Dialog auf Augenhöhe

13. März 2011 von Hussein Hamdan in Dialog

In letzter Zeit nehme ich verstärkt zur Kenntnis, dass sich am Dialog zwischen Christen und Muslimen in Deutschland etwas verändert. Der Dialog gewinnt immer mehr an Gleichwertigkeit zwischen den Gesprächspartnern.

So habe ich es unter anderem am letzten Wochenende beim Theologischen Forum Christentum – Islam an der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart erlebt.

Dieses theologisch-wissenschaftliche Forum wurde 2003 ins Leben gerufen und richtet sich an Theologen, Sozial- und Kulturwissenschaftler. Während in den letzten Jahren unter anderem Mission, Ethik, Theologie und Praxis des Gebets oder die Schriftauslegung in beiden Religionen behandelt wurden, hieß das diesjährige Thema „Der stets größere Gott“ – Gottesvorstellungen in Christentum und Islam.

Die rund 120 Teilnehmer setzen sich aus Studierenden, DoktorandInnen, HabilitandInnen, ProfessorInnen und sonstigen WissenschaftlerInnen zusammen. Sie kamen aus den verschiedenen Bundesländern, aber auch aus Österreich, der Schweiz, Italien und Bosnien. Das Zahlenverhältnis zwischen den Angehörigen beider Religionen war in etwa gleich; darauf hatte die Tagungsleitung, die aus Christen und Muslimen bestand, explizit geachtet. Auch die ReferentInnen waren gleichermaßen aufgeteilt. So beinhalteten alle Einheiten einen Vortrag von christlicher und einen von muslimischer Seite.

 

Doch die Gleichwertigkeit war nicht nur in den organisatorischen Bereichen bemerkbar. Auf inhaltlicher Ebene gibt es hierzulande immer mehr muslimische Vertreter, die in theologischen Fragen ein besonders hohes Niveau nachweisen können. Beim Theologischen Forum waren mehrere Theologen aus den Universitäten Osnabrück, Münster und Frankfurt, in denen islamische Theologie bzw. Religionspädagogik als Studiengänge eingeführt wurden, anwesend und beteiligt. Die Einführung dieser Studiengänge kann meiner Meinung nach in Zukunft einen großen Einfluss auf muslimisches Leben und auf den Dialog haben. Es ist die Chance, dass hier eine neue Form der islamischen Theologie entsteht, die sich auch mit den alltäglichen Sorgen und Problemen in Deutschland auseinandersetzt und die Entwicklung eines Deutschsprachigen Islam fördert. Auch für den Dialog werden diese Maßnahmen einen positiven Effekt haben. In den nächsten Jahren wird es immer mehr deutschsprachige muslimische Theologen geben, die in der Lage sein werden einen ebenbürtigen Austausch mit ihren christlichen Pendants zu praktizieren.

Das Wochenende hat mir bestätigt, dass ein seriöser Dialog nur auf Augenhöhe funktionieren kann. Wenn beide Gesprächspartner gleichberechtigte Akteure sind und wenn sich mit den Belangen aller Beteiligten auseinandergesetzt wird. Selbstverständlich endete das Forum mit unterschiedlichen Auffassungen zum Gottesbild, auch wenn sich alle darin einig waren, dass Christen und Muslime der Glaube an den einen einzigen Gott vereint. Es war aber eine Möglichkeit, die Vorstellung der je anderen Religion zu verstehen. Vor allem war der Respekt vor dem Anderen, der die ganze Zeit vorherrschte ein wichtiger Bestandteil für das Gelingen der Tagung. Ein Teilnehmer hat dies auf den Punkt gebracht. Er meinte, dass weder die Christen noch die Muslime sich für ihre Gottesvorstellung vor den Anderen rechtfertigen müssen. Vielmehr gehe es darum den Anderen zu verstehen und zu respektieren wie er ist.

Eine Aussage an die ich mich nur anschließen kann.

 

Die Akademie der Diözese Rottenburg – Stuttgart hat sich mal wieder als hervorragender Gastgeber präsentiert. So stand den Muslimen ein eigener Gebetsraum zur Verfügung und bei den Mahlzeiten wurden die muslimischen Speisevorschriften beachtet.

In den nächsten Wochen und Monaten wird es an der Akademie weitere spannende Tagungen geben. Zum Beispiel geht es im April um den Islamischen Religionsunterricht; Ende September findet die alljährliche Tagung „Gesellschaft gemeinsam gestalten – Zusammenleben mit Muslimen in Baden – Württemberg“ statt. Hierbei sind das Staatsministerium Baden-Württemberg, die Bosch – Stiftung, sowie muslimische Verbände und Einzelpersonen an der Planung und Durchführung beteiligt.

In solchen seriösen Foren wird nicht nur über den Islam und die Muslime, sondern mit den Muslimen gesprochen. Vielleicht können sich andere daran ein Beispiel nehmen.

 


25 Kommentare zu “Dialog auf Augenhöhe”

  1. mathias Antworten | Permalink

    Super

    Das macht wirklich Hoffnung für die Zukunft..
    Vieleicht kann man auf die Art, auch endlich Populisten das Handwerk legen, bzw, grade wenn man mehr vom anderen weiß, immunisiert man auch.
    Alles in Allem, eine Positive Nachricht ;)

  2. Michael Blume Antworten | Permalink

    Wunderbar!

    Lieber Hussein,

    gerade in Zeiten wie diesen ist es wichtig, dass es a) solche "Inseln des Friedens" gibt und b) dass dies auch bekannt wird. Danke, dass Du Dich für beides engagierst!

  3. Klaus Deistung Antworten | Permalink

    Gemeinsam schaffen wir mehr

    Die Ringparabel ist eine gute Darstellung der verschiedenen Religionen. Manchmal kann man aber den Eindruck gewinnen, dass das die Religionen nicht so sehen. Die katholische Kirche will mit der evangelischen kein gemeinsames Abendmahl - vor Jahrhunderten sprachen hier die Waffen. Schiiten und Sunniten führen Krieg – und dabei sind es die gleichen Religionen. Da werden auch mal die Angehörigen der anderen Religion als ungläubig bezeichnet... Obwohl im Hintergrund der gleiche Gott steht.

    Dabei gibt es eine Menge Gemeinsamkeiten zwischen den Religionen – man muss sie herausarbeiten und die anderen Positionen akzeptieren. Dass es geht, wurde u. a. mal von Madagaskar berichtet.

    Wir kennen auch die Begriffe Religionskriege oder heilige Kriege – eigentlich sind es Machtkämpfe der Führungen, bei denen die Masse der Gläubigen am meisten leiden muss.
    In einer Vortragsdiskussion habe ich im Streit zwischen einem muslimischen Zuhörer und dem israelischen Prof. schließlich gefragt: „Wem nützt das?“ - Da war Ruhe und Sachlichkeit trat wieder ein.
    Die großen Katastrophen zeigen, dass in der Zusammenarbeit der Menschen eine große Kraft liegen kann. Was unter „normalen“ Bedingungen beachtet wird, muss im Katastrophenfall nicht mehr gelten, z. B. wird kein Muslim sterben, wenn er sich durch Schweinefleisch kurzzeitig am Leben halten und so schneller wieder zur Normalität zurückkehren kann.

    In unserer Gesellschaft zeichnet sich sehr stark ab, dass Gott Geld oft mehr zieht als Gott der Herr.

  4. Michael Blume Antworten | Permalink

    @unruhiger: "Gutmenschentreffen"

    Ich wundere mich immer wieder darüber, dass Menschen stolz darauf sein wollen, "schlechte Menschen" zu sein. Und "das Gute" als Spottwort verwenden. Gleichzeitig aber beklagen, dass es an Werten mangele.

    Nehmen Sie die Scilogs doch einfach als Chance, sich über die Welt - einschließlich der Religionen - zu informieren. Und vielleicht ist für Sie ja auch ein Beitrag über die Evolution von Fremdenfurcht interessant?
    http://www.chronologs.de/...ution-von-homo-sapiens

    Ja, aufwachen, Abendland! Am Besten mit Neugier statt Angst und Bildung statt Vorurteilen! :-)

  5. unruhiger Antworten | Permalink

    Re: Michael Blume

    Man könnte fast der Meinung verfallen das friedvolle, kritiklose Gelingen der Tagung an der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart wurde durch die Auswahl der Teilnehmer vorprogrammiert. Alles ist gut.
    Aber was sagen Sie den verfolgten Christen in der Türkei, in Pakistan, … . Habt keine Angst ?
    Sollen die Menschen ohne Vorurteile bleiben wenn sie über Jahrzehnte von Anschlägen islamischer Gruppen hören und sehen?
    Wenn in einigen Länder Europas inzwischen ganz offen die Einführung der Scharia gefordert wird sollen wir dann „ neugierig“ auf diese Forderung reagieren?
    Herr Blume Sie als Religionswissenschaftler kennen den Islams.
    Ist der Islam für Sie eine Religion des Friedens?

  6. Michael Blume Antworten | Permalink

    @unruhigerEur

    Jede Religion oder Weltanschauung wird tagtäglich ausgelegt - und je nach dem Verhalten von Verantwortlichen wie auch vor allem den Rahmenbedingungen (Armut, fehlende Bildung, fehlende Freiheit, hohe Geburtenraten, junge, frustrierte Generationen etc.) können sich gewalttätige oder friedvolle Auslegungen durchsetzen. Zum Zusammenhang von Demografie und Konflikt z.B. einige Informationen hier:
    http://www.chronologs.de/...nds-tzlich-mehr-kinder

    Europäer haben Jahrhunderte andere Völker und Kontinente unterdrückt und teilweise vernichtet, Deutsche noch vor wenigen Jahrzehnten religiöse Minderheiten in ihrer Mitte ermordet - und doch kämen Sie hoffentlich nicht auf den Gedanken, uns deswegen Minderwertigkeit oder grundsätzliche Gewalttätigkeit zu unterstellen.

    Mit dem Islam ist es ganz genau so. Wo immer die Rahmenbedingungen stimmen, orientieren sich auch hier die übergroßen Mehrheiten der Muslime friedlich und verstehen auch ihre religiösen Traditionen so. Und mehr noch: Über 90% der Opfer islamistischer Terroristen sind andere Muslime.

    Dialog stärkt die Friedensbereiten, ermöglicht den Aufbau von Vertrauen und Kooperationen und hilft, extremistische und fundamentalistische Auslegungen zurück zu drängen und zu isolieren. Deswegen lehnen Extremisten jeden ernsthaften Dialog entschieden ab - da befinden Sie sich also in ganz gruseliger Gesellschaft.

    Ob Islam oder Christentum, Humanismus oder deutsche Kultur - es liegt an uns Menschen, was wir daraus machen. Wenn Sie wirklich an Frieden und Entwicklung interessiert sind, verhöhnen Sie nicht diejenigen, die sich dafür engagieren. Sondern nutzen Sie die Chancen unserer Zeit, selbst etwas Konstruktives beizutragen. Jede(r) von uns kann etwas tun - und sei es, sich ernsthaft zu informieren.

  7. Klaus Deistung Antworten | Permalink

    Bruderreligionen

    @ Michael Blume
    Wobei wir wieder bei der Ringparabel angekommen sein könnten.
    „Über 90% der Opfer islamistischer Terroristen sind andere Muslime.“ Als man in Afghanistan gegen die „Russen“ kämpfte, waren sich die muslimischen Gruppen relativ einig im Kampf. Als er gewonnen war – ging es um die Macht im neu eroberten eigenen Land; der Kampf - nun gegeneinander - ging weiter. Ja man schreckte nicht einmal vor der Vernichtung weltweit bekannter historischen Kulturgüter zurück.
    Die Akzeptanz der „Bruderreligionen“ - es ist der gleiche Gott – ist mit solchen eigentlich unreligiösen Ansichten noch schwieriger – muss aber das Ziel sein.

    Wenn ich vergleiche wie unsere „aufgeklärte“ Welt Erkenntnisse vieler Generationen von Wissenschaftlern verschiedener Fachgebiete aus dem mesopotamisch-sumerischen Bereich negiert, ja sogar teilweise unterdrückt und/oder gegenarbeitet, müssen wir wohl auf allen Seiten mehr Einsichten zeigen, denn hier liegen Grundlagen unserer Religionen.

  8. H.Aichele Antworten | Permalink

    Um Interessen wissen und Menschen kennenlernen

    @Klaus Deistung. Die Idee mit der Ringparabel scheint Lessing ja aus dem Koran zu haben (2,148): „Wetteifert um das Gute“. (Vielleicht auch, wie ich irgendwo mal las: aus einer moslemischen Erzählung, die sich wiederum auf solche Worte bezog; aber das wissen wohl Literaturwissenschaftler besser).
    Wenn es Kriege gibt, scheinen die eigentlichen Gründe tatsächlich beim „Gott Geld“ zu liegen. Bzw. bei Macht über Menschen und Ressourcen – gerade bei benachbarten Völkern oder anderen Stämmen desselben Volkes. Da kann zwar unterschiedliche Konfession oder Religion Öl ins Feuer gießen. Aber die eigentlichen(wirtschaftspolitischen) Interessen sollte man nicht vergessen machen (und nicht durch religiöse Fragestellungen überdecken). Leute, denkt doch ein bisschen politischer!
    Dazu gibt es noch einige Gesichtspunkte. Ich denke, die bringe ich bald in einem eigenen Blogpost.
    Wenn Leute wenigstens hierzulande miteinander reden, wird das allemal besser sein. Und Gespräche sind nicht dazu da, bestehende Probleme zu leugnen sondern sie aufzuarbeiten. Deshalb sagte mir ja mal ein Türke in der Vorbereitung eines Begegnungstreffens: - siehe meinen Blogpost zum Thema: „Nur umeinander zu sagen, dass wir einander ‚nett’ finden, wollen wir nicht zusammenkommen, dafür wäre mir die Zeit zu schade“ . Und ich verstehe das auch prophylaktisch: Bevor es irgendwo brennt (und auch hierzulande gab es schon manche Brandanschläge) oder sonst eskaliert, zu wissen, mit wem man noch reden kann – wen man um Hilfe bitten kann, wer vermitteln oder auf Hitzköpfe einwirken kann. Oder Leute, die sich zu Panikreaktionen verleiten lassen, aus ihrer Angst herausholen. Auch: Wer dann noch - auf die religiös doch mal festgestellte und behauptete – Friedenspflicht ansprechbar ist. Wer dabei den anderen keinen Friedenswillen unterstellen kann, macht seinen eigenen Friedenswillen unglaubwürdig. Man darf und muss auch manchmal mehr unterstellen als direkt schon Bereitschaft ausgereift ist.
    Deshalb jetzt miteinander reden. Und dadurch für andere ein positives Beispiel geben: Wetteifert um das Gute….

  9. Steffen Rehm Antworten | Permalink

    Auf Augenhöhe:

    .....aber zunächst: Fürchtet Euch nicht vor dem Guten.
    Fürchtet Euch nicht vor der Einsicht, daß wir heute nicht mehr den „sprechenden Gott“ aus Abrahams und Moses Größenphantasien brauchen,
    sodaß alle drei abrahamitischen Religionen diese geistige Fessel abwerfen können und sich als gleichwertige, hochwertige Menschen begegnen können,
    nicht mehr das Schwert gegen die „Ungläubigen“ schwingen, keine Vorhaut mehr für einen „Bund mit Gott“ beschneiden müssen, dieser Wahnsinn mit „Gottes Worten“ muß ein Ende haben. Er hat immer nur den Mächtigen gedient.

  10. Henrik (ziemlich ruhig) Antworten | Permalink

    @unruhiger

    Lieber "unruhiger",
    sind es nicht gerade ihre hervorragend recherchierten Beiträge, die eine Diskussion gen Ergebnislosigkeit drängen?
    Im relativ anonymen Internet lässt es sich leider allzu leicht auf der populistischen Welle reiten.
    Welche Alternative sehen Sie denn zum Dialog?

    Ich verbleibe mit immer noch nachdenkenden Grüßen

  11. H.Aichele Antworten | Permalink

    Kurz nachrecherchiert

    Das kenne ich schon. Dies ist ein Fake und jedenfalls NICHT Islam-Unterricht an einer deutschen Schule, überhaupt kein echter Schulunterricht, obwohl das mehrfach behauptet wird.
    Darüber wurde längst schon im „Brightsblog“ aufgeklärt:
    http://brightsblog.wordpress.com/...r-islamhasser/
    und
    http://brightsblog.wordpress.com/...ildungsburger/

    Zitat aus Letzterem [Hervorhebungen durch mich, einige Links entfernt]:
    „Gezeigt wird ein selbsternannter islamischer Hassprediger namens Ibrahim Abou Nagie, der Kindern seine radikal fundamentalistischen Ansichten in einem Vortrag eintrichtert. Dieser Mann ist in den einschlägigen Islamistenkreisen gut bekannt und auch seine Bewegung: „Die wahre Religion“, für die er Werbung betreibt. Es gibt nicht nur vielfältige Kritik an seinen Verlautbarungen, sondern dokumentierte Ausladungen durch muslimische Verbände und letztendlich wird er sogar vom Verfassungsschutz observiert.
    Eine kurze Recherche im Internet führt genau zu diesen Hintergründen und somit wird schnell klar, dass sich die Frage: Fake oder Echt? eindeutig mit Fake beantworten lässt.“

    Und im Übrigen ist es nett, den Grad der inneren Teilnahme dieser „Schüler“ festzustellen. Es gibt Hoffnung!

  12. Hussein Hamdan Antworten | Permalink

    @ unruhiger

    Zu Ihnen möchte ich nur so viel sagen: Dass Sie beim Lesen meiner Artikel unruhig werden, bestätigt mich darin, dass ich hier gute Arbeit leiste.

  13. Hussein Hamdan Antworten | Permalink

    H. Aichele

    Lieber Hermann,

    super, dass du recherchiert und gezeigt hast, dass der Film nur ein Fake ist.

    Herzlichen Dank dafür und für die weiteren wertvollen Beiträge.

  14. unruhiger Antworten | Permalink

    unruhiger@Hussein Hamdan

    Sure 9:29
    Kämpft gegen diejenigen, die nicht an Allah und den jüngsten Tag glauben und nicht verbieten, was Allah und sein Gesandter verboten haben, und nicht der wahren Religion angehören - von denen, die die Schrift erhalten haben - (kämpft gegen sie), bis sie kleinlaut (saghiruun) aus der Hand Tribut entrichten!
    Wie kann man bei Lesen dieser Worte an einen „Dialog auf Augenhöhe“ glauben ?
    Herr Hamadan aus Ihren Ausführungen und Vorträgen wird weiterhin nicht klar welchen islamischen Hintergrund Sie haben und welcher Islamform Sie angehören ?
    Da ist es doch verständlich das man unruhig wird.

  15. Hussein Hamdan Antworten | Permalink

    unruhiger

    „Und diskutiert mit den Leuten des Buches nur auf die beste Art und Weise, mit Ausnahme derer von ihnen, die Unrecht tun. Und sagt: Wir glauben an das, was zu uns herabgesandt und zu euch herabgesandt wurde. Unser Gott und euer Gott ist einer. Und wir sind Ihm ergeben.“ (9, 46)

    „O Ihr Menschen! Wir erschufen euch aus einem Mann und einer Frau und machten euch zu Völkern und Stämmen, damit ihr einander kennenlernt. Doch der vor Gott am meisten Geehrte von euch ist der Gottesfürchtigste unter euch. Gott ist fürwahr wissend, kundig.“ (49, 13)

    „Lade zum Weg deines Herrn mit Weisheit und schöner Ermahnung ein, und diskutiere mit ihnen auf die beste Art und Weise.“ (16, 151)

    „Ihr Leute der Schrift! Kommt her zu einem Wort des Ausgleichs zwischen uns und euch! (Einigen wir uns darauf) dass wir Gott allein dienen und ihm nichts als Teilhaber an seiner Göttlichkeit beigesellen, und dass wir (Menschen) uns nicht untereinander an Gottes Statt zu nehmen. Wenn sie sich aber abwenden, dann sagt: ,Bezeugt, dass wir (Gott) ergeben sind!“ (3, 64)

    Ich denke, diese Verse reichen aus um zu belegen, dass der Koran sehr wohl einen Dialog auf Augenhöhe befürwortet.

    Was die von ihnen erwähnte Stelle betrifft, so möchte ich nur darauf hinweisen, dass, wie in jedem heiligen Buch ein Vers nicht vom Gesamtkontext sowie vom historischen Kontext getrennt gesehen werden darf. So etwas nennt sich übrigens Exegese und so habe ich es unter anderem in der Islamwissenschaft gelernt!

    Texte, die einen zunächst beunruhigen, lassen sich übrigens in jedem hl. Buch finden. Genauso finden sich in jeder Religion Ansätze, die diese Unruhe auflösen. Man muss nur danach suchen und ihnen eine Chance geben.

    Außerdem möchte ich noch festhalten, dass auf diesem Blog Inhalte diskutiert werden sollen und nicht mein persönlicher Hintergrund. Ich schreibe und referiere hauptsächlich als Wissenschaftler und äußere mich ja hier auch nicht zu meiner religiösen Praxis oder meinen persönlichen Glaubensvorstellungen, sondern versuche eine möglichst neutrale Darstellung zu bieten.

    Zum Abschluss möchte ich Sie darum bitten, nicht mehr solche Videos und Fakes auf meinen Blog zu setzen. Wenn meine Beiträge Sie doch so in Unruhe versetzen, was ich eigentlich gar nicht verstehen kann, dann lesen Sie sie doch einfach nicht mehr.

  16. unruhiger Antworten | Permalink

    Re.Hamdan

    Exegese die Mutter der Abrogation ?
    Ich glaube Sie sind ein Meister der islamischen Abrogation und der im Koran niedergeschrieben und gerechtfertigten Taqiyya .
    (Sure3:54 „Und sie schmiedeten Ränke. Aber (auch) Allah schmiedete Ränke. Er kann es am besten.“)
    Natürlich kann man damit immer auf Augenhöhe diskutieren.

  17. Hermann Aichele Antworten | Permalink

    ... unruhig ...

    Es ist schwierig, auf Augenhöhe mit jemand zu diskutieren, der Quellen so benützt wie Sie. Ich erinnere an die Sache mit dem Film.
    Möchten Sie diskutieren oder suchen Sie nur Ihnen passende Zitate in der Ihnen passenden Übersetzung, um auf Pappkameraden zu schießen?

  18. Sascha Bohnenkamp Antworten | Permalink

    Ideologien ..

    im allgemeinen können auch noch so gut gemeint sein, so ist doch möglich sie "böse" zu benutzten.

    Das gilt für jede Ideologie zu den ich auch Religionen zähle.

    Die genannten guten und "bösen" Zitate finden sich in Mengen sowohl in der Bibel als auch im Koran und vermutlich auch in vielen anderen "heiligen" Schriften oder polit. Ideologien.

    Aber kann es helfen sich gegenseitig die Zitate an den Kopf zu werfen? Wohl kaum.

    Vielleicht hat man ja mehr gemein als die eigene Ideologie zu zeigen vermag. Und das kann man nur erkennen, wenn man miteinander spricht und sich von der eigenen Fessel oder Ideologie löst.

  19. ruhiger Antworten | Permalink

    @unruhiger

    Welche Alternative sehen Sie denn zum miteinander reden?

    Ich finde es jedenfalls besser, ruhig miteinander zu sprechen, als sich unruhig die Köpfe einzuschlagen.

    Es ist immer leicht, die produktiven Anstrengungen anderer zu kritisieren, ohne selber realistische Alternativen nennen zu können. Mal ganz davon abgesehen, dass Sie äusserst seltsame "Belege" für ihre Positionen anführen.

  20. monika kneiseler Antworten | Permalink

    wie kannman im haus des gastes gleiche augenhöhe fordern, wenn man es im eigenen haus nicht lebt

  21. monika kneiseler Antworten | Permalink

    ps: die auslegung der schriftlichen werke sind die omerta
    des islam ....so widersprüchlich wie sie indoktrinierend von ihren VORBETERN AUSGELEGT werden, erzeugen sie angst, und somit ein unbewußtes gesetz des schweigens....und wir wissen ja mittlerweile, dass angst zu gewalt führt....die gemeinsame angst macht sie gewalttätig nach außen ....wie bei einer peergroup von jugendlichen, die sich niemals gegen den anführer richten wird, egal was für einen mist er erzählt oder tut, aus angst ausgeschlossen zu werden....ich wünschte mir so sehr, dass diese destruktiven strukturen von diesen führern bekämpft und nicht für ihr macht- und machophantasien missbraucht und instrumentalisiert würden....

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