chronologs Es war einmal ...

Unwissenheit schützt vor Bauuntersuchungen nicht

26. August 2010, 20:38

Lange habe ich mich mit der Treburer Laurentiuskirche befasst. Die Grabungsunterlagen von 1934 aus dem Nachlass des Oberbaurats Diefenbach gewälzt. Hatte mir vorgenommen diese mit dem Wissen von heute auszuwerten und dann das!
Ganz plötzlich lagen da vier Ordner vor meiner Nase: „Freies Institut für Bauuntersuchung und Dokumention e.V. - Die Baugeschichte der Laurentiuskirche zu Trebur, dargestellt anhand historischer Schrift- und Bildquellen. Teil I-IV, Juli 1991“

Um es kurz zu machen: Meine Vermutungen bestätigten sich, die Kirche ist nicht karolingisch, wie man so häufig liest, sondern ottonisch. Steht aber sehr wahrscheinlich auf karolingischem Grundriss, dem sie weitestgehend folgt.
Aber warum ist diese Ergebnis, diese Bauuntersuchung unbekannt?

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Der goldene Sarg und sein wahrer Hintergrund

19. Juni 2010, 12:02

Jeder Ort hat seine Sagen und Mythen. Ich möchte heute von einer Sage schreiben die bei Trebur, genauer gesagt zwischen Trebur und Nauheim spielt und möchte auch ihren wahren Hintergrund beleuchten.

Die Sage vom goldenen Sarg berichtet von einem Anstieg des Weges zwischen Trebur und Nauheim, der dem Wanderer die Reise beschwerlich machen soll und ihn dazu bringen soll auszurufen: „ Wenn doch nur dieser Sarg sich fände, mer kann ja kaum schnaufe!“ Wer diesen Sarg fände, soll wie so oft in Sagen, ein reicher Mann werde. » weiter

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Der Astheimer Burgus und seine Begleitfunde

07. Juni 2010, 21:25

Ein interessanter Aspekt von Pfalzen, hauptsächlich derer im fränkischen Kerngebiet, ist der Aspekt der Kontinuität. So lassen sich unter dem Aachener Dom römische Thermen nachweisen, unter der Pfalz Frankfurt ruhen Teile eines römischen Legionslagers, in Duisburg wurden Teile einer römischen Jupitersäule gefunden.

Als wissenschaftliches Beispiel der Kontuinuität karolingischer bzw. römischer Anlagen dient oftmals die heute recht unscheinbare Burg Zullestein in Biblis-Nordheim, gerade noch in Sichtweite des bekannten AKW Biblis.

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Eugen Schenkel – Ein Leben für die Archäologie

18. Mai 2010, 20:18

Ich wollte ja über ein großes Vorbild schreiben, aber Eugen Schenkel als Vorbild zu verstehen wäre mit einer gehörigen Portion Größenwahn verbunden, den ich mir nicht ans Bein binden möchte.

Eugen Schenkel wurde 1924 in Trebur Astheim geboren, wo er auch heute noch lebt.
Zusammen mit seinem Freund Georg Weinmann streunte Schenkel schon als Kind über die Felder, wo sie u.a.  römische Münzen fanden. Während Weinman, als Sohn eines Schuldirektors das Gymnasium besuchen durfte, musste Schenkel mit 14 Jahren eine Ausbildung bei Opel beginnen. Doch das Interesse an Geschichte und der Archäologie sollte ihn nie wieder loslassen.
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Ich und der "Heimatforscher"

11. Mai 2010, 21:43

Im Grunde beschäftige ich mich mit meiner Erforschung der Pfalz Trebur und den daran anknüpfenden Themen mit der „Heimatforschung“.
Dennoch würde ich mich nicht als „Heimatforscher“ bezeichnen.
Das Wort “Heimatforscher” bezeichnet für mich einen spießigen, piefigen, belehrungsresistent, älteren Herrn, vorzugsweise mit „Klugscheißerattitüde“, der meist mit Schlapphut auf dem Dachboden eine Singer-Nähmaschine entstaubt.
Wahrscheinlich hänge ich da  Klischees nach, doch diese Klischees haben gewisse Gründe. » weiter

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1934: Troja in Tribur

25. April 2010, 22:32

Nur zwei mal kam es zu Untersuchungen der Bausubstanz, der als Pfalzkapelle identifizierten Laurentiuskirche. Beide Male standen sie unter keinem guten Stern. Die Untersuchungen durch Landeskonservator Dr. Otto Müller 1954 wurden wegen Differenzen mit dem Kirchenvorstand vorzeitig abgebrochen und die Untersuchung des Oberbaurats Diefenbach 1934 begannen  mit einer vorgefertigten Meinung, lies mehr Fragen als Antworten zurück und war mehr als unfachmännisch durchgeführt worden. Über diese Grabung möchte ich nun an dieser Stelle berichten.
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Der Niedergang der Pfalz Tribur unter den Saliern

17. April 2010, 14:01

Der Niedergang der Pfalz Tribur wird hauptsächlich mit den Vorgängen des Fürstentages 1076  und dem Gang nach Canossa in Verbindung gebracht.
Dies mag so stimmen, muss aber relativiert betrachtet werden.
Der Fürstentag von 1076, in dem ihn die Fürsten zur Lösung vom päpstlichen Bann “in Jahr und Tag” auffordern, dürfte nur der Gipfel des Eisbergs schlechter Erlebnisse mit Tribur sein.

Es ist durchaus denkbar das Heinrich IV. einen Fluch über Tribur aussprach, so wie er es mit Ingelheim tat, nach dem ihm sein Sohn Heinrich V. dort festgesetzt hatte. Jedoch ist es wichtig einen Blick auf das Gesamtverhältnis Heinrich IV. zu Tribur zu werfen und nicht nur die Anzahl der Besuche positiv zu notieren und zu Buche schlagen zu lassen.

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Eine "Geruchsreise" ins Mittelalter

28. März 2010, 17:12

Wenn man heute über einen “Mittelaltermarkt” schlendert, steigen einem Bratwurstgerüche, Gewürze (ab und an auch mal verbrannte Kartoffeln, aber das ist eine andere Geschichte) und hier und da der Geruch eines Holzfeuers in die Nase. Leute bleiben stehen und schnuppern und finden das alles ja so romantisch und nippen an ihrem Met für 3 Goldrandtaler plus 4 Goldrandtaler Pfand für den Tonbecher…

Die Realität im Mittelalter aber war eine andere. Ich möchte den Leser auf eine kleine fiktive “Geruchsreise” in (Früh-)Mittelalter mitnehmen.

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Das Kloster Lorsch und die Requisiten der Päpstin

10. März 2010, 20:57

Das Kloster Lorsch möchte sich bis zum Jahr 2014 aufwerten. Geplant ist dem Weltkulturerbe ein, als karolingischer Herrenhof bezeichnetes, Freilichtmuseum hinzuzufügen. Ich gehe davon aus, dass es sich bei dem Herrenhof um eine Curtis oder Villa Regia handeln soll, wie sie etwa im Brevium Exempla für das Krongut Annappes verzeichnet ist, für den es heißt, er besitze ein aus Stein gebautes Haus mit Gallerien, weitere Gebäude aus Holz, Scheunen, Backhaus usw. Der Hof in Lorsch soll zusätzlich kleine steinerne Kirche bekommen. » weiter

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Vergebene Chancen oder der verlorene Turm

27. Februar 2010, 11:00

Der Turm, erkennbar durch das fehlende Gesimms des FachwerkbausIm Gegensatz zu anderen Pfalzen, wie etwa der Pfalz in Ingelheim, in der seit 1888 immer wieder gezielt nach Resten der Pfalz Karls des Großen gegraben wurde, fanden in Trebur nie echte archäologische Grabungen statt.
Um so dramatischer sind die Vorgänge sie sich im Jahr 1960 in Trebur zutrugen. » weiter

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