AKTUELLE POSTS chronologs

 
 

Was ist vom Islam zu halten? Vortrag an der Uni Köln

Es hätte eigentlich ein einfacher, religionsvergleichender Vortrag über "Gott und der Mensch im Islam" vor einem überschaubaren, religiös & weltanschaulich bunt gemischten Publikum werden sollen, als mich Hana Fischer vom jüdischen Kulturverein "Milch & Honig" an die Universität Köln einlud. Und da sich herausstellte, dass wir mit Vanessa und Detlef Fetchenhauer nicht nur gemeinsame Kollegen, sondern auch gemeinsame Freunde hatten, sagte ich gerne zu und nutzte die Chance, gemeinsam mit meiner Frau Zehra die traditionsreiche Domstadt zu besuchen. Und dann ... weiter

 

Biologische Invasionen – Zur Definition des Begriffs.

 „Biologische Invasionen“[1] sind ein Thema, das Ökologen, vor allem aber Naturschützer seit einigen Jahren in rasch zunehmendem Maße beschäftigt.[2] Unter den Ursachen des Rückgangs der Artenzahlen werden diese Invasionen regelmäßig unter den drei oder vier wichtigsten genannt. Allerdings ist man sich alles andere als einig, was man unter diesem Begriff verstehen sollte. Einige prominente Ökologen haben vor wenigen Jahren eine Definition des Begriffs biologische Invasion vorgelegt (Valéry, Lefeuvre und Simberloff 2008)[3], von der sie hoffen, daß er allgemeine Zustimmung finden ... weiter

 

Mal einfach Fakten: Deutschland wird durch Zuwanderung re-”christianisiert”, “pluralisiert” und regional “katholisiert” statt “islamisiert”

Nein, hier ist nicht von Geheimwissen die Rede - Zuhörende und -schauende meines Akademievortrages in Hohenheim im Dezember 2013 wussten es seit über einem Jahr und Lesende des "Islamisierungs"-Blogposts vor Weihnachten 2014 seit mehr als einem Monat: Die absolute Mehrheit der Zuwandernden nach Deutschland ist seit langem christlich, v.a. römisch-katholischer und orthodoxer Konfession(en). Sehr schön hat nun auch "Endstation Rechts" die aktuellen Daten des Migrationsberichtes 2013 aufgearbeitet. In den meisten Regionen Deutschlands - etwa in Baden-Württemberg - wirkt der Zugang ... weiter

 

Wo die Uhren langsam ticken…

Valentin und Lucila Quispe aus dem Örtchen Llachón, das am Titicacasee auf der Halbinsel Capachica zu finden ist, sind meine persönlichen Helden des Monats und geben mir ein bisschen den Glauben zurück, dass Materielles nicht für alle alles ist im Leben. Nach fünf Jahren Grundschule war für die beiden, die heute Anfang und Mitte 50 sind, Schluss mit formeller Bildung. Gearbeitet haben sie dann in der großen Stadt, eine Familie gegründet, Kinder bekommen und hätten es dort als fleißige Leute ... weiter

 

Sonnenbrand am Titicacasee

Jaaaah, es war unvernünftig, sich auf der Halbinsel Capachica im Titicacasee über Mittag für ein Viertelstündchen auf einen Stein zu legen und das Gesicht in die Sonne zu strecken. Doch der Wind blies so frisch, die Jacke blieb ohnehin zugeknöpft und die wärmenden Strahlen taten wohl auf der Haut. Zumindest kurzfristig. Einige Zeit später begann die Gesichtshaut zu kribbeln und zu brennen. Mein mitgebrachtes Halstuch wurde kurzfristig zum Mund- und Nasenschutz unter der Sonnenbrille umfunktioniert, die Sonnencreme Lichtschutzfaktor 50 war ... weiter

 

Von Glasaugen, Echthaarperücken und dem samtigen Glanz der Epidermis

Bis zum 1. März 2015 lohnt ein Besuch im Frankfurter Liebieghaus noch mehr als sonst. Es ist aber durchaus möglich, dass man die aktuelle Ausstellung der Skulpturensammlung ungewohnt verstört verlässt. Das liegt nicht nur an ausgesprochen drastischen Darstellungen wie den Wunden Christi oder dem detailverliebten Blick auf die Schnittfläche des abgeschlagenen Hauptes von Johannes dem Täufer („Johannesschüssel“). Fast mehr noch ist man nämlich beeindruckt von der Wirkung, die die lebensechte Darstellung von Figuren schlechthin auf den Betrachter hat. Illusionismus schon ... weiter

 

Geschichte als Gegenwart

Nun sind wir im letzten Schritt bzw. Text in dieser Reihe angekommen; hieß der letzte »Geschichte und Gegenwart«, so heißt dieser »Geschichte als Gegenwart« - ein feiner, aber wichtiger Unterschied. Während der letzte Text von der Gegenwart des Historikers handelt, geht es jetzt um die Gegenwärtigkeit des historischen Bewusstseins selbst. Aus der bisherigen Diskussion wissen wir, dass Vergangenheiten nur insofern da sind, als wir sie uns vorstellen, sie wahrnehmen können - und zwar in der Gegenwart, die, wie ich nun ... weiter

 

Geschichte und Gegenwart

Die letzte Diskussion über Sprache als Geschichte hat uns, nach einem langen Weg über verschiedene Blickwinkel, in die Gegenwart gebracht. Wir haben gesehen, wie die Sprache, die mit ihren gegenwärtigen Begriffen und Konzepten unsere Denkweise gestaltet, die Gegenwart in die Vergangenheit bringt, wenn wir im Geiste »zurückreisen«. Dabei ist Sprache nur ein Aspekt für solche »Kontaminationen«. Weil der Historiker in seiner Gegenwart lebt und aus ihr heraus denkt, erfolgt seine historische Arbeit ebenfalls in der Gegenwart. So ist das Produkt ... weiter

 

Sprache als Geschichte

In den letzten Beiträgen in dieser Reihe habe ich kurz erwähnt, dass unsere Sprache das Mittel ist, mit dem wir uns sehr weit zurückliegende Vergangenheiten vergegenwärtigen, also im Geiste erreichen können. Diesen Punkt möchte ich nun weiter ausführen und zwar vor dem Hintergrund, dass er leicht missverstanden werden kann, nämlich so, als ob hier darum ginge, dass die Historiker, etwa im Gegensatz zu Archäologen, schriftliche Quellen benutzten, die sich nun mal eben durch ihre Verwendung von Sprache von anderen Funden ... weiter

 

Geschichte als Konvention

Im letzten Text habe ich erklärt, wie groß in der Geschichtsschreibung die Rolle von Konventionen ist. Da kein Historiker alles erforschen, alles in Zweifel ziehen kann, braucht jeder einen Anhaltspunkt, eine Grundlage, auf die er seine eigene These stützt. Doch wir haben auch gesehen, dass diese Grundlage sich (wie im Fall Kurras) auch ändern kann, wodurch jede Geschichte, die auf ihr basiert, teilweise oder auch ganz ihre Gültigkeit verlieren kann. Somit ist jede Geschichte (d.h. letzten Endes alles historische Wissen) ... weiter

 

Kann sich die Vergangenheit ändern?

Wir wissen ja, dass Geschichte als Wahrnehmung sich natürlich ändern kann; gäbe es wirklich »die Geschichte«, die allen gemeinsame, allumfassende, feste Vorstellung wie zu Rankes Zeiten, so würde sie nichtsdestoweniger mit der Arbeit eines jeden Historikers, mit jeder neuen Deutung oder Umdeutung der Vergangenheit Änderungen durchmachen. Geschichte kann sich nicht nur, sondern sie muss sich ändern durch die Arbeit von Historikern. Aber im letzten Beitrag habe ich erklärt, dass auch die Vergangenheit, deren Wahrnehmung sich ändert, wiederum das Ergebnis von ... weiter

 

Pompeji und Herculaneum – das Eldorado für die Klassische Archäologie

„Es ist viel Unheil in der Welt geschehen, aber wenig, das den Nachkommen so viel Freude gemacht hätte“[1]. Goethes (1749-1832) Empfindung während seines Besuches von Pompeji im Jahr 1787 hat bis heute für viele Gültigkeit. Das Besondere ist der sehr gute Erhaltungszustand. Pompeji und Herculaneum ermöglichen einen direkten Einblick in den Alltag der ehemaligen Bewohner aus römischer Kaiserzeit. Die Einmaligkeit des Fundortes ist das Ergebnis einer verheerenden Naturkatastrophe. Im Jahr 79 n.Chr. wurde die kleinen Landstädte vom nahegelegenen Vulkan, mit ... weiter

 

Die Schichtung der Geschichte

Im letzten Beitrag habe ich erklärt, warum die Vergangenheit, die in der Theorie das ist, was war, in der Praxis nur eine Vorstellung davon ist, was war. Darum ist die uns als Menschen, also dem menschlichen Geist irgendwie erreichbare Vergangenheit nichts Objektives, sondern etwas durchaus Subjektives: das Ergebnis menschlicher Wahrnehmung. Damit rückt der Begriff von »Vergangenheit« ganz in die Nähe desjenigen von »Geschichte«, die ja ebenfalls Wahrnehmung und Darstellung von Vergangenem ist, seine Beschreibung und Deutung. Wie verhalten sich also ... weiter

 

Vergangenheit in Theorie und Praxis

Begonnen habe ich diese Diskussion über »Was ist Geschichte?« mit der Unterscheidung zwischen Vergangenheit und Geschichte, d.h. zwischen dem, was war und verging, und dessen gegenwärtiger Wahrnehmung. Bislang haben wir über die Geschichte, also die Wahrnehmung des Vergangenen gesprochen. Nun soll das Vergangene selbst besprochen werden: Inwiefern können wir als Historiker wissen, was war? Auf der theoretischen Ebene erscheint die Vergangenheit wie natürlich entstanden (im Gegensatz zur künstlich bzw. bewusst konstruierten Geschichte): Vergangenheit ergibt sich einfach durch den natürlichen, objektiven ... weiter

 

Wie unterscheidet sich »Geschichte« von »Geschichtsschreibung«?

Nach der ersten Differenzierung zwischen Geschichte und Vergangenheit möchte ich nun eine andere Verwechslung entwirren. Wenn wir mit einem Text über die Vergangenheit reden, ist dieser nun Geschichte oder Geschichtsschreibung? Meine Antwort wäre: weder das eine noch das andere. Ein Text ist erst mal ein Text, also wörtlich ein Gewebe (nicht zufälligerweise klingt es so ähnlich wie »Textil«, das dieselbe lateinische Wurzel hat). In einem historischen Text ist das Geschehene (res gestae), also verschiedene Geschehnisse, zu einer (schlüssigen, deutenden, sinnstiftenden) ... weiter