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Milliarden Jahre in einem Satz

von Jürgen vom Scheidt, 08. April 2008, 15:25

Je nach zugrundeliegendem Weltmodell schätzt man das Alter des Universums auf 14 bis 25 Milliarden Jahre, darin enthalten die Evolution auf der Erde bis herauf zu uns Menschen. 

In dem französischen Film Genesis (deutsche Fassung gesendet am 5. April im Bayrischen Fernsehen) wird dies in folgendem Satz zusammengefasst:

Die Welt ist ein Labyrinth voller Hindernisse und Gefahren, die man überwinden muss.

Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Außer, dass es ein wunderbarer Film ist, der mit einfachen Szenen, ohne irgendwelche aufwendigen Computer-Animationen, die Entwicklung des Lebens darstellt; sogar die Musik ist adäquat und nicht so "voll daneben" wie bei vielen ähnlichen Dokus. Die einzelnen Film-Kapitel werden durch den Kommentar eines altes afrikanischen Medizinmanns zusammengehalten, der diesen zitierten Satz ziemlich genau in der Mitte spricht.

Fragt sich nur, ob ein afrikanischer Schamane den Begriff und die bildhafte Bedeutung des Labyrinths kennt - oder ob ihm dies nicht die beiden französischen Filmemacher in den Mund gelegt haben. Letzteres würde ich eher vermuten - denn in Afrika ist das Labyrinth-Motiv eigentlich nicht Teil der Überlieferungen (anders als bei den Hopi-Indianern - was jedoch viel schwerer erklärbar ist).

Quelle:
Nuridsany, Claude und Marie Pérennou (Drehbuch und Regie): Genesis. Frankreich 2004





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Kommentare

  1. Werner Grosse der Schamane und ich im Labyrinth
    08.04.2008, 16:23

    Ich glaube, ich habe den Begriff Labyrinth in diesem Zusammenhang auch nicht erfasst. Was könnte der Verfasser damit gemeint haben?

  2. Werner Grosse Ein Ziel des Labyrinths?
    08.04.2008, 22:14

    Lieber Herr vom Scheidt,

    das ist sehr freundlich von Ihnen, dass Sie sich für Ihre Antwort in die „Allwissenden Medien“ zu mir hinüber begeben haben. Aber das Thema Labyrinth ist nun einmal hier angesiedelt, deshalb komme ich zu Ihnen zurück.
    Ich meinte meinen kurzen Zwischenruf auch nicht als scharfe Denke. Ich bin lediglich über Folgendes gestolpert: Meine Vorstellung eines Labyrinths ist geprägt von dem einen Ein-/Ausgang und dem einen Mittepunkt. Beides sind Ziele, je nachdem, ob man hinaus oder hinein will, und dann sind es sogar einzige Ziele. Nimmt man diese Vorstellung als Modell oder auch nur als Metapher für evolutionäre Prozesse wie die Entwicklung des Lebens oder gar des Universums, hat man implizit eine teleonomische Idee eingeführt. Nun hat Teleonomie in der Evolution eigentlich nichts zu suchen. Dennoch wird sie in nahezu jeder Diskussion über evolutionäre Prozesse latent mitgeführt, was für mich ein lästiges Element ist, das zu Streit oder zu skurrilen Ableitungen führt.
    Inzwischen habe ich Ihr „Zur Person“ gelesen und mir scheint, dass Sie eine andere metaphorische Verwendung des Begriffs Labyrinth haben. Hätte ich das zuvor gewusst, wäre mein Kommentar wohl ausgeblieben.
    Auch habe ich den Film „Genesis“ leider nicht gesehen. Ich weiß insofern auch nicht, ob der Begriff Genesis hier im ursprünglichen griechischen Sinn oder in der Bedeutung der biblischen Schöpfungsgeschichte gemeint ist. In letzterem Fall wäre der Bezug zur Evolution ohnehin nicht gegeben.

  3. Jürgen vom scheidt Evolution als Labyrinth
    13.04.2008, 09:44

    Lieber Werner Grosse:
    Das Thema des Films "Genesis" (so auch der franz. Originaltitel) ist die Evolution, durchaus im nat.wiss. Sinn.
    Die Labyrinth-Metapher wird also nur ganz allgemein eingesetzt, um die - fraglos vorhandene - Gefährlichkeit des Lebens überhaupt (als Evolution auf der Erde), zu benennen.

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