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Gefahren von Second Life

von Katja Schwab, 05. Mai 2007, 17:25

Ein Kommentar

Da ich aufgrund meines Engagements in Second Life viel Kontakt mit Journalisten hatte, beantworte ich nun die beiden häufigsten Fragen gleich nach der Topfrage - Was macht die Faszination von Second Life aus? - hier in diesem Blog, wo sie hingehören.

Fördern virtuelle Welten wie Second Life die Isolation?

Virtuelle Welten wie Second Life führen nicht in die soziale Isolation im realen Leben wie Untersuchungen (Utz, 1999; Götzebrucker, 2001) ergaben. Ganz im Gegenteil fördern und erfordern sie soziale Kompetenz, denn die Kommunikation in virtuellen Welten wie Second Life ist oft wichtiger als die Spielhandlung selbst. Die User identifizieren sich mit ihrer virtuellen Community genauso wie mit ihren Gruppen im „ersten Leben“.

Die Studie zeigt, dass herkömmliche Theorien zur sozialen Identifikation problemlos auf die Verhältnisse in virtuellen Gemeinschaften übertragbar sind. Virtuelle Gemeinschaften scheinen entgegen ihrem schlechten Ruf keine Gefahr für die Gesellschaft darzustellen, sondern ein Zusatzangebot an Identifikationsmöglichkeiten zu bieten. Interessanterweise waren ausgerechnet diejenigen Befragten, die dreidimensionalen Onlinewelten kritisch gegenüber standen, selbst am stärksten von der realen Gesellschaft entfremdet.

Ist Second Life eine Droge? Wo beginnt die Sucht?

Im Laufe eines gesunden Entwicklungsprozesses bildet der Mensch ein adaptives und effektives System selbstregulatorischer Funktionen aus, z.B. fürsorgerische und selbstsichernde Kompetenzen, Emotionskontrolle und ein gesundes Selbstwertgefühl. Doch in einigen Fällen verläuft die Entwicklung aufgrund genetischer und/oder ungünstiger Umwelteinflüssen gestört. Da den betroffenen Individuen wichtige Fähig- und Fertigkeiten fehlen, ihre Emotionen in angepasster Weise zu regulieren, sind sie besonders anfällig für Abhängigkeiten jeglicher Art, um Stress adäquat zu bewältigen und den überwältigenden Strom ihrer Gefühle unter Kontrolle zu bekommen (Gross, 2003).

Sucht beginnt bereits dort, wo sich ein Mensch mittels Substanzen oder bestimmten Verhaltensweisen mit Problemen und schwierigen Situationen nicht mehr angemessen auseinandersetzt. Das "Spielen" von Second Life kann wie eine Droge wirken, wenn es die Funktion bekommt, Stresssituationen durch Flucht in ein zweites, schöneres Leben zu bewältigen. Diese Gefahr besteht allerdings auch bei anderen belohnenden Aktivitäten wie Drogenkonsum, Kaufen, Sex haben, Glücksspiel ...

Meine Beobachtungen sind, dass der Second Life Konsum in der Regel eher substitutiv zu anderen Medien zu bewerten ist. Einen Teil der Zeit, die man vorher vor dem Fernseher, dem Computerspiel, dem Internet verbracht hat, ist man jetzt in Second Life anzutreffen.

Weitere Artikel zum Thema:
Virtuelle Welten und ihre soziale Wirkung
Second Life - die neue Droge?
Die Wirkung virtueller Welten





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