Der Aktionsradius extraterrestrischer Intelligenzen

15. September 2010 von Stefan Oldenburg in Science-Fiction

Wie groß ist der Aktionsradius extraterrestrischer Intelligenzen in unserer Heimatgalaxis Milchstraße? Vorausgesetzt, es gebe neben dem auf dem Planeten Erde sesshaften Homo sapiens weitere "intelligente" Lebensformen beziehungsweise Zivilisationen. Wo die Wahrscheinlichkeit gegen Null tendiert, ist die Antwort einfach: Der Aktionsradius ist viel zu klein, um jemals voneinander erfahren oder gar in Interaktion miteinander treten zu können. Die Distanzen zwischen Zivilisationen, die zu interstellarer Kommunikation fähig und willens sind, bleiben stets unüberwindbar groß – sowohl in Raum als auch in Zeit.

Im Blog-Post "Extraterrestrisches Leben" vom Oktober 2008 habe ich mögliche Gründe gesammelt, weshalb wir bislang nichts wissenschaftlich Beweisbares über Leben jenseits unseres Heimatplaneten sagen können. Eine Gruppe dort genannter Gründe zielt in dieselbe Richtung: Die Galaxis Milchstraße ist schlicht zu groß.

Unter "intelligentem" Leben meine ich hier grob vereinfachend solche Lebensformen, die einen gewissen Entwicklungsstand erreicht haben, den der homo sapiens erst seit Beginn der Moderne erreicht hat, und der dazu befähigt – den Willen vorausgesetzt – über den eigenen Horizont hinaus zu kommunizieren.

Schauen wir uns zunächst die Dimensionen der Galaxis Milchstraße an, in welcher jener rund viereinhalb Milliarden Jahre alte Stern des Spektraltyps G2V, um den unser Planet Erde seine Bahnen zieht, nur einer von vielen anderen ist. Von vielen anderen? Von derart vielen anderen, dass diese Zahl das menschliche Vorstellungsvermögen überschreitet: Allein unsere Heimatgalaxis Milchstraße enthält aktuellen Schätzungen zufolge mehr als 100 Milliarden Sterne. Nur am Rande sei vermerkt, auch die Zahl der Galaxien im beobachtbaren Universum wird derzeit grob auf 100 Milliarden geschätzt. Der Durchmesser der Milchstraße wird auf etwa 100.000 Lichtjahre geschätzt, womit sie zu den stattlicheren Galaxien der näheren kosmischen Umgebung zählt, die wir Lokale Gruppe nennen. Die Sonne ist etwa 28.000 Lichtjahre vom Zentrum der Milchstraße entfernt. Als Gesamtsystem rotiert die Milchstraße, und die Sonne benötigt für einen Umlauf geschätzte 220 Millionen Jahre. Dort ist unser Sonnensystem:

Bild 1: Galaxis Milchstraße mit unserem Sonnensystem, das freilich übergroß dargestellt ist. Bilder 1-4: Clear Skies

Werfen wir nun einen kurzen Blick auf die berühmte Drake-Gleichung, die der Astronom Frank Drake vor genau 50 Jahren entwickelte, um die Anzahl hoch entwickelter Zivilisationen in unserer Galaxie abzuschätzen. Diese Gleichung hat nach wie vor Biss, und zeigt nebenher die Grenzen menschlicher Erkenntnisfähigkeit auf, ist sie doch gespickt mit lauter Variablen, die wir nicht wissen können. Dennoch hilft diese Gleichung, unsere Gedanken zu sortieren und auf wesentliche Aspekte zu konzentrieren, die mögliche Antworten auf die Frage außerirdischen Lebens bedingen können. Ach ja, ich führe die Drake-Gleichung an dieser Stelle nicht an, um meinen Worten größeres Gewicht zu verleihen; leider wird Drakes Gedankenstütze immer wieder überdehnt, um die diametralen Positionen "Es existiert kein Leben" bzw. "Es existiert Leben" mit vorgegaukelter Wissenschaftlichkeit zu untermauern. Nein, darum geht es mir hier nicht. Mir geht es um den Faktor "Zeit", den Drake als "Lebensdauer" in seiner Gleichung einführt. Selbst in optimistischen Schätzungen werden hier vielleicht ein paar Zehntausend Jahre angenommen, innerhalb derer sich Zivilisationen ihrer Blüte erfreuen. Das ist nicht viel, aber immer noch erheblich mehr als die rund 250 Jahre, seit Beginn der Moderne, innerhalb derer der Mensch zum bloggenden, twitternden, facebookenden Wesen wurde.

Ich halte auch daher die meisten theoretischen Zeitpläne, innerhalb derer eine Kolonisierung der Milchstraße erfolgen könnte, für maßlos optimistisch. Angaben schwanken zwischen 10 und 300 Millionen Jahren, innerhalb derer die gesamte Galaxis von jedem beliebigen Ausgangspunkt aus bis in ihre Außenbezirke kolonisiert sein könnte. Diese Betrachtungen ignorieren den Faktor "Zeit": Begrenzender Faktor ist die Überlebensrate einzelner ortssteter Zivilisationen auf ihren Heimatplaneten sowie jener Kolonien, die sich bereits auf einen weiten Weg zu anderen Planeten gemacht haben (übrigens allein aus diesem Grund niemals friedlich gestimmt sein dürften, sobald sie einen passenden Lebensraum gefunden haben). Nichts währt ewig, auch keine extraterrestrische Zivilisation: Die Lebensdauer von Sternen ist endlich, die Möglichkeiten für durch die Milchstrasse reisende Kolonien, ausgelöscht zu werden bzw. sich selbst auszulöschen, sind vielfältig.



Bild 2: Galaxis Milchstraße mit räumlicher Position intelligenter Zivilisationen.

Wir sehen hier einige in den Weiten der Galaxis Milchstrasse verstreut lebende Zivilisationen samt ihrem jeweiligen maximalen Aktionsradius. Der Aktionsradius der Erdbewohner im Sonnensystem ist übrigens ausgesprochen kläglich: Die bislang am weitesten entfernte von Menschenhand erbaute Sonde, Voyager 1, ist derzeit gerade mal 115 mal so weit entfernt wie die Erde von der Sonne. Wir erkennen im Bild fünf extraterrestrische Zivilisationen, welche irgendwann das Stadium erreichten, um aus heimatlichen Gefilden hinaus in die Weiten der Galaxis zu ziehen, sei es aus Druck (beispielsweise neigt sich die Lebensphase des Zentralsterns zur Neige, eine benachbarte Supernova explodiert, ein einschlagender Himmelskörper zerstört den Heimatplaneten etc. pp) oder rein aus Neugierde. Witzigerweise ist die Zivilisation Nr. 4 diejenige, welche mit rund 8000 Lichtjahren Radius um ihr Zentralgestirn nicht nur den bislang größten Aktionsradius aufzuweisen hat, sondern gleichsam die uns am nächsten gelegene. Welche Ironie! Die Aktionsradien der Zivilisationen Nr 1, 2 und 3 sind etwa gleich groß, geschätzte 1000 Lichtjahre.

Wir sehen: Der maximale Aktionsradius der einzelnen Zivilisationen ist viel zu gering, um voneinander wissen zu können. Hinzu kommt, dass keine der fünf Zivilisationen je auf sich aufmerksam gemacht hat, beispielsweise durch Radiostrahlung. Ganz bewusst, denn welche intelligente Zivilisation will schon Gefahr laufen, von feindlich gesonnenen Außerirdischen okkupiert und vernichtet zu werden? Doch der Radius alleine ist es ja nicht, wie wir oben sahen: Hinzu kommt der Faktor Zeit.

Bild 3: Galaxis Milchstraße mit räumlicher Position intelligenter Zivilisationen & Zeitfaktor.

Bei Betrachtung der Drake-Gleichung sehen wir den begrenzenden Faktor Zeit. Diese Grafik zeigt, in welchen Zeiträumen jene intelligenten Zivilisationen ihre Blüte hatten: Zu völlig unterschiedlichen. Und die Zivilisation Nr. 5 gab es gar noch nicht! Sie wird erst in etwa 6 Millionen Jahren ihre Blütezeit haben. Die anderen sind längst vergangen.

Allein das Alter der Galaxis Milchstraße von ungefähr 13,6 Milliarden Jahren lässt nach den einfachsten Grundlagen der Stochastik erkennen, dass die Wahrscheinlichkeit zweier benachbarter intelligenter Zivilisationen, die sich in paralleler Blüte befinden, gegen Null tendiert. (Alter Sonnensystem 4,6 Milliarden Jahre)

Das berühmte Fermi-Paradoxon ist folglich gar kein Paradoxon. Der Physiker Enrico Fermi schloss – wie viele andere Forscher vor ihm und nach ihm – aus der schlichten Größe des Universums, dass es intelligentes Leben auch anderswo als auf dem Planeten Erde geben müsse. Mit seiner berühmten Frage "Und wo sind sie?" ging er von einer über die Jahrmilliarden vollständig kolonisierten Galaxis Milchstraße aus. Die Argumentation Fermis hat mich noch nie überzeugt, heute sehe ich: Sie kann gar nicht überzeugen, weil sie die simplen Grundlagen der Wahrscheinlichkeit und der Endlichkeit aller Dinge und Lebensformen außer Acht lässt. Insbesondere die zu lang angelegte Überlebenszeit von Zivilisationen macht allzu optimistischen Annahmen einen Strich durch die Rechnung.

Seit diesem Blog-Post muss dem Fermi-Paradoxon (wenn es denn noch eines ist) das "Oldenburg-Paradoxon" hinzugefügt werden. ;-) Denn wer fragt "Und wo sind sie?", muss gleichsam fragen:

"Und wann sind sie"?

Angenommen, wir empfangen trotz aller Unwahrscheinlichkeiten einmal außerirdische Signale, deren Herkunft "nur" 15.000 Lichtjahre entfernt ist. Und dann? Selbst wenn wir antworten, zieht sich das "Gespräch" doch recht zäh in die Länge. Da ist es immer noch einfacher, mit einem Großunternehmen in Kommunikation zu treten. Die Antworten beispielsweise der Telekom lassen zwar auch stets empfindlich lange auf sich warten, aber keine 45.000 Jahre.

Natürlich erwarte ich auch auf diesen Blogpost Kommentare aus dem Dunstkreis der Prä-Astronautik. :-) Der Fraktion jener, welche der Ansicht sind, Aliens seien in grauer Vorzeit bereits auf Erden gewesen, sage ich: Wer ernsthaft glaubt, 4000 Jahre seien eine lange Zeit, hat keinerlei Gefühl für die tatsächlich relevanten Raum- und Zeitdimensionen, um die es geht. Selbst 100 Millionen Jahre stellen nur einen Furz im geologischen Zeitenlauf des Sonnensystems dar (2,1 %), im komologischen Zeitenlauf der Galaxis Milchstraße gar nur einen winzigen Ansatz eines Hauchs (0,7 %). Die Wahrscheinlichkeit der räumlichen und zeitlichen Überschneidung zweier extraterrestrischer Intelligenzen ist Null.

Wir sind zurück beim ersten Bild, denn es gibt keine Aussicht auf Kontakt zu extraterrestrischen Wesen:

Bild 4: Die arme Erde – ganz einsam und allein in den Weiten und Zeiten.

Für mich ist völlig unzweifelhaft: Die Menschheit wird immer im Unklaren über weitere Zivilisationen bleiben, die vielleicht in der Galaxis Milchstraße lebten, leben oder leben werden. Vielleicht allein deshalb, weil sich der homo sapiens schon bald höchstselbst der Chance einer "längeren" Beobachtungs- und Wartephase beraubt haben wird. Wir sind einsame Gefangene in der unvorstellbaren Größe und den unvorstellbaren Zeiträumen unserer kosmischen Umgebung.

Clear Skies, Stefan Oldenburg :-)

Ein Buchtipp zum Thema:

– Olaf Fritsche: Leben im All – Was die Astrobiologie weiß und Sternfreunde sich wünschen. rororo science, Hamburg, 2007.

Drei Wikipedia-Artikel und zwei Blog-Posts zum Thema:

Außerirdisches Leben
Drake-Gleichung
Fermi-Paradoxon

Und hier aus der Feder Florian Freistetters eine feine Auseinandersetzung mit der Drake-Gleichung
Ebenfalls von Florian Freistetter ein lesenswerter Artikel zur Frage, wie viele Planeten wohl innerhalb der sog. habitablen Zone um ihr Zentralgestirn kreisen


34 Kommentare zu “Der Aktionsradius extraterrestrischer Intelligenzen”

  1. Mark Korn Antworten | Permalink

    Das ist doch gemein!

    Da sitzt sie nun, die Menschheit. Entwickelt bis zu dem Punkt, an dem sie sich das erste mal wirklich über oben genanntes Gedanken machen kann, ausgestattet mit ungeheurem Wissensdurst und Neugier, nur um dann zur Erkenntnis zu kommen, das alles zuweit weg, die Galaxis viel zu groß und unsere Möglichkeiten viel zu klein sind. Dazu offenbaren sich immer mehr Naturgesetze durch ihre Unüberwindbarkeit. Das ist deprimierend...

  2. Martin Holzherr Antworten | Permalink

    Fragen, die zu früh gestellt werden

    Die Frage nach Ausserirdischen wurde zu früh gestellt, genau so wie die Frage nach künstlicher Intelligenz zu früh gestellt wurde - nämlich in den 1950er Jahren. Beide Fragen sind übrigens verwandt. Es ist die Suche nach seinesgleichen, nach einer anderen Art gleicher Fähigkeit, sei sie natürlichen oder künstlichen Ursprungs.

    Die Frage stellt sich erst dann echt, wenn habitable Welten oder gar Leben in einem andern Sternsystem gefunden werden - beispielsweise über den Nachweis von Sauerstoff in der Atmosphäre eines Exoplaneten.

  3. Joachim Blechle Antworten | Permalink

    Gedanken zum Thema

    Der Film Independence Day ist ein mögliches Szenario drüber, wie eine Begegnung mit außerirdischen Intelligenzen stattfinden könnte. Sicher ist, dass außerirdische Intelligenzen, die die Erde unterwerfen wollen, das auch können, wenn sie technologisch in der Lage sind, die Erde zu erreichen.
    Man sollte nicht dem Irrtum unterliegen und meinen die Menschheit würde schon alles wissen. Die Menschheit kann man immer noch mit Jemand vergleichen, der auf einem Auge blind ist, und auf der auf dem anderen Auge gerade mal 10 % Sehkraft erlangt hat, und das, was er sieht oder sehen könnte, wenn er wollte, zu einem nicht unbedeutenden Teil noch ignoriert.
    Besonders blind ist der Mensch, wenn es um seine Umwelt geht. Ich wundere mich da, dass Gott - immerhin glaubt der Großteil der Menschen an so etwas – nicht schon längst die Menschheit wieder mit einer Sintflut ersäuft hat, weil sie den von ihm geschaffenen wunderbaren blauen Planeten so ruiniert. Und wenn der Mensch so weiter macht, wird sein kosmologischer Auftritt auch ohne Sintflut tatsächlich nur von kurzer Dauer sein und eben nur so lange dauern, bis er seine natürlichen Lebensgrundlagen völlig zerstört hat. Er arbeitet mit Eifer daran.
    Zur Prä-Astronautik: Hier helfen nicht der Glaube und die Behauptung, hier hilft Wissen. Und Wissen erlangt man dadurch, dass man Fragen stellt und diese offen und unvoreingenommen beantwortet. Das erfolgt bisher nur von Außenseitern.
    Der Mensch selbst hat sich selbst gerade mal bis zum Mond gewagt. Von Astronautik kann man da wohl noch nicht sprechen. Um Astronautik zu betreiben, so selbstverständlich, wie Verkehr auf der Straße, bedarf es völlig neuer Technologien. Und wenn wir die dafür erforderlichen Technologien besitzen, werden uns die Eroberung des Universums und Kontakte mit außerirdischen Intelligenzen in einem völlig neuen Licht erscheinen.
    Ich behaupte, die etablierte Wissenschaft verhindert die Entwicklung dieser neuen Technologien, da sie nicht offen und unvoreingenommen arbeitet.
    Joachim Blechle

  4. Stefan Sluiter Antworten | Permalink

    Eine Unbekannte bleibt

    und das ist die Überlebenszeit einer Zivilisation. Diese ist, egal wie sehr sie durch Formeln gestützt ist, doch nur eine Annahme im Luftleeren Raum. Wir kennen nur unsere Zivilistion, und daraus auf die Halbwertzeit anderer zu schließen, ist doch etwas wage. Finde ich zumindest. Es muss im großen weiten All, ja nur eine einzelne Zivilisation geben, die es vor dem Ende ihrer Überlebenszeit geschafft hat andere Sonnensysteme zu kolonialisieren. Von da ausgehend, kann sie sich dann immer weiter ausbreiten, und selbst wenn einzelne Kolonien ihr Ende finden, gibt es keinen Grund anzunehmen, dass alle Kolonien dieser Urzivilisation zugrunde gehen, zumal ja jede einzelne Kolonie dann schon soweit ist, weitere Kolonien zu gründen.
    Dem Grundsätzlichen Fazit, dass es extrem unwahrscheinlich ist, dass wir diesen anderen Zivilisationen begegnen stimme ich allerdings zu. Jedoch irgendwann einmal von deren Existenz (oder gewesenen) zu erfahren halte ich für durchaus Möglich und auch spannend genug um weiter ausschau zu halten ;)

  5. Kai Herrgen Antworten | Permalink

    Außerird. Signale aus 15.000 LJ Entf.

    Mag ja sein, daß eine Kommunikation mit einer "nur" 15.000 LJ entfernten Zivilisation nicht möglich ist, aber ein solches Signal wäre ein spektakulärer Beweis dafür, daß Leben nicht nur auf der Erde entstanden ist und in Zukunft mit Sicherheit irgendwo wieder entstehen wird und das es weitere Zivilisationen gab, gibt und geben wird.
    Ein solches Signal zu empfangen, wäre alles andere als sinnlos.
    Ansonsten bin ich der gleichen Meinung.

  6. Karl Bednarik Antworten | Permalink

    Lebensdauer

    Die Lebensdauer der Zivilisationen stellt kein so grosses Problem dar.

    Sobald eine Zivilisation während ihrer Lebensdauer mehr als eine Kolonie gründen kann, reicht sie ihre Existenz durch die Zeit weiter, so ähnlich wie ein Staffelläufer.

    -----

    In spätestens 30 Jahren ist die Molekularbiologie und die Nanotechnologie weit genug entwickelt, so dass jeder, der es will, beliebig lange und völlig gesund leben kann.

    Wenn eine Zivilisation aus über tausend Jahre alten Personen besteht, dann wird sie auch länger als 10000 Jahre überleben.

    Solche Personen können es sich auch leisten, 1000 Jahre lang zum nächsten Stern zu fliegen.

  7. Clear Skies Antworten | Permalink

    Zwei Annahmen - erläutert

    1. Weshalb ich annehme, dass die Lebensdauer technologisch weit entwickelter Zivilisationen generell begrenzt ist:

    Auch wenn es sich freilich um eine Unbekannte handelt, so schließe ich aus zwei Gründen auf eine eher geringere Überlebenszeit:

    a) Weil wir bislang nichts über Außerirdische wissen: Fermi-Paradoxon.

    b) Weil kosmische Gefahren (nur eine von unzählig vielen Möglichkeiten: die Erde dürfte nicht der einzige Planet in unserer Galaxis sein, auf dem hin und wieder mehr oder weniger große Brocken einschlagen und Leben planetenweit auslöschen) stets vielfältig sind, und weil die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass selbst hoch entwickeltes Leben ausgelöscht wird, solches, das ich im Blog-Post mit "intelligentem" Leben bezeichne.

    2. Weshalb ich nicht annehme, dass Kolonien die Lebensdauer einer Zivilisation wesentlich erhöhen:

    a) Ein Trip durch die Weiten der Galaxis Milchstraße ist stets mit unzähligen Gefahren gespickt, auch für eine noch so "weit entwickelte" Zivilisation.

    b) Auch wenn die Wahrscheinlichkeit vieler einander ähnlicher Planetensysteme sehr hoch ist (nicht nur die Wahrscheinlichkeit, dass sich Planeten in der habitablen Zone um ihr Zentralgestirn befinden; vielleicht schätzt ja eine hoch entwickelte Lebensform auch exakt jene dem Homo sapiens abträgliche Bedingungen, wie wir sie in unserem Sonnensystem auf der Venus oder dem Merkur vorfinden?!), so ist die Wahrscheinlichkeit doch eher gering für eine Kolonie, exakt einen solchen Planeten auch zu finden. Dabei gehe ich von der Annahme aus, dass sich a) vielfältige Lebensformen entwickeln können, diese aber b) stets an ganz bestimmte Voraussetzungen geknüpft sind, deren Häufigkeit dann selbst bei 100 Milliarden Sternen - und nicht viel weniger Planetensystemen - in unserer Galaxis Milchstraße eher gering ist.

  8. Clear Skies Antworten | Permalink

    @ Karl Bednarik

    > In spätestens 30 Jahren ist die Molekularbiologie und die Nanotechnologie weit genug entwickelt, so dass jeder, der es will, beliebig lange und völlig gesund leben kann.

    Mit Verlaub, aber diese realitätsferne Annahme mag wohl nur jene erfreuen, die Wissen, Erfahrung und logisches Denken komplett ausblenden.

    > Solche Personen können es sich auch leisten, 1000 Jahre lang zum nächsten Stern zu fliegen.

    Das klingt im Jahre 2010 nicht sehr überzeugend, da es dem Mensch gerade mal gelang, den Erdtrabanten für wenige Male zu besuchen, der gerade mal 400.000 Kilometer entfernt ist.

  9. Martin Holzherr Antworten | Permalink

    Kolonisierung beginnt bald

    In 100 Jahre schon können intelligente Roboter mit der technischen Kolonisation unserer Galaxie beginnen. Unsere Produkte werden uns überleben. Diese zu erwartende Entwicklung gilt auch für potentielle extraterrestrische Zivilisationen. Und genau das und die Tatsache, dass wir noch nicht besucht wurden, spricht dafür, dass wir allein sein in unserer Galaxie. Wir sind mit grosser Wahrscheinlichkeit allein, denn
    - 4 Milliarden Jahre Leben waren nötig bis zum Homo sapiens
    - 4 Milliarden Jahre Leben ohne Auslöschung durch "kosmische Unfälle" sind ein Glücksfall

  10. Michael Khan Antworten | Permalink

    Kosmische Unfälle

    - 4 Milliarden Jahre Leben waren nötig bis zum Homo sapiens
    - 4 Milliarden Jahre Leben ohne Auslöschung durch "kosmische Unfälle" sind ein Glücksfall

    Stimmt. Hinzu kommt aber noch, dass es uns ohne kosmische Unfall gar nicht geben würde. Wenn die Erde mehr als drei Milliarden Jahre lang nichts als Einzeller und Algen hervorgebracht hat, hätte es vielleicht auch noch so lange so weiter gehen koennen, bis es zu heiß wird für flüssiges Wasser.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Kambrische_Explosion

    Aber es kam nicht so, vor etwa 542 Millionen Jahren passierte etwas - was auch immer. Jedenfalls etwas Dramatisches. Also brauchen wir wahrscheinlich sogar "kosmische Unfälle" für die Entstehung hoeheren Lebens, nur dürfen diese Unfälle eben nicht zu schwer sein. Das reduzuiert nochmals die Wahrscheinlichkeit, dass so etwas häufig passiert.

  11. Martin Holzherr Antworten | Permalink

    Unsere Zukunft + Disruptive Innovationen

    Nicht nur die Evolution ist geprägt von sprunghaften Entwicklungen (Einzeller, Mehrzeller, kambrische Explosion, ...), dies gilt genau so für unsere kulturelle und technologische Entwicklung. Bei genauerem Hinsehen sind es allerdings meist keine magischen, unerklärlichen Ereignisse, die eine neue Phase einleiten, sondern es etabliert sich nur ein neuer Standard, eine neue Qualität, der aus der Kooperation von bereits vorhandenen Elementen hervorgeht.

    Die neue Qualität, der neue Standard, der die Kolonisation unserer Galaxie ermöglichen wird, sind selbsterhaltende und selbstreproduzierende technische Systeme, die lokale Ressourcen nutzen um sich zu vervielfältigen.

    Der Mensch als Erdling bleibt erdgebunden. Seinen technischen Kreationen kann er aber so etwas wie Leben einhauchen, indem er sie mit den nötigen "Genen" ausstattet, die sie zu Mond- oder Marskolonisten macht, die sich selbst am Funktonieren erhalten und unter Ausnützung der lokalen Ressourcen sogar "vermehren". Der nächste Hüpfer geht dann vom Mars zu den Jupiterplaneten und so weiter und schliesslich über unser Sonnensystem hinaus.

    Später könnte sich herausstellen, dass das, was als System zur Kolonisierung unserer kosmischen Umgebung gedacht war, der Beginn eines evolvierenden technischen Systems war - ganz im Sinn des universellen Darwinismus mit seinen Mechanismen Reproduktion, Variation und Selektion.

  12. Michael Khan Antworten | Permalink

    Von-Neumann-Maschinen

    Seinen technischen Kreationen kann er aber so etwas wie Leben einhauchen, indem er sie mit den nötigen "Genen" ausstattet, die sie zu Mond- oder Marskolonisten macht, die sich selbst am Funktonieren erhalten und unter Ausnützung der lokalen Ressourcen sogar "vermehren".

    Das ist ein gutes Stichwort. Dies ist das Prinzip der Von-Neumann-Maschinen. Will man beispielsweise auf dem Mond ein ausgedehntes Solarkraftwerk aufbauen, dann geht das am effizientesten, indem man Maschinen installiert, die Solarmodeule herstellen und sich auch selbst replizieren.

    Das geht auch weiter draußen, vorausgesetzt allerdings, dass sich in der Oortschen Wolken auch alle erforderlichen Rohstoffe finden. Sollten die Oortschen Wolken der Sonne und anderer Sterne einander überlappen, kann man so von Stern zu Stern hüpfen.

    Allerdings sollte man die Frage zulassen, welchem Zweck diese Ausbreitung dienen soll.

  13. Martin Holzherr Antworten | Permalink

    @Michael Khan Unfall oder Zufall?

    Also brauchen wir wahrscheinlich sogar "kosmische Unfälle" für die Entstehung hoeheren Lebens ...

    Der Begriff der kambrischen Explosion oder Radiation beruht auf einer Täuschung, die entstand, weil es für frühere Phasen kaum Fossilien gibt. Zitat Wikipedia: The fossil record as Darwin knew it seemed to suggest that the major metazoan groups appeared in a few million years of the early to mid-Cambrian, and even in the 1980s this still appeared to be the case.
    However, evidence of Precambrian metazoa is gradually accumulating.

    Die Evolution verläuft allerdings nicht geradlinig. Zudem kennt sie kein Ziel. Vielmehr wird alles realisisiert, was möglich ist - möglich im Sinne davon, dass es einen Überlebensvorteil bietet oder mindestens mit dem Leben vereinbar ist.

    Der Lebensstammbaum wird von uns meistens als von niedrigen zu höheren Arten sich entwickelnd interpretiert. Doch das ist eine Täuschung. Die Evolution geht bei den Einzellern genau so weiter wie bei den Mehrzellern. Sie kennt keine Richtung, nur das Ausloten von Potentialen. Mehrzelligkeit eröffnet neue Lebensräume und hat sich darum als neue Linie entwickelt. Es dauerte so lange bis zur Entwicklung von Lebewesen mit komplexen Bauplänen, weil der Einstiegspunkt in diese Entwicklungsrichtung vom Zusammentreffen vieler nicht sehr wahrscheinlicher Mutationen abhing.

    Ähnliches gilt auch für kulturelle Errungenschaften. Die Schrift wurde sehr spät erfunden und die alphabetische Schrift (als frühes Beispiel einer Digitalisierung) noch später. Sie erwies sich aber als Renner und verbreitete sich nach der Erfindung in verschiedenen Varianten rasend schnell. Doch auch die Schrift entstand wahrscheinlich aus schon lange existierenden Vorformen. Sie erhielt eine neue Qualität, indem sie zu einem immer breiter eingesetzten Kommunikationsmittel wurde.

  14. Martin Holzherr Antworten | Permalink

    Welcher Zweck hat das Leben?

    Allerdings sollte man die Frage zulassen, welchem Zweck diese Ausbreitung dienen soll.

    Der Zweck des Lebens ist das am Leben sein. Dazu braucht und entwickelt das Leben Ressourcen.
    Der Zweck der Raumexplorer, die sich in unserem Sonnensystem ausbreiten, ist die Ausbreitung. Dazu brauchen und strukturieren die Explorer Ressourcen. Doch wir Menschen könnten das durchaus für uns ausnutzen - genau so wie wir andere Kreaturen zu Haustieren gemacht haben, könnten wir diese Explorer schliesslich domestizieren und wertvolle Rohstoffe zur Erde bringen lassen.

  15. Karl Bednarik Antworten | Permalink

    Hochtechnisierte Zivilisationen

    Dass eine hochtechnisierte Zivilisation einen Planeten suchen muss, der genau die richtigen Lebensbedingungen für sie aufweist, das ist absurd.

    Rein theoretisch könnte eine hochtechnisierte Zivilisation die meisten halbwegs geeigneten Planeten terraformieren (obwohl ziviformieren die richtigere Bezeichnung wäre).

    In der Praxis ist das terraformieren oder ziviformieren aber völlig unnötig.

    Die hochtechnisierte Zivilisationen leben in riesigen Weltraumhabitaten, die zuerst einen lockeren Dyson-Schwarm um ihre Heimatsonne bilden, und die dann später langsam durch den interstellaren Raum wandern.

    Wenn ihr Heimatplanet zerstört wird, wenn ihre Sonne zum roten Riesen wird, wenn 90 % aller Weltraumhabitate durch Felsbrocken oder andere Ursachen vernichtet werden, das alles wird ihre Ausbreitung nicht verhindern, weil sie völlig dezentralisiert sind.

    Die schweren Elemente findet man in den Planetoidengürteln, und die leichten Elemente findet man in den Kuipergürteln, so dass es nicht an Baumaterial mangelt.

    Das Baumaterial für Weltraumhabitate von einem massereichen Planeten hochzuheben ist unsinnig, deshalb ist die Erde für hochtechnisierte Zivilisationen als Rohstoffquelle völlig uninteressant.

    Die Haupreihensterne werden schon lange vor dem Rotenriesenstadium an ihrer Oberfläche immer heisser, so dass das Überleben dieser hochtechnisierten Zivilisationen von einem langsamen Rückzug in das äussere Sonnensystem abhängt.

    -----

    Was das unbegrenzte Leben und die vollkommene Gesundheit anbelangt, ich war 33 Jahre lang in der molekularbiologischen Forschung tätig, und Nanotechnologie ist seit 1969 mein Hobby.

    Wir sind näher dran als 30 Jahre, denn in den menschlichen Zellen ist die Unsterblichkeit prinzipiell angelegt, und man muss nur einige wenige richtige Schalter drücken.

    Zur Herstellung von proteininduzierten pluripotenten Stammzellen (piPS) benötigt man nur die vier reprogrammierenden Proteine c-Myc, Klf4, Oct4 und Sox2, die man an einen Poly-Arginin-Peptidanker montiert.

    Diese vier Faktoren beeinflussen rund 3000 Gene in den Zellen und drehen so deren Lebensuhr bis zu einem Embryonalzustand zurück, und das ohne in das Erbmaterial neue, gefährliche Gene einzubauen, die Entartungen hervorrufen können.

    Es gibt bereits einen 3D-Drucker für lebende Zellen und interzelluläre Matrix, der in Kürze beliebige Ersatzorgane aus den Zellen des Patienten selbst (adulte autologe Zellen) herstellt, so dass es keine Abstossungsreaktionen geben kann.

    Es gibt nur 220 Zelltypen im menschlichen Körper, nur 30000 Proteine, und nur 3.000.000.000 Basenpaare.

    Nachdem kein Mensch diese Komplexität überblicken kann, verwendet man schon lange Computer und Biochips dafür.

    Nach dem Mooreschen Gesetz, das seit 1950 ungebremst gilt, verdoppelt sich die Computerleistung etwa alle 1,5 Jahre, während sich das medizinische Wissen der Menschheit alle 5 Jahre verdoppelt.

    Die Computerleistung ist also alle 15 Jahre um den Faktor 1000 gestiegen und in 30 Jahren um den Faktor 1.000.000.

    Wo werden wir in 30 Jahren stehen, wo in 300 Jahren, und wo in 3000 Jahren?

  16. Martin Holzherr Antworten | Permalink

    @Karl Bednarik: Anthropozentrismus

    Ihre Visionen wiederspiegeln die Welten von Science Fiction Romanen. Diese wiederum sind in ihrer Form oft an Abenteuerromane und Wildwestromane angelehnt: Der Mensch, der neue Grenzen überwindet (new frontier man).

    Vergessen wird dabei, dass der Mensch komplett weltraumuntauglich ist. Der Anteil am finanziellen Aufwand einer bemannten Weltraummission, der in den Schutz des menschlichen Lebens geht, ist verglichen mit dem wissenschaftlichen Ergebnis heute grotesk hoch - und das wird auch noch lange so bleiben.

    Ganz anders sieht es aus, wenn Roboter einer gewissen Selbständigkeit und Intelligenz die Szene bevölkern. Für sie bietet der Weltraum gute "Lebens-" und Aufenthaltsbedingungen.

    Wenn der biologische Mensch sich an der Eroberung des Raums beteiligen will, dann kann er das vielleicht in der Form eines Avatars oder als gelegentlicher Besucher der von den Roboter-Raumerkundern geschaffenen Welt, kaum aber als Hauptakteur. Letzlich ist die phyische Präsenz des Menschens im Raum einfach eine romantische Geschichte und man muss sich fragen wieviel man für etwas Romantik zu zahlen bereit ist.

    Noch etwas zu ihren exponentiellen Hochrechnungen - Mooresches Gesetz für Biotechnik etc - wie sie ja auch von Raymond Kurzweil, dem bekannten Transhumanisten so gern gepflegt werden: Eine exponentielle Entwicklung deutet immer auf einen freien unbesetzten Entwicklungsraum hin, der noch keine Grenzen erkennen lässt. Bis jetzt konnten die Grenzen beispielsweise im Mikroeletkronikbereich einfach immer hinausgeschoben werden, doch das kann schon bald vorbei sein. Wichtiger noch sind aber die Grenzen für die menschliche Gesellschaft, die letzlich durch die Biologie gegeben sind. Ihre Vision, dass unsere (trans-)humanen Nachfahren eine Weltraumzivilisation aufbauen und ewig leben, setzt voraus, dass sich die menschliche Gesellschaft in den nächsten Jahrzehnten weiterentwickelt wie bisher, wobei Technik und Wissenschaft einen immer grösseren Einfluss auf das menschliche Leben nehmen und den Menschen selbst schliesslich zu einem Superorganismus transformieren. Ich pflichte ihnen bei: das ist möglich, vielleicht aber gar nicht so wünschenswert.

    Eine Alternative zum Supermenschen wäre eine neue Generation der Technik, die Ähnlichkeit zur belebten, biologischen Welt hat. Der Mensch würde dann mit dieser "belebten Technik" koexistieren. Ganze Produktionsprozesse könnten sich in dieser Vision von "Lebensgemeinschaften technischer Prozesse und Akteure" selbständig managen und auch eigene, durch evolutionäre Mechanismen bestimmte, neue Entwicklungspfade nehmen.

    Warum ist diese Vision für die meisten viel weniger attraktiv als die Vision einer Superzivilisation mit dem biotechnologisch verfeinerten Menschen an der Spitze: es ist wohl das anthropozentrische Denken, das den Menschen und meistens sogar denjenigen Menschen, der sich die Vision sausgedacht hat, an die Spitze setzt. Allerdings könnte diese Vision in eine Horrorrealität münden. Nun vielleicht könnte auch meine Vision einer künftigen koexistierenden koevolutiven technischen Welt Probleme schaffen. Es stecken letzlich zwei Welthaltungen dahinter: das judäo-christliche Dominanzdenken mündet technisch weitergedacht im Supermenschen, der als Teil einer Superzivilisation die ganze Galaxis kolonisiert, während die Idee, dass der Mensch koexistiert mit anderen Lebewesen, zu denen selbt die von ihm geschaffenen Bot's gehören, eher zu einem östlich kontemplativen Weltbild schafft in der das Ideal das Einssein mit dem All und der Natur ist.

  17. Karl Bednarik Antworten | Permalink

    Hallo Martin Holzherr,

    da habe ich gar nichts dagegen zu sagen.

    Ein nahezu Unsterblicher wird eine Menge Nanomaschinen in seinem Körper haben, die ihn ständig erneuern.

    Die Produktion von Verbrauchsmaterial, Nahrung, Keidung und Gebäuden wird ohnehin ohne menschliches Zutun von den Nanomaschinen erledigt.

    Die Menschen sind vor allem für die höheren geistigen Leistungen zuständig, wie zum Beispiel Kreativität und Neugier.

    Diese Leistungen machen ihnen auch mehr Spass als die Produktion von Verbrauchsmaterial.

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    Warum bemerken wir nichts von den galaktischen Zivilisationen?

    Das sind dunkle Planetoiden, die gemächlich durch den interstellaren Raum gondeln.

    Um vom interstellaren Raum zur Erdumlaufbahn zu gelangen, und auch wieder zurück, muss man jeweils eine Geschwindigkeitsdifferenz von 42,1 km/s auf 29,8 km/s erzeugen.

    Bei so einem grossen Kasten kostet das eine Menge Energie und Abstützmasse.

    Das einzige, was jemals zur Erde gelangt, das sind vollrobotische Einwegsonden, die keinen Treibstoff für die Rückkehr benötigen.

    Natürlich haben diese Sonden einen elektronischen Ortungsschutz, der unser modernstes Radar alt aussehen lässt.

    Nachdem die irdische Menschheit interplanetare Raketen und Wasserstoffbomben besitzt, ist es sehr gefährlich, von ihr überhaupt bemerkt zu werden.

    Am besten wird es sein, wenn man sich unauffällig unter die Trojaner des Jupiters mischt, und dort Erz und Eis abbaut.

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    Noch ein paar Geschichten:

    Waren die Götter Astronauten?

    http://www.e-stories.de/...geschichten.phtml?28643

    Übergangszeit:

    http://www.e-stories.de/...geschichten.phtml?28160

    Das Schweigen von SETI:

    http://www.e-stories.de/...geschichten.phtml?25464

    Menschenrechte für Roboter?

    http://www.e-stories.de/...geschichten.phtml?23749

  18. Karl Bednarik Antworten | Permalink

    Nachtrag:

    Einige Zivilisationen werden das wollen und können, und einige Zivilisationen werden das nicht wollen oder nicht können.

    Die galaktischen Zivilisationen bestehen nur aus der ersteren Sorte.

  19. Michael Khan Antworten | Permalink

    Antworten

    @Martin Holzherr:

    Der Zweck der Raumexplorer, die sich in unserem Sonnensystem ausbreiten, ist die Ausbreitung.

    Für Lebewesen als natürliche von-Neumann-Maschinen mag das gelten. Das ist einfach da, niemand hat es erschaffen, und deswegen braucht sich auch niemand die Frage zu stellen, wozu er es erschaffen hat.

    Bei künstlihen von-Neumann-Maschinen ist das anders. Wenn der Mensch sie erschafft und loslässt, und sie sich vielleicht unkontrolliert weiter vermehren und andere Sonnensysteme befallen, nachdem es die Menschheit schon lange nicht mehr gibt, stellt sich meines Erachtens für die Erschaffer sehr wohl die zentrale Frage: "Wozu?" und natürlich auch eine Menge Folgefragen, beispielsweise "Wie behalten wir das, was wir freisetzen, unter Kontrolle?"

    @Karl Bednarik:

    Die hochtechnisierte Zivilisationen leben in riesigen Weltraumhabitaten, die zuerst einen lockeren Dyson-Schwarm um ihre Heimatsonne bilden, und die dann später langsam durch den interstellaren Raum wandern.

    Warum sollte ein Szenario unplausibel sein, nach dem sich eine Zivilisation soweit ausdehnt, beispielsweise mit einer Dysonsphäre oder Teilen davon, dass ihr Energiehunger gestillt und ihre Versorgung mit Ressourcen gesichert ist - sie selbst aber beschränken sich auf ihre Heimatplaneten, der ihnen sicher von allen Welten am besten gefallen wird?

    Wenn ihnen Energie und Ressourcen nach Belieben zur Verfügung stehen und sie alle problematischen Produktionsprozesse ausgelagert haben, warum sollten sie selbst dann fort wollen? Nur wegen der Verwandlung ihrer Sonne in einen roten Riesen irgendwann in ferner Zukunft wohl eher nicht.

    Denn schon lange vorher wird sie Sonne einen langsamen, aber stetigen Prozess durchmachen, infolgedessen es auf den zuvor gemäßigt warmen Planeten zu heiß wird. Das merkt man aber beizeiten - es ist ein Prozess, der sich über Jahrmillionen hinzieht - und kann sich dann immer noch überlegen, was man macht.

  20. Karl Bednarik Antworten | Permalink

    Planeten sind gefährlich

    Auf einem Planeten ist das Leben sehr gefährlich.

    Erdbeben, Flutwellen, Vulkanausbrüche (zum Beispiel die Yellowstone Riesencaldera), Meteoriteneinschläge, künstliche und natürliche Seuchen, Atomkriege, grey-goo-nano-Katastrophen, kosmische Gammastrahlungsausbrüche, und so weiter.

    Die Antwort ist die Dezentralisierung, und ein möglichst grosser Abstand von unfreundlichen Artgenossen.

    Wenn man sich im Dunkel des interstellaren Raumes versteckt, und sich als wertloser Planetoid tarnt, dann kann man seine biologische Unsterblichkeit länger geniessen.

    Ab und zu fliegt man an anderen Sonnensystemen vorbei, und kann sie erforschen oder zur Rohstoffgewinnung nutzen.

    Wenn genug Rohstoffe vorhanden sind, dann kann man sogar weitere Weltraumhabitate bauen, was das Überleben der Menschheit sicherer macht.

    Auf dem Weg durch unsere Galaxis sollte man Regionen vermeiden, in denen Supernovaausbrüche bevorstehen.

    Für dauerhafte Dysonschwärme sind rote Zwergsterne besonders günstig, weil sie sehr langlebig sind.

    Mit etwas Glück kann man den roten Zwerg so sehr abschatten, dass ihn in der Galaxis niemand mehr bemerkt.

    ----------

    Wenn man auf dem Mond als Avatar spazieren gehen will, dann wirken sich die 2,57 Sekunden Verzögerung bereits sehr störend aus.

    Den Mars wird man überhaupt nur als virtuelle Umgebung geniessen können.

    Fremde Sonnensysteme kann man ohnehin nur dann persönlich untersuchen, wenn man unsterblich ist.

    Im Spiel Mass Effect 1 kann man viele verschiedene Sonnensysteme und Planeten besuchen.

    Zum Beipiel:

    http://www.youtube.com/watch?v=i7sAEHzvPKk

    Leider gibt es in Mass Effect 2 keinen Mako mehr.

    Derzeit bin ich allerdings in einer streng geheimen Friedensmission auf Halo-Reach unterwegs:

    http://www.youtube.com/watch?v=DKRlWLDWhGI

    Da wird sogar Admiral Graf Frederik von Hombug neidisch.

  21. Michael Khan Antworten | Permalink

    @Karl Bednarik

    Auf einem Planeten ist das Leben sehr gefährlich.

    Ich bitte Sie, Herr Bednarik. Doch nicht für eine Zivilisation, die dank ihres technologischen Standes imstande wäre, Dysonsphären und riesige Habitate nach eigenem Gusto zu bauen.

  22. Karl Bednarik Antworten | Permalink

    Bevölkerungswachstum

    Das Bevölkerungswachstum bei vollkommen Unsterblichen ohne Unfälle:

    In Deutschland herrscht derzeit ein Vermehrungsfaktor von 0,7 (also 1,4 Kinder pro Frau oder Paar) und in den anderen Industriestaaten ein Faktor von 0,8.

    Die Bevölkerung steigt bei einem Vermehrungsfaktor von 0,8 auch nach unendlich langer Zeit nur auf den Faktor 5 an.

    Limes-Funktion:

    L = 1 / ( 1 - 0,8 ) = 1 / 0,2 = 5

    L = 1 / ( 1 - 0,7 ) = 1 / 0,3 = 3,33

    Eine hochtechnisierte Zivilisation kann 30 Milliarden Menschen ohne weiteres auf der Erde unterbringen und versorgen.

    Bei einem Vermehrungsfaktor von 1 tritt ein lineares Wachstum auf, also etwa alle 30 Jahre kommen 6 Milliarden Menschen dazu.

    Man muss also etwa alle 30 Jahre Weltraumhabitate für 6 Milliarden Menschen bauen.

    Bei einem Vermehrungsfaktor von grösser als 1 kommt es unweigerlich zu einer Katastrophe (Hunger, Elend, Krieg).

    Jede Exponentialfunktion von Zahlen grösser als eins (also auch von nur 1,1) wächst irgendwann schneller als jede quadratische oder kubische Funktion.

    Auch eine rein theoretische Ausbreitung mit Lichtgeschwindigkeit erzeugt nur ein Wachstum des Volumens das kubisch ist (doppelte Zeit, achtfaches Volumen).

  23. Klaus Deistung Antworten | Permalink

    Wir „suchen“ - SIE fanden uns schon

    Wenn wir einen Aktionsradius definieren wollen, gehen wir von der Existenz außerirdischer Intelligenz aus. Der Universalgelehrte G. Bruno hatte schon 1584 gelehrt [SG]: „Die unzähligen Welten im Universum sind nicht schlechter und nicht weniger bewohnt als unsere Erde.“ Bei [HN] heißt es im Untertitel: Vollständige Dokumentation durch zwei Jahrtausende. Es geht um Erscheinungen nicht irdischer physischer Wesen weltweit. Prof. S. N. Kramer setzt sich mit den Keilschriftüberlieferungen auseinander [KS]. Diskussion unter: http://www.chronologs.de/...khisis/page/3#comments
    Wo sollen sie sein – die extraterrestrischen Intelligenzen? Solange wir davon ausgehen - Prof. Lesch in [ZH] ist: "...davon überzeugt - dass das Leben auf der Erde seinen Anfang genommen hat und nicht anderswo." - werden wir offiziell kaum Erfolg haben. In http://mythos.zdf.de/...,1872,5590735,00.html?dr=1 hat er seine Meinung stark modifiziert: „Es gibt sie – und wir werden sie finden!“ Als Verfechter der These [KW], "...dass die Naturgesetze, die wir kennen, überall im Universum gültig sind..." ist er auf dem richtigen Weg.
    Unser Sonnensystem mit rund 4,5 Mrd Jahren passt mehr als dreimal in das Alter des Universums mit 13,7 Mrd Jahren. Wir können die Entwicklung des Lebens durchaus vor um 10 Mrd Jahren ansetzen. Prof. Kippenhahn stellt zum Leben auf der Erde die Frage [KR]: „Begann es überhaupt auf der Erde?“ - Das ist eine weise Frage.
    Dass SIE uns schon lange gefunden haben belegen u.a. die Prof. Mack [Ma], Brown [BC], St. Spielberg mit dem zehnteiligen Film "Taken"... Selbst die Kirche ist progressiv gegenüber früher mit „Gott schuf auch Außerirdische“, „Bruder Außerirdischer“, aber auch [UE]: „Marduk schafft den Menschen.“
    Ein ganz besonderes Beispiel grub Sir L. Woolley 1928 in Ur aus: ein Grab der Göttin Nin Puabi – eine Schwester Gilgameschs, beide Enkel der Anunnaki Göttin Inanna/Ischtar. Er hatte sie als Königin bezeichnet – obwohl Nin Göttin, nicht Königin oder Herrin bedeutet. http://en.wikipedia.org/wiki/Leonard_Woolley - Das Grab war unangetastet – und so könnte auch eine Gen-Analyse möglich und recht aufschlussreich sein.

    [SG] Schilling, G.: Planetenjagt bei Epsilon Eridani. Astronomie heute, 07/08 2003, S. 28 – 34
    [HN] Hierzenberger, G., Nedomansky, O.: Erscheinungen und Botschaften der Gottesmutter Maria. Pattloch, Augsburg 1993
    [KS] Kramer, S. N.: Die Geschichte beginnt mit Sumer. Büchergilde Gutenberg, Frankfurt/M 1959
    [ZH] Zaun, H.: Professor Dr. Harald Lesch im Gespräch.
    http://www.astronomie.de/...erview/lesch/lesch.htm
    [KW] Koszudowski, St.; Wingerter, Th.: Nachrichten aus dem Kosmos: Interview mit Harald Lesch. AH 5/2006, S. 29 - 30
    [KR] Kippenhahn, R.: Die Psychologie der Außerirdischen. AH 5/2006, S. 54 – 55
    [Ma] Mack, J. E.: Entführt von Außerirdischen. Wilhelm Heyne, München 1997
    [BC] Brown, C.: Kosmische Begegnung. Verlagsanstalt Knauer, München 1997
    [UE] Enuma Elisch: Marduk schafft den Menschen.
    http://www.uni-duisburg-essen.de/...meso-enuma.htm

  24. Clear Skies Antworten | Permalink

    @ Klaus Deistung

    Danke für Ihre Ausführungen, die ich nun zum xten Male zur Kenntnis nehmen darf; nun auch unter diesem Blog-Post. Ich ahnte, dass Freunde der durch & durch esoterischen "Prä-Astronautik" sich hier äußern könnten, allerdings hatte ich gehofft, sie lesen meinen Beitrag zunächst, ehe die xte Wiederholung desselben Gedankenguts zum Besten gegeben wird.

    Da auch die 100000000000ste Wiederholung nicht plausibler ist als die erste, wiederhole ich daher gerne obige Textpassage, mit der ich alles zur Prä-Astronautik gesagt habe, was es zu sagen gilt:

    "Natürlich erwarte ich auch auf diesen Blogpost Kommentare aus dem Dunstkreis der Prä-Astronautik. :-) Der Fraktion jener, welche der Ansicht sind, Aliens seien in grauer Vorzeit bereits auf Erden gewesen, sage ich: Wer ernsthaft glaubt, 4000 Jahre seien eine lange Zeit, hat keinerlei Gefühl für die tatsächlich relevanten Raum- und Zeitdimensionen, um die es geht. Selbst 100 Millionen Jahre stellen nur einen Furz im geologischen Zeitenlauf des Sonnensystems dar (2,1 %), im komologischen Zeitenlauf der Galaxis Milchstraße gar nur einen winzigen Ansatz eines Hauchs (0,7 %). Die Wahrscheinlichkeit der räumlichen und zeitlichen Überschneidung zweier extraterrestrischer Intelligenzen ist Null."

  25. Klaus Deistung Antworten | Permalink

    @ Clear Skies

    Es war mir schon klar, dass Sie durch die großen Dimensionen – u.a. „100000000000ste“ Wiederholung - in den Lesern das Problem Außerirdische ganz klein reden wollen. In der Theorie ist Manches möglich - die Praxis sieht aber oft ganz anders aus – und dazu habe ich verschiedene Literatur angegeben u.a. vom Spektrum-Verlag. Zu Prof. Kramer z. B. - M. Khan am 29.05.2010 | 11:42 : „Ich stellte zu meiner Überraschung fest, dass es sich tatsächlich um einen anerkannten, ernsthaften und respektierten Historiker und Sumerologen handelt.“
    Sie ignorieren die Literatur und damit pauschal Meinungen der Personen und Einrichtungen zum angegebenen Thema in „meinen“ Quellen.

  26. Klaus Deistung Antworten | Permalink

    @ Karl Bednarik

    „Eine hochtechnisierte Zivilisation kann 30 Milliarden Menschen ohne weiteres auf der Erde unterbringen und versorgen.“ - Mag vielleicht sein. Das werden wir, unsere Kinder... nicht erleben.
    Wir müssen jetzt leben und haben noch große Probleme, allen Menschen sauberes Wasser, ausreichend Essen, eine menschenwürdige Wohnung... zur Verfügung zu stellen. Hinzu kommen Naturkatastrophen aller Art, die es an einigen Stellen anraten lassen, manchmal auch neue Wohngebiete zu erschließen und alte aufzugeben.
    Unsere Nahrungsmittel müssen auf dem Boden (er wird immer weniger) und im Meer (teilweise schon überfischt) produziert werden. Da wäre eine Geburtenregelung – Ziel: Stagnation der Bevölkerungsentwicklung schon hilfreich. Auch die Wildtiere brauchen ihren Lebensraum.
    Mit besseren Lebensbedingungen steigen auch die Lebenserwartungen, was Indien eindeutig beweist. Die Bevölkerung hat sich innerhalb von 60 Jahren seit 1950 um den Faktor ~3,4 vergrößert. Das entspricht einem Anstieg von etwa 14,2 Millionen pro Jahr. Die Geburtenzahl pro Frau reduzierte sich seit 1970 in den letzten 40 Jahren auf die Hälfte ~2,6 Kinder pro Frau, was für Indien immer noch ein Problem darstellt. Weniger wäre besser für das Land, mehr Lebensniveau.

  27. Gerald Winns Antworten | Permalink

    Philosophisch betrachtet

    Grundlage der Wissenschaften ist nach empirischen Beweisen zu suchen.
    Aber ist es sinnvoll [und befriedigend] Dinge so lange negativ darzustellen, bis das Gegenteil bewiesen ist?
    Wieso kann man Dinge, die unseren [gegenwärtigen] Horizont überschreiten, nicht auch philospohisch betrachten?

    Vor 1.000 Jahren kannte man nur die kontintal erreichbaren Gebiete - Kulturen außerhalb waren nicht bekannt und unerreichbar.
    Vor 500 Jahren war der Gedanke, andere Kontinente innerhalb ein paar Std. zu erreichen undenkbar.
    Vor 100 Jahren wurde ein Flug auf den Mond als Irrsinn belacht.
    Dinge wiederholen sich und wieso sollte es in x Jahren nicht möglich sein, in "relativ" kurzen Zeiträumen durch die Galaxie zu reisen?

    Welchen Sinn macht es, dass auf einem Planeten die Lebewesen isoliert auf den Kontinenten leben?
    Welchen Sinn macht es, dass es im Universum nur eine intelligente Lebensform geben soll?
    Und schließlich welchen Sinn soll es haben, dass intelligente Lebensformen isoliert auf ihren jeweiligen Planeten "dahinvegitieren"?

    Betrachtet man das Ausmaß und die Vielfalt im Universum, so macht es für mich keinen Sinn - demzufolge wird es eine Möglichkeit des Austauschs geben müssen. Wir müssen uns diese jedoch erst noch erarbeiten (wie viele Entdeckungen zuvor auch). Ansonsten wäre es (gemäß des Films "Contact") eine ziemliche Platzverschwendung.

    Auf der anderen Seite finde ich die Herbeisehnung des ersten Kontakts machmal etwas naiv.
    Betrachtet man die koloniebildenden Spezies im Tierreich, so sind diese überwiegend räuberischer Natur (auch die Spezies "Mensch"). Die wahrscheinlichkeit, dass sich solche Lebensformen auch im restlichen Universum gebildet haben, sehe ich als sehr wahrscheinlich an. Wahrscheinlicher wie das Argument, dass "raumfahrbefähigte Zivilisationen aufgrund ihrer hohen Entwicklung wahrscheinlich friedlich sind". Sicherlich mag es "zivilisierte" Forscher-Spezies geben, sicherlich jedoch auch Heuschrecken. Wer uns schließlich den ersten Besuch abstattet ist somit ein Würfelspiel.
    Sollte uns Letzteres erreichen oder wir durch die Radiowellen (etc.) deren Interesse auf uns ziehen, so sehe ich rabenschwarz. Hinsichtlich unseres technischen Standes sowie die politischen Differenzen auf unserem Planeten.

  28. Andreas Hoffmann Antworten | Permalink

    ´Zivilisationen

    Sehr poffessionel und weitsichtig gedacht,aber wie schon so oft in der menschlichen Geswchichte,denkt der Mensch noch immer flach,zentriert und egoistisch.Um Kontakt zu den Sternen zu erlangen,muss der Mensch völlig anders denken und Handeln,endlich unser äffisches (Stammhirn)überwinden.Einstein.war auf den besten Weg dorthin,

  29. Clear Skies Antworten | Permalink

    @ Andreas Hoffmann

    Tja, das ist nun leider das Los des Menschen, dass er lediglich denken und handeln kann wie ein Mensch. ;-) Und: Das Denken des Menschen funktioniert ausschließlich in linearen Bahnen, auch beim großen Herrn Einstein war das nicht anders. Über ein Beispiel, welches dies schön demonstriert, schrieb ich bereits an anderer Stelle (eigener Kommentar zu meinem Blog-Post "Grenzen des homo sapiens"):

    Die Unmöglichkeit des Menschen, anders als linear denken zu können, beschrieb zum Beispiel Hoimar von Ditfurth in seinem 1985 veröffentlichten Rundumschlag "So laßt uns denn ein Apfelbäumchen pflanzen - Es ist soweit". Hier findet sich jenes geniale Gedankenspiel, das die Grenzen menschlichen Denkvermögens in nuce aufzeigt (Erstausgabe 1985, Rasch und Röhring, Hamburg, S. 154/155):

    Man nehme ein Blatt Zeitungspapier, das 0,1 mm dick ist, und falte es 50 Mal. Einzuschätzen ist: Wie dick ist es nach dem fünfzigsten Faltungsvorgang?

    Ditfurth schreibt (S. 155): "Durch bloßes Vorstellen oder "Abschätzen" wird niemand das richtige Ergebnis auch nur annähernd treffen: Nach fünfzigmaligem Falten der Zeitungsseite hätte der resultierende Papierberg eine Höhe von mehr als hundert Millionen Kilometern erreicht, ..."

    Genau sind es: 112.589.991 Kilometer. Das ist mehr als das 281fache der mittleren Entfernung Erde-Mond. :-) Wir haben es hier lediglich zu tun mit einer exponentiellen Funktion. Und schon hier scheitert menschliches Vorstellungsvermögen komplett.

  30. Peter Antworten | Permalink

    Zu der geringen Wahrscheinlichkeit der räumlichen und zeitlichen Überschneidung, welche eine Kontaktaufnahme wohl verunmöglicht, gesellt sich noch eine weitere Schwierigkeit.

    Wenn wir uns eine Kontaktaufnahme vorstellen, dann gehen wir immer notwendigerweise davon aus, dass die Ausserirdischen uns verstehen, einen mit uns vergleichbaren Entwicklungsweg begangen haben und zumindest unsere Mathematik nachvollziehen könnten. Aber muss das so sein? Es ist die Frage, ob unser "naturwissenschaftlich-rationales Weltbild" eine Entdeckung oder vielmehr eine Konstruktion unseres Geistes ist. Der Naturwissenschaftler neigt ganz klar zu ersteren Ansicht.

    Nun gibt es ja zumindest auf der Erde noch andere intelligente Lebensformen, auch wenn Stefan Oldenburg deutlich gemacht hat, dass seine Beschreibung intelligenten Lebens diese Lebensformen eben notwendigerweise von der Betrachtung ausschliesst. Wird hier nicht allzuviel vorausgesetzt?

    Alle Spezies der Säugetiere sind uns gemäss Darwin doch sehr ähnlich, denn wir gehören ja selbst dazu. Aber können wir, unter den erleichterten Bedingungen, wie wir sie auf der Erde vorfinden (kein Raum und keine Zeit ist zu überwinden, Spezies, die uns sehr ähneln, gemeinsame Vorfahren) mit ihnen kommunizieren? Offensichtlich nur sehr eingeschränkt. Warum sollte eine Kommunikation mit Ausserirdischen, die womöglich völlig anders geartet sind, einfacher sein? Das wäre nur dann der Fall, wenn diese Ausserirdischen uns ähnlicher wären als unsere nächsten Verwandten auf der Erde. Auch dies eine Variable, welche die Wahrscheinlichkeit einer Kommunikation verringert.

    Freundliche Grüsse und Danke für den tollen Beitrag zu einem faszinierenden Thema.

    Peter

  31. Alina Antworten | Permalink

    Lieber Stefan,

    herzlichen Dank für diesen Beitrag. Wir Laien sind größtenteils unfähig die kosmischen Größenordnungen Raum und Zeit wirklich zu begreifen. Nach dem gegenwärtigen Stand der Wissenschaft, Forschung, Erkenntnis und praktischer Umsetzungsfähigkeit ist es uns unmöglich die Erde zu verlassen, Raum und Zeit zu überqueren und intelligente Außerirdische zu kontaktieren. Wir können nur hoffen, dass unsere internen Konflikte uns nicht in die Steinzeit zurückwerfen oder auslöschen, damit unsere bis dahin hoffentlich geistig reifen Nachfahren andere Ansätze finden, neue Entdeckungen machen und dann in der Lage sein werden ihren Aktionskreis weiter auszudehnen und die Galaxie zu erforschen.

    Bis dahin halten wir Romantiker und Laien uns an den Glauben: "Nichts ist unmöglich." und "Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg."

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