wichtig um eine Marke zu definieren. Fündig wurde ich dann bei Branding Your Blog for Success
Danach geht es beim Branding eines Blogs, darum to make clear to your readers what your blog is about.
Dies erreicht man mittels
1) Sichtbarmachen/Verbergen der Autorschaft: Zitat Markus Pössel" leben doch ... davon, dass hinter dem Blog eine Person, allenfalls ein begrenzter Personenkreis steht
2) einem Blogmanifest, einer Mission, einem Fokus. Beispiel: LIBERARIAN Im Zweifel für die Freiheit
3) einem Grund für die Existenz des Blogs. Zitat "man keine Qualitätskriterien für blogs finden kann, ohne sich zu fragen, was der blog zu tun beansprucht"
4) Schaffen einer Posting/Commenting-Politik in Bezug auf Frequenz der Artikel, Wiederaufgreifen von Themen, Behandlung der Kommentare
5) Eingehen auf die Zusammensetzung der Blogteilnehmer
6) einer Unverwechselbarkeit, die in einem elevator speech kommunizierbar ist
7) eines Mehrwerts für den Leser
Mind at Works verkörpert gemessen an den obigen Punkten eine Marke: der Autor 1) erscheint einem als eigensinniger, im Alter schwer verortbarer Mensch 2) der Fokus scheint Begrissbildung/Hinterfragung zu sein 3) Der Blog scheint zu existieren um geistige Hochseilakte zu vollführen 4) Es gibt Themen, die in einer Serie entwickelt werden, der Autor beantwortet Kommentare gerne und scheint den Dissens/Diskurs zu lieben 5) ? 6)? 7)?
Was ich oben über Blog Branding geschrieben habe trifft auf alle Blogs zu, nicht nur auf Wissenschaftsblogs.
Elmar Diederich fordert von Wissensachaftsblogs speziell 1) Wissenschaftliche Relevanz 2) Gesellschaftliche Relevanz 3) Aufklärerischer Impetus 4) Selbstbescheidung des Autors.
Der Freiraum eines Blogs ermöglicht nach Diederichs erst, solche nichtökonomischen, ausserhalb des etablierten Forschungsbetriebs stehenden Ziele (die Mission) zu errreichen.
Das ist sicher ein wichtiger Punkt: Viele Blogs auf Scilogs haben etwas Frisches, Ungebundenes: Blog-Luft macht frei und ermöglicht dem Blog-Autor zu seinen Herzensanliegen vorzudringen und direkt zu den Lesern zu sprechen anstatt nur den Auftrag eines Dritten zu erfüllen.
Nur etwas vermisse ich in Elmar Diederichs Text: Er erwähnt den Leser und Kommentator eines Blogs kaum. Das ist auch für mich eine offene Frage: Schreibt der Blogautor vor allem für die Blogleser oder vor allem für die Blogkommentatoren. Wie steht es mit dem Problem, dass im allgemeinen nur wenige einen Blog kommentieren, was einerseits den Vorteil hat, dass man den Überblick behält, andererseits vielleicht eine falsche, nicht repräsentative Gemeinschaft von Autor und affiliierten Kommentatoren schafft?
"Und noch etwas zu den Qualitätsmerkmalen von Wissenschaftsjournalismus (denn das ist hier ja die Kernfrage.)"
Markus würde das vermutlich anders sehen, aber nach meiner Ansicht hängt von der richtigen Wahl des labels hier nichts Besonderes ab.
"Wissenschaftsblogs bestehen also aus einer heißen Heirat von einem ... hohen wissenschaftlichen Anspruch einerseits und viel Freiheit zur Umsetzung andererseits. Einerseits-andererseits, ein Widerspruch? Wenn nein, wie sind die beiden zu vereinen?"
Ich denke, der von dir gesehene Widerspruch besteht gar nicht: Lediglich die zu den Worten "klare Spielregen" und "Freiheit" gewohnten Assoziationen verführen dich, von einem Widerspruch zu reden. Denn die Regeln der Wissenschaft sind nicht notwenigerweise die der blogs, weil sie die Wissenschaft unter keinen Umständen ersetzen sollen. Und die Freiheit in den blogs ist auch nicht notwendigerweise eine Freiheit von allen wissenschaftlichen Standards. Mir scheint eher das Gegenteil sympathisch zu sein - was ja auch mit den Thesen meines blogs kompatibel ist.
"Dazu ist es sinnvoll zunächst das Ziel von Wissenschaftsjournalismus (WJ) allgemein zu klären."
Wenn man top-down vorgeht, dann mag das stimmen. Aber dafür spricht nichts - soviel ich sehen kann. Denn wer sollte uns verbieten, Wissenschaftsblogs zu einem neuen und unabhängigen genre zu entwickeln, so daß wir am Ende vielleicht "Wissenschaftsjournalismus" nur noch als offene Liste unabhängiger genre definieren?
"Die gelungene Wissensübertragung beinhaltet aber notwendigerweise auch, dass die Information von einem potenziellen Empfänger aufgenommen und umgesetzt werden kann. Sprich: ein Leser muss den Text auch verstehen können, sonst ist sein Ziel verfehlt."
Zweierlei:
i) Zum einen erlaubt uns deine Charakterisierung nicht, zwischen gutem und schlechtem WJ zu unterscheiden: Du hast die Klasse der Empfänger nicht angegeben, so daß wir nicht messen können, warum der Erfolg der Übertragung ausgeblieben ist.
ii) Ich sehe keinen Grund, warum die Pointe von WJ in einer Übertragung liegen soll. Sicher - beim Lesen von Text wird irgendeine Information (idealerweise) aufgenommen, doch warum das für WJ charakteristisch sein soll, weiß ich nicht. Denn erstens gilt das auch für Gedichte und zweitens könnte doch WJ auch darin bestehen, auf offene Fragen aufmerksam zu machen oder Lücken in der Forschungslandschaft. Das Journalistische besteht in beiden Fällen darin, daß auf das Fehlen von etwas hingewiesen wird. Dabei wird zwar auch Information übertragen, aber "für die Butter an den Fischen" ist das komplett egal.
"Welcher erfahrene Bergsteiger würde einem unerfahrenen vorauseilen, nur um sein gewöhnliches Tempo beizubehalten, wenn das Ziel beider am Anfang war, den Gipfel des Berges gemeinsam zu erklimmen?"
Nee, nee, das Beispiel ist irreführend: Wenn wir schon wissen, welche die Verpflichtungen von wissenschaftlichen bloggern sind, dann werden sie von deinem Vergleich illustriert. Doch was hier gemacht werden muß, ist, diese Verpflichtungen zu begründen - nicht sie einfach vorauszusetzen.
"Genau dies ist die Aufgabe des Wissenjournalisten, der dazu da ist, die grundlegenden Fakten nicht nur irgendwie bereitzustellen, sondern bestmöglich sicher zu stellen, dass die Information den Leser erreicht."
Es kommt mir so vor, als würdest du nur die längst wiederlegte Sender-Empfänger-Theorie der Kommunikation an dieser Stelle referieren. Ist das wirklich das, was du sagen willst? Denn so ganz habe ich wohl die Pointe eines so einschränkenden WJ nicht erfaßt. Und ich habe auch meine Zweifel, ob diese Menge strikter Verpflichtungen von Wissenschaftsjournalisten in dem von dir angegebenen Sinne für wissenschaftliche blogs legitim ist: Warum müssen wir alle dasselbe machen? Welchen Vorteil haben wir davon und ist das nicht übertrieben - und zwar schon angesichts der Tatsache, daß ich den ganzen Kram hier ohne Bezahlung in meiner Freizeit mache?
"Es geht also um die Angemessenheit des wissenschaftlichen Grades in einem Artikel– und zwar zugunsten der Wissenschaft, in deren Sinn es ja sein dürfte, wissenschaftliche Inhalte aus dem stillen Kämmerlein zu befreien und einer breiteren Masse zur Verfügung zu stellen."
Nö.
Es spricht natürlich nichts dagegen, sowas zu tun. Aber warum ich nicht für Mitphilosophen oder Kollegen angrenzender Wissenschaften schreiben darf, die auf eine Allgemeinverständlichkeit auf Abiturniveau nicht nur nicht angewiesen sind, sondern vor allem an ganz anderen Diskussionen interessiert sind, weiß ich nicht: Wenn im blog alles erlaubt ist, dann muß offenbar nicht jeder blog alles können oder alles bereitstellen.
"Mir scheint also die These, Wissenschaftsjournalisten machten eine gute Arbeit „genau dann, wenn sie Fakten präsentieren...“ etwas einseitig zu sein."
Das war ja auch nicht meine These.
"Denn wie soll die Arbeit von Wissenschaftsjournalisten eine grenzeerweiternde Wirkung auf das Verständnis von Lesern haben, wenn die Leserschaft nicht versteht oder verstehen kann?"
Z.B. indem der blogger dem Leser die Arbeit nicht abnimmt, sondern dem Leser zeigt, an welcher Stelle der Leser sich selbst weiter anstrengen muß: Wir reden hier von blogs und nicht von Seminarunterlagen.
"Wird diese ignoriert, springt der (nicht-fachliche) Leser womöglich ab"
Na und? Warum hat den ein blogger einen so weitreichende Bildungsauftrag? Dafür fehlt mir bisher immer noch eine einleuchtende Begründung.
"Jeder Versuch eines Journalisten, nicht zum Zwecke der Wissenserweiterung potenzieller Leser, sondern allein zum Transport von Wissen zu schreiben, läuft daher Gefahr, auf wenig Resonanz zu stoßen – schlicht aus dem Grund, da ihn keiner versteht."
MIND AT WORK - ist ein absolutes Nischenprodukt. Zu schwer für Laien, aber in der einen oder anderen Weise nützlich für alle, die ernsthaft versuchen, eine philosophische Debatte zu verstehen. Und wer die Besucherzahlen meines blogs beobachtet, der bemerkt, daß es eine halbwegs konstante Zahl von Lesern gibt, die mein Zeug offenbar immer wieder wissen wollen. Insofern scheint mir deine Behauptung einfach empirisch widerlegt zu sein.
"Wer sich also aufmacht, das Wissen zu mehren, sollte die Interessen beider Seiten, die der Wissenschaft und die der Lesers, bedenken."
Tut mir leid, aber da kann ich echt nicht folgen: Wissenschaftsblogger interessieren sich für Wissenschaft. Wer sie ließt und meckert, daß es in ihnen um Wissenschaft geht, kann nicht verlangen, daß die Unterhaltungskompente verbessert werden muß. Der blogger wird nicht bezahlt, es gibt keinen Vertrag und der Leser hat kein Recht auf amusement. Wem wissenschaftliche blogs nicht passen, der mag etwas anderes lesen.
"Die Blogosphäre bietet dabei hauptsächlich sprachlichen und formalen Freiraum."
Eine klare These, die zu meinem post in glattem Widerspruch steht, da ich vor allem die inhaltlichen Freiheiten nutzen und entwickeln möchte. Kannst du uns diese zusätzliche Einschränkung bei wissenschaftlichen blogs noch begründen?
"Die englischsprachigen Wissenschaftsblogs haben sich ihre derzeitige Position durch ihre Inhalte erarbeitet, und zwar mit deutlich geringeren Mitteln als heute zur Verfügung stehen."
Meines Wissens nach war das aber zu einer Zeit, als die Zahl der blogger überschaubar war und man täglich seine bookmarks absurfte. Insofern sich das aber dramatisch verändert hat, finde ich meinen Vorschlag sinnvoll. Aber vielleicht ist ja jemand mit der Entwicklung der blogs noch besser vertraut und kann hier aushelfen?
"Der eigentliche Trick ist halt die Sprache. Je komplizierter ein Sachverhalt, desto geradliniger muss man ihn sprachlich und erzählerisch vermitteln. Das ist der eigentliche Kern des Wissenschaftsjournalismus. Ich sehe das Problem, dass viele Journalisten nicht über die sprachlichen Fähigkeiten dafür verfügen"
Dieses Problem müssen wir versuchen, langfristig zu deckeln. Hat jemand einen konkreten Vorschlag?
"Schreibt der Blogautor vor allem für die Blogleser oder vor allem für die Blogkommentatoren."
Eine gute Frage. Im Moment habe ich im Kontext meines posts keine überzeugende Antwort darauf. Aber vielleicht wird's besser, wenn ich ein wenig geschlafen habe. ;-)
"Wie steht es mit dem Problem, dass im allgemeinen nur wenige einen Blog kommentieren, was einerseits den Vorteil hat, dass man den Überblick behält, andererseits vielleicht eine falsche, nicht repräsentative Gemeinschaft von Autor und affiliierten Kommentatoren schafft?"
Hm .... auch ein sehr guter Punkt - morgen versuche ich mal mein Glück.
Ich begrüße diese Diskussion und bin gespannt wie sie uns weiterführt.
Neulich las ich im Hochschulanzeiger: "Moderner Dreikampf - Die wichtigsten Studien-Disziplinen", was meine Motivation als Forscher zu bloggen gut wiedergibt (Der Text war für Studenten gedacht, ich meine aber explizit, er kann Forscher anregen darüber nachzudenken einen Blog zu schreiben.):
"In der digitalisierten Welt ist die Bedeutung von Schreibkompetenz noch gewachsen. Kommunikation findet in erweitertem Umfang schriftlich statt. Zudem ergänzen E-Mail, Twitter, Blogs und Wikis das Repertoire der klassischen Textgattungen.
Doch damit nicht genug. Schreiben ist mehr als ein Ausdrucksmittel. „Es ist ein Instrument, das zum Erwerb weiterer Kompetenzen dient“, sagt der Psychologe und Schreibforscher Otto Kruse.
Schreiben sei Denken in Interaktion mit dem Papier oder dem Bildschirm. „Der zukünftige Text muss in einem langwierigen Prozess hergestellt werden, wobei Wissen generiert, versprachlicht, strukturiert und in seiner Darstellung optimiert werden muss.“
Der Autor fügt im Schreibprozess verschiedene Informationen zu einer neuen Einheit zusammen.
Laut Kruse ist diese aktive Konstruktion von Wissen das, was das Schreiben vom passiveren Lesen oder Zuhören unterscheidet. „Es zwingt zum selbständigen Denken und dazu, sich selbst von der Richtigkeit von Aussagen zu überzeugen statt Wissen einfach zu übernehmen.“ Schreiben macht zudem kreativ, denn auch wenn Sprache und Text stark normiert sind, erfordert jedes Schreibprojekt, etwas Eigenes zu schaffen.
Tipp fürs Studium: Lerntagebücher führen, in denen man sich nach jeder Lehrveranstaltung die wesentlichen Inhalte noch einmal vergegenwärtigt und ausformuliert. Was habe ich Neues gelernt? Woran werde ich inhaltlich weiterarbeiten? Was will ich noch klären?"
Was bei einem, aus meiner Sicht, interessanten Portal nicht geschehen sollte ist, dass die Überhand an Blogger geht die "Lerntagebücher führen", in denen sie sich an beliebigen Wissenschaftsthemen abarbeiten. (Was Elmar "Wissenschaftsreporter" nennt). Das mag eine gute Vielfalt erzeugen, aber darum würde es mir nicht gehen.
Ich möchte in der Regel nicht dabei sein, wenn jemand öffentlich lernt (sei es inhaltliches oder das journalistische Schreiben an sich) und dazu recht beliebige Themen verbloggt. Selbst wenn das Gelernte sehr gut ausgearbeitet ist, fehlt mir oft eigensinnige Charakter hinter dem Post und Blog. Es fehlt vielleicht das was Elmar die Marke nennt. Es gibt sehr gute Ausnahmen solcher Blogs, die ich gerne lese. Aber es bleiben Ausnahmen.
Ich bin dagegen sehr oft mit einer innerer Aufregung dabei, wenn jemand öffentlich forscht. Ein Forschungstagebuch führt, in das er sich die wesentlichen Inhalte seiner eigenen Forschung noch einmal vergegenwärtigt und für die Öffentlichkeit ausformuliert.
Letzteres ist nicht nur gesellschaftlich angebracht, sondern kann auch, wie der Psychologe und Schreibforscher Otto Kruse darlegt, positiv zurückwirken.
In einem Portal wie den SciLogs wünschte ich mir deswegen einen "Label", in dem der Leser auf eine Sammlung diese Forschungstagebücher kommt (und gerne auch andere Label, die für den Leser Blogs sortieren).
Wir bräuchten weiterhin mehr Forscher, die bloggen und “die sich [auch] laut, witzig und deutlich in die öffentliche Diskussion einmischen”, die es in den U.S.A. gibt (s. F.A.Z. vom letzten Sonntag, Seite 40)!
"Schreibt der Blogautor vor allem für die Blogleser oder vor allem für die Blogkommentatoren."
Meistens schreibe ich für einen Leser, den ich mir ausgerüstest vorstelle mit bestimmten Eigenschaften und Interessen. Nur die Auswahl der Themen wird bei mir von den Kommentaren beeinflußt.
"Wie steht es mit dem Problem, dass im allgemeinen nur wenige einen Blog kommentieren, was einerseits den Vorteil hat, dass man den Überblick behält, andererseits vielleicht eine falsche, nicht repräsentative Gemeinschaft von Autor und affiliierten Kommentatoren schafft?"
Das ist eigentlich eher blöd. Als Autor wünscht man sich natürlich, daß nicht immer dieselben den Mut haben, zu diskutieren. Einerseits wünscht man sich als Autor eine stärkere Kontrolle und andererseits fürchtet man, nur wenige wirklich zu erreichen - doch das alles bekommt man aufgrund der Mauer des Schweigens niemals raus.
"In einem Portal wie den SciLogs wünschte ich mir deswegen einen label, in dem der Leser auf eine Sammlung diese Forschungstagebücher kommt (und gerne auch andere Label, die für den Leser Blogs sortieren)."
Ich wollte nicht den Eindruck erwecken, daß SciLogs NUR engagierte Wissenschaftsblogs enthalten darf. Vielmehr genügt es mir, wenn man erkennen kann, welcher blog oder post zu welchen sub-genre gehört.
Denn blogs dürfen alles.
Am Donnerstag werde ich in diesem blog das resumee des vom Theorieblog am 9.4.2011 an der HU Berlin veranstalteten workshops zum Thema
Blogs in den Sozialwissenschaften
veröffentlichen.
"Das ist natürlich bei blogs nicht so - klar. Doch hat Hajo Friedrichs nicht gemeint, daß der Journalist bei der Wahrheit bleiben soll, daß er unparteiisch berichten und alle Interessengruppen zu Wort kommen lassen soll? Und wenn das so ist, ist dann diese Art von Neutralität unverträglich mit dem betreiben eines engagierten Wissenschaftsblogs?"
Kurzes Googlen zeigt doch einige Variationen dazu, was Friedrichs gemeint haben könnte/soll.
Das Original scheint dieses Interview hier zu sein: http://www.hanns-joachim-friedrichs.de/index.php?page=hjf&sub=2 - insgesamt sehr lesenwert.
Da steht zwar einerseits, dass es, ja um Distanz ging (nicht nur um Ausgewogenheit), andererseits zeigt sich an anderen Stellen im Interview, dass das Friedrichs natürlich nicht davon abgehalten hat, sich für diverse gute Sachen zu engagieren.
Von Friedrichs unabhängig habe ich nach wie vor den Eindruck, dass Wissenschaftsjournalisten im Mittel deutlich distanzierter sind (oder sich zumindest bemühen, es zu sein) als Wissenschaftsblogger. Beim Blogger ist (oft) wichtig, dass er/sie direkt aus der Wissenschaft heraus kommuniziert, über Dinge, die ihr/ihm nahegehen und am Herzen liegen. Vom Wissenschaftsjournalisten, zumindest in Medien wie den seriösen Tages- und Wochenzeitungen kenne ich (auch aus persönlichem Kontakt) ein Distanzbemühen in Analogie zu den anderen Journalismussparten, etwa dem Politik-Ressort - nach dem Motto: Wenn man als Journalist die Wissenschaftsbegeisterung zu sehr lebt, kann man dann noch hinreichend kritisch über Wissenschaftsthemen berichten?
Erstmal grosses Danke an Sie für diesen Blog Post, Grossteil halt ich für richtig und wichtig. Ich lese eigentlich nur noch wiss. Blogs und Journale, Feuilleton ist bei mir als Wissenschaftler ausgestorben, da er mir vor allem an seinem lauwarmen passiven Bericht-Charakter und wenig Interaktivität leidet. Blogs zu Printweb zu machen in der Hoffnung publikumswirkamer zu werden halte ich für grundfalsch und auch nicht die Aufgabe von Blogs. Vergleicht man deutsche Blogs mit englischen, hinken sie v.a. technisch hinterher und sind deswegen schlecht repräsentiert, einfach schlechtes Marketing. Einfach abgucken aus engl. Blogs, GESCHEITES Kommentarsystem, Threading(Einrückung), Einloggen per Social Accounts, SHARING per Social Services, es wundert nicht, das Posts auf scienceblogs oder scilogs in ihren Trackbacks meist auf sich selbst verlinken aber nie zu externen Blogs, hier richten sich noch die Blogthemen oft nach dem Agenda Setting der alten Medien (TV, Zeitungen) im englischen Web ist es unabhängig bzw. eher andersum. Die Technik des Kommentarbereich hier auf scilogs ist die mit Abstand schlechteste die ich kenn, weswegen ich auch selten hier kommentier. Es ist eine Sache von einer Stunde ein Wordpress Blog mit ein paar guten Plugins aufzusetzen...*kopfschüttel*
Die Aufgabe von wiss. Blogs
Blogs müssen zum kommentieren anregen, d.h. sie müssen reflektieren über Vorgänge in und um die Wissenschaft und zu Fragen anregen. Berichte über wiss. News umformuliert interessieren mich nicht, die kann man auf SPON oder eurekalert, sciendaily etc. lesen. Man hat doch bei der Casa Guttenberg, Fukushima, Bologna-Reform gesehen wo Blogs ihre notwendige Berechtigung haben. Als UNABHÄNGIGE Instanz die meinungsbestimmende soz. Schichten informiert und organisiert, der typische sporadisch interssierte Zeitungs Feuilleton Leser ist hier nicht das Zielpublikum, sondern Wissenschaftler, interessierte Laien welche diskursfreudig und lernbereit und -willg sind.
Das "Bloggewitter" hier ist z.B. eine sehr gute Institution, man müsste öfters solches Themen Setting betreiben, wo dann z.B. eine Woche lang von versch. Autoren jeden Tag ein Post zu einem Thema hier erscheint. Zu Nanopartikeln oder Gentechnik die ähnliche gesellschaftspol. Auswirkungen bei falscher Handhabung haben kann liesst man hier sehr wenig obgliech jetzt die Zeit dafür wäre bei der momentanen gesell. Aufmerksamkeitsspitze wg. dem Supergau
Den personal Blogs, die auch hier in Form von vielen Posts zu theologischen Themen stattfinden kann ich persönlich nicht viel abgewinnen, sie verwässern viele interressante Themen hier m.M. etwas, aber ob Theologie wirklich eine Wissenschaft ist und ihre Daseinberechtigung bei Fragen wie Hirnforschung hat ist ne andere Frage, das sollen die Autoren hier unter sich ausmachen wie sie sich abgrenzen, aber die Angst von Hr. Diederichs kann ich hier nachvollziehen. Ähnliche Diskussion gab es Ende letzten Jahres auf den Scienceblogs.de, woraufhin ein paar Autoren afaik das Portal verliessen, weil teilweise zu Recht Unwissenschaftlichkeit bzw. zu personales Schreiben vorgeworfen wurde, auch ne Form von Qualitätssicherung, hier sind noch nicht so viel Kommentatoren (hptsl. wg. des schlechten techn. Systems) das es hier wohl eskalieren könnte. Leute wie Herrn Freistetter muss man zu Gute halten, dass sie sich sehr perönlich in vielen Posts der Abgrenzung zwischen echten und pseudo-/para-Wissenschaften annehmen. Auch wenn das eingefleischte Wissenschaftler eher wenig interessiert zeigt dies ein notwendiges und erfolgreiches Anwendungspektrum wiss. Bloggens für wiss. Laien.
An Forschugnstagebüchern hat denke ich keiner ein Interesse(ausser man ist Fachwiss. in eben dieser Disziplin, gibt es auf resarchblogging genügend Blogs von Doktoranden die keiner liest), es sollte schon eine Entwicklung von Gedanken und Themen oder ein roter Faden wie bei den Beiträgen von Prof. Honerkamp (das ist schon sehr gutes Branding) ersichtlich sein und ein Bezug eines Themas zur Lebenswelt der Leser hergestellt werden, damit ich den Blog einer Einzelperson dauerhaft abonniere, lese und kommentiere. Viele scheinen auch der Meinung zu sein, ein Blog dürfe nicht zu lang werden, das sollte aber gerade der Vorteil und ein Charakteristikum von wiss. Blogs sein, dass sie ausführlicher, tiefer, reflektierter auch durch mehrere Post (Teil1,2....) an vesch. Tagen (durch RSS) relativ zu Feuilleton verfolgt werden können.
Technik ist ein leidiges Thema für Nicht-Nerde aber leider eben auch nicht ausklammerbar wenn man ein erfolgreiches Blognetwork schaffen will. Hier haben die dt. Blogger noch ne Menge zu lernen...Uploaden kann heutzutage jeder alles binnen Sekunden. Ein wiss. Blog hat die Verpflichtung zu Aufklärung und Fragen stellen und ist per se immer an andere gerichtet wie in jeder scientif community, alles andere ist Selbstbeweihräucherung oder Copy/Paste und hat mit Wissenschaft wenig zu tun.
Den Blog von Prof. Honerkamp würd ich auch abonnieren wenn er nicht hier im Netzwerk stehen würde und er würde sich auch halten, einzelne Blogs anderer blende ich total aus bzw. lese nur einzelne Beiträge. Dies passiert auch notgedrungen/zufällig, weil best. Themen/Rubriken gemeinsam per RSS abonniert wurden. Auch hier stellt sich die Frage für ein Blognetzwerk, was genau bietet man per RSS an UND was nicht, einzelne Autoren, ganzes Portal, Themen-Rubriken, Bloggewitter, der Nutzen einer gut strukturtieren für Autoren und Leser wird hier leicht unterschätzt und die Qualität kann stark leiden wenn wenige Autoren mit vielen pseudowiss. Themen die Qualität limitieren, auch weil interessantere Personen oft wenig Zeit haben ausführlich zu schreiben...Wenn in einem Blognetzwerk aber ein Grossteil aneinander vorbeibloggt ist eben kein grosser Reiz da für Laien von SPON zu scilogs z.B. zu wechseln! Das die Blogs sich gegenseitig reflektieren ist um einen Mehrwert zu bieten sollte eine Primäreigenschaft sein.
Ihre Unterstützung kommt hier zur rechten Zeit. Danke.
Dank auch von mir an Thomas Rupp!
Und gleich eine Frage. Sie schreiben
"An Forschugnstagebüchern hat denke ich keiner ein Interesse(ausser man ist Fachwiss. in eben dieser Disziplin, gibt es auf resarchblogging genügend Blogs von Doktoranden die keiner liest)".
Ich hatte in meinen Kommentar ja von Forschungstagebüchern geredet und finde diese gut, also ein Blog in das ein Forscher sich die wesentlichen Inhalte seiner eigenen Forschung noch einmal vergegenwärtigt und für die Öffentlichkeit ausformuliert. Von seiner Forschunsgsförderung bis zu den Ergebnissen. (Natürlich gerne mit weiteren Posts zwischendurch.)
So mache es ich. Das finden sie nicht so spannend? Ich will wirklich nur Ihre Kritik (gerne ganz direkt bezogen auf die Graue Substanz) hören und Sie hier nicht überzeugen. Durch Kritik lerne ich was.
hauptsächlich interessieren mich als Physiker hier interdisziplinäre/naturphilosophische Posts ala Honerkamp aber auch fachspezifisches wie bei ihnen oder S. Schleim zur Hirnforschung. Die Fachtagebücher bezieh ich auf viele Blogs von Doktoranden (siehe researchblogs, die meinen einen Paper das sie notgedrungen beruflich lesen mussten eignet sich auch für einen Blog an Nicht-Kenner der Marterie ohne inhalt. Zush. zum vorherigen Post) In Einzelblogs halt ich von so einer Strategie nichts (aber nicht jeder Blogger hat und will ne Strategie :) ), in einem Netzwerk mit merheren Physikern, kann es durchaus Sinn machen, wenn jemand einen fachspez. Artikel zu Algorithmen des Quantencomputing schreibst und andere Autoren darüber reflektieren und das Niveau auf einfachere interdisziplin. naheliegende Fragestellungen runterbrechen, noch besser natürlich umgekehrt. Oder ein Fachwissenschaftler erklärt die aus der Schule bekannten Mendelschen Gesetze auf molekulargenetischer Ebene mit Genomen und Genexpression und zeigt wozu synthetische Biologie heute schon in der Lage ist mit Vor- und Nachteilen, daraus ergeben sich Fragen von Sozial- über Geistes - bis Naturwissenschaften. Aber wenn hier Theologen und Naturwiss. sich weitestgehend abgrenzen und sich nicht auf die Füsse treten wollen durch Personal Blogs, verliert für mich ein Blognetzwerk seinen Zweck & Reiz. Solch eine Ausrichtung scheint mir der Natur eines Blognetzwerkes sehr zuwider. Fachtagebücher sind also in Ordnung für ein allgemeines Publikum und wenn sie von den anderen Autoren gepuffert und reflektiert werden, aber zu viele davon und die Netzwerk-Effekte gehen flöten...Unterschied zwischen einem Blognetzwerk und Blogverzeichnis ala Technorati
Solche gegenseitigen Befruchtungen sieht man auf den scienceblogs.de des öfteren und sie nähren ein assoziativ denkendes verlinkendes Netzwerk von Autoren und Kommentaren imho. Der Vorteil zu einem Einzelblog in einem Netzwerk ist für mich v.a., dass ein Autor das Verständnis-Niveau seiner Posts variieren kann, da vom Abiturienten bis Dr. verschiedene Leute hier interessante Themen finden. Ohne social sharing services als twitter facebook stumble muss man sich aber nicht wundern wenn kaum traffic hier erreicht wird relativ zu rivalisierenden scienceblogs/Newsseiten. Das Post von Diederichs stellt ja imo auch die Frage auf was ist die Strategie der scilogs, auch gegenüber anderen Blog-Netzwerken, vielleicht kommt in Bälde auch ein dt. ähnlicher TED-Talk oder Hybridformen aus Text, Pod, Videocasts. Die vermurkste Software find ich hier nicht sehr zukunfsweisend, den technischen Einfluss sollte man bei aller inhalt. Bemühung eben nicht ausblenden. Mir wurde gesagt das ist Lifetype geschuldet, aber viele Wordpress Plugins sind quelloffen und sollten ohne grössere Verrenkungen adaptierbar sein....
Ich finde die Strukturierung hier mit sci-, wissens-, chronologs etwas nichtsagend und Post best. Autoren auch etwas deplaziert in best. Rubriken weil kaum Zush. mit Themen ander Autoren (Honerkamp z.B.) Grösstenteils scheinen mir die Autoren selbst zu kommentieren, Feedback von Lesern ist hier scheinbar sehr gering in Bereichen die ich les
Der Netzwerkgedanke war mir, als ich zu SciLogs kam, gar nicht so bewusst. Ich bin auch immer kein so großer Freund von Bloggewitter und selbst andere Posts in meinen aufzugreifen fällt mir oft schwer. Bloggen oder selbst kommentieren über mir fremde Themen macht deutlich mehr Arbeit. Der Mehrwert ist aber klar.
Was die Technik betrifft, haben wir einen etwas eigenen Scharm in den Kommmentarfunktionen, den abzulegen sicher kein Verlust wäre. Und auch weitere Möglichkeiten lassen wir noch recht gelassen aus. Um es mal vorsichtig auszudrücken.
Einen noch etwas anderen Standpunkt in dieser Sache habe ich hier
http://www.thinktankdirectory.org/blog/2011/04/23/wissenschaftsblogs-im-dornroschenschlaf/
gefunden.
Viel Spaß beim Lesen!