AKTUELLE POSTS brainlogs

 
 

Mehr Zivilisation durch weniger Testosteron?

Eine Gruppe von Anthropologen um Robert Cieri von der Utah University in Salt Lake City haben Anfang August eine interessante Hypothese zur Entstehung der menschlichen Zivilisation vorgelegt1. Sie vermuten, dass vor etwa 50 000 Jahren ein verringerter Testosteronspiegel bei Männern zu einer besseren sozialen Verträglichkeit führten. Irgendwann hörten unsere entfernten Vorfahren damit auf, sich wie hirnlose Muskelprotze aufzuführen und bei jeder Gelegenheit den Schädel einzuschlagen. Stattdessen begannen sie zu lernen und ihre Erfahrungen weiterzugeben. Dadurch konnte sich eine immer komplexere ... weiter

 

Ukraine-Konflikt: Von Meinungsblasen und europäischer Arroganz

Die aktuelle Debatte um den Konflikt in der Ukraine verrät erstaunlich viel über Gruppenprozesse und über die menschliche Psyche. Genauer gesagt: Über die unangenehmen Bereiche der Psyche und die gefährlichen Aspekte von Gruppenprozessen. Was in dieser Debatte übel aufstößt, ist der wütende, oft hasserfüllte Ton. Man hatte eigentlich gehofft, dass in den vergangenen Jahrzehnten die vielen Appelle an die Vernunft etwas geholfen hätten, aber offenbar vergeblich. Christian Neef, Moskau-Korrespondent des Spiegel, weiß ein Lied davon zu singen. Wie viele andere ... weiter

 

Werden bei uns die Arzneimittel knapp?

Die Wochenzeitung „DIE ZEIT“ ist eine Bastion seriöser Berichterstattung (meistens jedenfalls). Jetzt lese ich in der Onlineausgabe: „Lebenswichtige Medikamente in Deutschland werden knapp. Und niemand weiß, welche Arznei als nächstes fehlen wird“. Politik und Pharmaindustrie, heißt es weiter, reden das Problem klein. Müssen unsere Ärzte also damit rechnen, Patienten nicht mehr angemessen behandeln zu können, weil wir einfach keine Medikamente mehr bekommen? Das wären Zustände, wie man sie sonst nur aus Kriegsgebieten in der dritten Welt kennt. Das macht mir ... weiter

 

Auf dem Weg in eine andere Moderne: Warum die Alten studieren – und die Jungen das gut finden sollten

Michaela Brohm Vorbemerkung: Wie man lange lebt. Glauben wir dem britischen Anthropologen Ashley Montagu, so ist es die Idee des Lebens, jung zu sterben – und das so spät wie möglich. Und wie das? Wie stirbt man so spät wie möglich? Da helfen uns junge, katholischen Nonnen: Sie wurden beim Eintritt in ein Kloster aufgefordert, ihre persönliche Lebensgeschichte aufzuschreiben: Eltern, Geschwister, Schule, Freunde, Entscheidungen und, und, und. Es ist das Jahr 1930 und wir sind in den USA. Über sechzig ... weiter

 

Kreativität und Innovation im Fußball: Warum Jogis Jungs Weltmeister wurden

Vor einer Woche ist der Fußball-Weltmeistertitel an Deutschland gegangen – Zeit, die WM noch einmal Revue passieren zu lassen und zu analysieren; denn der Erfolg "unserer" Jungs war kein Zufall! Ich freue mich, dass wir zu diesem Anlass einen Gastautor gewinnen konnten: Claus Martin, seines Zeichens Musiktheaterregisseur und -komponist - und begeisterter Fußballfan. Ab dem nächsten Beitrag widmen wir uns dann wieder anderen Aspekten hoher Begabung – aber es war einfach eine tolle WM, das müssen Sie zugeben! Damit gebe ... weiter

 

Open Knowledge Festival 2014: Code for Freedom, Creativity & Collaboration!

Die Zukunft ist bei wachsender Datenflut so offen wie nie zuvor. Doch wie gehen wir am besten damit um? Donnerstag endete das Open Knowledge Festival 2014 (#OKFest14), auf dem sich Anhänger des freien Wissens aus aller Welt für drei Tage in der Kulturbrauerei in Berlin austauschten. Ich war am letzten Tag dabei. Ein kleiner Einblick. #OKFest14 mit der wohl besten Berliner Mauer – aus Pappkartons zum Mitgestalten und Mitnehmen. In den ziegelroten Gründerzeitgemäuern wird schon lange kein Bier mehr gebraut, sondern ... weiter

 

Intelligenz, Update

Braincast 337 Ist Intelligenz ein Plural oder ein Singular? Nachdem wir vor einiger Zeit den Plural besprochen haben, kreisen wir hier den Singular der allgemeinen Intelligenz ein – auch in seiner innerhirnigen Manifestation. Und: keine Angst – der dazugehörige Test ist harmlos und stark reduziert. [iframe src="http://www.hipcast.com/playweb?audioid=P1be7ceaec1ec6ad07b22d3a2f4ba9e4cZ1p9R1REZmZ0&buffer=5&shape=6&pc=CCFF33&kc=FFCC33&bc=FFFFFF&brand=1&player=ap21" height="20" width="246" frameborder="0" scr olling="no"] MP3 File Dauer: 20:09 SHOWNOTES Intelligente Musik – naja, für diesmal habe ich den Jazz umgangen und mich im eher leichtfüßigen bewegt, auch fernab der aktuellen politischen Situation: ... weiter

 

19 Vorträge über Migräne und Mathematik

Der Workshop "Cortical Spreading Depression (CSD) und verwandte neurologische Phänomene" im Fields Institute in Toronto, Kanada, ist zu Ende. Alle Vorträge sind hier online verfügbar. Als historischen Einstieg kann ich den ersten Vortrag von Bernice Grafstein empfehlen. Dr. Graftsein ist eine ehemalige Präsidentin der Gesellschaft für Neurowissenschaften, z.Z. ist sie Vizepräsidentin der Grass Stiftung und Professorin für Physiologie und Biophysik (Vincent und Brooke Astor Distinguished Professor) am Weill Cornell Medical College, New York City, USA. Dr. Grafstein spricht über die ... weiter

 

Initialzündung: Wie Menschen sich motivieren

Michaela Brohm Ich hoffe, es geht meiner Motivation gut, da wo sie jetzt ist. So ähnlich hieß der Spruch, der kürzlich auf Facebook auftauchte. Leider finde ich nicht raus, von wem er stammt, aber er spornt mich dazu an, heute hier zu erzählen wo sie vermutlich ist, ob es ihr dort gut geht, und wie man sie zurückholt. Zum Beispiel mit dem simpelsten Motivationstrick seit Menschengedenken. Also ich vermute stark, die Motivation sitzt an einem lauschigen Plätzchen unter freiem Himmel ... weiter

 

Killerschlagzeilen in der Wissenschaft für oder trotz Öffentlichkeit?

Der Weg geht nicht zurück zu weniger Öffentlichkeit. Öffentlichkeit fördert aber weder Übertreibung noch steht sie der Wissenschaftsfreiheit im Weg. Eine Meinung. Angeregt durch den Workshop der VolkswagenStiftung wird jetzt in verschiedenen Foren nachgearbeitet. Eine Diskussion über Wissenschaftskommunikation lief gestern auf Facebook.  Daraus will ich einen Aspekt aufgreifen, da er mich als bloggenden Wissenschaftler direkt betrifft. Übertreiben für ein Laienpublikum? Alexander Mäder versucht die auf dem Workshop von Geisteswissenschaftlern vorgebrachten Argumente zu übersetzen, da sie durch die „eher naturwissenschaftlich sozialisierten Kritiker“ eventuell nicht ... weiter

 

Workshop über Cortical Spreading Depression und verwandte neurologische Phänomene

Am Wochenende geht es los nach Kanada zum Workshop über Cortical Spreading Depression (CSD) und verwandte neurologische Phänomene. Kurz gesagt ist CSD ein wichtiges pathophysiologische Phänomen des Hirns. Kortikale Gehirnzellen “verhungern” kurzzeitig und diese Depression breitet sich aus. Ich hatte über CSD, Migräne und die letzten offenen Fragen schon im November 2013 geschrieben. Wir hoffen einige davon nun angehen zu können. Wir werden diese nicht in einer Workshopwoche lösen, aber vielleicht doch eine Road Map für die kommenden Jahre abstecken können. (Link zum ... weiter

 

Wer darf über Wissenschaft berichten?

Mitte Juni haben in Deutschland drei Wissenschaftsakademien1 eine Stellungnahme unter dem Titel Zur Gestaltung der Kommunikation zwischen Wissenschaft, Öffentlichkeit und den Medien vorgelegt. Die Schrift offenbart ein seltsames Selbstverständnis, ein veraltetes Bild der Öffentlichkeitsarbeit und erstaunliche Ideen zur Pressefreiheit. Die Akademien möchten die Kommunikation zwischen Wissenschaft, Journalisten und Öffentlichkeit strengen Regeln unterwerfen. Nach eigenen Worten halten sie es für notwendig, „dass die Wissenschaft und die Medien selbst, aber auch die politischen Entscheidungsträger und die Gesellschaft einen aktiveren Beitrag leisten, um ... weiter

 

Wenn ein Problem unlösbar erscheint – erweitere den Rahmen!

Das 9-Punkte-Problem ist ein Beispiel dafür, wie uns implizite unnötige Annahmen über vermeintliche Begrenzungen daran hindern, ein Problem zu lösen; denn nicht selten ist die (regelkonforme!) Erweiterung des Suchraums der Schlüssel zum Erfolg. (Verbinde alle 9 Punkte mit vier geraden Linien ohne den Stift abzusetzen!)   Ein aktueller Spiegel-Online-Artikel hat mich nun erneut auf die Frage gebracht, ob nicht auch Religion ganz wesentlich die Funktion hat, die diesseitige irdische Wirklichkeit mit ihren unlösbaren Paradoxa und Ambiguitäten um ein vorgestelltes Jenseits ... weiter

 

Wissenschaftskommunikation heißt auch offene Arbeitsgruppe

Offene Kommunikation unter Wissenschaftlern wird mit Architektur seit langem aktiv gefördert.  Wir kennen die riesigen Fensterformate gläserner Universitäten und unbebaute Ecken mit Außencafé. Das Motto: Mehr Licht, mehr Kommunikation! Auf der anderen Seite hört man: Wissenschaftler, die bloggen, schaden ihren Karrieren – wenn nicht gar der Wissenschaft selbst. Wundert das nur mich?  Wenn Sie das nächste mal einen Universitätscampus betreten und neue Architektur bestaunen können, derartig, dass Sie sich eingeladen fühlen, denken Sie folgendes: In diesen Gebäuden sitzt vielleicht – nur vielleicht – ein Wissenschaftler ... weiter

 

Randy Schekman: Ehrlicher Austausch von Wissen – Lindau 2014

Randy Schekman ist davon überzeugt, dass Wissenschaftler ihre Forschung auf verständliche und gut austarierte Weise kommunizieren können. Ein Gespräch. Gestern Morgen hatten einige Journalisten das Vergnügen noch vor seinem Eröffnungsvortrag der Lindauer Nobelpreisträgertagung 2014 ein Interview mit Randy Schekman führen zu dürfen. Schekman hatte kurz nach der Verleihung des Nobelpreises für Medizin 2013 mit seinen klaren Äußerungen pro Open Access für Furore gesorgt - dem öffentlich online zugänglichen Publizieren. Dank der Open Access-Bewegung haben heute nicht nur Forscher in den ... weiter