Mit Theseus das Internet befragen
Alle Welt googelt. Dabei wird gerne übersehen, dass es auch noch andere Suchmaschinen gibt. An einer interessanten neuen Variante arbeitet man derzeit bei uns.
Das Internet ist fürwahr ein gigantischer Irrgarten mit Milliarden von Seiten und Hyperlinks. Es lag deshalb nahe, für einen neuen Typ Suchmaschine eine Bezeichnung aus dem Umkreis der Labyrinth-Sage zu verwenden. Diese Variante soll etwas mehr in Richtung Künstlicher Intelligenz arbeiten, soll also statt Tausender gar nicht oder sehr zweifelhaft sortierter Info-Fetzen möglichst präzise Antworten auf in natürlicher Sprache formulierte Fragen liefern.
In Deutschland konzentrieren sich die Anstrengungen auf das Projekt Theseus. Anstatt wie die Franzosen einen Anti-Google marktreif zu machen, geht es den Deutschen um Grundlagenforschung. Wie bringt man Suchmaschinen bei, Anfragen nicht bloß als Buchstabenfolgen zu betrachten und die Ergebnisse nahezu ausschließlich nach den Regeln der Mathematik zu gewinnen? Wunschtraum aller Beteiligten wäre eine Antwortmaschine, wie sie Visionäre in den sechziger Jahren des vergangenene Jahrhunderts für möglich hielten. Man tippt eine Frage ein, das System erkennt und beantwortet sie.
Details auf der Wikipedia: Theseus Forschungsprogramm
Quelle:
Martin-Jung, Helmut: "Antworten, bitte!". In: Südd. Zeitung vom 25. April 2008
Ähnliche Artikel:
- P.H.A.I.D.R.A. für Leseratten (Österreich III)
- Experiment: L-Recherche im Internet
- Entschleunigung ist angesagt
- Bloomsday verpasst: Nachlese Juni 2008
- Präsident der USA und mächtigster Mann der Welt wird er jetzt auch noch : Eine Heldenreise
