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Vasteh' ik nich'

22. Mai 2012, 16:22

Eines der Themen, die mich letzte Woche beschäftigten, waren Begriffe und ihre Anwendung. Im täglichen Leben haben wir nur sehr selten Schwierigkeiten, verstanden zu werden. Egal, ob wir einkaufen, uns über den letzten Steven-Spielberg-Film unterhalten, den Urlaub planen oder bei Bierchen eine kleinere Diskussion über währungspolitische Konzepte halten. Selbstverständlich kommt es hin und wieder zu Missverständnissen, aber die sind meist schnell geklärt.

Alltägliche Kommunikation dient, über die Lösung einfacher Probleme hinaus, auch dazu, soziale Hierarchien auszuloten. Selten ist dabei gefragt, wer faktisch Recht hat, viel öfter geht es darum, wer Recht haben darf. Arbeitnehmer kennen das nur zu gut. Es geht nicht nur um vertikale Hierarchie – z.B. als klassische Macht-Ohnmacht-Beziehung. Noch wichtiger ist die horizontale Hierarchie, auch bekannt als soziale Vernetzung oder Emotional Quotient.

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Wir sind alle Urheber

09. Mai 2012, 17:11

Immer noch geht es heiß her in der Debatte um unser gegenwärtiges Urheberrecht.

Eine kleine Abschweifung zu Beginn

Bevor wieder einige Naseweise antanzen und was von Begriffsverwirrung faseln: Wer in dieser Diskussion drin ist, weiß inzwischen, dass es ein persönliches Urheberrecht gibt, von dem sich alle anderen Lizenzrechte ableiten. Zu letzteren gehören z.B. Vertriebs- und Verwertungsrechte, die oft von Urhebern der Einfachheit halber komplett an entsprechende Unternehmen, wie Verlage, abgegeben werden.

Diese Sekundärrechte hängen alle am persönlichen Urheberrecht und sind nicht zuletzt deswegen in Deutschland in einem Gesetz geregelt, das Urheberrechtsgesetz heißt. Dazu gibt es ein Urheberrechtswahrnehmungsgesetz sowie das Verlagsgesetz.

Ich erlaube mir, 'Urheberrecht' als Oberbegriff zu benutzen, auch wenn ich hin und wieder über abgeleitete Rechte spreche. Ansonsten geht es mir in diesem Beitrag vorwiegend um das persönliche Urheberrecht.

Positionsbestimmung

Einige Gegner des derzeitigen Urheberrechts lehnen bereits die Vorstellung eines singulären Urhebers ab. Sie sehen in einem Autor einen Filter gesellschaftlicher Strömungen, der bloß aufschreibt, was er wahrnimmt. Auf der anderen Seite der Debatte behaupten wiederum manche, dass nicht jeder, der etwas erschafft, überhaupt ein Urheber sei. Dafür müsse man Profi sein.

Ich halte beide Positionen für unhaltbar.

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Meinung in der Mache

29. April 2012, 14:12

Unter der Maske freier Meinungsäußerung versteckt, glauben viele, sie könnten auch den hinterletzten Mist ohne jede Verantwortung auf die Menschheit rotzen. Dabei ist auch dieses Menschenrecht mit einer Pflicht verbunden:

You are not entitled to your opinion, you are entitled to your INFORMED opinion. [Harlan Ellison]

Dabei ist nicht jede Äußerung eine Meinung; oft redet jemand nur Unsinn, setzt Fehlinformation in die Welt, lügt, beleidigt. Geoffrey Pullum beschreibt das etwas aufgeregt in einem Beitrag für Language Log. Nun könnte man wie die beiden Kommentare, die er unter seinem Artikel veröffentlicht, argumentieren, 'Worte schaden ja niemandem'.

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Bildlich geschrieben

01. April 2012, 15:17

Ich hatte ja schon einmal geschrieben, dass Literatur – und weiter gezogen alle Kommunikation – davon lebt, nicht einfach alles direkt auszusprechen. Nicht nur Satire lebt von Vergleichen, Similes, Metaphern, Metonomie und und und. Jede Kurzgeschichte, jeder Roman, Gedichte, sogar Filme verstecken Bedeutung, um den Rezipienten zum Mitdenken zu bewegen.

Dabei geht es nicht allein darum zu zeigen, wie genial der Autor doch ist, was er alles weiß, wie tolle Rätsel er bauen kann. Manchmal [siehe Satire] geht es um das schiere Überleben des Schreibers. Es geht aber auch darum, den Leser oder Zuschauer gut zu unterhalten – auch lange nach der Lektüre.

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Zwischendurch - ein Quickie

31. Januar 2012, 17:44

Heute mal eine kurze Zwischenbemerkung, angestoßen durch einen Artikel von Laura Miller, Literaturredakteurin bei Salon.com. Sie schreibt aktuell gegen die - wie sie es nennt - Besessenheit, in jeder literarischen Geschichte eine 'Message' zu finden. Die klassische Frage, 'Was will uns der Autor damit sagen', die wir in der Schule sicher alle gehasst haben.

Kunst beantwortet keine Fragen, sie stellt sie. Das gleiche gilt für Literatur und Musik. Hier der Link zu Laura Miller. [Englisch]



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Faktisch fiktiv

08. Januar 2012, 15:36

Kennen Sie Harry Flashman? Nein? Das ist schade, denn er ist eine ganz große historische Gestalt, ein Soldat, Agent, Raufbold – ein ganzer Kerl. Dank Feigheit. Und George Macdonald Fraser, der die Memoiren des viktorianischen Helden zufällig fand und sorgsam editiert seit Ende der 1960er veröffentlichte.

Bevor Fraser die Memoiren des Frauenhelden fand, war uns Flashman nur als eine wenig bedeutende Nebenfigur in Thomas Hughes stark autobiografischen Tom Brown's Schooldays begegnet. Ein Bully – ein Schulhoftyrann – war er damals in Rugby, er quälte die jüngeren Schüler, nahm ihnen Wertvolles ab, ließ sie für sich arbeiten. Es war nirgendwo zu sehen, wohin sich dieser mittelmäßig begabte Kerl hin entwickeln würde: zum größten unbekannten Haudegen, der Queen Victoria, Abraham Lincoln und vielen anderen zur Verfügung stand. Ein Mann, der sich Otto Bismarck entgegenstellte! » weiter

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