chronologs Briefe aus meiner Muehle

Chaos im Himmel und auf Erden - Achter Brief aus meiner Mühle (Teil 1)

03. August 2009, 12:39

Vielleicht erinnern Sie sich, verehrte Leser/Innen, noch an den Schluss des siebten Mühlenbriefs? Newton soll die Bombe des Chaos an das Fundament seiner eigenen Himmelsmechanik gelegt haben? Besser muss man wohl sagen, dass er erkannte, dass da eine Bombe lag. Er hätte sie nicht beseitigen können. Vielleicht haben in der Folgezeit einige andere auch diese Höllenmaschine gesehen. Deren flüchtigem Blick erschien sie aber harmlos. Erst etwa 200 Jahre später erkannte der französische Mathematiker und Physiker Henri Poincaré (1854-1912, s. Bild) ihre Sprengkraft » weiter

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Sternenzelt und thrakische Magd - Siebter Brief aus meiner Mühle (Teil 2)

30. Juli 2009, 11:47

Zum ersten Teil des siebten Briefs aus der Mühle.

Den Griechen galt der Erbauer des Labyrinths (ein Gefängnis für das Menschen fressende Zwitterwesen aus Stier und Mensch) auf Kreta als Inbegriff des Künstlers, Technikers und Erfinders. Daedalus war sozusagen der Daniel Düsentrieb (oder seriöser: Leonardo da Vinci) des Altertums. Als König Minos ihn - nach Vollendung des Labyrinths, aus dem man nicht herausfinden konnte- nicht nach Athen zurückkehren lassen wollte, fertigte Daedalus für sich und seinen Sohn Ikarus aus Wachs und Federn je ein Paar Flügel. Vor dem Abflug küsste Daedalus seinen Sohn noch einmal und ermahnte ihn, der Sonne nicht zu nahe zu kommen. Dann flogen sie los. » weiter

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Sternenzelt und thrakische Magd - Siebter Brief aus meiner Mühle (Teil 1)

28. Juli 2009, 16:55

„Weißt du, wie viel Sternlein stehen an dem blauen Himmelszelt?“ So beginnt ein Evergreen für Kinder, geschrieben von Pfarrer Wilhelm Hey (1798 - 1854). Schon die Platzierung der Sterne auf einem spirituell blauen statt schwarzen Hintergrund lässt vermuten, dass der fromme Mann keine Antwort auf seine Frage erwartet. Schon gar nicht von einem Kind. Der Pfarrer will sagen, dass allein Gott die Zahl der Sterne kennen kann: „Gott, der Herr, hat sie gezählet, dass ihm auch nicht eines fehlet, von der ganzen großen Schar…“ Wem das zu kindlich ist, hört nicht mehr den 147. Psalm der Bibel heraus: „Er zählt die Sterne und nennt sie alle mit Namen.“ » weiter

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Unser kleines, riesiges Sonnensystem - Sechster Brief aus meiner Mühle

23. Juli 2009, 16:27

Zunächst muss ich ja gestehen, dass mir der Schrecken über die völlige Unzulänglichkeit chemischer Triebwerke für die interstellare Raumfahrt noch in den Knochen steckt. Die Berechnung der notwendigen Raketenmasse für den letzen Beitrag hatte ich vorher noch nicht gemacht und ein derart drastisches Resultat auch nicht erwartet. Daher war ich zunächst unsicher, ob ein so deprimierendes Ergebnis überhaupt richtig sein kann. Aber ich glaube, die Berechnung ist korrekt und auch intuitiv nachvollziehbar. Wenn die Strahlgeschwindigkeit aus einer Brennkammer weniger als 5 km/s beträgt – mehr geben die energiereichsten chemischen Umsetzungen nicht her-, kann die Rakete mit vertretbaren Treibstoffmengen kaum 1000 km/s schnell werden. Abgesehen von der allzu oft mangelhaften literarischen Qualität, ist die vielleicht negativste Kehrseite der Science-Fiction Literatur, dass sie einen Ausflug in die Tiefen des Alls so selbstverständlich wie einen Spaziergang im Stadtpark darstellt. Das ist aber keineswegs der Fall. » weiter

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Mit Chemie zu den Sternen? - Fünfter Brief aus meiner Mühle

22. Juli 2009, 19:27

Als ich das Buch mit dem Titel Raumfahrt öffne, fällt mir ein stark vergilbtes Blatt entgegen. Es ist ein Nachruf, den DER SPIEGEL anlässlich des Todes des Buchautors herausgegeben hat. Damals, 1964,  habe ich den Artikel ausgeschnitten und zwischen die Buchseiten gelegt. In dem Nachruf heißt es: „Er war nie ein Raketenbaumeister wie Wernher von Braun. Er war nie ein Gelehrter wie Hahn oder Heisenberg. Aber er war auch nicht der reine Tor der Raumfahrt, als den professorale Kollegen ihn gerne abqualifizierten – nicht nur wegen seiner utopisch anmutenden Raumflug-Konzeptionen, sondern vor allem ob seiner im Mystischen verankerten Philosophie des Raumfahrens.“ » weiter

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Taxis und Raketen - Vierter Brief aus meiner Mühle

20. Juli 2009, 14:01

Morgens hole ich manchmal Brötchen. Nicht jeden Morgen; das wäre schlecht für die (noch leidlich) schlanke Linie. Aber manchmal eben doch. Dann komme ich auf der Klausdorfer Strasse an dem rechts abgebildeten Schild vorbei. Das geht nun schon seit Monaten so, und nie habe ich mir viel dabei gedacht. Bis neulich, als ich darüber nachdachte, wie ich in diesem vierten Beitrag die Kurve von der preußischen Geschichte zurück zum Weltraum bekomme. Als ich so in Gedanken mal wieder das Schild sehe, da klickst etwas: Franz Plaschke! Plaschke?? Da war doch was! Den Namen kenne ich doch im Zusammenhang mit ...der Raumfahrt. Also schnell die Brötchen geholt, nach Hause und in den Büchern gestöbert. Hier muss es gewesen sein...tatsächlich, da steht der Name in dem Buch „Raketenspuren“ von Bode/Kaiser. Jahr der Handlung ist 1931: » weiter

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Gewaltig endet so das Jahr - Dritter Brief aus meiner Mühle

13. Juli 2009, 12:26

Mit dieser Überschriftenzeile beginnt das Gedicht "Verklärter Herbst" von Georg Trakl. Wann genau endet aber das Jahr? Das wird uns derjenige sagen, der die Kalenderhoheit hat. Uns Zeitgenossen der Atom- und Funkuhren mag der Anspruch auf „Kalenderhoheit“ rätselhaft erscheinen, haben wir uns doch so sehr an feste kalendarische Regeln gewöhnt, dass uns unsere Zeitachse beinahe wie ein Naturgesetz vorkommt. Aufgrund der Genauigkeit der Atomuhren ist die Erdbahn heutzutage mit einer derartigen Präzision bestimmbar, dass sogar das „Eiern“ der Erde um die Sonne bemerkt wird. Je nach der Stellung der anderen Planeten fliegt die Erde mal etwas schneller, mal etwas langsamer um die Sonne bzw. ihre Flugbahn stimmt nicht genau mit derjenigen des Vorjahres überein. Die Abweichungen werden zu bestimmten Stichtagen mit einer „Schaltsekunde“ ausgeglichen. » weiter

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Kalenderreform und Kalenderhoheit - Zweiter Brief aus meiner Mühle

10. Juli 2009, 19:00

Offenbar ist die Frage nach dem dunklen Nachthimmel nicht so einfach zu beantworten, wie ich gehofft hatte. Also beschließe ich, mich auf den aktuellen Stand der astronomischen Erkenntnis zu bringen und kaufe mir die Fachzeitschrift STERNE UND WELTRAUM. Bingo! In einer Leserzuschrift geht es genau um dieses Thema: » weiter

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Die Schwärze des Nachthimmels - Erster Brief aus meiner Mühle

08. Juli 2009, 16:54

Daudets MühleDer Titel „Briefe aus meiner Mühle“ gefiel mir so gut, dass ich nicht widerstehen konnte, ihn zu ent- und verwenden. Er stammt nicht von mir. Es gibt bereits diesen Titel für eine Sammlung von Kurzgeschichten.  Im französischen Original lautet er: „Lettres de mon moulin“, also: „Briefe aus meiner Mühle“.

Um 1870 zieht sich der Schriftsteller Alphonse Daudet (1840 – 1897) aus Paris in die südfranzösische Provinz zurück. Hier, weit entfernt vom hektischen Treiben der Hauptstadt, will er die Ruhe zur Schriftstellerei finden. Er kauft sich daher, wie er schreibt, eine alte, halbverfallene Mühle im südlichen Tal der Rhone, teilt sich das Gebäude mit den bisherigen Bewohnern, Hasen und Eulen, sitzt vor der Türe in der Sonne und schreibt, von Pinien und Eichen umgeben, an sein Pariser Publikum die „lettres“.  Es sind romantische kleine Geschichten vom Leben auf dem Land. » weiter

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