AKTUELLE POSTS brainlogs

 
 

Oliver Sacks (1933 – 2015)

Der Neurologe Dr. Oliver Sacks ist heute in gestorben. Die New York Times hat einen kurzen Nachruf. Dr. Sacks Leben und Werk orientierte sich immer an der Persönlichkeit des Patienten. Schon in seinem ersten Buch „Migräne“ von 1970 interessierten ihn «vernebelte Bereiche», die den Rahmen «rigider Nosologien» [rigider Krankheitslehren] sprengen. In seinen vielen weiteren Büchern, darunter Bestseller wie „Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte“, machte er neurologische Krankheiten populärwissenschaftlich zugänglich, indem er Fallgeschichten unterhaltsam und zugleich menschlich darstellt. ... weiter

 

Worüber Justus Kontrolle hat

Im Gespräch mit Justus, 15 Jahre alt, hochbegabt und ein Underachiever, war deutlich geworden, dass Justus – um die Versetzung zu schaffen – seine Leistungen steigern wolle, auch wenn er gewisse Schwierigkeiten in den Rahmenbedingungen wie Klasse und einzelne Lehrer erkannte. Festgestellt hatte er auch, dass er daher etwas gehemmt sei, sich mündlich zu beteiligen. ... weiter

 

Nachgefragt: Was steht an im August?

1. Ich bin... Thomas Wachtler, Gruppenleiter am Lehrstuhl Computational Neuroscience der Ludwig-Maximilians-Universität München und Wissenschaftlicher Leiter des Deutschen Neuroinformatik-Knotens, G-Node. G-Node entwickelt Methoden, Software und Infrastruktur um Organisation und Austausch von Forschungsdaten in den Neurowissenschaften zu unterstützen. Neben Diensten zum Datenaustausch arbeiten wir an Methoden und Formaten für effizientes Datenmanagement und bieten Kurse in den Bereichen Neuroinformatik und Datenanalyse an. 2. Diesen Monat möchte ich mich darauf konzentrieren... Auf das Manuskript über unser neues Datenformat zur integrierten Speicherung von Daten ... weiter

 

Diese Woche: ein wirksames Migränemittel, Science-Fiction und die Kosten der Homöopathie

Migräne diese Woche viermal im Netz: ein wirksames Migränemittel geht in die zweite Runde, ein böses Erwachen, Fragebögen und die Techniker Krankenkasse untersucht die Kosten der Homöopathie. Die „Welt“ berichtet, dass die Pharmabranche nun das Ringen um wirksames Migränemittel ernst nimmt. Eine neue, hochwirksame Wirkstoffgruppe wird von vier Pharmaunternehmen erforscht. Das die forschenden Arzneimittelhersteller Migräne lange nicht ernst genommen haben, lässt sich für mich nicht wirklich allein aus dem Artikel nachvollziehen. Nur weil der Konzern Allergan mit Botox (angeblich) „zweifelhafte Hoffnungen auf Linderung gemacht“ hat, kann ja nicht ... weiter

 

Geld für Forschung – zwischen Krankheitslast und „Schuld“ der Opfer

Wie entscheidet ein Staat, für welche Krankheiten er wie viel Forschungsgelder aufbringt? Geld für Forschung über Krankheiten wird oft nach der gesellschaftlichen Last vergeben, aber nicht immer. Wie rational ist diese Entscheidung und welche Rolle spielt die vermeintliche Schuld der Opfer? Die Washington Post berichte vorletzten Freitag über den Zusammenhang in den USA zwischen Krankheitslast und Förderschwerpunkten. Wie erklärt sich, dass die HIV-Forschung fast 3,1 Milliarden USD bekommt, während eine tödliche Lungenkrankheit, die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD), an der sechs Mal mehr ... weiter

 

Diese Woche: Sport mit Maß, danach kontrolliert Wassertrinken

Diese Woche wurden zwei Studien über Kopfschmerzen veröffentlicht: eine zum Verhältnis zwischen körperlicher Fitness und Kopfschmerzen; die andere beschäftigt sich mit der angeblich immer noch ungeklärten Frage, ob Wassertrinken Kopfschmerzen reduziert. Mit Sport Kopfschmerzen vorbeugen, diesen Rat hört man immer wieder. Doch die Erkenntnisse über den positiven Einfluss körperlicher Aktivität auf Kopfschmerzen sind widersprüchlich. Ein kompliziertes Zusammenspiel bestimmt die körperliche Fitness. Welchen Beitrag einzelne Faktoren, wie Herzfrequenz, Sauerstoffaufnahme, Laktatschwelle (Belastungsbereich, in dem Sauerstoffbedarf und -verbrauch gerade noch ausgeglichen sind) u.v.w., leisten, ist ... weiter

 

Über Strukturen in der anatomischen Terminologie

Einleitung und Rechtfertigung Unter allen Naturwissenschaften ist die die meine - die Wissenschaft von der anatomischen Natur des Menschen - diejenige, die am innigsten mit Sprache und Worten verwoben ist. Mit einem Sprachgewebe überzieht und durchwebt sie den Körper: Kettfäden aus langen Beschreibungen, die vom Ganzen zu dessen Teilen führen, Schussfäden, die quer über die Ketten hinweg das, was den verketteten Teilen gemein ist, binden. Ein dichtes Gewebe, veritable Wortfesseln. Kaum eine Naturwissenschaft - vielleicht mit Ausnahme der Taxonomie in ... weiter

 

Anatomie, faschistisch

Gut, zugegeben - die Überschrift ist ein provokanter "teaser", ein Versuch, Aufmerksamkeit zu erhaschen. Sie ist dennoch - wie das Folgende hoffentlich zeigen wird - nicht ganz daneben, sondern dicht bei der Sache. Nur ist die nicht politisch, sondern anatomisch. Und etymologisch. Der Faschismus, so lehrt uns die Geschichte, hat eine Tendenz zur Totalität. Alle gesellschaftlichen Verhältnisse will er durchdringen, unterwerfen, gleichschalten. Faschismus ist Scheiße. Einen Hang zur Totalität hat auch die anatomische Terminologie. Den ganzen Körper will sie durchdringen, ... weiter

 

Nach 100 Artikeln: Rückblick und Ausblick

Der Blog-Beitrag vom 30. Juni war der Hundertste, seit ich bei den Sciloggern vor gut sechs Jahren angefangen habe. Das scheint mir ein guter Anlass zu sein, die spannendsten, umstrittensten und meist gelesenen Beiträge noch einmal Revue passieren zu lassen. Generell befasst sich mein Blog mit der menschliche Unvernunft, dem allgegenwärtigen Handeln gegen bessere Einsicht und unter souveräner Missachtung aller Logik. Dieses Thema ist glücklicherweise nahezu unerschöpflich, und so wird mir der Stoff für weitere Beträge in nächste Zeit sicher ... weiter

 

Das Migränegehirn im Wandel

Das Migränegehirn im Wandel zwischen Biologie und Lebensstil: Mädchen zeigen gegenüber Jungs Unterschiede und wenn zu Beginn des mittleren Erwachsenenalters Neuerkrankungen steigen, scheinen auch Frauen stärker betroffen zu sein. Bei Kindern ist Migräne seltener als bei Erwachsenen. Eine ältere Studie schätzt, dass die Krankheitshäufigkeit sich beinahe vervierfacht, von ca. 1,4% bei 7-jährigen Kindern auf ungefähr 5,3% zur Mitte der Pupertät [1]. Mädchen und Jungen sind da noch gleich oft betroffen. In der zweiten Hälfte der Pubertät und mit Beginn des ... weiter

 

Diese Woche: Schlaganfall, Dual-Neuromodulation und ein großes Aneurysma

Der Streifzug durchs Netz bringt diese Woche vielerlei Neues, was ich alles nur kurz anreiße, bis auf die neue Veröffentlichung „Migränegehirn im Wandel: Mädchen gegen Jungs“, der ein ausführlicher Beitrag gewidmet ist. Gleich fünf Themen diesmal. Erstens: Erneut kam diese Woche die Frage auf, was Migräne und Schlaganfall gemeinsam haben. Schon oft stand die Antwort, nämlich die massive Migränewelle, im Zentrum hier im Blog und unter dem Titel Tsunami im Kopf erklärt schon 2011 ausführlich „Bild der Wissenschaft“ die Zusammenhänge. Zweitens: Eine neue wissenschaftliche ... weiter

 

Laufen – für die Krebsforschung und für #teamschnipsflausch

2.093 Teilnehmende brachen am vergangenen Freitag beim 4. NCT-Benefizlauf in Heidelberg alle bisherigen Rekorde: Fast 60.000 Euro erliefen sie für die Krebsforschung. Mit dabei das #teamschnipsflausch als lebendiger und realer Beweis, dass aus der Diagnose Krebs manchmal auch etwas Wunderbares entstehen kann: social media at its best. ... weiter

 

Über Norbert Elias: “Über die Zeit”

Hätte man mir das Büchlein1 nicht geschenkt - ich hätte es nie zur Kenntnis genommen und etwas verpasst. So aber hab' ich es gelesen und will es loben. Schwach ist allerdings sein Anfang. Da fiel dem Herrn Elias (1897-1990) nichts anderes ein, als mit dem schon lange totgerittenen Diktum dem heiligen Augustinus von Hippo2 zu kommen, das man schon allzu oft als "teaser" in Aufsätzen über die Zeit gelesen hat - unfrisch, abgegriffen. Dann aber lässt Elias frischen Wind hinein ... weiter

 

Diese Woche: Migräniker neurotisch mit Strom im Ohr

Diese Woche fand ich im Streifzug durch das Netz zwei wissenschaftliche Veröffentlichungen: eine zu den Persönlichkeitsmerkmalen bei Patienten mit chronischer Migräne und die andere über deren Behandlung durch Strom im Ohr. Von einer bestimmten Persönlichkeitsstruktur der Migränebetroffenen hört man immer mal wieder. Obschon Betroffene selbst von einer solchen oft ausgehen, manche gar der Meinung sind, dass diese bestimmten Wesenszüge und die daraus resultierende Lebensführung ihre Migräneattacken erst ermöglichen, gibt es dafür keine Belege. Eine Migräneerkrankung kann von sehr vielen verschiedenen Lebensstilen ... weiter

 

Das große JA! Vier Schritte zu starkem Sinn-Erleben

  Michaela Brohm Ist das was wir tun persönlich relevant, bereichernd und plausibel? Viele erleben ihr Tun anscheinend eher als sinnlos. Rund 20 % der Gesamtbevölkerung leiden, so der Begründer der Logotherapie Viktor Frankl bereits in den späten vierziger Jahren, an einer noogenen Neurose - also einer aus dem Geist entstehenden, mit Sinnverlust einher gehenden, nicht auf psychische oder physische Ursachen basierende Neurose. Eine Sinnlosigkeitsneurose sozusagen... ... weiter