Eine kleine Weihnachtsgeschichte

25. December 2014 von Dierk Haasis in Literatur

Es gibt drei im Wesentlichen drei Arten von Weihnachtsgeschichten:

  • die biblische und ihre Nacherzählungen, manchmal auch stark symbolisiert
  • die sentimental-bekehrende, wie Charles Dickens' A Christmas Carol [das ist die mit Ebenezer Scrooge und Tiny Tim]
  • die satirische, in der die guten Taten sich am Ende gegen jene wenden, die sie ausführten.

Unter den satirischen finden wir oft einfache Umkehrungen Dickens'inschen Weihnachtsliedes, manchmal konsequent bis zum Ende, wie im Falle Ben Elton und Ben Curtis' Blackadder's Christmas Carol. Besagter Titelheld beginnt als sanftmütiger Trottel, den alle ausnutzen, um am Schluss zum gemeinen, macht- und geldhungrigen Blackadder zu werden, der seinen Vorfahren alle Ehre macht. Andere sind nicht weniger bissig im Weg, den die Scrooge-Figur nimmt - siehe den Film Scrooged mit Bill Murray -, behalten aber Dickens Stossrichtung bei und enden mit einem geläuterten Weihnachtsmuffel.

Neben den genannten drei Kategorien finden sich ausserdem jene Geschichten, die entweder völlig anders laufen [sehr selten], wie L. Frank Baums The Life and Adventures of Santa Claus oder sie spielen nur zufällig um Weihnachten rum, wie Die Hard oder When Harry Met Sally. Ich fand heute eine, deren Einordnung Sie selbst vornehmen müssen,

Sakis 'The Interlopers'.

Ich wünsche Ihnen 10 unterhaltsame Minuten beim Lesen der Short Story.


4 Kommentare zu “Eine kleine Weihnachtsgeschichte”

  1. Dr. Webbaer Reply | Permalink

    Auf jeden Fall:
    Schöne Weihnachtstage!
    MFG
    Dr. W

  2. Helmut Wicht Reply | Permalink

    Die Wolfgeschichte ist mir ein bisschen zu moralinsauer/zeigefingermässig.
    Homo homini lupus...

  3. Nils B. Reply | Permalink

    Egal in welcher hinsicht man Weihnachtsgeschichten erzählt, es bleibt weihnachtlich ^^

  4. Manfred Polak Reply | Permalink

    Man könnte noch einige Varianten anfügen. Etwa die anti-sentimentale, die ohne Satire auskommt, wie im Film BLAST OF SILENCE von Allen Baron, in dem ein einsamer Killer durch das weihnachtliche New York irrt, seinem unvermeidlichen Ende entgegen.

    Oder die satirische, in der sich die guten Taten nicht gegen die richten, die sie ausführen, sondern gegen die, denen sie eigentlich zugute kommen sollten, wie im sehr bösen Film PLÁCIDO von Luis García Berlanga. Die reichen Wohltäter dagegen haben am Ende ihr Prestige vermehrt.

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