Israel (lange) vor Pharao Merenptah in Kanaan?
16. Dezember 2010, 10:00
Kürzlich wurde in der amerikanischen Fachzeitschrift „Journal of Ancient Egyptian Interconnections“ ein Artikel von drei deutschen Wissenschaftlern (Peter van der Veen, Manfred Görg und Christoffer Theis) veröffentlicht, der wieder das heiße Eisen der Israeliten in Kanaan aufnimmt.
Ausgangspunkt der Diskussion ist ein, auf den ersten Blick recht uninteressanter, Stein im Ägyptischen Museum zu Berlin (Nr. 21687). Es handelt sich dabei um ein Fragment eines Podestes. Dieses trägt drei sog. Namenringe, die topographische Namen tragen. Identifiziert wurden die Orte Kanaan und Askalon, die letzte ist teilweise zerstört und liefert Stoff für den wohl größten Diskurs. Die Autoren des Artikels lesen in diesem Namenring „Israel“. » weiter
Kürzlich wurde in der amerikanischen Fachzeitschrift „Journal of Ancient Egyptian Interconnections“ ein Artikel von drei deutschen Wissenschaftlern (Peter van der Veen, Manfred Görg und Christoffer Theis) veröffentlicht, der wieder das heiße Eisen der Israeliten in Kanaan aufnimmt.
Ausgangspunkt der Diskussion ist ein, auf den ersten Blick recht uninteressanter, Stein im Ägyptischen Museum zu Berlin (Nr. 21687). Es handelt sich dabei um ein Fragment eines Podestes. Dieses trägt drei sog. Namenringe, die topographische Namen tragen. Identifiziert wurden die Orte Kanaan und Askalon, die letzte ist teilweise zerstört und liefert Stoff für den wohl größten Diskurs. Die Autoren des Artikels lesen in diesem Namenring „Israel“. » weiter
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In einem im März 2009 erschienenen Aufsatz in der britischen
Fachzeitschrift Palestine Exploration Quarterly heißt es, dass der
ägyptische Pharao Schoschenk I. nicht um 950 sondern erst 100 Jahre später um
850 v. Chr. regiert haben soll. Der Autor Dr. Rupert Chapman, archäologischer
Mitarbeiter des Britischen Museums, betont gegen Ende des Artikels, dass der Pharao somit wohl nicht
mit dem in 1. Könige 14,25 genannten Pharao Schischak identisch sein kann, der
nach der Überlieferung die Jerusalemer Tempel- und Palastschätze geraubt haben
soll.
Seit 2005 wird erneut auf dem Kamm
der Davidstadt, südlich des Jerusalemer Tempelbergs, gegraben. Dort,
mitten im
arabischen Dorf Silwan, gräbt die Archäologin Dr. Eilat Mazar von der
Hebräischen
Universität nach Überresten des verschollenen Palasts des biblischen
David. Als Mazar 2005 auf Überreste eines größeren Gebäudes stieß,
machte ihre Entdeckung weltweit Schlagzeilen. Der Palast – so wurde
erzählt - sei
während der Eisenzeit IIA-Periode (traditionell 10. Jh. v. Chr.)
entstanden.
Als jedoch vor einigen Monaten der erste Grabungsrapport erschien,
wurde klar,
dass Mazars Datierung Widersprüche aufweist. Wie inzwischen auch
mehrere Archäologen wie Jane Cahill und Amihai Mazar betonten, muss das
Gebäude unbedingt älter sein.
