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Ein Impact Faktor ist nicht genug

02. November 2011, 12:20

Derzeit erleben wir einen regelrechten Boom der Bewertung wissenschaftlicher Publikationen mithilfe diverser neuer Werkzeuge. Jüngstes Beispiel, das mir in der Runde aufgefallen ist, ist die Seite Total Impact.  Ebenso wie die bereits vorgestellte Sciencecard von Martin Fenner und das openSNP-Projekt von Philipp Bayer und Bastian Greshake haben sich hier einige Forscher im Zuge des Mendeley/PLoS Binary Battles zusammengetan und mit den Möglichkeiten der beiden Plattformen PLoS und Mendeley sowie eben auch anderer gespielt.

Mithilfe von Total-Impact soll auf einfache und schnelle Art und Weise der Impact einzelner Forschungsergebnisse auf großer Bandbreite angezeigt werden. Jenseits der üblichen Parameter wie Zitaten in anderen Publikationen werden hier viele weitere (Downloads, Lesezeichen, Blogbeiträge etc.) berücksichtigt. Der Journal Impact Factor aber bleibt explizit außen vor.

Dafür zieht Total Impact Daten aus folgenden Online-Formaten heran:

-    der DOI-Plattform Crossref,
-    der Medizinischen Literaturzentrale PubMed,
-    den Metriken von PLoS,
-    der Literaturdatenbank Mendeley,
-    dem Portal für Präsentationen Slideshare,
-    der internationalen Bibliothek angewandter Biowissenschaften Dryad,
-    dem Social Bookmarking Service für wissenschaftliche Publikationen CiteULike,
-    dem Bookmarker der anderen Natur Delicious,
-    der Wikipedia,
-    der Social Media Suche Seite Topsy,
-    der Blogaggreagation Researchblogging,
-    den Plattformen für Software-Entwickler GitHub und SourceForge,
und   sogar nach Facebook likes und shares wird gefahndet.

So soll ein umfassendes Gesamtbild entstehen.

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Das Social Media Gehirn

21. Oktober 2011, 14:09

Sag mir, wie viele Freunde Du auf Facebook hast, und ich sage Dir, wie viel graue Substanz in Deinem Hirn steckt. Einen solchen Zusammenhang wollen nun Forscher am University College in London herausgefunden haben. In ihrer Studie (1) machten sie bei intensiven Social Media Networkern eine höhere Dichte der grauen Substanz in drei Hirnregionen aus (linker mittlerer Gyrus temporalis (MTG), rechter oberer Sulcus temporalis (STS) und Entorhinalen Kortex). Alle drei sind Regionen die bereits im Zusammenhang mit sozialer Wahrnehmung und assoziativem Gedächtnis stehen. Nun seien also diese Hirnregionen speziell mit Sozialkontakten in Online-Netzwerken assoziiert. Das haben MRTs von 125 jungen Facebookern (meist Studenten) ergeben.
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Internationale Forschungsplanung und unzählige Fragezeichen

17. Oktober 2011, 16:13

Die wichtigste Antwort auf die Frage, ob man Forschung für die Zukunft planen könne, brachte am Ende der Tagung „Planning Research for the Future?“ Carsten Dreher von der FU-Berlin. Konkret planbar und einfach wird Forschung niemals sein. Und so sind für Dreher aus dem einen Fragezeichen hinter dem Motto am Ende der dreitägigen Debatten viele geworden.

Die Ebenen auf denen Forschung stattfindet, die Institutionen, Universitäten, Finanzierungsstrukturen der Länder und deren Strategien sind, so zeigte die Tagung, sehr facettenreich. Nur wenige Schlagworte hat Dreher am Ende zusammengefasst mit denen man zumindest in groben Zügen die Zukunft von Forschung und damit auch die Ansprüche an sie umschreiben kann. Sie werde oder müsse sich immer mehr diversifizieren, globaler, präziser, zielorientierter, lösungsorientierter und gar widersprüchlicher werden.

Alleine der Aspekt der Internationalität und gleichzeitigen gemeinsamen globalen Verantwortung offenbarte in der Runde „Leaving the Nutshell? International and European Dimensions in Strategic Intelligence Research“ vielfache Ebenen.


•    Der Wissenschaftsboomer China und andere Staaten wie Korea oder Indien, die mit ihrem Anteil weltweiter Publikationen auf der Überholspur liegen und denen rückläufige Trends etwa in den USA oder auch Deutschland gegenüber stehen. So wird aller Voraussicht nach 2013 China die USA vom Spitzenplatz verdrängen.

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Wahrsagen für die Wissenschaft - Der Einfluss der Megatrends

15. Oktober 2011, 09:14

Forschung ist teuer und da ist es nur billig, wenn Staaten und ihre Bürger Forschung möglichst zielgerichtet fördern wollen. Es sollte doch zum Wohle der Menschen sein, für den Fortschritt, für die Stärkung der Wissenschaft im eigenen Lande, für die Erkenntnis. Doch wer sagt innerhalb des Spannungsfeldes von Grundlagen- und angewandter Forschung, was die Zukunft bringt, was gebraucht werden wird? Darum ging es gestern unter anderem im Workshop „Societal challenges as research questions – From demand to research projects“ während der Tagung Planning Research for the Future. Über die Planbarkeit und vor allem dem viel zu geringen Fokus auf die wichtigste Ressource Mensch (Forscher) habe ich gestern bereits berichtet.

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Ist Forschung planbar?

14. Oktober 2011, 00:33

Einem großen Thema hat sich die Tagung ‚Planning Research for the future?’  verschrieben, die derzeit in Berlin unter der Ägide des Center for Cluster Development (CCD) der Freien Universität Berlin in Kooperation mit dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft stattfindet.

Es geht um nicht mehr oder weniger als um die Frage, wie potenzielle Geldgeber – der jeweilige Staat, Staatenverbünde (EU) oder Industrie – entscheiden. Welche Forschung ist notwendig? Wohin soll Geld fließen? Wollen wir mehr Grundlagen oder angewandte Forschung? Wie könnten Wege dahin aussehen?

Geladen sind Gäste aus vielen Ländern und selbstverständlich die üblichen Player: Universitäten, Stiftungen, Forschungsgemeinschaften. Alle teilen sich diverse Kuchen in unterschiedlichen Schnittchen. Hier etwas Fördergeld für Grundlagenforschung in Kooperation mit internationalen Partnern, dort die Verteilung nach exakten Maßgaben von Geldern aus Bund und Ländern (Helmholtz, Leibniz) ... und nicht zuletzt die Exzellenzinitiativen und Clustern von Bund und Ländern, die das Land überfluten.

Eliteuniversitäten wie in den USA oder Frankreich gab es in Deutschland nicht bis 2005 die Exzellenzinitiative des BMBF und der DFG startete. Seither wird das Land so gründlich überschwemmt von Elitenetzwerken, Eliteuniversitäten und Exzellenzclustern, dass wir zielsicher eines erreicht haben: Dieselbe Gleichförmigkeit wie vorher. Als exzellent bezeichnen sich alle Forschungsinstitute der Fraunhofer-Gesellschaft (69), der Helmholtz-Gemeinschaft (17), der Leibniz-Gemeinschaft (87), der Max-Planck-Gesellschaft (86 meine Zählung – 76 Barbara). Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert derzeit 37 Exzellenzcluster und 39 Graduiertenschulen an Universitäten und 9 Eliteuniversitäten. Dazu kommen noch Länderinititativen wie das Elitenetzwerk Bayern mit 21 Elitestudiengängen an neun Universitäten und die NRW Graduate Schools.

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ScienceCard - der Blick auf einzelne Forscher

29. September 2011, 12:28

Weil die Unzufriedenheit mit dem Impact Factor als Messgröße wissenschaftlicher Etabliertheit dauerhaft groß ist, suchen Forscher, Verlage und neue Netzwerke nach neuen Methoden einer Evaluation. Gestern hat Martin Fenner in seinem Blog sein jüngstes Projekt ScienceCard vorgestellt. Wozu das gut ist und was Martin damit will, erklärt er in den Antworten auf meine Fragen.

Metriken für wissenschaftliche Werke werden für deren Evaluation verwendet. Der Impact Faktor ist weit verbreitet, aber nicht das beste Werkzeug um die Qualität einzelner Artikel zu bewerten, weil hier die Journale im Vordergrund stehen, nicht der einzelne Artikel.  Im Juli 2009 hat etwa PLoS, unter deren Dach Martin heute bloggt, deshalb begonnen PLoS-Artikeln Messgrößen wie Zitierungen, Häufigkeit von Downloads etc. hinzuzufügen, die automatisch laufend aktualisiert werden. Martin hat nun für den Mendeley/PLoS API Binary Battle ein neues Werkzeug kreiert, das einzelnen Forschern deren Artikel und deren Wertigkeiten zuweist.

Werfen wir einen Blick auf Gudmundur Thorisson: Seine auf ScienceCard gelisteten 7 Artikel wurden auf citeulike 133 und auf Mendeley 127 mal gelesen und gebookmarked; und aus PubMed lässt sich filtern, dass sie 1006 Mal zitiert wurden, Microsoft Academic Search kommt auf 1286 Zitierungen. (Mehr zu Mendeley und Microsoft Academic Search hatte ich hier geschrieben).

Martin, einerseits finde ich es sehr gut, wenn mehr Transparenz in der Forschung entsteht, brauchen wir dazu aber ‚gläserne Forscher’ und was ist der Nutzen von ScienceCard für die Forscher?

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Michael Nielsens Keynote und Arsenic Life Panel - Science Online London 2011

15. September 2011, 15:50

Eigentlich wollte ich zur Science Online London 2011 jede Menge bloggen. Doch die Zeit rast und so habe ich gerade mal gestern einen ersten Eintrag geschafft, während das Organisationteam inzwischen einige Videos online gestellt hat. Ich möchte besonders die Keynote von Michael Nielsen zum Thema Open Science und das Panel 'Linking with the Literatur – Arsenic Life Story' empfehlen.  » weiter

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Literatur in neuen Systemen: Mendeley und Academic Search

14. September 2011, 15:31

Wer die erste Ausgabe der deutschen WIRED in Händen hält, kann dort meinen Artikel zu zwei boomenden Science Social Media nachlesen: Dem individuell optimierbaren Bibliographietool Mendeley und dem Austauschnetz Researchgate. Beide entwickeln sich seit Beginn ihres Onlinelebens vor etwa drei Jahren rasant. Mendeley zählt über 1,1 Millionen registrierte Nutzer, die mehr als 112 Millionen Publikationen eingetragen haben. Researchgate hat über eine Million Profile von Forschern eingepflegt.


Insbesondere Mendeley hat in meinen Augen das Potenzial Wissenschaft zu beflügeln. Und so habe ich am Rande der Science Online London 2011 (Lars hat bereits von der #solo11 berichtet) einen Abstecher zu Victor Henning, einem der drei Gründer von Mendeley, gemacht und mit ihm auf der Dachterrasse des Bürohauses im Londoner Stadtteil Clerkenwell geplaudert.  » weiter

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Schön zum an die Wand hängen - Forschungskooperationen im Bild

26. August 2011, 14:16

Deutschland weltweit

Wie international arbeiten Deutschlands Forscher? Inspiriert von der Facebook worldwide friendships map  hat  der kanadische Datenexperte Olivier H. Beauchesne wissenschaftliche Publikationen der Jahre 2005-2009 ausgewertet. Dies tat er bereits im Januar diesen Jahres und stellte seine beeindruckende "Map of scientific collaborations" online. Nun war Olivier so nett und hat auf meine Bitte hin, speziell Deutschland für uns rausgerechnet und farblich hervorgehoben. Lieben Dank!


Deutschland EU
Allgemein sind die Kooperationen als blaue Linien erkennbar. Deutsch-Internationale Kooperationen sind grün dargestellt, interne Deutsch-Deutsche Kooperationen orange. Eine höhere und zoombare Auflösung gibt es hier.


Neben den erkennbaren deutschen Forschungzentren, finde ich auffällig, wie in Frankreich fast alle Fäden nach Paris laufen. Dagegen schwächelt Berlin als Wissenschaftsstandort in dieser Analyse, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, wie Olivier mir gegenüber betont hat. Olivier und seine Kollegen von Science-Metrix haben für diese Darstellungen Daten von Aggregatoren wissenschaftlicher Fachjournale wie Elseviers „Scopus“ und Thomson Reuters „Web of Science“ lizensiert und ausgewertet. Ich finde es einfach schön zum an die Wand hängen.

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Und gleich noch Ergänzungen zum Thema Visualisierungen von Wissenschaftsstandorten

Die weltweiten Spitzen-Wissenschaftsstandorte präsentieren im März Lutz Bornmann von der MPG in München und  Loet Leydesdorff von der Universität Amsterdam. Sie haben auch aktuell einen Artikel in Arbeit, in dem sie europäische Standorte zeigen, von denen besonders viele Forscher in anerkannten Journalen der Neurowissenschaften, der Physik und Astronomie und der Sozialwissenschaften veröffentlichen.



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Deutsche Wissenschaft auf Twitter

14. Juni 2011, 15:51

Aus gegebenem Anlass – bevorstehendes Leibniz Führungsseminar am nächsten Wochenende – habe ich gestern die deutsche Wissenschaftsszene (ohne einzelne Blogger) auf Twitter gescreent. Weil ich die Listen doch so interessant finde, möchte ich sie niemandem vorenthalten. Ich bin übrigens für (wichtige!) Ergänzungen dankbar.  » weiter

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