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Das Ende der Expertokratie? – Aktuelle Blogdebatten über Religion

22. Mai 2012, 20:15

Als einen Nachtrag zum Bloggewitter „Bloggen und Karriere“ stelle ich heute einmal ein paar aktuelle Blogdiskussionen vor und frage, was sie über das Verhältnis von Wissenschaffenden und Öffentlichkeit aussagen.

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Die Evolution der Religionen im Klassenzimmer

14. April 2012, 09:44

Stirbt Religiosität aus? Oder erlebt sie umgekehrt eine Wiederkehr? Oder einfach eine Pluralisierung? Für die meisten Menschen ist dies eine eher akademische Frage, die im Lebensalltag keine besondere Rolle spielt. Lehrerinnen und Lehrer in Deutschland aber haben täglich damit zu tun. Sie erleben einerseits, dass die "klassischen", deutsch-bürgerlichen Milieus weiter entkirchlichen - und zugleich demografisch schrumpfen, teilweise fast verschwinden. Währenddessen kehren religiöse und religionsbezogene Fragen oft mit Macht in die Klassenzimmer zurück - und zwar vor allem durch eine neue und schnell wachsende Vielfalt religiöser Kulturen. So ist es kein Wunder, dass ein Gutteil der Einladungen zu Vorträgen und Artikeln, die ich erhalte, gerade auch von Lehrkräften kommt.

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Öffentliche Wissenschaft und Sonnenstürme. 2012 Keine Panik von Florian Freistetter

13. März 2012, 23:18

Beim kommenden Scilogs-Wochenende in Deidesheim werden Wissenschaftsbloggerinnen und -blogger das Konzept von "Öffentlicher Wissenschaft" - eng verwandt mit der von mir favorisierten Bürgerwissenschaft - diskutieren. Vorab möchte ich dazu auf das außerordentlich lesenswerte Buch "2012 - Keine Panik!" von Scienceblogger Florian Freistetter hinweisen, das m.E. nicht nur Sternengucker und Wissenschaftsblogger, sondern generell auch Kultur- und Geisteswissenschaftler interessieren sollte.

 

Deidesheim 2012

 

Die äußeren und inneren Welten der Astronomie

Wie wahrscheinlich viele Wissenschaftler ging ich als Jugendlicher durch eine Phase der Astronomie-Begeisterung. Mit Hilfe der 1990 leider von uns gegangenen Zeitschrift "Happy Computer" programmierte ich sogar einmal an meinem geliebten Amiga eine kleine Planetensimulation (allerdings nur auf der Basis einfacher, newtonscher Physik). Und doch war es gerade diese Berechenbarkeit, die mir damals als kalt erschien und mich eher zu den so viel schwerer fassbaren Fragen menschlichen Denkens und Verhaltens zog. Erst in den letzten Jahren begann mir zu dämmern, dass ich da voreilig gewesen war und wir Menschen durch die Art, wie wir in den Weltraum schauen, auch sehr viel über uns selbst lernen können.

Da gibt es die Begeisterung unzähliger, auch "bürgerwissenschaftlicher" Astronomen, wie sie im Nachbarbereich der Kosmologs bewundernswert zelebriert wird. Da gibt es aber auch den religionswissenschaftlich faszinierenden Bereich des UFO-Glaubens, in dem Menschen mit dem Anspruch auf Wissenschaftlichkeit statt Offenbarungen und Engel nun eben außerirdische Botschaften und Alien-Kontakte verkünden. Und auch die Faszination für Weltuntergänge hat sich von göttlichen Strafgerichten (Apokalypse ist wörtlich die Enthüllung) nahtlos auf vermeintlich drohende Asteroiden, Erstickungstod durch Waldsterben oder eben Sonnenstürme verlegt.

Astronomie im "Maya-Jahr 2012"

Seit Monaten kämpft Florian Freistetter in seinem Blog "Astrodictium Simplex" gegen die pseudo-wissenschaftlichen Weltuntergangspropheten an, die mit (ebenso irriger) Berufung auf den Maya-Kalender für das Jahr 2012 Alien-Invasionen, umkippende Erdpole oder verheerende Sonnenstürme ankündigen. Sein zunächst als E-Book erschienenes "2012 Keine Panik" ist daher auch keine Geldschneiderei auf Kosten verängstigter Menschen, sondern eine überarbeitete Zusammenstellung von Texten, die auch kostenfrei auf seinem Blog zu finden sind. Schon in den ausgewählten Kommentaren und Mails von Leserinnen und Lesern in Angst wird dabei deutlich, dass er damit in Themen aufklärt, über die nicht alle lachen können.

Das Buch ist dabei nicht nur aktuell, informativ und gut geschrieben...

...sondern zeigt auch ein meines Erachtens spannendes Paradox auf: Umso mehr wir Menschen wissen, umso mehr Möglichkeiten für Ängste entstehen auch! So hätte es vor ein paar Jahrhunderten noch keine Angst vor Sonnenstürmen geben können - weil eben noch gar nicht bekannt war, dass es solche (eindrucksvollen, aber letztlich für die Menschheit im Ganzen harmlosen) Phänomene überhaupt gibt. Heute dagegen wimmeln sie wieder und wieder mit drohenden Schlagzeilen durch an Auflage und Klicks interessierte Medien. Öffentliche Wissenschaft kann eben auch verunsichern!

Wissenschaftsblogs werden so zu zunehmend wichtigen, weil schnellen Informationsquellen, die Panikmache entgegen treten können. Und im Phänomen der Ängste selbst begegnen wir Menschen uns doch wieder selbst als die emotionalen, eben gar nicht nur rationalen Akteure, die wir sind und bleiben werden.

So man muss auch nicht in allem einer Meinung sein, um Qualität als Qualität anzuerkennen. Und ich will daher hier einfach schreiben - und nach Deidesheim mitnehmen: 2012 - Keine Panik ist ein Lesegenuss in Blogkultur und öffentlicher Wissenschaft, auch über die Aufregungen des Tages und Jahres hinaus...



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Naturwissenschaft, Pädagogik, Zeitgeschichte - Dr. Georg Litsche im Web-Interview

29. Februar 2012, 20:45

Neulich hatte ich in einem Beitrag über die konstruktive Rolle von Bürgerwissenschaftlern geschrieben und dabei auch Lehrerinnen und Lehrer als Beispiele benannt. Viele haben nicht nur eine ordentliche, wissenschaftliche Ausbildung genossen, sondern sich darüber hinaus durch Lektüre, Besuche von Veranstaltungen und auch eigene Projekte nicht nur selbst immer weiter gebildet, sondern auch Forschungsbeiträge geleistet.

Dr. Georg Litsche schaut auf ein bewegtes Berufsleben zurück. Der studierte Biologielehrer war von 1961 bis 1963 Redakteur in der Abteilung Biologie beim Verlag Volk und Wissen (Ost-)Berlin. Danach wirkte er als Forschungslehrer an einer Forschungsschule des Deutschen Pädagogischen Zentralinstituts (DPZI) an der Entwicklung neuer Lehrpläne und promovierte als Externer zum Dr. paed. an der TU Dresden. Es folgten Stationen als Direktor einer POS (Polytechnischen Oberschule) in Berlin-Mitte, als Fachlehrer für Biologie in Berlin Marzahn und als freiberuflicher Biologe und Programmierer. Ab 1996 erarbeite Dr. Litsche die Kapitel "Evolution" und "Genetik" des Lehrbuchs Biologie für Gymnasien des Verlages Volk und Wissen Berlin. Heute ist er nicht nur Rentner - sondern mit "Wille versus Kausalität" auch als Blogger aktiv. Dort greift er auch gerne immer wieder Beiträge aus den Scilogs auf, zum Beispiel des geschätzten Blognachbarn und Quantenphysikers Josef Honerkamp. Höchste Zeit für ein Web-Interview!

1. Dr. Litsche, nach einem ziemlich bewegten Leben zwischen Naturwissenschaft und Pädagogik haben Sie als Rentner den Blog "Wille versus Kausalität" gestartet. Darf ich fragen, warum?

Ganz einfach: Weil es diese Möglichkeit jetzt gibt. Ansonsten mache ich dasselbe, was ich mein Leben lang als unverbesserlicher Lehrer immer gemacht habe: Lesen, Nachdenken, Nachschauen und die Resultate Anderen mitteilen.

Ein vorläufiges Resultat dieser Tätigkeit habe ich mit der „Theoretischen Anthropologie“ vorgelegt. In diesem Buch habe ich Grundzüge einer umfassenden Theorie des Menschen entwickelt.

Als Biologe bin ich Naturwissenschaftler und denke im Erklärungsprinzip des Kausalismus, als Pädagoge bin ich Geisteswissenschaftler und denke im Erklärungsprinzip des Willens. Nun treibt mich der Widerspruch zwischen Wille und Kausalität um. Das Blog ist eine Form, damit umzugehen.

2. Sie waren als Lehrer und Wissenschaftler im geteilten Berlin tätig, als sich je in westlichen und sozialistischen Kontexten völlig verschiedene Perspektiven auf die Biologie durchsetzten. So prägte sich in den westlichen Gesellschaften der Neodarwinismus aus, der die Evolution zunehmend reduktionistisch von Genen her betrachten wollte. Die sozialistischen Staaten propagierten dagegen bis in die 60er Jahre hinein den so genannten "Lyssenkoismus", der genetische Forschungen als Ausdruck bourgeoiser Ideologie bekämpfte. Wie haben Sie diese Jahre und Auseinandersetzungen erlebt?

Als sehr interessant. Wie jeder Anfänger habe ich von Fachleuten gelernt. Nun habe ich nie „ordentlich“ studiert, sondern mir Wissen im damals in der DDR verbreiteten Fernstudium als Autodidakt angeeignet. Dadurch war der Druck gering, sich die Meinung nur eines Lehrers anzueignen und wiederzugeben, um Prüfungen zu bestehen. Vielmehr war es nötig sich eigenständig umfassend zu informieren und sich eine eigene Meinung zu bilden. Da dem Lyssenkoismus die Genetik als zu widerlegende Theorie immanent war, habe ich mir natürlich auch die Grundlagen der Genetik angeeignet. Und da es in der DDR auch ein gut funktionierendes Bibliothekswesen gab, war die Beschaffung auch ausländischer Fachliteratur kein Problem, wenn man die Mühen der Beschaffung und des Lesens nicht scheute.

Inhaltlich bestritt der Lyssenkoismus ja Existenz und Wirkung von Genen nicht, er hielt den Einfluss der Umwelt nur für bedeutsamer. Das Problem kam nur daher, dass versucht wurde, diese Auffassung zu „ideologisieren“ und mit politischen Mitteln durchzusetzen.

Für mich war (und ist) das Problem ja doppelt interessant, weil seine Lösung von Bedeutung für die Möglichkeiten Erziehung und Bildung ist, und der Streit beider Richtungen findet ja bis heute statt, aktuell beispielsweise in der Sprachwissenschaft (Chomsky, Pinker) oder im Streit um den Behaviorismus.

3. Sie kritisieren, dass der Terminus "Emergenz" eine Kategorie der Erkenntnis, nicht aber der Realität bezeichne. Was wäre Ihre Alternative? Wie würden Sie die Übergänge zwischen Theoriebereichen etwa der Physik, Biologie, Psychologie und Religionswissenschaft bezeichnen?

Natürlich kann man die tatsächlich stattfindenden Übergänge von einem Realitätsbereich zum anderen „Emergenz“ nennen, nur darf man damit nicht vorgeben, sie auch erklärt zu haben. Die Beschreibung und Erklärung unterschiedlicher Realitätsbereiche und der Übergänge von einem zum anderen erfordert unterschiedliche Erklärungen und folglich unterschiedliche Terminologien. Die tragenden Termini der Psychologie haben beispielsweise in der Physik keine Bedeutung und können nichts Physikalisches erklären.

Leider findet ein solcher Wechsel der Terminologie oft unreflektiert statt. Es werden beispielsweise psychologische Begriffe zur Erklärung biologischer Vorgänge benutzt. Hier fehlt oft die ausreichende Kenntnis des anderen Fachs und daraus folgend wissenschaftliche Redlichkeit.

Ich verstehe schon die Neigung, möglichst viele verschiedene Ereignisse auf die gleiche Weise zu erklären. Aber das geht meines Erachtens nicht. Man muss sich schon der „Mühe des Begriffs“ unterziehen. Die Entstehung des Lebens vollzieht sich nach anderen Gesetzen als die Entstehung der Psyche oder der Religion. Was ist gewonnen, wenn ich sie alle „Emergenz“ nenne? Man darf sich nicht scheuen, jeden Prozess auf seine eigenen Gesetze zu untersuchen. Schön, wenn man hinterher feststellt, dass es die gleichen Gesetze sind, aber man darf nicht davon ausgehen, indem man beispielsweise die Terminologie des einen Faches nimmt um Ereignisse eines anderen darzustellen. Da können nur Metaphern herauskommen, aber keine wissenschaftlichen Begriffe.

4.Sie haben Ihre Dissertation 1968 über das Thema "Die Gesetze des Lernens im naturwissenschaftlichen Unterricht" abgelegt. Welche Gesetze haben Sie gefunden? Und würden Sie diese auch heute, doch einige Jahrzehnte und viele Erkenntnisse wie Medien später, als gültig betrachten?

Ich will die Gesetze jetzt nicht alle aufführen, sie können nur einen Klick weit nachgelesen werden. Ich denke, sie gelten alle noch, sonst wären es keine Gesetze. In der Theorie wird das Lernen als spezifischer Erkenntnisprozess untersucht. Seine Spezifik besteht darin, dass das Lernen eine Komponente des gesamtgesellschaftlichen Erkenntnisprozesses ist, die darauf gerichtet ist, bestehende Erkenntnisse individuell zu reproduzieren und dadurch i.e.S. zu vergesellschaften. Dazu muss man in der Theorie die realen Tätigkeiten von dem befreien, was diesen Prozess verdeckt und modifiziert, wie beispielsweise das Streben nach Noten und der Erwerb von „Scheinen“.

Der Lernende will etwas wissen, das die Gesellschaft schon weiß. Diese Bedingung modifiziert den individuellen Erkenntnisprozess – das Lernen – in spezifischer Weise, z.B.:

- Sie verändert den Wirklichkeitsbezug der Erkenntnis. Die Gegenstände der Erkenntnis werden so zu Trägern der gesellschaftlichen Erkenntnis. Wenn ein Mensch ein Wort hört, das er noch nicht kennt, will er dessen Bedeutung erfahren.

- Wenn man ihm nun die Versteinerung eines Lebewesens zeigt und entsprechende Ausführungen dazu macht, ordnet er diese dem Gegenstand zu. Dieser ist in dieser Situation – der Lernsituation – der Träger der gesellschaftlichen Bedeutung „Versteinerung“, die nun individuell reproduziert werden.

- In dieser Situation verändert sich auch sie Wahrnehmung. Lernende nehmen wahr, was man Ihnen sagt und sie glauben, sie hätten es „selbst“ gesehen. In der Psychologie wird dieser Umstand auch als „Wahrnehmung der.5.  Dimension“ bezeichnet.

- Diese Bedingung ist bedeutsam für das Problem der Adäquatheit der Ergebnisse des Lernens. Durch Lernen gewonnene Erkenntnisse werden durch zwei Kriterien bewertet, durch ihre „Richtigkeit“, d.h. ihre (gewollte) Übereinstimmung mit der gesellschaftlichen Erkenntnis und ihre „Wahrheit“, d.h. ihre Adäquatheit mit der abgebildeten Realität (wenn man eine Korrespondenztheorie der Wahrheit zugrunde legt).

Daran hat sich meines Erachtens nichts geändert. Was sich geändert hat, ist der Inhalt der beiden betrachteten Variablen „individuelle –gesellschaftliche Erkenntnis“, d.h. die theoretisch abgebildete Realität. Heute gibt es beide in neuen Erscheinungsformen und Inhalten, aber ihre Beziehung ist die gleiche.

Besonders bedeutsam ist, dass die verschiedenen Inhalte der gesellschaftlichen Erkenntnis heute von unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen vertreten werden und der Lernende theoretisch frei ist in der Wahl, die Erkenntnis welcher Gruppe er reproduzieren will. Sie hätten sich ja auch für den Kreationismus als Erklärungsprinzip für die Entwicklung des Religiösen entscheiden können.

Für die Heranwachsenden gilt weiter, dass ihnen in der Realität diese Wahl genommen ist, andere entscheiden, welche gesellschaftliche Erkenntnis sie erwerben sollen.

Zum anderen wirkt die Institutionalisierung des Lernens beispielsweise als modifizierende und oft deformierende Bedingung des realen Lernens, die den Schüler daran hindert, lernen zu wollen. Beides mag dem Selbstverständnis mancher Lehrer widersprechen, der glaubt, er könne den Kindern etwas beibringen. Es ermöglicht auch der Didaktik nicht zu erforschen, wie man Kindern etwas beibringen kann, was die gar nicht wissen wollen.

Freiwilligkeit gilt auch in der Erziehung. Kein Mensch kann gegen seinen Willen erzogen werden. Alle derartigen Versuche laufen letztlich auf Manipulation hinaus, gegen die sich der denkende Mensch wehrt.

Erziehung und Bildung verlaufen freiwillig. Darin sehe ich das tatsächlich wirkende „Grundgesetz“ der Pädagogik. Es gilt auch heute und hier, unabhängig davon, was Menschen tun oder zu tun glauben.

Danke, dass Sie sich weiterhin für die Biologie und das interdisziplinäre Gespräch engagieren! Und dass Sie ggf. für Fragen oder Anregungen von Leserinnen und Lesern dieses Blogs zur Verfügung stehen. Ihnen und Ihrer ebenfalls aktiven Gattin alles Gute!



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Warum wir Bürgerwissenschaft - Citizen Science - mehr denn je brauchen

03. Februar 2012, 22:22

Im Focus 4/2012 findet sich auf S. 128 ein Interview mit dem als "Star-Ökonomen" vorgestellten Professor Hans-Werner Sinn (63), der das Münchner Ifo-Institut leitet und Direktor des Center for Economic Studies ist. Schon die Überschrift-Schlagzeile lässt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig: "Schickt die Abgeordneten in einen Grundkurs!" Und falls noch Zweifel bestehen, wie das gemeint sei, antwortet Sinn auf die Frage: "Welchen Satz hassen Sie am meisten?" mit - "Es gilt das Primat der Politik."

Gerade weil ich auch selbst vor dem Studium eine Finanzausbildung mit Auszeichnung absolviert habe, erlaube ich mir - bei allem Respekt vor einzelnen Arbeiten Sinns - die Anmerkung, dass ich in keiner Gesellschaft leben möchte, in der die Ökonomie das Primat über die Politik hat. Ebensowenig wie die Biologie, die Soziologie, die Psychologie, die Religionswissenschaft, eine Theologie, Philosophie oder sonst eine wissenschaftliche Disziplin.

Was ich mir stattdessen wünsche ist eine Gesellschaft, die sich insgesamt und auch in der Politik ebenso konstruktiv wie selbstbewusst mit Wissenschaft(en) auseinandersetzt und zu ihnen beiträgt. Denn seit sich die empirischen Wissenschaften entwickelten, pendelten sie immer zwischen zwei Polen: Dem Konzept offen-transparenter Bürgerwissenschaften einerseits oder den autoritären Ansprüchen pseudo-prophetischer Szientisten (je ihre Wissenschaft verabsolutierender Stimmen) andererseits.

Die empirischen Wissenschaften begannen als Bürgerwissenschaften!

Praktisch die gesamten empirischen Wissenschaften haben ihre Wurzeln im bürgerschaftlichem Engagement von Menschen, die nicht hauptberuflich als Wissenschaftler arbeiteten. Meist waren sie Geistliche (wie z.B. der Mönch und spätere Abt Gregor Mendel), Staatsbeamte, Lehrer, Mediziner, Unternehmer oder auch einfach mehr oder weniger wohlhabende "Privatgelehrte", die ihr Zeit und Geld nicht dem Luxus, sondern Forschung und Lehre widmeten. Charles Darwin, der lebenslang nur einen Abschluss in anglikanischer Theologie erwarb und nie einen Beruf im Wissenschaftsbetrieb ausübte, zählt ebenso beispielhaft dazu wie sein Mitentdecker, der gelernte Landvermesser Alfred Russel Wallace. Oder wie Albert Einstein, der seine bahnbrechenden Entdeckungen als Patentbeamter machte - nachdem seine Bewerbungen um Institutsstellen abgelehnt worden waren. Auch die heute noch aktive Grande Dame der Primatologie Jane Goodall startete ihre Arbeit als gelernte Sekretärin, gefördert durch das an Ergebnissen orientierte Archäologenpaar Leakey.

In diesem bürgerschaftlichen Verständnis von Wissenschaft ist die Gewinnung (Forschung) und Verbreitung (Lehre) von Wissen grundsätzlich jedem Menschen möglich, wenn auch nicht geleugnet wird, dass dafür im Einzelnen jahrelange, anstrengende Arbeit mit unsicherem Ausgang notwendig sein kann. Jede und jeder - vom Kind bis zum Senior - werden ermutigt, sich aktiv mit dem verfügbaren Wissen auseinander zu setzen und gerne auch etwas Eigenes beizutragen. Nicht Rang, Titel oder berufliche Stellung, sondern alleine die Qualität der empirischen Befunde sind nach diesem Verständnis entscheidend.

Hier stellt Arfon Smith, Direktor für Bürgerwissenschaft (Citizen Science) am Adler-Planetarium Chicago auf der EuropeanaTech-Konferenz in Wien 2011 einige Projekte vor, mit denen Bürgerinnen und Bürger längst auch vom heimischen Computer aus zur Wissenschaft beitragen:



Und wer auch spezifisch deutsche Beispiele sehen möchte, wird beispielsweise im Blog von Beatrice Lugger mit einem Web-Interview mit dem Ökologen Klement Tockner fündig.

Gegenentwurf: Die empirischen Wissenschaften nur als Angelegenheit abgeschotteter Eliten

Vertreter eines elitären Wissenschaftsverständnisses rümpfen über die Beteiligung von Laien (von griechisch laos = Volk) nur die Nase, die in ihren Augen nur unwissende, bestenfalls zu belehrende Handlanger sind. "Nun beginnt Ihre Menschwerdung!", ließ mich ein geschätzter Kollege nach der Promotion in Religionswissenschaft wissen. Und auch diese Haltung ist nicht wirklich neu: Schon zu Lebzeiten Darwins wirkte der Jenaer Zoologieprofessor Ernst Haeckel. Bei hervorragenden Leistungen für die Biologie ließ er es aber nicht bewenden, sondern verkündete Politik als "angewandte Biologie" samt Sozialdarwinismus, "Rassentabellen" mit höherwertigen Weißen und niederwertigen Farbigen, Forderungen nach Eugenik und der Abschaffung aller Religionen und Weltanschauungen zugunsten, klar, seiner Lehre. Auf einem Freidenkerkongress in Rom ließ er sich denn auch gezielt-provokant zum "Gegenpapst" ausrufen. All dies Jahrzehnte bevor Richard Dawkins überhaupt geboren wurde.

Foto: André Karwath aka Aka, Wikipedia


Auch Kommunisten und Sozialisten nahmen für sich in Anspruch, eine "höhere, wissenschaftliche Wahrheit" zu vertreten, deren Durchbruch die wissende Elite mit allen Mitteln nachhelfen musste. Durch die Wirklichkeit lassen sich solche Ansichten kaum widerlegen - allenfalls wird zugestanden, dass die breite, ungebildete Masse eben in der "Anwendung" versagt habe. Entsprechend treten einige Ökonomen auch heute noch als selbsternannte Propheten auf und wollen Volk und Politik von oben herab belehren. Dass sich gerade auch die etablierten Wirtschaftswissenschaften längst bis auf die Knochen blamiert haben und zum Beispiel Prognosen der so genannten "Wirtschaftsweisen" bei großen Teilen der Bürgerschaft nur noch ungewollt Heiterkeit auslösen, wird da einfach ausgeblendet. Wenn sich die Realität nicht nach den Modellen richtet - Pech für die Realität.

Eine moderne Wissensgesellschaft funktioniert nur mit einer aktiven Bürgerwissenschaft 

Also, ich möchte weder in einer Gesellschaft leben, in der die Menschen blind jeder angeblich "wissenschaftlichen" Meinung hinterherlaufen - noch in einer Gesellschaft, die Evolutions-, Klima-, Wirtschafts-, Gen- und anderen -forschungen pauschal mißtraut oder gar Verschwörungen unterstellt. Und die einzige Chance, die ich für eine konstruktiv-kritische Wissensgesellschaft sehe, ist das Schaffen von Möglichkeiten für Bürgerinnen und Bürger, sich je nach ihren Vorkenntnissen und Eigenschaften auch selbst im Kleinen lernend, lehrend und forschend in die Wissenschaft einzubringen.

Sicher sind heute viele Wissenschaftsbereiche längst so kompliziert geworden, dass sie nur nach einer Spezialausbildung (Studium, ggf. Promotion) einigermaßen überblickt werden können. Andererseits aber sind mit wachsender Bildung, wachsendem Wohlstand und dem World Wide Web aber auch völlig neue Formen der Vernetzung, Information und Beteiligung möglich, von denen früher kaum zu träumen war. An der Universität Jena unterrichte ich zum Beispiel immer wieder hoch engagierte und begabte Studierende, die sich auf den Lehrdienst vorbereiten. Die erhalten eine solide, wissenschaftliche Ausbildung und wären mit Sicherheit nur noch bessere Lehrerinnen und Lehrer, wenn sie attraktive Möglichkeiten fänden, neben der Schule auch wissenschaftlich aktiv zu bleiben! Beim ganz neuen Blog NeuroKognition von Manuela Macedonia geht die Debatte schon lebendig los!

Aber statt eines breiten Aufbruches muss ich mit Entsetzen lesen, dass selbst der promovierte Astronomie-Blogger Florian Freistetter ernsthaft glaubt, kein Wissenschaftler mehr zu sein, weil er keine Stelle im Wissenschaftsbetrieb mehr gefunden hat! Der Mann hat promoviert und betreibt einen der erfolgreichsten Wissenschaftsblogs des deutschen Sprachraums, wird von Tausenden gelesen und steht vor der Veröffentlichung seines ersten Buches! Und soll plötzlich kein Wissenschaftler mehr sein?

Vier konkrete Vorschläge für Bürgerwissenschaft

Ich möchte diesen Beitrag mit der Bitte um die Unterstützung von vier Vorschlägen verbinden, die der Scienceblogger Christian Reinboth und ich in den "Zukunftsdialog der Bundeskanzlerin" eingestellt haben.



In Vorschlag 1 unterstützt Christian den freien Zugang zu öffentlich finanzierter Forschung (Open Access) - eine Forderung, die der Scilogger Lars Fischer bereits mit einer erfolgreichen Bundestagspetition auf den Weg gebracht hat.

Vorschlag 2 fordert eine Verbesserung der prekären (ich würde sogar sagen: skandalösen) Arbeitssituation vieler Nachwuchswissenschaftler, die derzeit Leistung und Laufbahn so vieler junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in unserem Land schlichtweg zerstört und noch mehr entmutigt.

Mein erster Vorschlag (3) greift den Umstand auf, dass sich schon jetzt mehr Freiwillige für die Bundesfreiwilligendienste finden, als überhaupt "Bufdi"-Stellen da sind. Daher schlage ich einen Bufdi-Zug für die (Bürger-)Wissenschaft vor: Freiwillige sollten in Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Institutionen je nach Vorwissen und Eignung Projekte, Experimente und Exkursionen an Kindergärten und Schulen anbieten können. Für die Wissensgesellschaft wäre das ein Glücksfall, für jüngere Leute eine ideale Chance für Engagement und berufliche Orientierung und für Ältere die Chance, ihre erworbenen Fähigkeiten einzubringen.

Als konkretes Beispiel benenne ich dafür das Buch "Evolutionsbiologie: Moderne Themen für den Unterricht" von Daniel Dreesmann, Dittmar Graf und Klaudia Witte, das hervorragende Experiment- und Projektbeispiele der Evolutionsforschung vom Kindergarten bis zur gymnasialen Oberstufe enthält.



Mein zweiter Vorschlag (4) zielt auf die öffentlich geförderte Etablierung von Open-Access-Journalen, die von gestandenen Wissenschaftlern anonym peer-reviewed werden, zu denen aber jede und jeder Publikationen einreichen kann. Bisher verdienen sich, wie Martin Ballaschk aufzeigt, wenige Konzerne mit der Beschränkung (!) von Wissenszugang goldene Nasen! Auch für solche Journale gibt es bereits ein Beispiel, das religionswissenschaftliche Marburg Journal of Religion.



Schlussplädoyer

Professor Sinn und ich haben bei allen Unterschieden eines gemeinsam: Wir sind beide Beamte, werden also aus den Steuergeldern arbeitender Menschen ("Laien") bezahlt und stehen im "öffentlichen Dienst". Das "Primat der Politik" zu "hassen" und gewählten Abgeordneten pauschal einen "Grundkurs" verordnen zu wollen stellt nach meiner Auffassung eine Arroganz des "Star-Ökonomen" dar, die sich weder freie Bürgerinnen und Bürger noch deren gewählte Vertreterinnen und Vertreter bieten lassen müssen. Empirische Wissenschaft ist keine Angelegenheit selbsternannter Propheten und Priester, sondern eine wertvolle, auch bürgerschaftlich zu gestaltende und im Dialog auszuübende Tätigkeit.

In einem freien Land ist sie auch Ihr gutes Recht! Lassen Sie sich dieses Recht nicht und von Niemandem nehmen!

Literatur:

* Hand, E. 2010: Citizen Science: People Power. Nature 466, 685-687 (2010) (kostenfreier Download)



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Exzellente Bürgerwissenschaftlerinnen - Jane Goodall und Antoinette Brown Blackwell

25. Januar 2012, 07:34

Nachdem ich im letzten Post Charles Darwin und Albert Einstein als Beispiele benannt habe, dass auch neben- und ehrenamtlich engagierte Wissenschaftler Wissen erarbeiten und verbreiten können, möchte ich nun zwei hervorragende Beispiele für Bürgerwissenschaftlerinnen benennen.

1. Antoinette Brown Blackwell (1825 - 1911)

Schon in einem früheren Blogpost hatte ich diese großartige Forscherin und Aktivistin vorgestellt, die als eine der ersten Frauen in den USA ein Studium absolvieren (wenn auch noch keinen Abschluss machen) und dann als Theologin zur ersten Gemeindepastorin der Nation aufsteigen konnte. Sie brillierte als Frauenrechtlerin, Ehefrau und Mutter, religiöse, politische und wissenschaftliche Vortragsrednerin sowie Autorin, die z.B. in ihrem großartigen "The Sexes throughout Nature" (1875) Frauen diskriminierende Lesarten des Evolutionsprozesses bei ihrem (von ihr durchaus bewunderten) Zeitgenossen Charles Darwin und anderer, fast ausschließlich männlicher Wissenschaftskollegen aufzeigte.

Brown Blackwell erhielt schließlich gar den Ehrendoktor des Oberlin College, das nachträglich stolz auf ihre Leistung war. Selbstverständlich wurde sie trotz ihrer Bekanntheit von den männlichen "Kollegen" über Jahrzehnte hinweg weitgehend ignoriert - und bis heute liegt nicht einmal eine deutschsprachige Biografie oder eine breitere Diskussion ihrer evolutionswissenschaftlichen Arbeiten vor. Doch heutige Kolleginnen wie Sarah Blaffer Hrdy bauen auf ihren Arbeiten auf und ich widmete ihr eine Publikation zur Rolle der Frau in der Evolution der menschlichen Religiosität.

2. Jane Goodall (geb. 1934)

Die dankenswerterweise immer noch aktive und vielleicht bedeutendste Stimme der Primatologie des 20. Jahrhunderts ist Jane Goodall. Und als sie mit ihren Forschungen anfing hatte sie genau einen Abschluss: Den einer Sekretärinnenschule.

Das hinderte das berühmte Paläoontologenpaar Mary und Louis Leakey nicht daran, ihr und zwei weiteren Frauen (Dian Fossey und Birute Galdikas) Chancen zu eröffnen, afrikanische Affen zu erforschen. So hofften sie - wie wir heute wissen, zu Recht - Neues über die Evolution der Vor- und Frühmenschen zu erfahren.

Jane Goodall entwickelte neue Forschungs- und Beschreibungsmethoden und empörte etablierte Behavioristen u.a. mit ihrer Entscheidung, den beobachteten Affen Namen statt Nummern zu geben. Auch beschrieb sie ohne Scheu Vorformen von Religiosität und Spiritualität bei Primaten. Hier sehen Sie ein kurzes Video, in dem die inzwischen längst promovierte und mit unzähligen Würden bedachte Wissenschaftlerin und Institutsgründerin erklärt, wie sie durch die Erfahrungen ihrer eigene Mutterschaft zur besseren Primatologin wurde.

Wir können m.E. nur hoffen, dass sich viele Mädchen und Frauen ein Beispiel an dem Mut dieser und vieler weiterer Frauen nehmen und Wissenschaft nicht als die Angelegenheit streng statusbewusster Herren abtun. Blognachbarin Beatrice Lugger lehrt und lebt es - wie einige andere auch - hier auf den Scilogs: Jede und jeder von uns kann etwas beitragen!



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Albert Einstein und Charles Darwin als Bürgerwissenschaftler

21. Januar 2012, 09:27

Immer noch gibt es das Missverständnis, dass man hauptberuflich Wissenschaftler sein müsste, um Wissenschaft betreiben zu können. Dabei beklagen die meist auf halben Stellen befristet angestellten und mit Lehre und Verwaltung eingedeckten Kolleginnen und Kollegen oft zu Recht, dass ihnen kaum Zeit für eigene Forschungen bliebe - und dass deren Erträge nicht selten auch noch von anderen verniedlicht oder abgeschöpft würden.

Bürgerwissenschaftler - In einer dynamischen Wissensgesellschaft wird Wissen in der Breite geschaffen und aufgenommen

Ein Blick in die Wissenschaftsgeschichte zeigt jedoch, dass die Auffassung, Wissenschaft könne nur als hauptamtlicher Beruf betrieben werden, falsch und schädlich ist. Vielmehr wurde Wissenschaft meist von Menschen betrieben, die andere, wissensnahe Berufe - etwa den des Geistlichen, Lehrers oder Schriftstellers - ausübten und daneben Zeit in die Erforschung bestimmter Fragen investierten. In Zeiten ihrer Blüte war Wissenschaft eben gerade nicht nur eine Angelegenheit abgeschotteter Hauptamtlicher, sondern Thema in Vereinen und Salons, in Zeitschriften und auf Ausstellungen, in populären Büchern und Vorträgen.

Zwei Beispiele recht bekannter Bürgerwissenschaftler möchte ich Ihnen gerne vorstellen.

1. Charles Darwin (1809 - 1882)

Charles Darwin erwarb während seines ganzen Lebens nur einen einzigen, wissenschaftlichen Abschluss: Den eines Bachelors in anglikanischer Theologie. Seine Forschungen betrieb er zeitlebens als Privatgelehrter, vernetzt mit Kolleginnen und Kollegen über Briefe und gegenseitige Besuche, Publikationen und wissenschaftliche Vereinigungen (Societies).

Charles Darwin 1868. Bild: Wikimedia commons

Der Mitentdecker der Evolutionstheorie, Alfred Russel Wallace (1823 - 1913) war übrigens gelernter Landvermesser. Und es ist tatsächlich zu fragen, ob das extrem interdisziplinäre Verständnis der Evolutionstheorie überhaupt mit vergleichbaren Freiheiten an einem Fachinstitut oder Lehrstuhl hätte entwickelt werden können.

2. Albert Einstein (1879 - 1955)

1905 war das "Wunderjahr" (Annus mirabilis) im Wirken Albert Einsteins, in dem er in einer Reihe von Veröffentlichungen die Grundlagen der Physik erschütterte und erneuerte. Sicher tat er dies bereits als promovierter Mitarbeiter von einer bezahlten Stelle an einer Universität oder einem Institut aus?

Weit gefehlt: Einstein hatte 1905 ein Diplom als "Fachlehrer für Mathematik und Physik". Seine Bewerbungen für Assistentenstellen an Universitäten waren ausnahmslos abgelehnt worden - und so arbeitete Einstein 1905 als "technischer Experte 3. Klasse" beim Patentamt Bern...

Albert Einstein 1921 - Bild: Wikimedia Commons

Über das Internet wird Wissenschaft wieder zu einer Angelegenheit vieler

Das Internet bietet in Form von Blogs, Online-Angeboten wie Wikipedia, Netzwerken u.v.m. völlig neue Chancen der Vernetzung haupt- und ehrenamtlicher Wissenschaftler. Ernsthaft Forschende und Vermittelnde wird man auch genau an dieser dialogischen Vernetzung erkennen.

Wo auch immer Sie arbeiten - nie waren die Chancen größer, auch eigene Beiträge zur Vertiefung und Verbreiterung des Wissens zu leisten.



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Die Khan Academy - Globale Bildungsrevolution durch das Web?

14. März 2011, 19:02

Nachdem ich im letzten Blogpost die katastrophale Situation des wissenschaftlichen Mittelbaus in Deutschland thematisiert hatte, möchte ich heute ein ermutigendes Beispiel für Bildung und Web-Kultur vorstellen: Die Khan Akademie bzw. the Khan Academy, die derzeit weltweit kostenlos Online-Videos zu Bildungsthemen anbietet und von Millionen genutzt wird.

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