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Religion ohne Gott - Zen-Buddhismus

30. Oktober 2009, 18:42

Wenn jemand Religions-Definitionen hinterfragen will, wird gerne auf den Buddhismus verwiesen. Tatsächlich aber stärkt gerade das Beispiel des Buddhismus die Definition von Religiosität als "Verhalten zu übernatürlichen Akteuren". Denn wo immer sich buddhistische Traditionen über Generationen hinweg entfalteten, wurden vom zunehmend bildlich dargestellten Buddha selbst über Ahnen (vgl. japanische Ahnenverehrung), Geister, Götter und Bodhisatvas ein reiches Angebot an zu verehrenden Übernatürlichen definiert oder adoptiert. Diese sind also weniger logische Ableitungen aus einem Lehrsystem, sondern gewachsene Antwort auf die Fragen und Bedürfnisse vieler Glaubender. Und dennoch bewegt sich der Buddhismus - gerade auch in seinen Rezeptionen durch westliche Suchende - immer wieder besonders nah an Grenzbereichen religiöser und philosophischer Systeme und ist auch deswegen religionswissenschaftlich besonders interessant. Ich bin daher froh und dankbar, dass Mona - vielen hier als sorgfältig lesende, selbständig recherchierende und angenehm fair diskutierende Kommentatorin bekannt - sich bereit erklärt hat, uns einmal ihr persönlich gewonnenes Verständnis des Zen-Buddhismus zu schildern. Sie hat dem Blog und damit Ihnen allen zudem zwei wunderschöne Fotos gestiftet, die für konstruktive Zwecke frei verwendet werden dürfen. Für Diskussionsbeiträge und Fragen steht Mona auch gerne zur Verfügung. Ich wünsche Ihnen allen eine informative und anregende Lektüre & Diskussion! M.B.

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Warum gibt es noch Atheisten?

22. Oktober 2009, 23:13

Mit Wolfgang Achtner, Eckart Voland und Ulrich Frey finden sich an der Universität Gießen gleich drei Wissenschaftler, die bereits spannende Beiträge zur Evolutionsforschung der Religion veröffentlicht und auch Tagungen dazu (mit-)organisiert haben. Hinzu kommen noch viele interessierte Kolleginnen und Kollegen sowie Studentinnen und Studenten, die sich mit den Themen schon intensiver befasst haben - und so haben die Diskussionen dort längst besondere Qualität und ich freue ich mich jedes Mal besonders, wenn eine Einladung nach Gießen (diesmal zur ESG von Wolfgang Achtner) erfolgt. Im Rahmen eines Vortrags- und Diskussionsabends sollte ich vor einigen Monaten die (z.B. in Gott, Gene und Gehirn ausführlich dargestellten) empirischen Befunde noch einmal kurz zusammenfassen und etwas Stoff zu weiterführenden Debatten liefern.

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UFO-Glauben: Die Apokalypse-Prophezeiung zum 14.10.2008

13. Oktober 2009, 21:48

Vor einem Jahr verbrachten Tausende junger Leute auf allen Kontinenten Tag und Nacht unter freiem Himmel bzw. am Computer - denn sie erwarteten, dass sich nun endlich Außerirdische mit ihren Raumschiffen enthüllen (gr. apokalypsis = Enthüllung) würden. Angekündigt worden war ihnen dies durch ein szenebekanntes Medium, "Blossom Goodchild" (die deutsche Übersetzung ihrer Ankündigung hier). Die Australierin verkündet via Blog Botschaften der "Lichtföderation" von einem Außerirdischen, der sich ihr als Native American "White Cloud" präsentiere und sie auch schon geheilt habe. Neben den Textbotschaften hatten sich zu Goodchild's Ankündigung auch eigene (bis heute aktive) Glaubens-Blogs und Videos zur Naherwartung rasend schnell ausgebreitet.

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Neuro-Enhancement: Erfahrungen der Religionen

09. Oktober 2009, 07:12

Mit einem Memorandum zu Chancen und Risiken des Hirndopings hat ein interdisziplinäres Team aus Thorsten Galert, Christoph Bublitz, Isabella Heuser, Reinhard Merkel, Dimitris Repantis, Bettina Schöne-Seifert und Davinia Talbot eine starke Grundlage für eine wertvolle Debatte geleistet. Theologen oder Religionswissenschaftler waren leider nicht dabei - obwohl doch religiöse Traditionen die ersten waren, die bewusstseinsverändernde Mittel (Rausch- und Trancemittel von Peyote bis Weihrauch) in Einsatz brachten und Jahrtausende entsprechender Erfahrungen, Regelungen etc. einzubringen haben. Und als Nebeneffekt zur Hirnforschung zur Religiosität gibt es längst auch Versprechen zum "Spiritualitäts-Doping" wie Persingers Religionshelm. Im Darwinjahr-Buch zur Evolutionsforschung der Religiosität hatten der Biologe Rüdiger Vaas und ich daher bewusst "Gott, Gene und Gehirn" als Titel gewählt und auch eigene Kapitel diesem Bereich (beispielsweise dem berühmten Karfreitags-Experiment von 1962 und einer neuen Studie) gewidmet. Wohin wird sie gehen, die Reise?

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Osiris, Isis und Horus

01. Oktober 2009, 21:25

Idea zitierte neulich die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann mit einer bemerkenswert offenen Aussage: "Die beste missionarische Veranstaltung ist eine gute Beerdigung, die von Gottvertrauen und der Hoffnung auf Auferstehung spricht." Die Religionsgeschichte stützt ihr Argument. Obwohl entwickelte Jenseitsvorstellungen und -versprechen nicht zu allen religiösen Traditionen gehören (die alten Römer hatten sie z.B. kaum), trugen sie zu Ausbreitung und Beständigkeit vieler erfolgreichen Mythologien bei. Schon Homo sapiens und Homo neanderthalensis geleiteten Tote rituell ins Jenseits. Ein besonders schönes Beispiel bildet die aktuelle (Oktober) Titelgeschichte von Epoc: Der ägyptische Kult um Osiris, Isis und Horus.

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