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Homo sapiens evolvierte Religiosität. Und auch der Neandertaler.

12. Februar 2009, 19:49

Das Darwinjahr steckt voller Überraschungen: Nachdem viele religiöse wie religionskritische Beobachter lange eine vermeintlich prinzipielle Gegnerschaft zwischen Evolutionstheorie und Religion(en) vermutet haben, wandelt sich derzeit die Debatte. Wissenschaftler entdecken, dass Religiosität ein Teil der menschlichen Natur ist. Und auch der Neandertaler evolvierte sie! Eine Beobachtung zum 200ten Geburtstag von Charles Darwin und dem heute verkündeten Durchbruch des Leipziger Max-Planck-Instituts für Anthropologie bei der DNA-Sequenzierung des Neandertalers.

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Das Hare Krishna-Mantra als Beispiel (bio-)kultureller Evolution von Religion

01. Februar 2009, 08:55

1965 erreichte Bhaktivedanda Swami Prabhupada aus Indien die USA. Bei sich hatte er hinduistische Schriften und überlieferte Ritualtechniken der Krishna-Bakhti, der auch aus der Auseinandersetzung mit den monotheistischen Religionen entstandenen, hingebungsvollen Verehrung des Einen Gottes in der Personifikation Krishnas. Er begründete die International Society for Krishna Consciousness (deutsch: Internationale Gesellschaft für Krishna-Bewusstsein), die unter den gerade intensiv nach Sinn und Erfahrungen suchenden jungen Menschen des Westens rasante Verbreitung erfuhr, Öffentlichkeit und Kirchen schockierte und in Deutschland als "Jugendsekte" und später "neureligiöse Gemeinschaft" bezeichnet wurde.

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Dürfen Politiker Helden sein? Das Kino weiß die Antwort!

22. Januar 2009, 04:58

Eine meiner schönsten Studienerinnerungen dreht sich um ein Seminar für Politikwissenschaft, in dem wir die Außenpolitik verschiedener Staaten vergleichen sollten. Ich hatte mir in den Kopf gesetzt, die politisch-kulturellen Unterschiede Deutschlands und der USA aufzuarbeiten, die - so die These - Politiker mit auch außen- und sicherheitspolitisch unterschiedlichen Erwartungen ihrer Wähler konfrontierten.

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Der Eid des Präsidenten

18. Januar 2009, 00:32

Das Ritual der Vereidigung des neuen US-Präsidenten - der Kern der sog. Inauguration Ceremony - dauert etwa 30 Sekunden, deren Ablauf und Text durch Verfassung und Tradition genau bestimmt werden. Und doch ist auch dieses zivilreligiöse Ritual ständigem, dynamischen Wandel unterworfen. Ein Bericht aus Washington.  » weiter

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Religion und Evolution - Auf dem Weg ins Darwinjahr

30. Dezember 2008, 22:36

Manche haben die Neuauflage der endlosen Polemiken zwischen evolutionsbiologisch argumentierenden Religionskritikern und Kreationisten zum Darwinjahr erhofft, andere befürchtet. Doch schon im Vorfeld wird deutlich: Zumindest in Deutschland zeichnen sich viel interessantere Perspektiven ab, die beide Seiten neu fordern. Es verdichten sich Befunde und Diskussion zu einem besseren Verstände der Evolution von Religiosität - und damit auch neuen Ebenen des Dialoges auch zwischen Natur- und Geisteswissenschaften.

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Warum verfielen die antiken Götterkulte - und siegte der Eine?

23. Dezember 2008, 16:56

Die aktuelle EPOC-Ausgabe 1/2009 beschäftigt sich eindrucksvoll und empfehlenswert mit dem griechischen Götterhimmel. Waltraud Sperlich informiert über neueste Ausgrabungen, die ältere Wurzeln griechischer Überlieferungen, Rituale und Heiliger Stätten freilegen (Die Wiege des Zeus, S. 16-24). Barbara Patzek und Klaus-Dieter Linsmeier verdeutlichen den prägenden Einfluss von Homer und Hesiod auf Mythologie und damit letztlich auch Gesellschaft und Politik (Aus Chaos entstanden, S. 24-27). "Die himmlischen Zwölf" (von Hunderten) werden uns auf den S. 28-33 vorgestellt. Und Hakan Baykal lässt die kurze Regentschaft von Kaiser Julian Revue passieren, der im 4. Jahrhundert noch einmal versuchte, den antiken Glauben wiederherzustellen - und scheiterte (Der letzte Sohn der Götter, S. 34-39). Die Religionssoziologie (z.B. Rodney Stark) haben sich zudem daran gemacht zu erforschen, wie und womit sich der Monotheismus schließlich gegen staatliche Verfolgung durchsetzte.

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Wissenschaftsmagazine - Geschichte und Geschenkidee

06. Dezember 2008, 11:09

Immer wieder wird man als Beteiligter gefragt: Bedeutet das Bloggen das Ende des Wissenschaftsjournalismus? Werden Wissenschaftsbücher und -magazine sterben? Meine Antwort ist stets: Ganz im Gegenteil! Denn...

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Zivilreligion (USA) zum Schauen - Von Martin Luther King jr. zu Barack Hussein Obama

01. Dezember 2008, 06:56

Auch um politische Körperschaften (wie Nationen) entfaltet sich ein religiöser Rahmen mit eigenen Ritualen, Erzählungen, heiligen Orten, Zeiten und Hoffnungen - von Jean-Jacques Rousseau als religion civile eingefordert, vom Soziologen Robert N. Bellah als civil religion, Zivilreligion zur analytischen Kategorie der Beobachtung erhoben. Der dynamische, religiöse Markt der USA hat die auch die politische Kultur des Landes tief geprägt und eine lebendige Zivilreligion mit verschiedenen, teilweise widerstreitenden Strömungen hervorgebracht. Einen faszinierenden Strang zivilreligiöser Erzählung, der von Martin Luther King jr. bis zum neugewählten Präsidenten der Vereinigten Staaten Barack Obama reicht, möchte ich Ihnen aufzeigen.

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Religiöse Schulen und Heimschulbewegung in Deutschland

26. November 2008, 18:41

Auch wir Nachwuchs-Wissenschaftler sind in den nachwirkend obrigkeitsstaatlichen Traditionen Deutschlands sozialisiert und als Florian Böhnhardt in einem meiner Seminare an der Universität Leipzig über den Konflikt der freikirchlichen "Zwölf Stämme" mit dem bayerischen Staat über das Recht einer Ersatzschule referierte, war die Anfangshaltung der meisten von uns klar: Der Staat hat die Schulpflicht auch gegen religiöse Ansprüche durchzusetzen, basta.

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Die Erde eine Scheibe - lehrte die Kirche das je?

15. November 2008, 21:32

Wir Menschen neigen zu Vorurteilen und trennen uns ungern von ihnen - taugen sie doch so schön zur Abwertung Fremder und Früherer und schmeicheln damit unserem Selbstbild von Identität und "Fortschrittlichkeit". So entstand in der europäischen Aufklärung das mächtige Vorurteil eines "finsteren Mittelalters" (in Englisch: Dark Ages!) zwischen Antike und Renaissance (in Französisch: Wiedergeburt!). Und als griffiges Symbol und Spottbild dafür stand "die Kirche", die angeblich die Scheibenform der Erde gelehrt und Andersdenkende verfolgt habe. Und so flüstert noch Gerard Depardieu im Film "1492" als Columbus seinem Sohn nur verschwörerisch zu, dass die Erde eigentlich eine Kugel sei...

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