Das Fest des Fastenbrechens

19. September 2009 von Hussein Hamdan in Allgemein

Der Ramadan neigt sich allmählich dem Ende zu. Wenn am Samstagabend die Zeit des Sonnenuntergangs anbricht, haben die Muslime ihre Fastenpflicht erfüllt. Am Sonntag beginnt Shawwal, der zehnte Monat des arabischen Mondkalenders und mit ihm auch das zweitgrößte Fest im Islam, dessen Anlass der Abschluss der Fastenzeit ist. Daher möchte ich nun die Gelegenheit nutzen, um dieses Fest mit seinen Riten und den Traditionen, die damit verbunden werden, kurz vorzustellen.

Das Fest, das hierzulande auch gerne als Ramadanfest bezeichnet wird, heißt eigentlich „Fest des Fastenbrechens (arab.´ Id al-fitr) und wird auch „kleines Fest“ genannt. Gemeinsam mit dem Opferfest, das in die Zeit der Pilgerfahrt nach Mekka fällt, stellt es die beiden einzigen Feste dar, die der Islam seit Muhammads Zeiten kennt.  

Kaligraphie

Basmala-Kalligraphie: Im Namen Gottes des Erbarmers, des Barmherzigen

Dieses dreitägige Fest beginnt am ersten Tag mit einem Ritualgebet, das vorzugsweise in der Gemeinschaft abgehalten werden sollte. Daher versammeln sich die Gläubigen meist in Moscheen, wo nach dem Gebet eine Predigt gehalten wird, in der insbesondere die Vorzüge der Fastenzeit hervorgehoben werden aber auch gerne daran erinnert wird, dass die Unterstützung der Bedürftigen ein Bestandteil des Feiertages sei. Dieser soziale Aspekt wird durch eine Spende, die jeder Fastende an Bedürftige abzugeben hat, gestärkt.

Nach Abschluss der religiösen Riten folgt traditionell ein großes Frühstück. Dabei ist meist die gesamte Familie versammelt; manchmal wird auch in Moscheen oder religiösen Zentren ein Gemeinschaftsfrühstück organisiert.

Generell lässt sich sagen, dass an diesen Tagen gerne groß aufgetischt wird. Besonders beliebt sind verschiedene Süßigkeiten, weshalb das Fest in der Türkei auch als Zuckerfest (S,eker Bayram?) bekannt ist.

Außerdem stellt es einen wichtigen Bestandteil der islamischen Tradition dar, dass die religiösen Feste gemeinsam in der Gesellschaft gefeiert werden. Man lädt Verwandte und Freunde zu sich ein oder besucht sie.

Eine weitere Sitte ist der Besuch von Friedhöfen, wo an den Gräbern der angehörigen Verstorbenen Gebete gesprochen werden.

In einigen islamischen Ländern machen sich während des Festes auch weihnachtsähnliche Bräuche bemerkbar. So schmücken Lichterketten in verschiedenen Formen wie zum Beispiel Sterne in diesen Tagen die Straßen.

Eine Schenktradition, wie sie hier an Weihnachten oder Ostern vorherrscht, gibt es aber nicht. Zwar nutzen viele Muslime diesen Anlass, um sich und ihre Familien neu einzukleiden, Kinder bekommen etwas Geld oder Süßigkeiten, jedoch bleiben große Geschenke meist eine Seltenheit. Mir ist auch nicht bekannt, dass es so etwas wie einen Wunschzettel für das Fest des Fastenbrechens gibt.

Festhalten kann man, dass der familiäre und gesellschaftliche Aspekt im Vordergrund steht.

Auf diesem Wege möchte ich allen Muslimen ein frohes und gesegnetes Fest wünschen.

Kul ´aam wa antum bi khair

Bayram1n1z mübarek ve kutlu olsun


4 Kommentare zu “Das Fest des Fastenbrechens”

  1. Michael Blume Antworten | Permalink

    Auch von mir...

    ...auf diesem Wege ein gesegnetes Ramadanfest! Werde das heute Abend auch mal twittern (Evoreligiosity)! War das Internet nicht einmal gedacht, um die Menschen über alle Grenzen hinweg zu verbinden! Die Religionen leisten in den Demokratien diesen Dienst zunehmend, z.B. in den Iftaren auf der ganzen Welt.
    http://www.chronologs.de/...-abendessen-im-ramadan

    Mein Eindruck ist, dass die Kräfte des Friedens immer noch unter Druck sind, aber zunehmend erstarken. Hoffen wir, dass es besser wird!

    Alles Liebe, ein gesegnetes Fest! :-)

    Michael

  2. KRichard Antworten | Permalink

    Frohes Fest

    Ich wünsche Ihnen, Ihrer Familie und den Bekannten ein Frohes Fest.

    (Ich finde es gut, wie ausführlich und vor allem verständlich Sie Ramadan und Fastenbrechen erklärt haben. So kann man diese Themen besser verstehen)

  3. Hussein Hamdan Antworten | Permalink

    @ KRichard

    Lieber KRichard,

    herzlichen Dank für die Wünsche. Über das Lob habe ich mich besonders gefreut und ich hoffe, dass es mir auch weiterhin gelingen wird verschiedene Themen verständlich zu erklären.

    Alles gute!

  4. Hussein Hamdan Antworten | Permalink

    @ Michael

    Auch bei dir lieber Michael möchte ich mich für die Festwünsche bedanken.
    Vor allem verbinden Feste die Menschen aus verschiedenen Religions-und Kulturkreisen.
    Ich bin z.B. über die vielen Festgrüße, die mich dieses Jahr insbesondere von Nichtmuslimen erreicht haben positiv überrascht.
    Neben den Iftaren freut es mich, dass es auch mittlerweile Veranstaltungen wie den Ramadanfest-Empfang von 3 islamischen Verbänden gibt, der heute abend im Stuttgarter Rathaus stattfinden und bei dem der Stuttgarter Oberbürgermeister ein Grußwort halten wird.

    Herzliche Grüße,
    Hussein

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