AKTUELLE POSTS chronologs

 
 

Richtstättenarchäologie in Brandenburg – kurze Zusammenfassung der Grabungsergebnisse auf dem Galgenhügel in Bad Belzig

Richtstätten des Mittelalters und der Neuzeit wurden regelmäßig an weithin sichtbaren Orten errichtet. So baute man an Wegkreuzungen, vor Stadtmauern, an Gemarkungsgrenzen und auf natürlichen oder künstlich angelegten Anhöhen hölzerne und steinerne Gerüste, die die Blutgerichtsbarkeit der Territorialherren demonstrierten. Die Zurschaustellung der gepeinigten Körper auf dem Hochgericht sollte gleichzeitig als Prävention und Abschreckung dienen. Als stumme Zeugen ihrer Leiden unter den Hochgerichten vergraben, geben die Toten noch heute ein beredtes Zeugnis ihres Martyriums wieder. So auch geschehen in Belzig, wohl ... weiter

 

Mythen klauben

Es gibt in der Weltgeschichte verschiedene Arten von Rätseln. Da sind alte Schriften, die Jahrzehnte oder Jahrhunderte nicht zu übersetzen waren, und damit für die Menschen ein ungelösten Rätsel blieben. Bis Jean-Francois Champollion ihnen mit Hilfe des Rosettasteins Anfang des 19. Jahrhunderts auf die Spur kam.[foot]Zum schnellen Nachlesen bitte in die Wikipedia schauen.[/foot] Es gibt Fragen, die offen gehalten werden, da wesentliche Aspekte der Interpretation unterworfen sind. Gab es eine historische Figur Jesus Christus? Was soll man daraus machen, dass ... weiter

 

Schlaf schön – von wegen!

Etwas ist seltsam. Ein Leben lang war ich mit gutem Schlaf gesegnet. Außer in schlimmen Krisenzeiten habe ich stets geschlummert wie das sprichwörtliche Murmeltier. Geträumt habe ich natürlich auch. Oft und lebhaft. Manche Träume, wie die von der Mathearbeit in der elften Klasse, kamen immer wieder. Manche Träume machten Angst, andere riefen schöne Erinnerungen wach. So war das über Jahrzehnte. Bis jetzt in Peru. Liegt es an der Höhenluft, am Sabbatical, dem veränderten Lebensrhythmus, dem Essen, der anderen Sprache.....? Irgend ... weiter

 

Eine Anekdote aus dem 19. Jahrhundert zur Auslegung der Bibel

Heute mal kein wissenschaftlicher Text, sondern ein Fundstück aus Johann Peter Hebels "Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes" (1811). Gefunden von Lutz Greisinger, übersandt via der religionswissenschaftlichen Yggdrasill-Liste - eine bemerkenswerte Anekdote zur Frage der Auslegung heiliger Texte... Gutes Wort, böse Tat In Hertingen, als das Dorf noch rottbergisch war, trifft ein Bauer den Herrn Schulmeister im Felde an. "Ist's noch Euer Ernst, Schulmeister, was Ihr gestern den Kindern zergliedert habt: so dich jemand schlägt auf deinen rechten Backen, dem biete den ... weiter

 

Der christlich-islamische Dialog der Azhar-Universität

Nun ist es schon etwas länger als drei Monate her, seitdem meine Doktorarbeit veröffentlicht und mir anschließend der Doktortitel durch die Universität Tübingen verliehen wurde. Ich muss zugeben, dass ich eine Weile gebraucht habe, um zu realisieren, dass das Werk getan und das Ziel endlich erreicht ist. Meine Doktorarbeit mit dem Titel „Der christlich-islamische Dialog der Azhar-Universität“ ist als Band 13 der Schriftenreihe der George-Anawati-Stiftung im Herder Verlag erschienen. Um was geht es in meiner Doktorarbeit? In der Arbeit habe ... weiter

 

‘Authorial Consent Matters’ schreibt Chuck Wendig

'Chuck Wendig: Freelance Penmonkey' schreibt einen Rant über eine nicht ganz neue App, die Lesern Schimpfwörter in eBooks vorenthält. ... weiter

 

Zur Demografie von Humanismus, Buddhismus – und Frankreich

Die Zusammenhänge von Religion(en) und Demografie sind multidimensional und komplex - und manchmal hatte ich schon leise Zweifel, ob sich das bisher erarbeitete Wissen gegen die verbreiteten Unsitten des nur oberflächlichen Lesens und kruden Vereinfachens jemals behaupten würde. Doch nachdem Michel Houellebecq im SPIEGEL 10/2015 den demografischen "Tod" von Humanismus, Aufklärung und Republik sowie den Sieg der kinderreichen Religion(en) und vor allem des Islam verkündet hatte, erreichten mich viele Anfragen von Leuten, die es genauer wissen wollten. Auf dieses erfreuliche ... weiter

 

Quinoa: Licht und Schatten eines Wunderkörnchens

Früher war in den Anden eines sicher: Keine Mahlzeit ohne Quinoa! Das hat sich geändert, denn das Wunderkörnchen aus der Familie der Fuchsschwanzgewächse ist für normale Menschen schier unerschwinglich geworden. Als Mitte der 1990er Jahre die amerikanische Raumfahrt Quinoa auch noch als ideale Astronautennahrung entdeckte, vervielfachte sich der Preis. Heute kostet ein Kilo ungefähr doppelt so viel wie ein Kilo Hühnerfleisch und vier Mal so viel wie Reis. Und nachdem 2013 auch noch die Vereinten Nationen das Jahr der Quinoa ... weiter

 

Wanderslust und Einkaufsfreude

Was hilft neben dem Zuspruch lieber Menschen gegen Frust am besten? Wandern in frischer Natur und einkaufen. Beides habe ich zur Aufhellung meines Gemütszustandes gemacht - und es hat gewirkt. Danke der Nachfrage, der Sabbatical-Blues macht sich im wahrsten Sinne des Wortes vom Acker. Im ländlichen Sabandía, etwa eine halbe Autostunde von der trubeligen Arequipa-Innenstadt entfernt, hat sich sogar ein besonders wuscheliges Alpaka um gute Stimmung bemüht und meine Kamera fachkundig inspiziert. Die intensive Sonne sowie der Fußmarsch durch das ... weiter

 

Das Medium [er]trägt die Botschaft

Glauben Sie auch, dass Technologie, besonders digitale Technologie, unser Untergang ist? Dieser Geist spukt immer noch immer wieder durch die Feuilletons und selbst intelligente Menschen fallen auf diesen kulturpessimistischen Langweiler rein. Das Internet macht uns dumm [nope], Computer verändern unsere Gehirne [Huh?!], Smartphones sind irgendwie und überhaupt, elektronische Bücher sind des Teufels, kinderschändende Abscheulichkeiten, Untergang des Abendlandes/der Kultur/der Intelligenz. Basis aller mehr oder weniger überspitzt daherkommenden ‘Technologie ist doof’-Beiträge ist Nostalgie. Sie wissen schon: Früher war alles besser. Dieses ‘früher’ ... weiter

 

Spocks Vermächtnis – Warum Vulkanier (auch) jüdisch grüßen und segnen

Das seltsame Wesen von einer anderen Welt - so menschennah und doch so anders - erhob die Hand und grüßte: "Live long and prosper!" Nein, ich war nicht das einzige Kind, das die besondere Bedeutung und Tiefe dieser Geste erahnte - obgleich es noch viele Jahre dauern würde, bis ich den Hintergrund erfuhr. Wir waren (sind?) Millionen. Denn wie es erfolgreiche Künstler oft - fast immer - tun, hatte sich auch Leonard Nimoy bei gewachsenen Mythen und Symbolen bedient, um ... weiter

 

Künstler, Propheten, Vegetarier – eine Ausstellung in der Schirn Frankfurt

Egon Schiele sehnte sich nach einer mönchischen Bruderschaft und malte sich selbst gern als gemarterten Propheten. Joseph Beuys‘ nahm die Rolle eines missionarischen Erlösers an. František Kupka malte in seinem Frühwerk esoterische Tempel – sie alle waren beeinflusst von einem Mann, der als Kohlrabi-Apostel verspottet und jahrzehntelang in Vergessenheit geraten war. Inzwischen wird Karl Wilhelm Diefenbach in zwei öffentlichen Museen (auf Capri und in Hadamar) geehrt – und aktuell mit einer Ausstellung der Frankfurter Schirn.   Karl Wilhelm Diefenbach Am ... weiter

 

Lagerkoller im Paradies

Ja, es gibt ihn, den Sabbatical-Blues oder den Lagerkoller im Paradies. Es handelt sich dabei um einen ziemlich unangenehmen Zeitgenossen, der einen hinterrücks überfällt. Dabei setzt er den betroffenen Menschen nachhaltig außer Gefecht und wirft ihn in ein schwarzes Loch. Egal, ob die Umgebung mitten in der Wüste grünt, schöne Sonnenuntergänge parat hält oder Kulturschätze aufbietet - alles hilft nichts. Wen die Tristesse in Klauen hält, der fragt sich nur, was soll ich hier? Und dem geht bei dieser Frage ... weiter

 

Gedanken zum Dialog

Der Dialog ist für mich eine Herzensangelegenheit! In den letzten fünfzehn Jahren habe ich ihn selbst auf verschiedenen Ebenen und in verschiedenen Formen erleben und gestalten können. Begonnen hat dieser Prozess in Universitätsseminaren bei meinem Mentor, Prof. Urs Baumann, der entscheidenden Einfluss auf meinen Werdegang hatte und mir schon als junger Student die Möglichkeit gab als muslimisches Pendant in Seminaren mitzuwirken. Die dort gemachten Erfahrungen waren der Türöffner für den Weg, den ich danach einschlagen sollte. Seitdem war ich in ... weiter

 

Kulleraugen und Kindchenschema

Lasst uns über Lamas, Alpakas, Guanakos und Vikunjas sprechen! Sie alle gehören zu den so genannten Südamerikanischen Kamelen, genauer gesagt, stammen die ersten beiden von den letzten beiden ab. Während die Lamas auch richtig gute Lastenträger sind, werden die anderen drei in erster Linie wegen ihres feinen Fells geschätzt. Darüber hinaus sind sie wundervolle "Wappentiere" fürs Land. Nicht nur, weil sie auf eine so liebreizende Art schüchtern sind, sondern weil sie mit ihren Kulleraugen und dem Flauschfell auch noch dem ... weiter