Import nach Japan
In dem Dokumentarfilm Young Yakuza wird der Weg des jungen kleinkriminellen Japaners Naoki in die Welt der mafia-ähnlichen Unterwelt Tokios dargestellt.
In einer parallel erzählten Geschichte singen zwei japanische Rapper ähnlichen Alters ihren ganzen postpubertären Frust raus. In einem der Lieder im modernen japanisch-englischen Mischmasch heißt es verblüffenderweise:
Dead or alive - im Labyrinth!
Das wird genauso ins Mikrofon gebrüllt wie es hier steht. Das Labyrinth-Motiv ist also inzwischen in der japanischen Kultur angekommen, obwohl es dort ein Fremdkörper ist. Es nahm dabei wohl den selben Weg, den all die anderen westlichen Einflüsse nach Japan genommen haben: Literatur und Film vor allem und, nicht zu vergessen, die Oper.
Das Labyrinth-Motiv ist ursprünglich nur in Europa, Indien und Ägypten sowie bei den Hopi-Indianern bekannt gewesen; in Fernost kannte man es - laut Hermann Kern - nur auf Sumatra. Diesbezüglich ist bis heute unklar, wie es sich verbreitet hat. Hierzu gibt es zwei Theorien. Der einen zufolge entstand das L-Motiv auf Kreta und verbreitete sich von dort über die Welt - nach der anderen entstand es unabhängig an mehreren Stellen des Globus. Mehr hierzu ein andermal.
Quelle
Limosin, Jean-Pierre: Young Yakuza. Frankreich 2007 (arte France)
Kern, Hermann: Labyrinthe. Erscheinungsformen und Deutungen. München 1982 (Prestel)
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