15. Juni 2010, 19:52
Immer noch wenige Menschen wissen, dass Charles Darwin in "Die Abstammung des Menschen" bereits eine erfolgreiche, biokulturelle Evolution von Religiosität und Religionen hin zu einem Monotheismus beschrieb. Und noch weniger wissen, dass er dabei nicht nur - aus heutiger Sicht erstaunlich starke - Hypothesen formulierte, sondern auch Tiervergleiche vorschlug. So schrieb er im 3. Kapitel u.a.: "Das Gefühl religiöser Ergebung ist ein in hohem Grade complicirtes, indem es aus Liebe, vollständiger Unterordnung unter ein erhabenes und mysteriöses höheres Etwas, einem starken Gefühle der Abhängigkeit, der Furcht, Verehrung, Dankbarkeit, Hoffnung in Bezug auf die Zukunft und vielleicht noch anderen Elementen besteht. Kein Wesen hätte eine so complicirte Gemüthserregung an sich erfahren können, bis nicht seine intellectuellen und moralischen Fähigkeiten zum mindesten auf einen mässig hohen Standpunkt entwickelt wären. Nichtsdestoweniger sehen wir eine Art Annäherung an diesen Geisteszustand in der innigen Liebe eines Hundes zu seinem Herrn, welche mit völliger Unterordnung, etwas Furcht und vielleicht noch anderen Gefühlen vergesellschaftet ist. Das Benehmen eines Hundes, wenn er nach einer Abwesenheit zu seinem Herrn zurückkehrt, und, wie ich hinzufügen kann, eines Affen bei der Rückkehr zu seinem geliebten Wärter, ist sehr weit von Dem verschieden, was diese Thiere gegen Ihresgleichen äussern."
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Geschrieben in
Mensch und Tier
, Charles Darwin
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