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Die dritte Form der Naturforschung

17. Juni 2011, 21:17

In seinem Buch "Die zweite Erschaffung der Welt - Wie die moderne Naturwissenschaft entstand"  spricht der Wissenschaftshistoriker Floris Cohen von zwei Methoden der Naturforschung, die sich im antiken Griechenland entwickelt haben. Er nennt sie kurz "Athen" und "Alexandria", weil an diesen Orten diese so unterschiedlichen Bemühungen um ein Verständnis der Natur entstanden und weiter entwickelt worden sind.   In Athen waren es vor allem die Vorsokratiker und die philosophischen Schulen um Platon und Aristoteles, in Alexandria der Einfluss von Euklid, Archimedes und Ptolemäus.  "Athen" stand für die Naturphilosophie, für die Erklärungsversuche der Gesamtheit der Naturphänomene durch ein paar Leitideen, "Alexandria"  für  Erklärungsversuche einzelner Phänomene mit Hilfe der Mathematik.  "Top-Down" bzw. "Bootom-Up"  -  würde man im heutigen Jargon sagen.   » weiter

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Der Zufall

10. April 2011, 22:14

"Rein zufälllig" sei es passiert, so flechten wir manchmal ein, wenn wir von einem Ereignis reden. Es ist eben passiert und wir können keinen Grund  dafür angeben, haben keinerlei  Erklärung dafür.  Der Zufall ist uns vertraut, wir reden von den Zufälligkeiten des menschlichen Lebens, der Philosoph etwas vornehmer von der Kontingenz. Wir wissen, dass vieles Mögliche und manches "Unmögliche" passieren kann, ohne dass wir eine Notwendigkeit dafür einsehen.  Wenige aber wissen wohl, dass der Begriff des  Zufalls in Mathematik und Physik eine lange Geschichte hat und in manchen physikalischen Theorien eine "tragende Rolle" spielt.  Der Zufall ist also wieder einer jenen Begriffe, die im Alltag zu Hause waren und auch heute noch sind, in der Wissenschaft aber eine Präzisierung erfahren haben und zum wichtigen Denkwerkzeug geworden sind. » weiter

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Vom Geschichtsbewusstsein

05. Februar 2011, 20:55

Oft wird bedauert, dass es vielen Zeitgenossen an Geschichtsbewusstsein fehlt. Man müsse doch wissen, woher man kommt, wie sich die Umstände, in denen man heute lebt, in der Vergangenheit ergeben haben und wie es zu unseren Denkgewohnheiten, Sitten und Gebräuchen gekommen ist.  In der Tat ist die Kenntnis der Geschichte der eigenen Gemeinschaft, ob man diese als Familie, Nation oder als die gesamte Menschheit versteht, von großer Bedeutung für das Zusammenleben: Gemeinsame Geschichte und gemeinsame Geschichten stiften ebenso wie gemeinsame Erlebnisse und Gewohnheiten Identität, eine positive Voreingenommenheit und Kommunikationsbereitschaft. Die Reflektion über die Geschichte der Menschheit kann zur Einsicht in die Mechanismen von Herrschaft und in die Bedeutung von Interessenlagen führen und ist oft Motivation für Engagement im politischen Leben in einer Demokratie. » weiter

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Keine Angst vor neuen Deutungsversuchen

23. Januar 2011, 09:48

Die Erfolge der Naturwissenschaften werden heute allgemein anerkannt, zu deutlich zeigen sie sich im täglichen Leben, und auch in unseren Denkvorstellungen und Erwartungen haben sie tiefe Spuren hinterlassen.  Aber es wird auch immer wieder von den Grenzen der Methode der Naturwissenschaften geredet, davon, dass es "für den Menschen mehr gibt, als was man messen und wägen" kann, und es wird davor gewarnt, auch die heiligsten Gefühle durch rationale Erklärungsversuche "banalisieren" zu wollen.  Die moderne  Hirnforschung steht heute im Zentrum dieser Diskussion, insbesondere ihre Arbeitshypothese, dass unser Bewusstsein und damit unsere geistige Tätigkeit auf den Eigenschaften der Neuronen und ihrem Zusammenspiel in unserem Gehirn beruht, somit eine emergente Fähigkeit eines sehr komplexen Organs ist.  » weiter

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Unser geschichtliches Erbe in Europa

30. Dezember 2010, 16:52

Zurzeit wird in Reden von Politikern und in einschlägigen Gazetten viel vom christlich-jüdischen oder jüdisch-christlichem Erbe Europas gesprochen. Leider bleibt das, was man dabei meint, immer im Nebel; man spürt aber dennoch immer irgendwie den Appell, dass man dieses Erbe anerkennen und bejahen soll, wenn man auch dazugehören will. Als Naturwissenschaftler kann man sich dabei aber nur wundern. Wie ein Fisch das Wasser, in dem er schwimmt, gar nicht mehr wahrnimmt, so sehen die meisten eigentlich gar nicht, was unsere heutige westliche Art zu leben und zu denken wirklich geprägt hat, was uns von den anderen Kulturkreisen unterscheidet und was zu unserer heutigen Stellung in der Welt geführt hat. » weiter

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Die Sprache der Physik

27. Mai 2010, 12:10

Man bezeichnet die Naturwissenschaften oft als exakte Wissenschaften. Damit  meint man wohl, dass in diesen  Begriffe und Hypothesen exakter definierbar sind und so Schlussfolgerungen auch zwingender sein können. Das ist in der Tat der Fall, und die Wissenschaft, die in diesem Sinne in einem Höchstmaß exakt ist, ist die Physik. Das verdankt sie ihrem Forschungsgegenstand und der Sprache, mit der sie ihre Hypothesen und die daraus sich ergebenen Folgerungen formulieren kann. Diese Sprache ist die Mathematik. Diese ist nicht erst im Laufe der Geschichte zur Sprache der Physik geworden, sie war konstituierend bei der Geburt der Physik, der ersten Naturwissenschaft. Galilei war es, der  als erster entdeckte, dass Strukturen und Regelmäßigkeiten in der Natur in dieser Sprache zu fassen sind, und er wusste, dass er damit eine ganz neue Art von Wissenschaft erfunden hatte, mit der die Menschheit beim Nachdenken über die Natur "Boden unter die Füße" bekam:  Aus der Naturphilosophie wurde Physik. » weiter

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