AKTUELLE POSTS chronologs

 
 

Gehört der Doktortitel auf das Buchcover? Zu den Kulturen von Papier- und Digitalbüchern

Als "teilnehmender Beobachter" mache ich immer wieder die Erfahrung und Beobachtung: Nicht nur das Lesen, auch das Schreiben von Büchern und eBooks unterscheidet sich insbesondere bei Sachbüchern (!) grundsätzlich. Es gibt ja sogar eine - m.E. ziemlich schräge und typisch deutsche - Debatte darüber, ob eBooks überhaupt "Bücher" oder eher "Telemedien" seien. Eines von vielen Beispielen: Wenn ich ein Buch für einen Printverlag schreibe, habe ich meist einen Titel, aber noch kein Buchcover im Kopf, das ja ohnehin von einer ... weiter

 

Inti Raymi – Inkapomp für die Identität

In Cusco zu sein, während Inti Raymi stattfindet, ist vergleichbar einer zufälligen Anwesenheit in München während des Oktoberfestes. "Das Fest der Sonne", wie das Ganze in der Sprache der Quechua heißt, war eine religiöse Zeremonie der Inkas zu Ehren unseres Leben spendenden Leuchtkörpers. Und zwar zur Wintersonnwende der südlichen Erdhalbkugel. Und da bietet sich Cusco als Hauptstadt der Inka und "Nabel der Welt" natürlich an. Seit 1944 findet das Fest, nachdem die Spanier es verboten hatten, wieder alljährlich am 24. ... weiter

 

TRIALOG – Die Plattform für interreligiösen Austausch

Es gibt verschiedene Formen, den interreligiösen Dialog zu gestalten. Nun haben drei junge engagierte Nachwuchswissenschaftler eine tolle Idee gehabt und eine neue Plattform gegründet, die ich heute gerne vorstellen möchte. Dafür konnte ich Florian Volm, vom Gründerteam für nachfolgendes Interview gewinnen. Florian ist mir seit einigen Jahren bestens bekannt. So war er im Projekt „Junge Muslime als Partner“ mein wissenschaftlicher Assistent und hat maßgeblichen Anteil am Gelingen des Projekts gehabt. Inzwischen ist er zu einem geschätzten Freund geworden. Er ist ... weiter

 

Lesung des Sammelband-Artikels zum Einhörnerglauben – Ein Audioblog-Experiment

Dieser Blog (einschließlich der neuen Hipcast-Audioblog-Version) ist ja auch immer ein Stück weit Experiment. Und nachdem der Sammelband-Artikel zum Glauben an Einhörner seit seinem Erscheinen so rege abgerufen, gelesen und teilweise auch schon diskutiert wird, habe ich mir gedacht, hier mal eine ältere Idee auszuprobieren: Einen Forschungsartikel aus einem Buch heraus vorzulesen. Dagegen spricht meines Erachtens, dass Gelesenes als Gesprochenes eher dröge und unverständlich sein könnte. Dafür, dass zunehmend viele Menschen ganz gerne auch hören. Hier ist also Ihre Meinung ... weiter

 

Quicky: Madeleine Albright ‘Learn to Interrupt’

Auch als Lehrmethode [siehe Artikel] durchaus bedenkenswert: I've said this many times — there's plenty of room in the world for mediocre men, but there is no room for mediocre women. ... weiter

 

Bäuerliche Sozialstruktur

„Gründe für den Schutz der Kulturlandschaft In besiedelten und meist land- oder forstwirtschaftlich genutzten Gebieten ("Kulturlandschaft") soll die in den letzten Jahrhunderten vom Menschen geschaffene Landschaft mit ihren umweltverträglichen Wirtschaftsformen, Tieren und Pflanzen erhalten werden. Dafür gibt es unter anderem folgende Gründe (...): Erhalt von Erholungslandschaften und Kulturdenkmälern Erzeugung hochwertiger Nahrungsmittel mit möglichst geringen Umweltschäden durch eine ökologisch vertretbare Landwirtschaft Erhalt der bäuerlichen Siedlungs- und Sozialstruktur Schutz von Tieren und Pflanzen der offenen Landschaft (Blumenwiesen mit Orchideen, in Wiesen brütende ... weiter

 

In eigener Sache

Ich habe nun lange nichts mehr von mir hören lassen, es wird Zeit, mich zu melden, damit nicht falsche Gerüchte aufkommen. Wie man sieht, lebe ich noch. Allerdings ist mein Zustand doch ziemlich suboptimal, und ich habe nicht das Gefühl, daß ich noch einmal arbeitsfähig werde, d. h.: Blogartikel schreiben kann. Ich habe aber noch etwa zwei Handvoll fertiger Texte – zu verschiedenen Themen, mehr oder weniger zum gesamten Spektrum des Blogs. Die will ich nun ins Netz stellen, vielleicht ... weiter

 

Die Hunde von Cusco

Die Hunde von Cusco leben in einer Art Paralleluniversum. Ihre Zahl dürfte in dieser Stadt, die 350.000 menschliche Bewohner zählt, in die Zigtausende gehen. Doch die beiden Welten berühren sich kaum, sie existieren nebeneinander her, wie zwei sich nur punktuell überlappende Biotope. Zwei- und Vierbeiner leben nebeneinander her und teilen sich einen Lebensraum. Berührungspunkte sind der öffentliche Raum, die Straßen und die Abfallhaufen, von denen sich die Hunde ernähren. Vielleicht hat so die Geschichte zwischen Mensch und Hund auch irgendwann ... weiter

 

Franziskus und Ali Al-Khawwas – Der Papst rühmt einen islamischen Sufi in seiner Enzyklika Laudato Si

Wie Abertausende andere auch erwartete ich gespannt die Online-Veröffentlichung der Enzyklika "Laudato si" (Umbrisch für: Gelobt seist Du, ein direktes Zitat des Franz von Assisi) von Papst Franziskus. Auf jeden Fall wollte ich etwas dazu bloggen, hatte ich doch schon bei der vorherigen Enzyklika "Evangelii Gaudium" das dort geschilderte Verhältnis von Glauben und Wissenschaft und den dort starken Bezug auf die jüdischen Wurzeln des Christentums sowie davor die Rede von Benedikt XVI. im Bundestag thematisiert. Was für Überraschungen würde "Laudato ... weiter

 

Señora Julias Gespür für die Welt

In Cusco geht es bei aller Quirligkeit eines Touristenmekkas härter zu als anderswo in Peru. Der "Nabel der Welt" der Inkas liegt 1000 Meter höher als Arequipa und ist in Sachen Kriminalität und Alkoholismus eine Hochburg. Das schlägt sich nicht nur in Korruption, sondern auch in häuslicher Gewalt nieder. Gegen die geht Julia Diaz, die Leiterin des Kinderheims Casa Verde, im Rahmen ihrer Möglichkeiten an. Sie weiß, dass es nur ein Tropfen auf einem heißen Stein sein kann, was ihr ... weiter

 

Der Nabel der Welt

So sieht er also aus, der „Nabel der Welt“. Für die Inkas und ihre Sonnengötter war Cusco das Zentrum ihres Reiches. Für die Mädchen im Kinderheim „Casa Verde“ ist das derzeit das Haus in der Ubicacíon Tupac Amaru. Hier leben sie in dem großzügigen Gebäude ohne jeden Komfort. Die warme Dusche dank Sonnenkraft ist der einzige Luxus. Die Kinder zwischen acht und siebzehn haben Schutz gefunden vor Gewalt und Vernachlässigung. Hier wird gemeinsam gekocht, gegessen und gelacht. Alle Hausarbeit wird ... weiter

 

Rezension: Wissenschaft und die Frage nach Gott – Sammelband von Andreas Losch und Frank Vogelsang

Derzeit bin ich wieder viel in Zügen unterwegs. So bin ich schon sehr gespannt auf die Beiträge der Studierenden ab Samstag beim Seminar zu Religionspsychologie an der Universität Köln. Und eine Woche später, am 19. und 20.6., geht es bei einer Tagung der katholischen Akademie in Weingarten um "Evolution und Schöpfung", dort bin ich - wie 2013 auch schon durch muslimische Theologinnen & Theologen in Münster - um einen beschreibenden Beitrag zum Thema "evolutionärer Theismus" gebeten worden. Zur Vorbereitung habe ... weiter

 

Zur Ideengeschichte der anonymen Kritik

In einem langen Interview erklärt der FAZ-Journalist Patrick Bahners, warum Studierende das Recht haben, eine Vorlesungsreihe öffentlich und pseudonym[foot]Leider wird auch hier 'anonym' und 'pseudonym' verwechselt.[/foot] zu kommentieren: "Keine Ausweispflicht für den Gebrauch der Meinungsfreiheit" [foot]via L.I.S.A. - Das Wissenschaftsportal der Gerda Henkel Stiftung.[/foot] Seine Antworten führen weit über den aktuellen Fall 'Münkler-Watch' hinaus und sollten Ihnen gerade deshalb 15 Minuten wert sein. ... weiter

 

Stadtkernarchäologie: Archäologische Spatenstiche in Köln

Eine archäologische Ausgrabung ist wie eine Nadel im Heuhaufen: eine einzelne Stichprobe in vergangene Zeit mit sehr vielen, nicht zuordenbaren Einzelbefunden. Köln ist ein typisches Beispiel für Stadtkernarchäologie: Es wird viel unter hohem Zeitdruck ausgegraben mit wenigen folgenden Publikationen. Unter dem heutigen Köln liegen viele vergangene Siedlungsüberreste übereinander. Für die Antike bedeutet dies 400 Jahre Siedlungsgeschichte. Ungefähr alle 30 Jahre findet ein Neubau der Gebäude statt, das bedeutet für die Antike ungefähr 14 Siedlungsschichten. Nach den 400 Jahren antiker Bebauung ... weiter

 

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Das Paradies liegt von Puerto Maldonado gerade einmal eine Dreiviertelstunde mit dem Boot den schlammigen Dschungelfluss hinab entfernt. Nur der Schlag der Ruder ist zu hören an diesem nebligen, frühen Morgen am Lago Sandoval, ansonsten gleitet das Boot fast geräuschlos dahin. Wir wagen kaum zu atmen. "Ein Augenblick für die Ewigkeit", sagt die Entwicklungshelferin aus Seattle leise zu mir. Nach und nach erwachen die Vögel, die Kaimane und Schildkröten. Auch die bis zu zwei Meter langen Riesenotter ist hier zu ... weiter