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Herrschaftlicher Wald

28. April 2016 von Eva Bambach

Zwischen Heidelbeerbüschen, Laub- und Nadelbäumen säuberlich arrangiert: Eine Reihe von vertikal ins Erdreich eingelassenen Sandsteinplatten auf einem von einem steilen Wall, mitten im Wald.

Auf der Suche nach dem Frühling stolperte ich mit einer Gruppe Freunde am vergangenen Wochenende mitten im Odenwald über diese interessante Konstellation. Wild wucherten sogleich die Mutmaßungen über den ehemaligen Zweck, von denen die meisten (jüdischer Friedhof, keltischer Ringwall, Limesreste …) mit Hohn bedacht und umgehend disqualifiziert wurden. Im Rennen blieben: der Hinweis auf eine nur im südöstlichen Odenwald verbreitete Tradition des Zaunbaus mit Stellsteinen, z. B. zur Sicherung des Viehtriebs oder zum Schutz gegen Wild. Der andere Tipp: eine... weiter

 

SciLogs16

19. April 2016 von Eva Bambach

Ein bisschen traurig war ich ja schon, dass die SciLogger sich nicht mehr im schönen Deidesheim getroffen haben. Aber Wiesloch konnte dann doch auch mit ein paar Trümpfen aufwarten. Für viel Freude und manche Spekulationen sorgte zum Beispiel schon der schöne Name Wiesloch: Ein großes Loch in der Wiese oder lauter zu einem Loch abfallende Wiesen, oder „finster wie’s Loch“…? In Wahrheit war natürlich mal wieder alles ganz anders: Der Ort ging aus einer Gründung des 6. Jahrhunderts namens "Wezzinloch"... weiter

 

Dada ist tot

26. Februar 2016 von Eva Bambach

Am 5. Februar vor 100 Jahren eröffneten Hugo Ball und Emmy Hennings in Zürich in der Spiegelgasse 1 eine Künstlerkneipe, später bekannt als "Cabaret Voltaire", wo man einem verstörten Publikum mit feierlich pompöser Geste Unsinn vortrug. Der Ort wurde zum Ausgangspunkt einer Strömung in der Kunst des 20. Jahrhunderts, die schon die damaligen Akteure bald unter dem Namen Dadaismus zusammengefasst haben – obwohl sie genau das nicht sein wollten: ein "Ismus", eine Strömung wie der Expressionsimus oder der Futurismus. ... weiter

 

Erbe der Menschheit

14. Januar 2016 von Eva Bambach

In einer Zeit, in der uns eine Horde von Kleinkriminellen so den Kopf verdreht hat, dass unser Blick starr auf die Gefahr durch „arabische Männer" gerichtet ist (während gleichzeitig wegen der zu erwarteten Gewalttätigkeit der deutschen Fans wieder ein Fussballspiel ohne Publikum stattfinden muss) – in so einer Zeit tut es gut, mal einen großen Schritt zurück zu tun, und sich das Ganze aus der (historischen) Distanz anzuschauen. ... weiter

 

Weihnachtszeit

21. Dezember 2015 von Eva Bambach

Eigentlich war es das beliebte Weihnachtsgedicht "Advent" von Rainer Maria Rilke, das meine Freundin Tamara und mich zu unten stehenden Spielereien angeregt hat. Von der Nacht der Herrlichkeit und frommer Lichterheiligkeit sind wir dann aber ganz schnell auf viel nüchterneren Boden gekommen. Weihnachtsbaum, Weihnachtsgans und viele Geschenke Der durchschnittliche deutsche Weihnachtsbaum ist gut 1,60 Meter hoch und braucht etwa sieben Jahre bis er geschlagen werden kann. Die Fichte vorm Bundeskanzleramt ist dieses Jahr rund fünfmal so hoch wie die des... weiter

 

Verkannte Genies

28. November 2015 von Eva Bambach

Die Vorstellung vom unverstandenen Künstler, der bitteram stirbt, dessen Werk dann später entdeckt wird und neben allgemeiner Anerkennung vor allem auch Millionenbeträge erzielt, ist fest in unserem Ideen-Repertoire verankert. An konkreten Beispielen dafür fällt mir dann komischerweise aber eigentlich nur Vincent van Gogh ein: Der konnte, neben anderen Problemen, seine Bilder nicht verkaufen und malte trotzdem unablässig - am Ende seines Lebens mehr als ein Ölbild pro Tag. Bilder, die heute zu den teuersten Stücken auf dem Kunstmarkt gehören. Die... weiter

 

Asyl, Kalkül

13. September 2015 von Eva Bambach

Unsere Familie stammt von den Hugenotten ab. Auf diese Feststellung legte meine Großmutter immer allergrößten Wert. Ich habe es nie nachgeprüft, aber es wird schon irgendwie stimmen, denn angesichts der vielen Generationen seit dem 17. Jahrhundert dürfte sich in den meisten Familien der eine oder andere hugenottische Vorfahr befinden. Der Stolz meiner Oma ist in gewisser Weise erstaunlich, denn schließlich waren die Hugenotten einst als bedürftige Flüchtlinge ins Land gekommen – zu einer Zeit, als von staatlich verbürgtem Menschen- oder... weiter

 

Mit Apollo 11 auf den Mond – business as usual

4. August 2015 von Eva Bambach

Da kam die Bürokraft wohl ganz schön ins Schwitzen, als sie im August vor 46 Jahren die Reisekostenabrechnung für Buzz Aldrin machte. Die Höhe des auszuzahlenden Betrags von 33,31 Dollar war eher nicht der Rede wert. Aber Formular 1012-A musste nun mal ordentlich ausgefüllt werden: Houston, Texas – Cape Kennedy, Florida – Mond – Pazifischer Ozean (US-Navy-Flugzeugträger Hornet) – Hawaii – und zurück nach Houston, Texas. Das war’s. Oder? Die poetische Kraft des Formulars ...   Falls jemand sich diese... weiter

 

Die Zukunft ist weg!

21. April 2015 von Eva Bambach

Wie leben wir im Jahr 2000? Die Frage bewegte die Menschen das ganze 20. Jahrhundert hindurch und wurde oft mit Bildern beantwortet. Vor allem die Fragen der individuellen Mobilität und des Wohnens beschäftigten ebenso die wissenschaftlich-technische Phantasie wie die von Künstlern und Architekten. Und von den ersonnenen Fahrzeugen und Wohnmaschinen prägt manches tatsächlich unser heutiges Leben. Aber welche Zukunftsvisionen haben eigentlich wir? Zumindest keine, die man in populäre Bilder fassen kann. Wir haben kein Bild für die Zukunft.   Darauf... weiter

 

Künstler, Propheten, Vegetarier – eine Ausstellung in der Schirn Frankfurt

11. März 2015 von Eva Bambach

Egon Schiele sehnte sich nach einer mönchischen Bruderschaft und malte sich selbst gern als gemarterten Propheten. Joseph Beuys‘ nahm die Rolle eines missionarischen Erlösers an. František Kupka malte in seinem Frühwerk esoterische Tempel – sie alle waren beeinflusst von einem Mann, der als Kohlrabi-Apostel verspottet und jahrzehntelang in Vergessenheit geraten war. Inzwischen wird Karl Wilhelm Diefenbach in zwei öffentlichen Museen (auf Capri und in Hadamar) geehrt – und aktuell mit einer Ausstellung der Frankfurter Schirn. ... weiter