AKTUELLE POSTS brainlogs

 
 

Ist das WissZeitVG jetzt tot? Ich denke: Es ändert sich wenig!

Auf den Tag genau heute vor zwei Jahren schrieb ich den Beitrag "WissZeitVG: Immer krank und nicht einmal tot". Das Thema ist seit gestern wieder massiv in der Presse und man fragt sich vielleicht: Ist es jetzt vielleicht soweit? Stirbt das WissZeitVG? Und wird sich was danach ändern? Nein. Ich habe bei letzterem meine Zweifel. An der Situation ändern wird sich wenig. Aus zwei Gründen. Zum einen haben die Kollegen Brembs und Brennicke in der FAZ Anfang des Jahres präzise die ... weiter

 

Nachgefragt: Was steht an im Monat Januar? Teil 2

Auch diesen Monat haben wir uns wieder für ein "Duett-Interview" entschieden. Diesmal mit einem Professor und einem Doktoranden. Hier die Antworten des frisch promovierten Nachwuchsforschers: 1. I am... A PhD student of Computational Neuroscience at the Bernstein Center Freiburg. I study sensory processing in brain networks. 2. This month I want to concentrate on Defending my PhD thesis. I started my PhD more than four years ago, and I am now concluding the scientific research I did during this period. ... weiter

 

Nachgefragt: Was steht an im Monat Januar? Teil 1

1. Ich bin... theoretischer Neurowissenschaftler. Mich interessiert generell wie das Gehirn Informationen aus der Umwelt extrahiert, repräsentiert und verarbeitet, Vorgänge die sich mathematisch beschreiben lassen, und in welcher Form diese neuronalen Informationsverarbeitungsvorgänge bei psychiatrischen Erkrankungen gestört sind. 2. Diesen Monat möchte ich mich darauf konzentrieren, einige dringliche Publikationen fertigzustellen. 3. Das ist ein aktuelles wissenschaftliches Highlight für mich Von einem neuen statistischen Verfahren, das wir im Wesentlichen im letzten Jahr entwickelt und validiert haben, haben wir im Januar zum ersten ... weiter

 

Geteiltes Leid mit den Hausaufgaben

Zumindest für Philipp. Endlich hat das Gespräch mit Philipps Lehrerin stattgefunden. Ich hatte im letzten Blog von Philipp berichtet, der als pfiffiger Schüler die 4.Klasse mit sehr guten und guten Leistungen besucht und „gewisse Schwierigkeiten“ mit dem Erledigen von Hausaufgaben hat. Ziel des Gesprächs war, eine besondere Regelung zu Hausaufgaben zu erreichen – aus Philipps Sicht grundsätzlich hausaufgabenfrei gestellt zu werden. Zuvor hatte Philipp einige Argumente und Belege gesammelt, um sich selbst als Sonderfall darstellen zu können. Das Gespräch, dem ... weiter

 

Starke Wirksamkeit, prächtiger Erfolg. Wie man wird, was man will

Michaela Brohm "Inbrunst!" sollte dieser Blog ursprünglich heißen. Inbrunst! Nichts sonst. Wie sich das schon anhört: Mit tiefer, rollender Stimme: "Inbrunst" – fand das aber dann zu martialisch. Aber im Grunde meine ich genau das: Wie wird man, was man will? Mit Inbrunst. Oder, um es neudeutsch zu sagen: mit solch einer kristallklaren Fokussierung, dass der Fokus tatsächlich zum Brennpunkt wird. Verstehen wir Fokussierung als Konzentration von Energie, so finden wir auch physikalische Analogien hinsichtlich der Kraft von energetischen Konzentrationsprozessen. ... weiter

 

Eine Rede, die ich vorgestern hielt

Vorgestern, am 10. 1. 2015, hatte ich das Vergnügen und die Ehre, bei der Absolventenfeier des Fachbereichs Medizin der Goethe-Universität den akademischen Festvortrag halten zu dürfen. Bei dieser Feier bekommen die Absolventinnen und Absolventen ihre Approbationsurkunden überreicht, scheiden also offiziell aus dem Studentendasein aus und sind ab sofort berufsbefähigte Ärzte. Ich habe mich nicht gescheut, eine donnernde Rede im Stil und Geiste des 19. Jahrhunderts zu halten und dabei ein Idealbild der Alma mater / Universität skizziert, wie sie nie ... weiter

 

Fabelhafter Weihnachtswunsch für das Lernen

Michaela Brohm Nun, etwas entspannter, etwas weniger gehetzt und getrieben, weniger gedrückt und gezogen, könnte man doch auf die fabelhafte Idee kommen, sich in diesen Weihnachtstagen 2014 auch etwas für das Lernen in deutschen Schulen und Hochschulen zu wünschen. Vielleicht das hier: Eine Pädagogik der Befreiung, eine humanistische Pädagogik. Ein Lernen ohne Leistungs- und Konkurrezfixierung, ohne Schulleistungstests und Akkreditierung, ohne G8, G8einhalb, ohne Ritalin, Repression, Leistungspunkte, all die Mätzchen und Gehetze. Eine Zeit der Schlichtheit, eine Zeit des Kerns. Eine ... weiter

 

Ein einfaches Argument gegen einen Gehirn-Bewusstseins-Substanzendualismus und Konsequenzen in Bezug auf die mögliche Existenz unsterblicher Seelen

Alle mir bekannten Religionen operieren auf die eine oder andere Weise mit verschiedenen dualistischen Vorstellungen der Existenz körperunabhängiger, immaterieller, geistig-seelischer Wesenheiten: unsterbliche Seelen, Engel, Dämonen, Götter, Gott. Der wissenschaftliche Nachweis, dass alle geistig-seelischen Vorgänge ausnahmslos Funktionen eines hinreichend intakten Gehirns sind und ohne entsprechende Hirnfunktionen nicht auftreten, würde daher inhaltliche Kerngehalte der Religion berühren, vor allem in ihren praktisch gelebten, dualistisch angelegten Ausdrucksformen und Vorstellungswelten ("Volksfrömmigkeit"). (1) Ein unauflösbares Patt zwischen Religion und Naturwissenschaft? Einerseits gilt: Die Rolle der Hirnphysiologie ... weiter

 

Einstürzende Eselsbrücken, oder: Der Tod der Bilder

stat rosa pristina nomine, nomina nuda tenemus Einleitung Zur Anatomie gehören die Leichen. Neuerdings aber auch die Wortleichen. Ein Essay über "Mors verborum", das Versterben der Verben, den Worttod, das Verbsterben. Und über den Tod der Bilder und die Dunkelheit und die Leere. Und eine Klage über den Eintritt ins post-nominalistische Zeitalter. Der Tod der Bilder - Dialog I Prüfung in der mikroskopischen Anatomie. Eine Studentin. Zwischen ihr und dem von ihr ersehnten Schein stehen einstweilen noch: Ich (der Prüfer), ... weiter

 

Lichtgrenze – Highlight und Wort des Jahres 2014

Das Wort des Jahres 2014 ist "Lichtgrenze". Zum 25. Jubiläum des Berliner Mauerfalls ließen die Brüder Christopher und Marc Bauder die Mauer für drei Tage wieder auferstehen - als Lichtband, das am Ende in den Himmel entschwebte. Rückblick auf dieses bewegende Wochenende. Nur ihre Konturen waren in der Dämmerung zu sehen, während die Instrumente immer mal wieder im Licht der Ballons aufblitzten. Auf dem ehemaligen Todesstreifen im Mauerpark spielten Straßenmusiker "Cariñito", einen alten Hit aus Peru. Menschen aus aller Welt flanierten und ... weiter

 

Guten Morgen, liebe Sorgen

Sorgen begleiten unser Leben. Was bringt uns das Morgen? Wir sorgen uns um unsere Sicherheit, unsere Gesundheit, unsere berufliche Situation, unsere sozialen Beziehungen und vor allem um unsere Kinder. Klimawandel, Krisenherde, Arbeitslosigkeit, steigende Staatsschulden, unsichere Renten, Kriminalität nehmen wir als Bedrohungen unserer Sicherheit und Gesundheit wahr. Für Grübeleien gibt es ebenfalls reichlich Anlass: falsche Entscheidungen, verpasste Gelegenheiten, ungelöste Konflikte oder wie andere uns sehen und bewerten – all diese Dinge können unser alltägliches Leben beeinflussen. Man braucht eine große innere ... weiter

 

Klimakonferenz in Lima: Scheitern mit Ansage

Das Abschlussdokument der aktuellen Klimakonferenz in Lima geriet zu einem Meisterwerk der Diplomatie. Die Konferenzleitung sah sich folgender Aufgabe gegenüber: Wie schaffen wir ein für alle annehmbares Schlussprotokoll, wenn die Staaten völlig zerstritten sind. Die geniale Lösung: ein optimistisch klingendes und zugleich völlig nichtssagendes Dokument, das niemandem auf die Füße tritt. So hatten alle ihr Gesicht gewahrt und konnten zufrieden nach Hause fliegen. Aber das ist auch die einzige gute Nachricht. Denn realistisch betrachtet ist die Konferenz gescheitert. Wir brauchen ... weiter

 

Nachgefragt: Was steht an im Monat Dezember? Teil 2

1. Ich bin... 
in der Bernstein Koordinationsstelle verantwortlich für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Neben der Erstellung von Pressemeldungen und Printprodukten wie unseren Newsletter und der Organisation von Veranstaltungen für die Öffentlichkeit bin ich für diesen Blog zuständig. Eine interessante Erfahrung, die viel Spaß macht! 2. Diesen Monat möchte ich mich darauf konzentrieren, 
den nächsten Kurzfilm für unsere Bernstein TV-Reihe fertig zu stellen. Er handelt um die Erforschung der Gitterzellen in der Arbeitsgruppe von Michael Brecht am Bernstein Zentrum Berlin. Sie ... weiter

 

Nachgefragt: Was steht an im Monat Dezember? Teil 1

Zur Weihnachtszeit haben wir beschlossen, gleich zweimal nachzufragen. In einem "Duett" berichtet ein Wissenschaftler und eine Mitarbeiterin der Bernstein Koordinationsstelle, was bei ihnen im Dezember ansteht. Hier das erste Interview: 1. Ich bin Fellow am Frankfurt Institute for Advanced Studies (FIAS), Professor für Computational Neuroscience and Computational Vision an der Goethe Universität in Frankfurt am Main und Mitarbeiter des BFNT Frankfurt. 2. Diesen Monat möchte ich mich darauf konzentrieren, ... die Studie „The development of cortical circuits for motion discrimination“ ... weiter

 

Wenn wissenschaftliches Potenzial (nicht) erkannt wird

Heute gibt es wieder ein Fundstück aus der Kategorie "Unterhaltsames", und zwar einen äußerst originellen Artikel, der es in ein Journal mit Peer Review geschafft hat. Die sprachliche Qualität ließ zwar ein wenig zu wünschen übrig, aber dennoch waren sich die Herausgeber einig, dass dieser kreative Ausdruck wissenschaftlichen Potenzials es verdient, publiziert zu werden. Bei Wissenschaftlern kommt es auf die Länge an – nämlich die der Publikationsliste. Besonders relevant sind Artikel in Fachzeitschriften, die von Kolleginnen und Kollegen begutachtet werden; ... weiter