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Grabungsende

22. August 2011, 13:22

An dieser Stelle – inzwischen schon traditionell – ein großes Dankeschön an unsere fleißigen ( und treuen!) Studenten, die in diesem Jahr wieder ihre Zeit mit uns verbrachten und wie gewohnt neue interessante Ergebnisse ausgegraben haben. Erholt Euch schön, sei es in Paris, Berlin oder Burgund und pflegt Muskelkater und Blasen gründlich aus.

Unseren beiden Bürgermeistern aus Alkersleben und Elxleben ein herzliches Dankeschön – ohne Euch wäre die Grabung so nicht möglich. Die Feuerwehr hat uns in diesem Jahr ein kuschliges Dach über dem Kopf spendiert – es war schön bei Euch, danke!

Nun haben wir in diesem Jahr zwar keine Grabkammer tangiert, dafür aber die seinerseits nun schon fast historische Altgrabung aus dem letzten Jahrtausend gefunden. Damit haben wir die Schnittstelle und können Alt- und Neugrabungen gut anpassen. Erwartungsgemäß wurden im unteren Schnitt Reste der Steinumrandung des urgeschichtlichen Hügels gefunden. Die Auswertung der Skelettfragmente durch die Anthropologen wird einiges zu Alter, Geschlecht und pathologischen Befunden hinsichtlich der mittelalterlichen Strafjustiz ergeben. Insgesamt also ein gutes Ergebnis, das weiterführende Einblicke in die mehrphasige Nutzung des Galgenhügels erlaubt.



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Anschluss an die Siebziger geschafft

13. August 2011, 11:42

Nach unzähligen Kronkorken, typischen Milchdeckelchen und Flaschen können wir sicher sein, dass wir die alte Grabung von 1971 gefunden haben. Dies ist zum einen wichtig, um sie mit den Folgegrabungen der letzten beiden Jahre zu verbinden und zum anderen sind damit alle anderen recht praktischen Hinweise wie: „..ihr grabt 2km zu weit südlich“ oder „“ tausendprozentig, auf der damaligen Grabung waren wir ganz dicht an der Geleitstrasse dran, versucht es da doch mal“ entkräftet. Immerhin hat die große Anzahl der dort gefundenen Individuen unschätzbaren Wert für die Aussage zur mittelalterlichen Strafjustiz. Ihre Einordnung in den geographischen Kontext ist wesentlich für die Aussage zum Geschehen auf dem Galgenberg vor 800 bis 600 Jahren. Das Wochenende nutzen wir für Erholung, kulturelle Inputs und genießen einfach die pure Natur im schönen Thüringen. Die nächste Woche ist nun schon wieder die letzte und erfahrungsgemäß wird sie wie im Fluge vergehen.

...für gute Fotos ist uns kein Einsatz zu schade.



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Muschelkalkstein - eine weitere Steinplasterung im Innern der Anlage

10. August 2011, 13:43

Nach unserer Geomagnetprospektion (danke Herr Schüler!) müssten wir so langsam auf die innere Grabstruktur treffen. Und tatsächlich stießen wir heute Vormittag auf die ersten sorgsam gesetzten Muschelkalksteine, die sich in beträchtlicher Tiefe befanden. Möglicherweise handelt es sich hier um eine Grabkammer, die sich innerhalb der Hügelaufschüttung befand. Wir haben allerdings erst den Rand erreicht, so dass nähere Aussagen zu Größe und Form jetzt noch nicht zu treffen sind. Die Steine lassen eine sorgsame Setzung erkennen und das Fundament für eine wie auch immer aufgebaute Totenhütte/Grabkammer lässt uns hoffen, hier im Innern auf datierbare Funde zu stoßen. Damit wären die Erbauer des Grabhügels möglicherweise mit anderen in der Umgebung nachgewiesenen Grabanlagen in Verbindung zu bringen.

   

Teil der mächtigen Steinpflasterung, die sich als Hügelabdeckung einst um den gesamten Hügel gezogen haben muss.



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Die erste Woche....

07. August 2011, 10:59

Nach der ersten Woche mit Schaufel, Pinsel und Kelle können wir sagen, es ist noch ziemlich viel drin. Kurzer Rückblick: 1971 gruben Kollegen auf dem Galgenhügel weit über 50 Skelette aus.

...warten auf Wolken für das erste Foto.

Ihre Lage war insofern sonderbar, als dass die meisten Individuen ihre Hände unter dem Rücken/Becken gekreuzt hatten, was auf eine Fesselung schließen lässt. Diese Tatsache führt weiter zu der Annahme, dass an dieser Stelle gerichtete wurde, wohl vorwiegend durch Strangulation. Folgegrabungen 2009, und 2010 bestätigten diese Theorie durch weitere Funde. Zeitlich kann die Betreibung der Richtstätte relativ gut eingegrenzt werden. Gürtelschnallen datieren den Fundort in das 12. bis 14. Jahrhundert. Hier, direkt an der Alten Nürnberger Geleitstrasse, einer gut ausgebauten Handelsstraße des Mittelalters, war also rege das Strafrecht der Territorialherren vollzogen worden.

Die Delinquenten liegen auf einem heute durch Erosion abgetragenen Hügel, der zu urgeschichtlicher Zeit wohl weitaus größer gewesen sein dürfte. Es handelt sich um eine Grabstätte, die durch Aufschüttung und Steinsetzung zu einem weithin sichtbaren Grabhügel zusammengefügt wurde. Auch hier gibt es zeitlich datierende Funde.

Noch immer befinden sie sich also hier. Verlagerte Skelettfragmente verraten uns das Vorhandensein weiterer Menschen, die vor 800 bis 600 Jahren hier ihr Leben ließen. Es ist nicht mehr feststellbar, wofür sie bestraft wurden, ob sie überhaupt tatsächlich straffällig waren, aber viele weitere Informationen kann man ihren Knochen ablesen. Wo waren sie aufgewachsen? Die Knochenabnutzung zeigt auf, ob sie einer höheren oder niederen gesellschaftlichen Schicht angehörten. Gab es in ihrem Leben Krankleiten, Hungerzeiten? Wir wollen mittels einer Sondage den Hügelaufbau klären und sind dabei auf Skelettfragmente gestoßen, denen wir nun nachgehen, um das gesamte Individuum freizulegen. Petrus hat unseren Schnitt bisher nur einmal zuregnen lassen - dafür hätten wir uns Goddios Ausrüstung gewünscht - aber sonst ist hier oben auf dem Hügel optimales Grabungswetter. Soviel zu unserer ersten Woche. Am Montag geht es weiter, dem Mittelalter entgegen.



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Am 01. August beginnt die dritte Grabungskampagne auf dem Galgenhügel Alkersleben

30. Juli 2011, 15:20

Nun ist es schon wieder soweit - ein Jahr ist vorbei und wir werden am Montag auf dem Galgenhügel stehen und der Erde ihre noch immer dort schlummernden Geheimnisse entlocken. Geplant ist, mit einem Schnitt den Gesamtaufbau des Grab- bzw. Galgenhügels zu dokumentieren und mittelalterlichen Befunden nachzugehen.

Das Feld steht noch voll Raps, die abgedeckte urgeschichtliche Steinpackung aus dem Vorjahr ist auch schon etwas geschrumpft (da müssen wir wohl mal in den umliegenden Vorgärten vorbeischauen....) aber wir haben uns entschlossen, den Sommer mitzubringen und auch dieses Jahr unser selbstgesetztes Ziel zu erreichen. Wir hoffen, aufgrund fehlender Technik trotzdem zumindest in einigen Abständen hier wieder zu veröffentlichen, was unsere Studenten während ihrer Grabung erwarten, finden und darüber denken.

Marita Genesis



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Ende der Grabung

13. September 2010, 12:49

Ende der Grabung - das schreibt sich so einfach und doch ist es immer wieder erstaunlich, wie rasend schnell die Zeit hier oben auf dem Galgenhügel vergeht. Natürlich - wie immer - ist viel zu wenig Zeit gewesen, auf alle Fragen eine Antwort zu finden. Doch soll man ja bekanntlich etwas zurück lassen um einen Grund zu haben, wieder zu kehren. » weiter

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Tag 10 + 11: Here comes the sun…

06. September 2010, 23:17

It’s alright! Nach gefühlten 100 Jahren Regen kitzelt uns seit Freitag die Sonne die Nase, was unsere Motivation natürlich ins unendliche steigerte. Doch nicht nur das Wetter verlieh uns in den vergangenen Tagen gewaltigen Antrieb:  » weiter

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Der siebte Tag

02. September 2010, 19:54

Aufgrund des Sturmtiefes „W-Lan“ kann der gestrige Bericht erst heute erscheinen…

Vorgestern verbrachten wir unseren Tag in der schönen Stadt Weimar. Dort besuchten wir das Museum für Ur- und Frühgeschichte und tauchten in die Welt unserer Vorfahren ein. Danach erkundeten wir bei tollen Wetter die Stadt- endlich kam die Sonnenbrille mal wieder zum Einsatz!

Unser gestriger Morgen begann mit Nieselregen und kaltem Wind. Nicht nur die Temperatur war am Tiefpunkt, sondern auch unsere Motivation. Zum Glück lockerten sich das Wetter und unsere Stimmung bald wieder auf. Nun konnten wir uns voller Tatendrang an die Arbeit machen. Allerhand Utensilien, wie Spaten, Schaufel, Zeichenbrett, Bleistift, Spitzkelle, Pinsel und Nivelliergerät kamen zum Einsatz.

Das Zeichnen der Steinpackung konnte abgeschlossen werden und somit konnten wir in tiefere Gefilde vordringen. Dabei kamen einige Knochensplitter und Holzkohlereste zum Vorschein. Kurzum, es war ein arbeitsreicher Tag.

So auch heute. Aber – schließlich brauchen wir hier oben ja auch ein wenig Motivation – ein paar herausragende Funde ließen sich heute endlich von uns finden. Glas und verzierte Keramik erleichtern ja bekanntlich die Datierung, so dass wir uns damit Schritt für Schritt an einen zeitlich begrenzten Raum der Geschichte heranarbeiten. Wenn jetzt noch Petrus mitspielt, sind wir hier oben fast wunschlos glücklich.



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der sechste tag

30. August 2010, 23:16

Nach zwei ereignisreichen und kulturell anspruchsvollen freien Tagen, die wir unter anderem in Erfurt und Bad Langensalza verbrachten, starteten wir heute wieder voller Tatendrang in die neue Woche. Es war der Tag, an dem Sonne nicht schien, die Kälte nicht verging und Ilse nicht mehr kam.  » weiter

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Tag 5

27. August 2010, 23:25

Früher als sonst machen wir uns auf den Weg. Wir haben ein Date!  » weiter

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