Jüdisch- islamischer Dialog in Stuttgart
von Hussein Hamdan, 16. Mai 2009, 00:06
Am 6. Mai besuchten Vorstandsmitglieder, Jugendleiter und Geistliche des Landesverbands der Islamischen Kulturzentren Baden-Württemberg e.V. (VIKZ) die Israelitische Religionsgemeinschaft Württembergs in Stuttgart.Auf Bitte des VIKZ hatte das Staatsministerium Baden- Württemberg zwischen den beiden Gemeinden vermittelt und dieses bisher einmalige Treffen arrangiert. Aus Ulm war der dortige Stadtrabbiner Shneur Trebnik angereist, der auf lokaler Ebene bereits einen Dialog auch mit türkischen und palästinensischen Vereinen initiiert hatte.
Weiterhin anwesend war das Team des sich gerade in der Gründungsphase befindenden Zentrums für interkulturelle Kommunikation (ZikK) in Heidelberg, bestehend aus dem langjährigen Rektor der Hochschule für jüdische Studien Prof. Dr. Alfred Bodenheimer, Dr. Monika Preuss und mir. Das Zentrum wird offiziell ab Oktober seine Arbeit aufnehmen und sich im Rahmen eines Projektes insbesondere mit Jugendlichen aus verschiedenen Kultur- und Religionsgemeinden beschäftigen.
Nach der Führung begaben wir uns in das Cafe der Einrichtung, wo zunächst die Vorsitzenden beider Gemeinden und Dr. Michael Blume vom Staatsministerium Baden-Württemberg sprachen und die Gelegenheit zum respektvollen Kennen lernen und dem Abbau von Ängsten und Vorurteilen begrüßten. Der Glaube an einen einzigen Gott, viele Speisevorschriften, die Beschneidung und tägliche Gebetspflichten sowie auch die Betonung des Friedens (hebr. Shalom, arab. Salaam) seien dabei einige unter vielen, offensichtlichen Gemeinsamkeiten, auf denen ein Dialog der beiden Religionsgemeinschaften aufbauen könne. Und während der Landesvorsitzende des VIKZ eine Parallele zwischen dem „Höre Israel, der Ewige, unser Gott, der Ewige, ist einzig“ und den Koranversen „Sprich: „Er ist der Eine Gott, Gott, Der ewige Gott (oder Gott, der Absolute)“ zog, erklärte der Vorsitzende der Israelitischen Religionsgemeinschaft, dass beide Religionen mit Abraham einen gemeinsamen Ursprungsvater haben. Er würdigte, dass die Initiative zu dieser Begegnung von islamischer Seite ausgegangen sei.
In einer gemütlichen Atmosphäre bei Kaffee und Kuchen wurden weiterhin Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Religionen angesprochen sowie Unterschiede erläutert und die Chancen eines jüdisch-islamischen Dialogs erlebt. Beide Gemeinden betonten, dass dieser Austausch nicht der einzige in dieser Form bleiben solle und weitere Begegnungen vor allem auch junger Menschen geplant werden sollten. So werden demnächst auch Vertreter der Israelitischen Gemeinde zu einer Moscheeführung eingeladen.
Bedauerlich war nur, dass die Veranstaltung nicht die Medienpräsenz erhalten hat, die sie eigentlich verdient hätte. Vielleicht, weil sie friedlich war und die beliebten Klischees nicht bediente?
Immerhin war der SWR mit einem Korrespondenten vertreten. Sein Beitrag ist als Podcast unter http://www1.swr.de/podcast/xml/swr1/sonntagmorgen.xml abrufbar.
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Lieber Hussein,
vielen Dank für den schönen, schön bebilderten und inhaltlich ermutigenden Beitrag!
Leider funktioniert (nur bei mir?) der Link zum Podcast nicht.
Herzliche Grüße, Shalom und Salaam! :-)
Michael
Herzlichen Dank lieber Michael; auch für deine Unterstützung.
Es hat mich sehr gefreut, dass die Israelitische Religionsgemeinschaft so freundlich war mir die schönen Bilder zu schicken.
Grüße,
Hussein
Dauerhaft online gestellt:
http://www.blume-religionswissenschaft.de/...e.MP3
Herzliche Grüße
Michael
Dauerhaft online gestellt:
http://www.blume-religionswissenschaft.de/...e.wav
(Bitte letzten Beitrag löschen, Tipfehler und also Broken Link).
Herzliche Grüße
Michael