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TED-Talk: Jonathan Haidt zur Evolution der Religion und Spiritualität aka Selbst-Transzendenz

16. März 2012, 18:12

Vor einiger Zeit hatte ich in einem Blogpost einmal moniert, dass psychologische Religionstheorien oft zu individualistisch angelegt und empirisch verkürzt seien. Ich hatte damals dafür plädiert, den Dialog interdisziplinär und auf Basis der Evolutionsforschung voran zu treiben.
Nun, genau das ist - insbesondere in den USA - geschehen. Erst vor wenigen Tagen hatte ich den Evolutionsbiologen David Sloan Wilson zum Thema interviewt. Und währenddessen berief sich auch der Psychologe Jonathan Haidt in seinem TED-Talk "Religion, evolution, and the ecstasy of self-transcendence" eben nicht mehr nur auf den (Religions-)Psychologen William James, sondern ordnete die von ihm beschriebenen "religiösen Erfahrungen" in die Evolutionstheorie von Charles Darwin, die Religionssoziologie von Emile Durkheim und die Evolutionsbiologie von E.O. Wilson ein. Dass er dabei Religiosität (als Hinwendung zu überempirischen Akteuren) und Spiritualität (als Selbsttranszendenz) mehr oder weniger in einen Topf rührt will ich jetzt mal nicht bekritteln. Dafür ist es grafisch gut gemacht. Schon einen Tag nach Erscheinen wies das Video auf YouTube über 20.000 Zugriffe und eine (für YouTube-User überraschend hohe) Zustimmungsrate auf.
Aber machen Sie sich doch einfach selbst ein Bild:


Geschrieben in Evolutionspsychologie , Mensch und Tier | 7 Kommentare | 2 Trackbacks | Permalink


Ist Sterben adaptiv? Die Evolution des Todes

11. November 2011, 20:04

Vielleicht haben Sie sich ja schon einmal gefragt, warum Sie eigentlich sterben müssen. Bestärkt denn der Evolutionsprozess nicht "survival of the fittest - das Überleben des Fittesten"? Antworten aus dem Bereich der intuitiven Biologie laufen meist darauf heraus, dass nun einmal leider Fehler in jedem Organismus aufträten, die irgendwann eben zum Zerfall und Tode führten. Die Wirklichkeit ist aber noch viel spannender!

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Geschrieben in Mensch und Tier | 42 Kommentare | 0 Trackbacks | Permalink


Filmtip Ehre sei den Tieren von Andreas Moser

15. Oktober 2011, 09:42

Ich liebe nicht nur prächtig erzähltes Kino und seine oft verborgenen Botschaften, sondern habe auch ein Faible für kleine Qualitätsfilme außerhalb des populären Mainstream. In den letzten Monaten habe ich - nach der regen Resonanz auf die Filmempfehlung für "Das kreative Universum" von Rüdiger Sünner - ein paar Perlen zusammen getragen, die ich gerne vorstellen und empfehlen möchte. Beginnen möchte ich mit "Ehre sei den Tieren. Warum Indianer und Polarvölker die Natur achten" des Schweizer Biologen und Filmemachers Andreas Moser.

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Geschrieben in Urgeschichte , Mensch und Tier , Filme | 3 Kommentare | 2 Trackbacks | Permalink


Das Kochen mit Feuer in der Evolution des Menschen

12. Dezember 2010, 16:08

Vor einigen Wochen hatte ich einen Blogpost über die Symbolik des Feuers in religiösen Traditionen eingestellt. Das Thema faszinierte mich weiterhin und so kaufte ich mir - nach einer hervorragenden Rezension durch den Soziologen Frank Ufen - das Buch "Feuer fangen" (Catching Fire) von Richard Wrangham. Absolut hörenswert ist auch der Braincast von Arvid Leyh zum Thema. Und in der Tat: Obwohl im Detail noch vieles zu klären bleibt, verändert "Feuer fangen" den Blick auf die Evolution des Menschen - und unseren Alltag. Im folgenden möchte ich wesentliche Aussagen des Wissenschaftsbuches für Sie zusammenfassen.

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Haben Tiere (gar religiöse) Gefühle?

15. Juni 2010, 19:52

Immer noch wenige Menschen wissen, dass Charles Darwin in "Die Abstammung des Menschen" bereits eine erfolgreiche, biokulturelle Evolution von Religiosität und Religionen hin zu einem Monotheismus beschrieb. Und noch weniger wissen, dass er dabei nicht nur - aus heutiger Sicht erstaunlich starke - Hypothesen formulierte, sondern auch Tiervergleiche vorschlug. So schrieb er im 3. Kapitel u.a.: "Das Gefühl religiöser Ergebung ist ein in hohem Grade complicirtes, indem es aus Liebe, vollständiger Unterordnung unter ein erhabenes und mysteriöses höheres Etwas, einem starken Gefühle der Abhängigkeit, der Furcht, Verehrung, Dankbarkeit, Hoffnung in Bezug auf die Zukunft und vielleicht noch anderen Elementen besteht. Kein Wesen hätte eine so complicirte Gemüthserregung an sich erfahren können, bis nicht seine intellectuellen und moralischen Fähigkeiten zum mindesten auf einen mässig hohen Standpunkt entwickelt wären. Nichtsdestoweniger sehen wir eine Art Annäherung an diesen Geisteszustand in der innigen Liebe eines Hundes zu seinem Herrn, welche mit völliger Unterordnung, etwas Furcht und vielleicht noch anderen Gefühlen vergesellschaftet ist. Das Benehmen eines Hundes, wenn er nach einer Abwesenheit zu seinem Herrn zurückkehrt, und, wie ich hinzufügen kann, eines Affen bei der Rückkehr zu seinem geliebten Wärter, ist sehr weit von Dem verschieden, was diese Thiere gegen Ihresgleichen äussern."

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Geschrieben in Mensch und Tier , Charles Darwin | 110 Kommentare | 3 Trackbacks | Permalink


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