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Wir bloggen weiter

09. Mai 2012, 16:41

In letzter Zeit häufen sich negative Trendäußerungen zu Blogs. Vor drei Wochen schrieb Sascha Lobo in seiner Kolumne vom „Sinkflug des Blogs“ und die Speaker zum Thema ‚Wissenschaftliches Bloggen in Deutschland’ auf der re:publica sahen wissenschaftliche Blogs immer noch vom Strukturkonservatismus bedroht und gefühlt in der wirklichen Nische. Thorsten Thiel vom Theorieblog meinte  gar: „Der Hype um wissenschaftliche Blogs ist vorbei.“ Und Andrea Jonjic zieht im in ihrem sicherheitspolitik-blog das Resümee: „Man kann kaum von einer wissenschaftlichen Blogosphäre in Deutschland sprechen. Es gibt sehr wenige bekannte Wissenschaftsblogs, die Vernetzung miteinander funktioniert ebenfalls nicht besonders gut.“

(*) Tatsächlich sinkt offenbar die Zahl der Verlinkungen von Blogs untereinander1. Tatsächlich kommentieren auch Blogger als sehr aktiver Teil der Social Media Welt zunehmend auf anderen  Portalen. Ich selbst kenne das Dilemma, dass ich gerne schnell reagiere, auf etwas hinweise, es bewerte. Oft ist mit dem schnellen aber verbunden, dass ich nicht mehr darüber blogge. Oft sammle ich gutes to-Blog-Material, das ich bereits vertwittert oder -facebockt oder -googleplust habe. Zum Blogbeitrag kommt es dann aber mitunter nie. Deshalb nehme ich mir nun den Aufruf von Claus Junghanns in der kritikkultur zu Herzen: „Nutzt Twitter und Facebook als das was sie sind: Kommunikationsmedien. Aber parkt in ihnen nicht eure Kreativität.“

(*) Tatsächlich gibt es gerade in der Wissenschaft manchmal regelrecht verknöchert wirkende Strukturen und hierarchische Denkweisen, die vermeintlich eine freie Meinungsäußerung von Forschern und solchen, die es werden wollen, zu unterbinden scheinen. Doch die darüber klagen, sind eben jene, die es mit dem Bloggen gar nicht erst versuchen. „Dabei kann man auf einem Blog machen, was man möchte“, wie Sascha Lobo in seinem Kommentar meinte.

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Deutsche Wissenschaft auf Twitter II

09. Januar 2012, 15:10

50 Prozent hat die Follower-Gemeinde deutscher Wissenschaftstweets nach meiner kleinen Erhebung in den vergangenen fast 7 Monaten seit der ersten Erhebung zugelegt. Wenn das mal kein Grund zum Feiern ist. Zunehmend haben Presse- und Öffentlichkeitsarbeitsstellen von Forschungsinstituten, Hochschulen, Forschungsgemeinschaften sowie wissenschaftsjournalistische Formate und Blogs ihre Twitteraccounts gepflegt und wurden belohnt.

Besonders hohe Steigerungsraten verzeichneten naturgemäß diejenigen Forschungs-Twitter-Accounts, die vor 7 Monaten noch niedrige Followerzahlen aufwiesen. Die Zeitschrift Sterne und Weltraum konnte um 103 Prozent zulegen - von 570 auf 1161 Follower. Das DIW in Berlin nahm an Followern satte 88 Prozent zu (heute 645 versus 343 Follower im Juni). Und was natürlich hier bei den Brainlogs sehr freut: Auch der Twitter-Account von Gehirn&Geist konnte 80 Prozent Zuwachs verzeichnen und wird von nunmehr 1218 verfolgt.

Absoluter Spitzenreiter im Zuwachs ist die Max-Planck-Gesellschaft, deren @maxplanckpress im genannten Zeitraum die Followerzahlen um satte 156,6 Prozent von 868 auf 2227 steigerte. Hier zeigt sich, dass es lohnt, wenn die Aktivitäten auf Twitter erhöht werden. Mit täglich etwa drei bis vier Tweets und dem, was Social Media eben ausmachen. 

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Citizen Sciences sind die beste Öffentlichkeitsarbeit

09. Januar 2012, 13:54

Ergänzend zum Artikel über Citizen Sciences in Deutschland habe ich noch ein Interview mit Klement Tockner vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei, IGB, geführt. Seiner Meinung nach bringen Citizen Sciences nicht nur gute Forschungsergebnisse, sondern sie sind zudem Werbung für die Wissenschaft.


Herr Tockner, sie sind schon lange ein begeisterter Anhänger der Beteiligung von Bürgern an der Forschung. Gibt es bei Ihnen am Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei, IGB, bereits solche Citizen Science Projekte?


Tockner: Eines der Leuchtturmprojekte der Umsetzung der Biodiversitätsstrategie des Bundes ist der Schutz von Restbeständen und die Wiederansiedlung der Störe in Nord- und Ostsee zur Erhaltung der verbliebenen genetischen Vielfalt. Ein Teil der Arbeiten der Gesellschaft zur Rettung des Störs ist bei uns am IGB bei Jörn Gessner angesiedelt. Etliche Störe werden mit Sendern ausgestattet, um ihre Wanderbewegungen festzuhalten. Doch diese Daten reichen nicht für ein Gesamtbild. Hier kommen die Fischer und Angler ins Spiel, die für das Projekt gewonnen werden konnten. Sie berichten, wenn sie einen Stör fangen. Ein vergleichbares Monitoring könnten wir nie finanzieren.


Citizen Sciences helfen Geld sparen, das ist alles?

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Citizen Sciences in Deutschland

04. Januar 2012, 10:32

Bürger beteiligen sich als Artenkartierer, Sternenzähler oder Proteinspieler an aktueller Forschung - meist über das Internet. Ein spannendes Computerspiel lockt seit drei Jahren Tausende ins Netz. Sie puzzeln für die Wissenschaft. Auf Fold.it versuchen sie sich darin, Proteinstränge in die gewünschte Form zu bringen und bauen virtuelle 3-D-Moleküle. Der jüngste bekannte Erfolg war die Strukturaufklärung eines Proteins, das neue Aids-Medikamente ermöglichen soll.

Hunderte Spieler hatten mitgeholfen, ein 3-D-Modell eines Enzyms, das eine wichtige Rolle bei der Vermehrung des Mason Pfizer Monkey Virus (M-PMV) spielt, zu erstellen. Es wurde im September 2011 im Fachmagazin Nature veröffentlicht. Die Spieler hatten in nur drei Wochen erreicht, was Biochemikern der Universität Washington über Jahre nicht gelang. Diese mussten sozusagen nur noch den Feinschliff vornehmen. Zum Dank wurden die am stärksten beteiligten Gruppen Foldit Contenders und Foldit Void als Autoren an dritter und vierter Stelle im Nature-Artikel gelistet. » weiter

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Neue Netzwerke der Wissenschaft

22. Dezember 2011, 15:35

Facebook, Google+, Blogs und Twitter sind in aller Munde. Parallel dazu bauen Forscher Social Media auf, die an die Bedarfe der Wissenschaft angepasst sind. Damit erobern sie das Internet, das ursprünglich für die Kommunikation unter Forschern gedacht war, wieder für sich.

Für das Verbundjournal des Forschungsverbund Berlin habe ich rund um das Thema Wissenschaft im Web 2.0 ein paar Texte zu den Themen Science 2.0, Altmetriken, Citizen Sciences geschrieben, die natürlich gekürzt werden mussten, deshalb von jetzt ab peu a peu die Originale hier im Blog. Vor allem mit mehr Quotes von im Science 2.0 aktiven Forschern. Lesenswert ist auch der Kommentar von Elmar Diederichs - ehemaliger Scilogger - 'Mind at Work'.

Titelzeile Verbundjournal

Zum Wintersemester 2011/2012 startete von Berlin aus der hochschulübergreifende digitale Campus Iversity. Bereits 22.000 Nutzer stellen dort, begleitende Angebote zu Lehrveranstaltungen und Konferenzen oder für Forschergruppen online. „Iversity ist eine Plattform für eine asynchrone und interdisziplinäre Form der Zusammenarbeit“, beschreibt Hannes Klöpper, der gemeinsam mit Jonas Liepmann den digitalen Campus aus der eigenen Not heraus kreiert hat. Denn die beiden Geistes- und Sozialwissenschaftler vermissten während ihres Studiums Möglichkeiten, auch außerhalb von Seminaren mit Kommilitonen und Dozenten zu diskutieren oder Termine abzusprechen.

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Die Top 10+1 Apps des Mendeley-PLoS Binary Battles

17. November 2011, 09:23

Diese Apps haben es in sich. Sie zeigen neue Ideen und Wege, wie sich Wissenschaften, deren Vernetzung, deren Bewertung, deren Auswertung verändern könnten. Mendeley und PLoS hatten zu einem binary battle aufgerufen. Wer will, kann sozusagen mit den bei ihnen gespeicherten Literaturdaten und mehr spielen und sich einfallen lassen, was man mit diesem Datenwust anstellen kann. Jetzt stehen diejenigen 10+1 fest, die es ins Finale geschafft haben. Und sie sind allesamt einen Blick wert. 

Vielleicht feiert die Forschergemeinschaft schon bald den Abschied vom traditionellen Impact Factor. Vielleicht bleibt er in seiner so beherrschenden Rolle bestehen, wird aber von den neuen deutlich umfangreicheren Möglichkeiten auf jeden Fall ergänzt. Ich gratuliere den Kollegen drüben von der Bierologie, die es mit ihrer openSNP-App ins Finale geschafft haben. » weiter

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Das Social Media Gehirn

21. Oktober 2011, 14:09

Sag mir, wie viele Freunde Du auf Facebook hast, und ich sage Dir, wie viel graue Substanz in Deinem Hirn steckt. Einen solchen Zusammenhang wollen nun Forscher am University College in London herausgefunden haben. In ihrer Studie (1) machten sie bei intensiven Social Media Networkern eine höhere Dichte der grauen Substanz in drei Hirnregionen aus (linker mittlerer Gyrus temporalis (MTG), rechter oberer Sulcus temporalis (STS) und Entorhinalen Kortex). Alle drei sind Regionen die bereits im Zusammenhang mit sozialer Wahrnehmung und assoziativem Gedächtnis stehen. Nun seien also diese Hirnregionen speziell mit Sozialkontakten in Online-Netzwerken assoziiert. Das haben MRTs von 125 jungen Facebookern (meist Studenten) ergeben.
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ScienceCard - der Blick auf einzelne Forscher

29. September 2011, 12:28

Weil die Unzufriedenheit mit dem Impact Factor als Messgröße wissenschaftlicher Etabliertheit dauerhaft groß ist, suchen Forscher, Verlage und neue Netzwerke nach neuen Methoden einer Evaluation. Gestern hat Martin Fenner in seinem Blog sein jüngstes Projekt ScienceCard vorgestellt. Wozu das gut ist und was Martin damit will, erklärt er in den Antworten auf meine Fragen.

Metriken für wissenschaftliche Werke werden für deren Evaluation verwendet. Der Impact Faktor ist weit verbreitet, aber nicht das beste Werkzeug um die Qualität einzelner Artikel zu bewerten, weil hier die Journale im Vordergrund stehen, nicht der einzelne Artikel.  Im Juli 2009 hat etwa PLoS, unter deren Dach Martin heute bloggt, deshalb begonnen PLoS-Artikeln Messgrößen wie Zitierungen, Häufigkeit von Downloads etc. hinzuzufügen, die automatisch laufend aktualisiert werden. Martin hat nun für den Mendeley/PLoS API Binary Battle ein neues Werkzeug kreiert, das einzelnen Forschern deren Artikel und deren Wertigkeiten zuweist.

Werfen wir einen Blick auf Gudmundur Thorisson: Seine auf ScienceCard gelisteten 7 Artikel wurden auf citeulike 133 und auf Mendeley 127 mal gelesen und gebookmarked; und aus PubMed lässt sich filtern, dass sie 1006 Mal zitiert wurden, Microsoft Academic Search kommt auf 1286 Zitierungen. (Mehr zu Mendeley und Microsoft Academic Search hatte ich hier geschrieben).

Martin, einerseits finde ich es sehr gut, wenn mehr Transparenz in der Forschung entsteht, brauchen wir dazu aber ‚gläserne Forscher’ und was ist der Nutzen von ScienceCard für die Forscher?

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Michael Nielsens Keynote und Arsenic Life Panel - Science Online London 2011

15. September 2011, 15:50

Eigentlich wollte ich zur Science Online London 2011 jede Menge bloggen. Doch die Zeit rast und so habe ich gerade mal gestern einen ersten Eintrag geschafft, während das Organisationteam inzwischen einige Videos online gestellt hat. Ich möchte besonders die Keynote von Michael Nielsen zum Thema Open Science und das Panel 'Linking with the Literatur – Arsenic Life Story' empfehlen.  » weiter

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Schön zum an die Wand hängen - Forschungskooperationen im Bild

26. August 2011, 14:16

Deutschland weltweit

Wie international arbeiten Deutschlands Forscher? Inspiriert von der Facebook worldwide friendships map  hat  der kanadische Datenexperte Olivier H. Beauchesne wissenschaftliche Publikationen der Jahre 2005-2009 ausgewertet. Dies tat er bereits im Januar diesen Jahres und stellte seine beeindruckende "Map of scientific collaborations" online. Nun war Olivier so nett und hat auf meine Bitte hin, speziell Deutschland für uns rausgerechnet und farblich hervorgehoben. Lieben Dank!


Deutschland EU
Allgemein sind die Kooperationen als blaue Linien erkennbar. Deutsch-Internationale Kooperationen sind grün dargestellt, interne Deutsch-Deutsche Kooperationen orange. Eine höhere und zoombare Auflösung gibt es hier.


Neben den erkennbaren deutschen Forschungzentren, finde ich auffällig, wie in Frankreich fast alle Fäden nach Paris laufen. Dagegen schwächelt Berlin als Wissenschaftsstandort in dieser Analyse, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, wie Olivier mir gegenüber betont hat. Olivier und seine Kollegen von Science-Metrix haben für diese Darstellungen Daten von Aggregatoren wissenschaftlicher Fachjournale wie Elseviers „Scopus“ und Thomson Reuters „Web of Science“ lizensiert und ausgewertet. Ich finde es einfach schön zum an die Wand hängen.

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Und gleich noch Ergänzungen zum Thema Visualisierungen von Wissenschaftsstandorten

Die weltweiten Spitzen-Wissenschaftsstandorte präsentieren im März Lutz Bornmann von der MPG in München und  Loet Leydesdorff von der Universität Amsterdam. Sie haben auch aktuell einen Artikel in Arbeit, in dem sie europäische Standorte zeigen, von denen besonders viele Forscher in anerkannten Journalen der Neurowissenschaften, der Physik und Astronomie und der Sozialwissenschaften veröffentlichen.



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