02. November 2011, 06:08
Wenn ich Befunde der Evolutionsforschung zu Religiosität und Religionen präsentiere, so mache ich immer wieder die erstaunliche Erfahrung, dass die Rezeption ziemlich genau in zwei Lager zerfällt: Die einen, zu denen fast alle erfahrenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gehören, teilen die Faszination und bringen sich kritisch-konstruktiv ein. Die anderen dagegen fühlen sich intuitiv in ihren weltanschaulichen Vorannahmen bedroht und "argumentieren" schnell, defensiv, erregt und eskalierend unsachlich. Auf meinem englischsprachigen Scilog habe ich es bei Letzteren überwiegend mit religiösen Kreationisten zu tun, die fürchten, die Evolutionsforschung bedrohe den Glauben. Im deutschsprachigen Raum dominieren dagegen entschiedene Religionskritiker, die auf keinen Fall wahrhaben wollen, dass schon der Theologe Charles Darwin richtig erkannte, dass auch Religiosität und Religionen erfolgreiche Aspekte der Evolutionsgeschichte sind. Mit wissenschaftlichen Argumenten kommt man, so meine Erfahrung, weder bei religiös noch atheistisch Festgelegten weiter - die igeln sich dagegen nur noch immer tiefer ein.
Aber vielleicht hilft ja Humor, um diesen Ängsten und Blockaden zu begegnen?
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Evolutionspsychologie
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