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Zukunftsperspektiven im theologisch-naturwissenschaftlichen Dialog von Patrick Becker und Ursula Diewald

15. Juli 2011, 21:02

Als ich beim letzten Bloggertreffen in Deidesheim die Statistiken des letzten Jahres sah, konnte ich es zunächst nicht glauben: Obgleich andere Blogs durchaus mehr Beiträge aufwiesen, gab es in keinem Scilog so viele Kommentare wie auf Natur des Glaubens. Das Verhältnis von Religion(en) & Wissenschaft(en) bewegt viele kluge Menschen inhaltlich und erkennbar auch emotional - letzteres auch gerade dann, wenn sie sich selbst für völlig rational und wissenschaftlich halten.

Nun haben Patrick Becker und Ursula Diewald bei Vandenhoeck & Ruprecht einen Sammelband heraus gegeben, der einer prall gefüllten Schatzkiste gleicht: Teuer zu erwerben (über 100 EUR!), aber dafür voller Kostbarkeiten. Es ist ihnen gelungen, Natur- und Geisteswissenschaftlerinnen, Atheisten, Agnostiker und Theisten, erfahrene Profis und erfrischende Neulinge auf dem Gebiet der Religion-Wissenschafts-Debatten zusammen zu bringen, die je kurze, aber inhaltlich vollgepackte Textbeiträge geleistet haben. Auch von mir stammt ein (englischsprachiger) Beitrag über mein damaliges Promotionsthema, die Grenzen der so genannten "Neurotheologie" bzw. "Neurotheology".

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Marcus Knaup - Aristoteles jenseits von Physikalismus und Dualismus

03. April 2011, 20:39

Gegenüber griechischer Philosophie hatte ich einige Jahre lang eher Vorbehalte. Zwar hielt ich sie für grundlegend und wegweisend gerade auch für den Erfolg westlicher Wissenschaften, doch andererseits auch für weitgehend ausgeschöpft. Und hatten nicht einige dieser gefeierten Denker die Minderwertigkeit der Frau(en) und die Sklaverei vertreten? Hatte nicht die griechische Inkulturation die christliche Tradition von einer dynamischen Glaubensbewegung zu einem schwer fassbaren System abstrakter Glaubenssätze verschoben? Und war nicht Platos einflußreiches Höhlengleichnis und also die Suche nach festen Ideen hinter den vermeintlich unwirklichen Erscheinungen eines der Haupthindernisse beim Erfassen des Evolutionsprozesses einschließlich der Entstehung neuer Arten? Als der junge, katholische Theologe Marcus Knaup bei einer Tagung das Wort zum Thema Aristoteles und moderner Hirnforschung ergriff, war ich zunächst also mehr als skeptisch. Und dann fasziniert. Am neu erwachten Interesse an antiker Geistesgeschichte - wie dem Materiebegriff - war jener Vortrag auf jeden Fall beteiligt. Und im Sammelband "Post-Physikalismus" ist nun von Marcus Knaup das Kapitel "Jenseits von Physikalismus und Dualismus! Der Hylemorphismus als wirkliche Alternative in einem aktuellen Streit" erschienen (S. 189 - 215), in den der Autor erkennbar auch Argumente der damaligen Diskussionen einbezogen hat.

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Blogger, lasst uns die Sammelbände retten!

23. März 2011, 19:01

Wie können Blogger die Wissenschaft - über eigene, wissenschaftliche Arbeit hinaus - fördern? Wie alle anderen auch: Indem sie wissenschaftliche Bücher, Wissenschaftsmagazine, Filme, Fachanbieter, Ausstellungen, Ideen und, ja, Wissenschaftsblog(post)s nachfragen und - sofern gute Qualität vorliegt - aktiv weiter empfehlen. Im Gegenüber zu den millionenschweren Werbeetats etwa der Unterhaltungsindustrie(n) mag das wenig erscheinen - aber jeder Euro, der für Wissenschaftsprodukte fließt und jede Erkenntnis, die auf diesem Wege weiter gegeben wird, ist ein Schritt voran. Dazu können - und sollten - wir beitragen.

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