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Diese Woche: Sport mit Maß, danach kontrolliert Wassertrinken

Diese Woche wurden zwei Studien über Kopfschmerzen veröffentlicht: eine zum Verhältnis zwischen körperlicher Fitness und Kopfschmerzen; die andere beschäftigt sich mit der angeblich immer noch ungeklärten Frage, ob Wassertrinken Kopfschmerzen reduziert. Mit Sport Kopfschmerzen vorbeugen, diesen Rat hört man immer wieder. Doch die Erkenntnisse über den positiven Einfluss körperlicher Aktivität auf Kopfschmerzen sind widersprüchlich. Ein kompliziertes Zusammenspiel bestimmt die körperliche Fitness. Welchen Beitrag einzelne Faktoren, wie Herzfrequenz, Sauerstoffaufnahme, Laktatschwelle (Belastungsbereich, in dem Sauerstoffbedarf und -verbrauch gerade noch ausgeglichen sind) u.v.w., leisten, ist ... weiter

 

Über Strukturen in der anatomischen Terminologie

Einleitung und Rechtfertigung Unter allen Naturwissenschaften ist die die meine - die Wissenschaft von der anatomischen Natur des Menschen - diejenige, die am innigsten mit Sprache und Worten verwoben ist. Mit einem Sprachgewebe überzieht und durchwebt sie den Körper: Kettfäden aus langen Beschreibungen, die vom Ganzen zu dessen Teilen führen, Schussfäden, die quer über die Ketten hinweg das, was den verketteten Teilen gemein ist, binden. Ein dichtes Gewebe, veritable Wortfesseln. Kaum eine Naturwissenschaft - vielleicht mit Ausnahme der Taxonomie in ... weiter

 

Anatomie, faschistisch

Gut, zugegeben - die Überschrift ist ein provokanter "teaser", ein Versuch, Aufmerksamkeit zu erhaschen. Sie ist dennoch - wie das Folgende hoffentlich zeigen wird - nicht ganz daneben, sondern dicht bei der Sache. Nur ist die nicht politisch, sondern anatomisch. Und etymologisch. Der Faschismus, so lehrt uns die Geschichte, hat eine Tendenz zur Totalität. Alle gesellschaftlichen Verhältnisse will er durchdringen, unterwerfen, gleichschalten. Faschismus ist Scheiße. Einen Hang zur Totalität hat auch die anatomische Terminologie. Den ganzen Körper will sie durchdringen, ... weiter

 

Nach 100 Artikeln: Rückblick und Ausblick

Der Blog-Beitrag vom 30. Juni war der Hundertste, seit ich bei den Sciloggern vor gut sechs Jahren angefangen habe. Das scheint mir ein guter Anlass zu sein, die spannendsten, umstrittensten und meist gelesenen Beiträge noch einmal Revue passieren zu lassen. Generell befasst sich mein Blog mit der menschliche Unvernunft, dem allgegenwärtigen Handeln gegen bessere Einsicht und unter souveräner Missachtung aller Logik. Dieses Thema ist glücklicherweise nahezu unerschöpflich, und so wird mir der Stoff für weitere Beträge in nächste Zeit sicher ... weiter

 

Das Migränegehirn im Wandel

Das Migränegehirn im Wandel zwischen Biologie und Lebensstil: Mädchen zeigen gegenüber Jungs Unterschiede und wenn zu Beginn des mittleren Erwachsenenalters Neuerkrankungen steigen, scheinen auch Frauen stärker betroffen zu sein. Bei Kindern ist Migräne seltener als bei Erwachsenen. Eine ältere Studie schätzt, dass die Krankheitshäufigkeit sich beinahe vervierfacht, von ca. 1,4% bei 7-jährigen Kindern auf ungefähr 5,3% zur Mitte der Pupertät [1]. Mädchen und Jungen sind da noch gleich oft betroffen. In der zweiten Hälfte der Pubertät und mit Beginn des ... weiter

 

Diese Woche: Schlaganfall, Dual-Neuromodulation und ein großes Aneurysma

Der Streifzug durchs Netz bringt diese Woche vielerlei Neues, was ich alles nur kurz anreiße, bis auf die neue Veröffentlichung „Migränegehirn im Wandel: Mädchen gegen Jungs“, der ein ausführlicher Beitrag gewidmet ist. Gleich fünf Themen diesmal. Erstens: Erneut kam diese Woche die Frage auf, was Migräne und Schlaganfall gemeinsam haben. Schon oft stand die Antwort, nämlich die massive Migränewelle, im Zentrum hier im Blog und unter dem Titel Tsunami im Kopf erklärt schon 2011 ausführlich „Bild der Wissenschaft“ die Zusammenhänge. Zweitens: Eine neue wissenschaftliche ... weiter

 

Laufen – für die Krebsforschung und für #teamschnipsflausch

2.093 Teilnehmende brachen am vergangenen Freitag beim 4. NCT-Benefizlauf in Heidelberg alle bisherigen Rekorde: Fast 60.000 Euro erliefen sie für die Krebsforschung. Mit dabei das #teamschnipsflausch als lebendiger und realer Beweis, dass aus der Diagnose Krebs manchmal auch etwas Wunderbares entstehen kann: social media at its best. ... weiter

 

Über Norbert Elias: “Über die Zeit”

Hätte man mir das Büchlein1 nicht geschenkt - ich hätte es nie zur Kenntnis genommen und etwas verpasst. So aber hab' ich es gelesen und will es loben. Schwach ist allerdings sein Anfang. Da fiel dem Herrn Elias (1897-1990) nichts anderes ein, als mit dem schon lange totgerittenen Diktum dem heiligen Augustinus von Hippo2 zu kommen, das man schon allzu oft als "teaser" in Aufsätzen über die Zeit gelesen hat - unfrisch, abgegriffen. Dann aber lässt Elias frischen Wind hinein ... weiter

 

Diese Woche: Migräniker neurotisch mit Strom im Ohr

Diese Woche fand ich im Streifzug durch das Netz zwei wissenschaftliche Veröffentlichungen: eine zu den Persönlichkeitsmerkmalen bei Patienten mit chronischer Migräne und die andere über deren Behandlung durch Strom im Ohr. Von einer bestimmten Persönlichkeitsstruktur der Migränebetroffenen hört man immer mal wieder. Obschon Betroffene selbst von einer solchen oft ausgehen, manche gar der Meinung sind, dass diese bestimmten Wesenszüge und die daraus resultierende Lebensführung ihre Migräneattacken erst ermöglichen, gibt es dafür keine Belege. Eine Migräneerkrankung kann von sehr vielen verschiedenen Lebensstilen ... weiter

 

Das große JA! Vier Schritte zu starkem Sinn-Erleben

  Michaela Brohm Ist das was wir tun persönlich relevant, bereichernd und plausibel? Viele erleben ihr Tun anscheinend eher als sinnlos. Rund 20 % der Gesamtbevölkerung leiden, so der Begründer der Logotherapie Viktor Frankl bereits in den späten vierziger Jahren, an einer noogenen Neurose - also einer aus dem Geist entstehenden, mit Sinnverlust einher gehenden, nicht auf psychische oder physische Ursachen basierende Neurose. Eine Sinnlosigkeitsneurose sozusagen... ... weiter

 

Unser Lebensabdruck

Bargeld soll verschwinden, damit kein Geld mehr anonym fließt. Facebook vergisst nicht. Die NSA liest mit. Gesundheitstracker speichern zentral unseren Blutdruck, unseren Puls und unsere Temperatur. Wir haben alle einen digitalen Lebensabdruck. Und er wird immer vollständiger. Sollte das Bargeld abgeschafft werden? Der Wirtschaftswissenschaftler Peter Bofinger ist dafür. Auch Larry Summers, ehemaliger Chef der Weltbank, kann der Idee einiges abgewinnen.1 Und in Schweden gibt es bereits konkrete Überlegungen dazu.2 Damit würden Schwarzarbeit, Steuerhinterziehung oder kriminelle Geschäfte aller Art fast unmöglich, ... weiter

 

Coding History: Migräne und Gehirnstimulatoren

Daniel Meßner lud mich ein, um über Migräne, Gehirnstimulatoren und alles drumherum zu sprechen, nachzuhören im Podcast Coding History. Coding History widmet sich der Geschichte von Software und ihrer Programmierung. Daniel und ich, wir trafen und erstmals auf der Herrenhäuser Konferenz „Big Data in a Transdisciplinary Perspective“. Bei dieser Konferenz der Volkswagenstiftung ging es darum zu verstehen, was Big Data ist und wie Big Data die Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft verändert. Daniel geht es mit Coding History auch genau darum. Er geht ... weiter

 

Nachgefragt: Was steht an im Juli?

1. Ich bin... Martin Rolfs, Leiter der Emmy Noether Nachwuchsgruppe „Aktives Sehen und Kognition“ am Bernstein Zentrum in Berlin. Wir kombinieren psychophysikalische Methoden mit Körper- und Blickbewegungsmessung, um dynamische Interaktionen von visueller Verarbeitung und motorischer Kontrolle zu verstehen. Ich bin von Hause aus Psychologe, nähere mich aber meinen Fragen über Wahrnehmung, Kognition und Verhalten immer mit einem starken Bewusstsein der neurobiologischen Grundlagen an. Besonders fasziniert mich, wie einige etablierte, theoretisch postulierte Mechanismen in der visuellen Wahrnehmung stolpern und fallen, sobald ... weiter

 

So lief der Monat: Juni 2015

Seit vorletzter Woche steht fest: Androiden träumen von elektrischen Schafen – wenn sie wollen. Das lassen die Bilder vermuten, die Google-Mitarbeiter um Alexander Mordvintsev mittels neuronaler Netzwerke erschaffen haben. Um zu verdeutlichen, wie solche Netzwerke arbeiten, fütterten die Forscher neuronale Netze mit Rauschbildern und gaben ihnen die Aufgabe, Bananen, Seesterne oder Ameisen zu entdecken. Was heraus kam, erinnert an Illusionen, die entstehen, wenn man im Halbschlaf auf die Deckenwand starrt. Noch psychedelischer wurde es, wenn die Netzwerke selbst entscheiden sollten, ... weiter

 

Fußball soll für US-amerikanische Kinder sicherer werden

Fußball soll für US-amerikanische Kinder sicherer werden, denn den Mittelschichteltern dort liegt etwas an den Köpfen ihrer Kinder.   Es wird wieder über Sicherheit im Fußball diskutiert. Wo? In den USA! Fußball soll dort für Kinder sicherer werden. Keine Kopfbälle unter 14 Jahren, so läßt sich eine aktuelle Initiative zusammenfassen, die man auch auf Twitter unter #noheadernobrainer verfolgen kann. Dabei geht es nicht nur um den Kopfball, sondern auch um den Versuch zu köpfen. Der Kopf steigt dem sich sinkenden Ball entgegen, oft ... weiter