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Gläserne Forschung

02. Januar 2012, 15:34

Der Impact Faktor von Fachjournalen ist seit seiner Einführung in den 1960er Jahren als eher unzureichendes Werkzeug, das herangezogen wird, um etwas über die Qualität wissenschaftlicher Publikationen zu sagen. Durch die Social Media kommen neue potenzielle Faktoren ins Spiel.

Seit einigen Jahren fügt etwa die Public Library of Science, PLoS, den bei ihr publizierten Artikeln weitere Kriterien hinzu. Da diese Open Access sind, kann PLoS beispielsweise zählen wie häufig ein Artikel gelesen oder heruntergeladen wurde, ob jemand Lesezeichen dafür angelegt hat oder ob der Artikel in Blogs zitiert wurde. Seit Neuestem zählt der PLoS impact explorer sogar Verlinkungen auf Twitter.

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Die Top 10+1 Apps des Mendeley-PLoS Binary Battles

17. November 2011, 09:23

Diese Apps haben es in sich. Sie zeigen neue Ideen und Wege, wie sich Wissenschaften, deren Vernetzung, deren Bewertung, deren Auswertung verändern könnten. Mendeley und PLoS hatten zu einem binary battle aufgerufen. Wer will, kann sozusagen mit den bei ihnen gespeicherten Literaturdaten und mehr spielen und sich einfallen lassen, was man mit diesem Datenwust anstellen kann. Jetzt stehen diejenigen 10+1 fest, die es ins Finale geschafft haben. Und sie sind allesamt einen Blick wert. 

Vielleicht feiert die Forschergemeinschaft schon bald den Abschied vom traditionellen Impact Factor. Vielleicht bleibt er in seiner so beherrschenden Rolle bestehen, wird aber von den neuen deutlich umfangreicheren Möglichkeiten auf jeden Fall ergänzt. Ich gratuliere den Kollegen drüben von der Bierologie, die es mit ihrer openSNP-App ins Finale geschafft haben. » weiter

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Ein Impact Faktor ist nicht genug

02. November 2011, 12:20

Derzeit erleben wir einen regelrechten Boom der Bewertung wissenschaftlicher Publikationen mithilfe diverser neuer Werkzeuge. Jüngstes Beispiel, das mir in der Runde aufgefallen ist, ist die Seite Total Impact.  Ebenso wie die bereits vorgestellte Sciencecard von Martin Fenner und das openSNP-Projekt von Philipp Bayer und Bastian Greshake haben sich hier einige Forscher im Zuge des Mendeley/PLoS Binary Battles zusammengetan und mit den Möglichkeiten der beiden Plattformen PLoS und Mendeley sowie eben auch anderer gespielt.

Mithilfe von Total-Impact soll auf einfache und schnelle Art und Weise der Impact einzelner Forschungsergebnisse auf großer Bandbreite angezeigt werden. Jenseits der üblichen Parameter wie Zitaten in anderen Publikationen werden hier viele weitere (Downloads, Lesezeichen, Blogbeiträge etc.) berücksichtigt. Der Journal Impact Factor aber bleibt explizit außen vor.

Dafür zieht Total Impact Daten aus folgenden Online-Formaten heran:

-    der DOI-Plattform Crossref,
-    der Medizinischen Literaturzentrale PubMed,
-    den Metriken von PLoS,
-    der Literaturdatenbank Mendeley,
-    dem Portal für Präsentationen Slideshare,
-    der internationalen Bibliothek angewandter Biowissenschaften Dryad,
-    dem Social Bookmarking Service für wissenschaftliche Publikationen CiteULike,
-    dem Bookmarker der anderen Natur Delicious,
-    der Wikipedia,
-    der Social Media Suche Seite Topsy,
-    der Blogaggreagation Researchblogging,
-    den Plattformen für Software-Entwickler GitHub und SourceForge,
und   sogar nach Facebook likes und shares wird gefahndet.

So soll ein umfassendes Gesamtbild entstehen.

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ScienceCard - der Blick auf einzelne Forscher

29. September 2011, 12:28

Weil die Unzufriedenheit mit dem Impact Factor als Messgröße wissenschaftlicher Etabliertheit dauerhaft groß ist, suchen Forscher, Verlage und neue Netzwerke nach neuen Methoden einer Evaluation. Gestern hat Martin Fenner in seinem Blog sein jüngstes Projekt ScienceCard vorgestellt. Wozu das gut ist und was Martin damit will, erklärt er in den Antworten auf meine Fragen.

Metriken für wissenschaftliche Werke werden für deren Evaluation verwendet. Der Impact Faktor ist weit verbreitet, aber nicht das beste Werkzeug um die Qualität einzelner Artikel zu bewerten, weil hier die Journale im Vordergrund stehen, nicht der einzelne Artikel.  Im Juli 2009 hat etwa PLoS, unter deren Dach Martin heute bloggt, deshalb begonnen PLoS-Artikeln Messgrößen wie Zitierungen, Häufigkeit von Downloads etc. hinzuzufügen, die automatisch laufend aktualisiert werden. Martin hat nun für den Mendeley/PLoS API Binary Battle ein neues Werkzeug kreiert, das einzelnen Forschern deren Artikel und deren Wertigkeiten zuweist.

Werfen wir einen Blick auf Gudmundur Thorisson: Seine auf ScienceCard gelisteten 7 Artikel wurden auf citeulike 133 und auf Mendeley 127 mal gelesen und gebookmarked; und aus PubMed lässt sich filtern, dass sie 1006 Mal zitiert wurden, Microsoft Academic Search kommt auf 1286 Zitierungen. (Mehr zu Mendeley und Microsoft Academic Search hatte ich hier geschrieben).

Martin, einerseits finde ich es sehr gut, wenn mehr Transparenz in der Forschung entsteht, brauchen wir dazu aber ‚gläserne Forscher’ und was ist der Nutzen von ScienceCard für die Forscher?

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Literatur in neuen Systemen: Mendeley und Academic Search

14. September 2011, 15:31

Wer die erste Ausgabe der deutschen WIRED in Händen hält, kann dort meinen Artikel zu zwei boomenden Science Social Media nachlesen: Dem individuell optimierbaren Bibliographietool Mendeley und dem Austauschnetz Researchgate. Beide entwickeln sich seit Beginn ihres Onlinelebens vor etwa drei Jahren rasant. Mendeley zählt über 1,1 Millionen registrierte Nutzer, die mehr als 112 Millionen Publikationen eingetragen haben. Researchgate hat über eine Million Profile von Forschern eingepflegt.


Insbesondere Mendeley hat in meinen Augen das Potenzial Wissenschaft zu beflügeln. Und so habe ich am Rande der Science Online London 2011 (Lars hat bereits von der #solo11 berichtet) einen Abstecher zu Victor Henning, einem der drei Gründer von Mendeley, gemacht und mit ihm auf der Dachterrasse des Bürohauses im Londoner Stadtteil Clerkenwell geplaudert.  » weiter

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