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Das ewige Nichts - nach einer Zulu-Überlieferung

01. November 2010, 22:50

Vor ein paar Wochen widmete die Grundschule meiner Tochter der Wiege unserer Gattung einen Thementag: Afrika. Die Kinder setzten sich mit den Tieren und Pflanzen, aber auch mit den Menschen und Völkern, den Geschichten und Traditionen jenes großen Kontinents auseinander. Eine deutsch-afrikanische Initiative hatte einen Büchertisch aufgebaut, und dort traf ich auf eine Überlieferung, die ich gerne teile.

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Die Rolle der Frauen in der Evolution von Religiosität und Religionen

26. Oktober 2010, 22:28

Schon ein Jahrhundert vor Charles Darwin veröffentlichte David Hume seine "Naturgeschichte der Religion" (Natural History of Religion), mit der er mit Berufung auf den antiken Autor Strabo annahm, dass erfolgreiche Religionsgemeinschaften wesentlich von Frauen begründet und getragen worden seien. Obwohl Darwin die Bedeutung der sexuellen Selektion (und damit der "Damenwahl") in der Natur erkannt hatte und obwohl er sich gerade in seinen Thesen zur Evolution der Religion auf Hume bezog, ließ er diese Annahme ungeprüft. Denn laut Darwin konnte die Evolution von Tieren durchaus vom weiblichen Geschlecht (mit-)gestaltet sein - beim Menschen aber hatte seines Erachtens der Mann das Sagen. So schrieb er in seiner "Abstammung des Menschen": „Der Mann ist an Körper und Geist kraftvoller als die Frau, und im wilden Zustande hält er diesselbe in einem viel unterwürfigeren Stande der Knechtschaft, als es das Männchen irgend eines anderen Thieres tut; es ist daher nicht überraschend, daß er das Vermögen der Wahl erlangt hat.“ (Darwin 1874: 675) Entsprechend war für Charles Darwin der Homo religiosus ein Vir religiosus (religiöser Mann) - auch in seinen Hypothesen zur Evolution der Religiosität entwarf er Szenarien von Kampf, Jagd und Konkurrenz, in denen Frauen keine eigenständige Rolle zukam, sie nicht einmal Erwähnung fanden.

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Nahtoderfahrungen - Schlüssel zum Verständnis von Religiosität und Religionen?

22. Oktober 2010, 17:44

Im Blogpost "Evolutionäre Religionswissenschaft" hatte ich Leser-Fragen gesammelt, die ich nach und nach abarbeiten möchte. Richard Kinseher alias @KRichard wollte Nahtodeserfahrungen (NTEs) behandelt wissen - wozu er Anfang des Jahres bei Books on Demand auch "Lebende Tote? - Ein Wissenschaftsskandal" veröffentlicht und mir ein Exemplar zugesandt hatte. Im Kern vertritt er dabei die Auffassung, dass es sich bei sog. NTEs ausschließlich um erinnernde Rekonstruktionen des Gehirns, etwa an die Zustände im Mutterleib, handele. In der Debatte, ob Religiosität eine Adaption sei, ließ er die Welt dann wissen: "Ich habe mit diesen Beiträgen eines der letzten großen Rätsel um die Entstehung von Spiritualität/Religiosität gelöst - und niemand hat es hier gemerkt." Aber inwiefern sind NTEs ein Schlüssel zum Verständnis von Religiosität und Religionen?

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Rulaman - Ein Vorzeit-Klassiker zum Wiederentdecken

17. Oktober 2010, 23:16

Am 30.8.1829 wurde Sophia Klingler und ihrem Mann, dem Pfarrer August Johann Friedrich Weinland zu Grabenstetten bei Reutlingen der Sohn David Friedrich Weinland geboren - eines von insgesamt 11 Kindern. Der aufgeweckte Junge besuchte nach der Volksschule die Lateinschule in Nürtingen und studierte schließlich evangelische Theologie in Tübingen. Doch wie Charles Darwin - und wie sein Freund und Kollege Gustav Jaeger - entschied sich Weinland für die Naturwissenschaft und übernahm wissenschaftliche Stellen in Frankfurt, Berlin und New Cambridge (USA). Forschungsreisen führten ihn auch zu den Ureinwohnern der USA und nach Haiti, bevor er in Süddeutschland eine Familie gründete.

 

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Neuerscheinung: Familie und Religion - von Wolfgang Mazal (Hg.)

16. Oktober 2010, 08:18

In diesen Tagen erscheint der Band "Familie und Religion" in der Schriftenreihe des österreichischen Instituts für Familienforschung (ÖIF) an der Universität Wien. Prof. Wolfgang Mazal und seiner engagierten Mitarbeiterin Christine Geserick ist es dabei gelungen, einen thematisch und interdisziplinär breiten Bogen mit ganz unterschiedlichen Perspektiven zu spannen, in dem Potential und auch Problematiken zum Zusammenhang von Religion und Demografie beleuchtet werden. Als Untertitel wurde daher gut gewählt: Aktuelle Beiträge zur interdisziplinären Familienforschung.


Ist Religiosität eine Adaption?

09. Oktober 2010, 11:31

Blogleser Frank fragte: "Herr Blume, ich verfolge Ihren Blog durchaus mit Interesse, allerdings möchte ich Sie mal fragen, gerade heraus, ist Religiosität eine Adaption oder nicht? Sie scheinen da, verzeihen Sie, durchaus gespalten zu sein, je nach Diskussionspartner sind sich ziemlich sicher oder Sie relativieren diese These." Ich finde diese Frage nicht nur völlig berechtigt, sondern hatte schon länger mit dem Gedanken gespielt, sie mal in einem eigenen Blogbeitrag aufzugreifen. Ein Dank an Frank für den Impuls, es einfach "jetzt" zu tun.

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Warum Eugenik unmöglich ist

06. Oktober 2010, 21:45

Im Jahr 1974 erhielten zwei Wissenschaftler den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften: Der freiheitliche "Evolutionär" Friedrich August von Hayek (Österreich) und der Sozialist Gunnar Myrdal (Schweden). Der erstere, von Hayek, betitelte auf dem Höhepunkt seines wissenschaftlichen Ruhms seine Nobelpreisrede als eine Warnung an die Wissenschaft: "Die Anmaßung von Wissen". Im Namen der Wissenschaft dürften die Freiheiten der Menschen nicht beschnitten werden. Gunnar Myrdal hatte dagegen schon 1934 in "Die Krise in der Bevölkerungsfrage" erfolgreich gefordert, Schweden brauche ein „ein schonungsloses Sterilisationsprogramm, um ‚hochgradig lebensuntaugliche Individuen auszusondern‘." Entsprechende Gesetze und Programme zur Zwangssterilisation waren jahrzehntelang in Kraft und Myrdal hielt noch in den 80er Jahren Vorträge mit Forderungen zur eugenischen Planung von Populationen.

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Dankesrede zum Preis "Vermittlungen" zum 60. Jubiläum der Evangelischen Akademie Villigst

02. Oktober 2010, 09:48

Zur Meldung: Preis der evangelischen Akademie Villigst geht an Dr. Michael Blume

Meldung & Foto: EKvW

 

Sehr geehrter Herr Vorsitzender Graumann,

sehr geehrte Frau Krekel,

sehr geehrter Minister Schneider,

sehr geehrte Vertreterinnen und Vertreter von Kirchen und Wissenschaft,

lieber Peter Markus,

sehr geehrte Damen und Herren,

heute haben Sie alle - und besonders der Laudator Prof. Dr. Christian Link - an mir die Höchstrafe für schwäbische Protestanten vollzogen: Das Lob. Denn der sonst so reiche, kulturelle Schatz meiner Heimat bietet leider kaum Verhaltenstips für speziell diesen Fall, denn bei uns gilt: "Ned gschompfe isch globt genug!"

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Heimat und Identität - Die geheimnisvolle Macht der Gefühle

22. September 2010, 21:02

In seltsamer Weise zieht sich die Frage nach Heimat und Identität durch mein bisheriges Leben. Als "Wossi" - Kind von aus der DDR entkommenen Eltern in einem noch nicht wiedervereinigten Deutschland - erlebte ich früh den Wert von Heimat und Zugehörigkeit, aber eben auch doppelte Ausgrenzung durch Etablierte ("Noch so ein Ausländer!") und Zugewanderte ("Noch so eine Kartoffel!"). Und so dachte ich vor neun Jahren, im April 2001, als Student der Religions- und Politikwissenschaft im 3. Semester, die Teilnahme an einem Studienwettbewerb des Bundesinnenministeriums "Angekommen? Aufgenommen? Studentenwettbewerb zur Integration von Ausländerinnen und Ausländern" (so sagte man damals noch) sei eine gute Gelegenheit, mal dazu zu arbeiten. Mein Arbeitstitel war damals schnell gefunden: "Heimat und Identität - Knappe Güter unserer Zeit".

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Widerruf der Religion-Virus-Hypothese - Wie mich Susan Blackmore beeindruckte

18. September 2010, 09:39

Die Explaining Religion-Konferenz in Bristol schlägt weiter wissenschaftliche Wellen. So räumte Susan Blackmore im britischen Guardian inzwischen ein, dass die populäre Religion-Virus-Metapher nach Kenntnis des Reproduktionsvorteils durch Religiosität nicht mehr haltbar sei. Ihr Artikel hier:

Why I no longer believe religion is a virus of the mind

The 'Explaining religion' conference has made me see that the idea of religious belief as a virus has had its day

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