01. November 2010, 22:50
Vor kurzem wurde dem israelischen Schriftsteller David Grossman angesichts seines langjährigen Engagements für die Aussöhnung zwischen Israelis und Palästinensern der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels beschert.
Einige Fragen hierzu, welche die Zeitungen irgendwie vergessen haben, sich selbst zu stellen:
1. Wie wird David Grossman in der palästinensischen Autonomie rezipiert? Gab es in den palästinensischen Feuilletons positive Rezensionen? Gibt es eigentlich palästnensische Parallelen zu unseren »Feuilletons«?
2. Wie viele Palästinenser haben bis heute (ungefähr) die Werke Grossmans gelesen? Wurden sie auch dort zu Bestsellern?
3. Wurden David Grossmans Werke schon ins Arabische übersetzt (ich weiß es nicht) und falls ja, werden sie in der palästinensischen Autonomie überhaupt vermarktet?
4. Sind dem Preisverleihungskomitee irgendwelche Palästinenser bekannt, welche durch die Lektüre von David Grossmans Werken heute vom Terrorismus bekehrt sind?
Eine politische Weisheit lautet: Wenn du es oft genug wiederholst, wird es irgendwann mal glaubhaft. In diesem Sinne: Herzlicken Glückwunsch an David Grossman, dessen literarische Leistungen zur Aussöhnung zwischen Israelis und Palästinensern endlich auch beim Deutschen Handel die gebürtige Anerkennung gefunden haben.
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