Die Fluorid-Lüge bei Facebook

9. Februar 2014 von Martin Ballaschk in Kritisches

Manchmal hat man den Eindruck, je dümmer eine Verschwörungstheorie, desto erfolgreicher ist sie. So ist es auch mit dem Artikel „Zahnpasta – Zerstörung und Vergiftung auf Raten“ der gerade bei Facebook hoch- und runter gereicht wird und angeblich schon mehr als 1,7 Millionen Hits hatte. Hier wird einem ernsthaft erklärt, dass wir uns seit Jahrzehnten mit dem Fluorid in der Zahnpasta systematisch vergiften lassen.

Teebeutel der Erkenntnis

Teebeutel der Erkenntnis

Misstrauisch sollte man schon beim Anblick des Titelbanners werden. Die Seite wirbt damit, im Besitz der Wahrheit zu sein und ist damit der großen Gruppe der Truther-Seiten zuzuordnen. Die Wahrheitsträger-Szene weiß ganz genau, dass Klimawandel, Energiesparlampen, Schweinegrippe, Impfungen, AIDS/HIV und der 9/11-Anschlag samt und sonders Lügen und Schwindel sind, und die Bevölkerung in Schach zu halten und auszubeuten. Medien, Industrie, Politik und Wissenschaft sind alle korrupt und gehörten einer großen Verschwörung an. Nur die selbsterklärten Experten durchschauen das alles, und natürlich brauchen sie dafür nicht mehr als den gesunden Menschenverstand, der dem Rest der Bevölkerung abhanden gekommen ist.

Diese in der Regel recht schlichten Geister ignorieren dabei etwas ganz Wesentliches: Der gesunde Menschenverstand hilft einem beim Erkennen der „Wahrheit“ herzlich wenig. Nicht ohne Grund kennt die Wissenschaft keine Wahrheit. Wir können uns ihr nur immer weiter annähern, ohne je zu wissen, wie nah wir wirklich dran sind. Und so läuft es im echten, harten Leben darauf hinaus, Indizien und Theorien gegeneinander abzuwägen, Belege zu sammeln, Hypothesen aufzustellen und zu widerlegen. So viel Komplexität ist einem Fluorid-Truther nicht zuzumuten.

Im Besitz der absoluten Wahrheit lässt sich behaupten, Fluorid sei für so ziemlich jede Zivilisationskrankheit der westlichen Welt verantwortlich. Es macht nicht nur Löcher in die Zähne, nein, es schädigt auch das Nervensystem, DNA und DNA-Reperaturmechanismen, ist verantwortlich für Krebs, Osteoporose, Herz-Kreislauf-Krankheiten und alles mögliche andere. Es bricht auch den Willen, weshalb es die Nazis (!) eingesetzt hätten.

Das nennt man einfach „erwiesene Fakten“, belegt aber nichts. Es genügt der Verweis auf die Verschwörung aus Zahnärzten und Pharmaindustrie. Mit ein wenig Glück werden einem Youtube-Videos, andere Truther-Seiten oder eine Handvoll Zitate von Doktoren an den Kopf geworfen, um Eindruck zu schinden. Diese Doktoren sind wohl ausnahmsweise nicht vom Pharmakartell gekauft! Kritiker stellt man dagegen schnell in die Pharma-Ecke, und im Hinblick meinem derzeitigen Arbeitsort, der „Pharmakologie“ im Namen trägt, müsste ich wahrscheinlich auch nicht lange warten, bis mir Pharma-Gehirnwäsche unterstellt wird. (Nachtrag: Natürlich hat der Vorwurf ein „Propagandalügner der Industrie“ zu sein, nicht lange auf sich warten lassen.)

Dieses ganze Autoritäts-Getue hat in Wirklichkeit wenig Gewicht, denn wenn es um Erkenntnis geht, gibt es keine Autoritäten, die Wahrheiten diktieren, höchstens Experten, die sich mit einem Thema besonders gut auskennen. Möchte man mehr über ein wissenschaftliches Thema lernen, lohnt es sich, die wissenschaftliche Literatur dazu anzusehen, in der sich professionelle Experten miteinander austauschen. Es gibt eine sehr solide Studienbasis zur Effektivität von fluoridierten Zahncremes. Zähne putzen mit fluoridierter Zahncreme verhindert Karies besser als das Putzen mit unfluoridierter Paste. Es gibt auch mehr als nur eine Handvoll Studien, die belegen, dass die kontroverse Fluoridierung von Trinkwasser einen gewissen positiven Effekt hat. In der Tat existiert in Fachkreisen die Diskussion über die Qualität dieser Studien, die Größe des Schutzeffektes und ob es ethisch vertretbar ist, ganze Bevölkerungen unter Zwangsmedikation zu stellen. Zur Fluoridierung von Zahncreme gibt es keine solche Fachkontroverse, immerhin wird Zahncreme nicht regelmäßig gegessen und die starken positiven Effekte überwiegen gegenüber den Risiken. Zahncreme sollte man nicht essen. Besonders Kinder sollte man unbedingt davon abhalten, sich das Zeug tubenweise zuzuführen.

Über Nahrungsmittel und Trinkwasser nimmt man nur geringe Mengen dieses nicht-essentiellen Spurenelements auf. Bestimmte Lebensmittel haben aber erhöhte Fluorid-Gehalte, wie etwa Schwarztee. Eine Tasse Tee enthält locker 800 Mikrogramm Fluorid, billige Sorten auch gern etwas mehr. Sofern man eine handelsübliche Erwachsenen-Zahnpasta verwendet, putzt man sich mit dieser Menge Fluorid täglich die Zähne[1]. Mit dem kleinen Unterschied, dass man die zwei Zahnpastaportionen nicht verspeist. Dieser Vergleich soll das Teetrinken nicht verteufeln, und das Zähneputzen nicht verharmlosen. Die Flourid-Zufuhr sollte begrenzt werden, das bedeutet konkret, nicht zu viel Tee zu trinken und Zahnpasta nicht löffelweise zu schlucken.

Dass der Autor nun nicht vor den realen Gesundheitsgefahren des übermäßigen Schwarzteekonsums warnt, liegt vermutlich an seinem Aberglauben, „Chemie“ und „Natur“ würden sich gegeneinander ausschließen. Chemie-Fluorid ist identisch mit Natur-Fluorid, da gibt es keinen Unterschied. Hundertprozentig natürliches Kochsalz stellt mit Schnecken grausame Dinge an, und das Flourid in Rattengift lässt die Nager jämmerlich verenden. Wie immer macht die Dosis das Gift.

Mit der Botschaft, man würde seine Kinder systematisch Rattengift aussetzen, lässt sich über Blogs und Facebook-Posts Angst und Schrecken verbreiten. Der Dosiseffekt spielt keine Rolle, er verkompliziert nur. Das gleiche gilt für das anstrengende Abwägen von Nutzen und Risiko. Wenn man dazu Vorurteile gegenüber der korrupten Pharmaindustrie, Politik und Wissenschaft bedient, ist einem der Erfolg sicher.

Wären wir in den USA, wo das Trinkwasser regelmäßig fluoridiert wird, könnte ich eine gewisse Opposition ja noch nachvollziehen. Hierzulande muss man gegen Zahnpasta und fluoridhaltiges Salz hetzen, bescheuerter geht es eigentlich kaum.

Das Internet gibt selbsternannten „Experten“, die zehntausende Lebensstunden mit dem Studium ihrer „Wahrheiten“ verschwendet haben, eine nie dagewesene Öffentlichkeit. Es gibt auch denen, die diese Wahrheiten nicht einfach schlucken wollen, potentiell eine ebenso große Bühne. Der Erfolg von Botschaften, die über ein bloßes Krakeelen hinausgehen, ist natürlich ungleich kleiner, weshalb ich hier ganz sicher nicht mit 1,7 Millionen Klicks rechnen muss.

Für Derrick.


[1]: Eine typische Tasse (250 mL) typischen Schwarztees enthält laut Wolfram Alpha 805 µg Fluorid. Zahnpasta für Erwachsene enthält zwischen 1000-1400 ppm (1-1,4 Tausendstel) Fluorid, bei 0.5 g je Anwendung entspricht das 500-700 µg Fluorid.

9.2.2014, 20:00 Uhr: Der Text wurde geändert, um zu verdeutlichen, wozu das Rechenbeispiel mit dem Schwarztee dienen sollte: Zur Relativierung der Fluorid-Mengen, die in Zahnpasta enthalten sind. Die Cochrane-Studie zur Wirksamkeit von fluoridierten Zahncremes wurde verlinkt.


60 Kommentare zu “Die Fluorid-Lüge bei Facebook”

    • Anus | Permalink

      Genau! Das ist nämlich der Grund warum die Russen nur Wodka trinken, die wollen an unsere Säfte!

  1. Thomas Matterne | Permalink

    Ach, es gibt reichlich Verschwörungstheorien, die das noch toppen. Man mag kaum glauben was hinter den Kondensstreifen von Flugzeugen wirklich steckt? Oder war ein Leser dieses Beitrags schon einmal in Bielefeld? Gibt es Bielefeld überhaupt????

    Interessant wäre zu wissen, warum Menschen solche Verschwörungstheorien glauben (wollen). Vielleicht ist es ja wirklich nur so etwas wie die Suche nach einfachen Antworten in einer komplizierten Welt.

    • chris | Permalink

      Also, ich war in Bielefeld. Ich sah das Ortseingangsschild und die Stadt von einem seiner ~15 stöckigen Wohnhäuser vom Dach aus. Es lohnt sich nicht, dass so zu überprüfen - die Stadt ist langweilig, deshalb bin ich am selben Tag auch wieder weg (ne, nich deshalb....). Aber sie ist da.

      • s3basti8n | Permalink

        bezahlter schreiberlin ; )

  2. Petra | Permalink

    1,7 Millionen mal gelesen. Und mindestens eine Million mal von Leuten wie mir, die der Verlinkung hier folgen oder über andere Hoax-Seiten dort aufschlagen.
    Das Update mit dem Rundumschlag gegen die Zahnärzte ist auch sehr gelungen.
    Mir fehlt allerdings der Hinweis auf die Tabletten, die von den Kinderärzten verschrieben werden für Kleinkinder. Gibt es die nicht mehr?

  3. Michael | Permalink

    Das Fluorid schädlich ist,ist doch wirklich kein Geheimwissen.Das Fluorid in Tee enthalten ist,wiederlegt diese These auch nicht.
    Nicht umsonst hat Israel aktuell verboten dem Trinkwasser Fluorid beizusetzen.Es gibt eigtl. auch genügend seriöse Studien die die schädliche Wirkung von Fluorid belegen.

    In Deutschland wurde erst kürzlich vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) vor Kräutertees gewarnt. In mehreren Tees waren größere Mengen von Pyrrolizidinalkaloiden (PA) gefunden worden. Diese Substanzen bilden Pflanzen zum Schutz vor Fressfeinden. Sie können jedoch beim Menschen leberschädigend und krebsfördernd wirken. Empfohlen wird deshalb nicht ausschließlich Tee zu trinken oder sich auf eine Teesorte zu beschränken.

    • Martin Ballaschk | Permalink

      Exakt, es ist alles eine Frage der Dosis. Das Beispiel mit dem Tee soll illustrieren, dass es auch eine Frage der Verhältnismäßigkeit ist, wenn man Zeter und Mordio schreibt.

      Wenn du die Meldung des BfR noch einmal liest, dann wirst du feststellen, dass die PA Kreuzkontaminationen sind, womöglich aus dem Transportbehältern oder von Unkräutern. Das BfR weist ausdrücklich darauf hin, dass z.B. Fencheltee aus dem eigenen Garten unbedenklich ist.

      Du hast übrigens die Links/Literaturstellen zu den „seriösen Studien“ vergessen. ;)

      • Thorsten Bock | Permalink

        Es geht ja auch nicht um die eigentliche Gefahr durch Fluorid, es geht vielmehr darum das der Körper mit den Mengen die er aus der normalen Nahrung bekommen würde fertig wird. Da aber massenweise künstlich zugesetzt wird kann es schnell zu einer Überdosierung kommen. Ist ungefähr so wie mit der völligen überjodierung von Speisen oder deren Zusätzen. Stimmt, die Menge machts, aber sollte nicht jeder selbst entscheiden dürfen ob er es sich zuführen will? Wieso also gibt es eine Zwangszuführung? Man will ja nichts verteufeln aber das die Politiker Hand in Hand mit Lobbyisten arbeiten, auch mit denen von der Pharmaindustrie die durch herbeigeführte oder gar erfundene Krankheiten (ADHS) milliarden machen ist ja nichts neues. Also wieso sollte man diesen Geschäftszweig der für alle positiv ist nicht weiter forcieren! Einfache Kiste - fragt mal einen Mediziner ob er seiner Familie auch alles das geben würde was er anderen verordnet! Also- wenn schon in der Natur diese "Gifte" vorkommen, warum sollte ich mir noch extra zusätzlich welche hinzufügen? Viele von den Stoffen werden auch vom menschlichen Körper nicht abgebaut sondern lagern sich ein. Kommt es zu einer kritischen Masse - dann platzt die "Blase" Für die die nicht folgen konnten: angenommen man hat zwei Krankheiten, und bekommt noch zwei dazu - und der Arzt würde sagen: das ist jetzt lebensgefährlich - noch eine und das war´s dann!!! würdet ihr euch freiwillig noch zwei an den Hals holen????? Die sollen einfach aufhören überall mit gesetzlicher Legitimation ihren Müll und diverse Gifte in unseren Lebensmitteln zu verarbeiten. Mittlerweile verstehe ich die Werbeslogan der Unternehmen: Bei uns wird Einfaufen zum Abenteuer!!!!

        • Thorsten | Permalink

          Deine Argumentation hat einen gravierenden Fehler,
          warum werden die Menschen 2010 älter als 1970?

          Ist es eine Verschwörung der Pharmaindustrie, Ärzteschaft und Bauern?
          Alte Menschen haben mehr Krankheiten und essen trotzdem.
          Gefickt eingeschädelt muss man sagen!

    • Dierk Haasis | Permalink

      Was hat der Absatz über PAs mit dem Artikel oben zu tun, außer dass beide die Buchstabenfolge 't-e-e' enthalten?

  4. chris | Permalink

    Fluorid offenbar reagiert chemisch mit sehr vielen anderen Stoffen. Das kann schnell toxisch wirken in einem biologischen Organismus.

    An was sind denn die Mäuse / Ratten gestorben? Also "jämmerlich verreckt" klingt nach multiplen Organversagen.

    Und gaaaanz ehrlich: Mir ist absolut nicht geholfen, wenn auf Webseiten in englischer Sprache verlinkt wird.
    Wenn irgendein Interesse daran besteht, aufzuklären, ist es einfach blöd ein deutsches Publikum mit Englischen Weißheiten zu bekehren wollen. Dieses deutsche Publikum mag zuweilen allenfalls englische Umgangssprache geradenoch übersetzen können. Aber technische Sprache fällt aus.

    Das dabei ein Problem besteht, genug deutsche Webseiten zu finden, die den Anspruch erfüllen, "gescheit" zu sein, ist mir durchaus bekannt.

    Und dann noch etwas zu solchen verschwörerischen Panikmacheseiten. Mir kommt es vor, als ob das sogar gewünscht ist oder gar vorsätzlich solche VT´s aufbereitet werden, damit sich das Volk daran desensibilisieren kann. Mal drüber nachdenken. Die Seiten könnten also deshalb nicht vertrauenswürdig sein, weil eine völlig andere Intention hinter seiner Erstellung steht, als man aus deren Inhalte entnehmen kann. Das totale Überziehen der Katastrophen-Szenarien ist hier die Desensibilisierung, aber ein Wahrheitsgehalt wird darin der Lächerleichkeit preisgegeben. Das ist die Systematik an der man eine "Verschwörungstheorie" erkennt.
    Der Effekt?
    Man glaubt gar nichts mehr. Das mag zuweilen und perspektivisch nützlich sein. Aber die "Wahrheit" ist es eben nicht.

    • Martin Ballaschk | Permalink

      Es ist eine Frage der Dosis. Die 800 Mikrogramm Fluorid in einer Tasse Tee oder zwei Portionen Zahnpasta bringen dich nicht um.

      Und gaanz ehrlich. Ich kann nichts dafür, dass du keine Lust hast, englischsprachige Texte zu lesen. Die wissenschaftliche Primärliteratur ist eben zu 99% in englisch abgefasst, da kann ich auch nichts machen.

      Ich stimme dir aber zu: diese Seiten sind derart übertrieben, dass sie wahrscheinlich die wenigsten ernst nehmen (das kann man nur hoffen).

      • chris | Permalink

        Das mit der Dosis ist klar. Und wir haben dafür Grenzwerte für Mengen bestimmt, die sich irgendwo befinden dürfen. Dann putze ich mir aber 5 mal amTag die Zähne, trinke 10 Tassen Tee, salze mein Essen großzügig und arbeite auch noch in einer Fabrik, in der Fluorid verarbeitet wird. Und nach 15 Jahren Arbeitsalltag falle ich plötzlich um und bin Schwerbeschädigt...Erwerbsunfähig, wie es so schön heisst.

        Da nutzen mir einzelne Grenzwerte nämlich nichts. Und der Spruch: "man trinkt auch nicht so viel Tee" auch nichts.

        Ich verlange einfach, dass keine "Gifte" in der Umwelt vorhanden sind, die man nicht umgehen kann. Und was ich nicht erwarte, ist die ewig gleiche Beschwichtigungsstrategie der Grenzwerte und Dosis. Die sind nämlich auch nur Laborwerte, die man irgendwie solange ausgereizt hat, bis sichtbarer Schaden entstand und dann "bischen" reduziert hat.
        Das ist so absurd, dass man es schon suizidal nennen könnte, sich solcher Umwelten zu unterwerfen.
        Fluorid ist nun kein ausgesprochenes Gift. Aber mein Hinweis auf seine Reaktionsfreudigkeit haben sie vernommen? Hier kommt die toxische Wirkung nämlich anders zustande, als bei einem klassischen "Gift".

        • Martin Ballaschk | Permalink

          Die Fluorid-Aufnahme muss begrenzt werden, das habe ich oben ganz klar so gesagt. Wie bei jedem Lebensmittel gilt natürlich auch bei Tee, dass zu viel nicht gut ist. Wie immer schadet es nicht, wenn man mehr über das weiß, was man isst. Zum Beispiel sollte man wegen der enthaltenen Oxalsäure auch nicht übermäßig Rhabarbersaft in sich hineinkippen.

          Aus dem selben Grund sehe ich eine Fluoridierung von Trinkwasser auch kritisch, weil die Gefahr einer (Dental/Skelett)-Fluorose naheliegenderweise größer wird. Ich weiß deshalb überhaupt nicht, was sie wollen. In Deutschland kann man sehr einfach seine Fluorid-Zufuhr limitieren, weil es außer Salz kein fluoridiertes Lebensmittel gibt. Ab einem Fluoridgehalt von 1,5 mg/L muss Mineralwasser als fluoridhaltig gekennzeichnet werden. Gegen Fluoridzufuhr aus Tee gibt es ebenfalls ein Mittel: keinen Tee mehr trinken.

          Was Sie mit den „einzelnen Grenzwerten“ meinen, ist mir überhaupt nicht klar. Meinen sie TDI/ADI/UL-Werte? Natürlich wird bei der Risikobewertung nicht nur die Exposition durch eine Quelle bewertet, vielleicht hilft Ihnen diese BfR-Stellungnahme zu Fluorid-Gehalten in Mineralwässern, das zu verstehen.

          Die ernährungswissenschaftlichen Gesellschaften in Deutschland haben sich zur Nutzung der positiven Effekte geschlechtsabhänig auf eine ideale Zufuhr von 3,8 bzw. 3,1 mg pro Tag für Erwachsene geeinigt. Das entspricht also einem Liter Tee oder so etwas wie ein Esslöffel Zahnpasta, um eine empfohlene Menge aufzunehmen.

          Ganz konkret bei der Zahnpasta gibt es eine Abwägung zwischen dem Nutzen des Fluorids und den Risiken durch den Verzehr eines Kosmetikprodukts. Auch hier hilft es, Etiketten zu lesen, oder falls man selbst nicht lesen kann, sich diese vorlesen zu lassen. Ich finde: Wenn sie jeden Tag tubenweise Zahnpasta essen, dann ist ihnen sowieso nicht mehr zu helfen.

          Die Forderung nach einer absolut giftfreien Umwelt ist völlig überzogen. Wie gesagt, ist alles in unserer Umwelt Gift, es ist ein Dosiseffekt. Raten Sie mal, wie reaktionsfreudig der Sauerstoff in ihren Mitochondrien ist. Oder wie lebensfähig Sie wären, wenn sie keinerlei reaktionsfreudige Spezies in ihren Zellen hätten. Richtig, bestimmte Stoffe sind vermeidbar, manche nicht. Manchmal muss man abwägen. Wenn Sie sich entscheiden, Zahnpasta ohne Fluorid zu verwenden, dann steht Ihnen diese Möglichkeit offen.

          • chris | Permalink

            "einzelnen Grenzwerte" meinte ich allgemein jene der vielen unterschiedlichen Gifte oder gesundheitsgefährdenden Stoffe in Umwelt und Nahrung, von denen es reichlich gibt. Und die sich eben alle summieren können durch Kontamination über andere Kanäle.

            Was das von mir angesprochene Reaktionspotenz angeht, gilt das für Fluor und nicht für Fluorid. Habe es gewusst, aber vergessen. Bliebe nur eine eventuelle im Körper stattfindende chemische Synthese von Fluor aus Fluorid. Ob das geht, weiß ich nicht.
            Und es geht mir eben auch nicht um Fluorid, sondern eben um diese Systematik der einzelnen Grenzwerte, die durch ungünstige Bedingungen (Lebensweisen) eben keinen Schutz mehr bietet - im Zweifel, nicht zwingend.

            "Keinen Tee mehr trinken" ist keine funktionierende Lösung. Auch, wenn das schlicht logisch ist. Das Problem habe ich aber nicht - trinke fast keinen Tee.

            Ja, die giftfreie Umwelt ist überzogen. Aber nur, wenn ich auch natürlich vorkommende Gefahrenstoffe einbeziehe - was ich nicht tuhe. Aber die traditionelle Strategie, ganze Felder etwa mit Giften zu besprühen, bedenkliche Kunststoffe zu verwenden, Nahrungsmittel zu Chemikaliencocktails zu machen, ist unvorstellbar absurd - geradezu Todessüchtig.

            Stirilität, Vollkaskomentalität und naive Bedenkenlosigkeit ist krasses Beispiel für die Degeneration der Menschheit. Und dazu kommen zukünftig auch noch Pflanzen, die genmanipuliert die Gifte auch noch selbst produzieren.
            Ich glaube, dass kann man einfacher haben: man hebe das Waffenbesitzverbot auf, wenn man doch sooooo gerne ableben möchte.
            Aber nein; man stirbt ja nicht an der Minderbelastung.

  5. Sebastian Baltes | Permalink

    Aufklärung bezüglich kruder Verschwörungstheorien ist wichtig, gerade wenn wieder einmal ein Flächenbrand der Dummheit um sich greift. Aber wer hätte sich vor ein paar Monaten vorgestellt, dass die USA ein Überwachungsstaat sind? Es gibt Beispiele angeblicher Verschwörungstheorien, die sich im Nachhinein als richtig erwiesen haben: http://alternativlos.org/23

    • srm | Permalink

      "Aber wer hätte sich vor ein paar Monaten vorgestellt, dass die USA ein Überwachungsstaat sind?" Viele. Mindestens alle halbwegs kompetenten Menschen, die in der Branche Software/Informationstechnologie arbeiten.

    • Bill Brook | Permalink

      Das konnte man schon Ende der 80er des letzten Jahrhunderts im Spiegel lesen, sogar in einer Titelgeschichte

  6. L. Lützgendorff | Permalink

    Das schöne ist ja, dass die genannten Symptome nicht nur von Fluorid, sondern auch von Chemtrails, GMOs, Handystrahlen, Atomkraftwerken, HAARP, Pestiziden, Aluminium, Impfstoffen, Süßstoff und Glutamat hervor gerufen wird (wobei diese Liste unvollständig ist): Freie Auswahl für Gläubige aller Art.

    • Thomas | Permalink

      Genau da liegt das Problem: Alles wird in einen Topf geworfen, der je nach persönlicher Überzeugung mit "Wahrheit" oder "Verschwörungstheorie" betitelt und dann nicht mehr differenzierter betrachtet wird. Dass einige der von Ihnen aufgelisteten potentiellen Gefahren auch tatsächliche Gefahren sein könnten, wird dadurch außer Frage gestellt. Jeder der sich auch mit nur einem der Dinge versucht ernsthaft zu beschäftigen macht sich so automatisch lächerlich. Dabei ist die Herleitung "Stoff wird auf VT Seiten behandelt" => "ist unglaubwürdig" genauso beschränkt und falsch wie die Herleitung "Die Behauptung stammt aus der 'Schulmedizin'" => "Behauptung ist Verschwörung".

      Eine differenzierte Betrachtung von mehreren Seiten ist immer enorm wichtig, gerade weil es - wie im Artikel richtig geschrieben - keine absolute Wahrheit gibt. Aussagen wie "Die Wahrheitsträger-Szene weiß ganz genau, dass Klimawandel, Energiesparlampen, Schweinegrippe, Impfungen, AIDS/HIV und der 9/11-Anschlag samt und sonders Lügen und Schwindel sind, und die Bevölkerung in Schach zu halten und auszubeuten." helfen da aber wenig weiter. Auch wenn hier durch geschickte Rhetorik nicht direkt behauptet wird, dass alle diese Aussagen Unsinn sind, schwingt doch deutlich ein "wer sich trotzdem damit beschäftigt, muss ein 'schlichter Geist' sein" mit.

      • Martin Ballaschk | Permalink

        Ja, da haben sie Recht. Man sollte eigentlich nicht den Fehler machen, vorschnell zu urteilen, nur weil laut News-Topaktuell auch Klimawandel, Energiesparlampen, Schweinegrippe, Impfungen und AIDS/HIV Teil der großen „erwiesenen“ Verschwörung sind. Die Fluorid-Geschichte bekommt nicht mehr Relevanz, weil sie von einer Spinner-Seite bearbeitet wir. Es könnte trotzdem etwas dran sein, man sieht ja an dem oben verlinkten BMJ-Artikel, dass die Studienlage für Trinkwasserfluoridierung eher mau ist. Die meisten Studien sind von schlechter Qualität. Differenzierung ist also durchaus angebracht.

  7. Gesindeljäger | Permalink

    Ah ja. Kommentare, welche unbequeme Tatasachen und Fakten enthalten werden hier also nicht veröffentlicht. Dachte ich mir schon. Man ist hier ja schließlich bei "scilogs" - einem der mithin verlogensten Internetportale Deutschlands. Macht aber nichts. Ich habe meinen Kommentar soeben per e-mail an newstopaktuell übermittelt. Die wird das sicher interessieren.

    • Martin Ballaschk | Permalink

      Der Kommentar ist glücklicherweise im Spamfilter hängen geblieben. Ich hab auch nicht vor, den freizuschalten, zu viele „unbequeme Fakten“, die mit YouTube-Videos bewiesen werden ... ;)

  8. Gesindeljäger | Permalink

    Zitat: "Der Kommentar ist glücklicherweise im Spamfilter hängen geblieben. Ich hab auch nicht vor, den freizuschalten"

    Ja. Natürlich nicht. Komisch. Ich wundere mich gar nicht.

    Zitat: zu viele „unbequeme Fakten“, die mit YouTube-Videos bewiesen werden" Zitat Ende.

    Nicht ganz korrekt. Zu viele unbequeme Fakten, die UNTER ANDEREM mit einem Video bewiesen werden, in welchem SIE SELBST zu hören sind. Na immerhin scheint Ihnen Ihre eigene Art und Weise ja wenigstens noch peinlich zu sein. Das lässt hoffen, dass aus Ihnen VIELLEICHT (wenn Sie Glück haben) doch nochmal irgendwann ein akzeptabler Mensch wird. Wie wurden Sie eigentlich zum Propagandalügner? Liegt das in der Familie? Waren/sind Papa oder Mama oder beide dieser Gesindeltruppe angehörig, oder sind Sie aus freien Stücken in diesen widerlichen Sumpf gefallen?

    • Martin Ballaschk | Permalink

      Neinnein, meine Eltern sind anständige Leute. Die Bezahlung durch Bayer und Co ist einfach zu gut, da konnte ich nicht widerstehen. Das könnten sie auch nicht!
      Ich fahre jetzt mit meinem Pharma-gesponserten Maserati ne Runde um mein 2000-Quadratmeter-Anwesen :D

      (Nachtrag 16.02.2014 für Begriffsstutzige: das war natürlich ironisch gemeint. Zwar sind meine Eltern wirklich anständige Leute und haben ein großes Grundstück auf dem Land, aber von Bayer & Co werde ich nicht bezahlt. Ich habe eine ganz normale 67%ige TVöD-13-Stelle. Davon kann man sich nur einen Matchbox-Maserati kaufen.)

  9. Gesindeljäger | Permalink

    Zitat: "Die Bezahlung durch Bayer und Co ist einfach zu gut, da konnte ich nicht widerstehen" Zitat Ende.

    Tja. Wie immer. Je größer die Gier, desto kleiner das Hirn. Dass man sich mit dem was man tut möglicherweise SELBER schadet, so weit wird für gewöhnlich nicht gedacht, weil Gier leider das Hirn lähmt.

    • Martin Ballaschk | Permalink

      Ja, da haben sie natürlich wieder recht. Aber lassen sie sich eines sagen: Dumm lebt es sich zufriedener. Unterm Strich bin ich weit besser dran, als Sie.

    • Thorsten | Permalink

      " Je größer die Gier, desto kleiner das Hirn."
      Welche Gier treibt denn die "Verschwörungstheoretiker wie Sie?

  10. Gesindeljäger | Permalink

    Zitat: "Dumm lebt es sich zufriedener." Zitat Ende.

    So. Meinen Sie. Wenn Sie sich da mal nicht täuschen.

    Zitat: "Unterm Strich bin ich weit besser dran, als Sie." Zitat Ende.

    1.) Woher wollen SIE wissen, wie ICH "dran bin"?!

    2.) Sie mögen sich jetzt noch auf der - nennen wir es mal "Gewinnerseite" wähnen. Allerdings wird Ihnen Ihr Ruf voraus eilen, was unangenehme Folgen vielfältigster Art und Weise nach sich ziehen kann, an die Sie heute noch gar nicht denken, wenn man wie Sie, als Propagandalügner unterwegs ist. Alles nur eine Frage der Zeit - und noch nicht einmal Dummheit wird Sie vor den Folgen Ihres Tuns schützen.

    Und nun darf ich mich verabschieden.

    • Martin Ballaschk | Permalink

      Und nun darf ich mich verabschieden.

      In die Ecke, Besen! Besen! Seid's gewesen.

      • mentalreservation | Permalink

        Der Gesindeljäger hat recht, weil die GROSSBUCHSTABEN haben mich überzeugt!!!!!!!111!!1!

    • Dierk Haasis | Permalink

      @Gesindeljäger

      Die Antwort auf Ihre erste Frage ergibt sich aus Ihren Kommentaren. Die kann niemand schreiben, dem es gut geht. Immerhin setzen wir Fluoride und Chemtrails und Aluminium in Deos aein, DAMIT es Ihnen nicht guit geht, wir aber reich bezahlt werden. Von den Illuminaten der Famaindustrie.

  11. freddylemastre | Permalink

    Wie schon andere meinten: Dass das auch in Tees ist (ist das im Tee oder im Leistungswasser??), heißt nicht, dass es nicht schädlich ist. Das ist eine irgendwie komische und wissenschaftliche Schlussfolgerung, die absolut unzulässig ist. Im Übrigen trinken nicht alle Menschen in Deutschland Tee, aber so ziemlich alle putzen Zähne.

    Ansonsten empfehle ich das hier zur Lektüre:
    http://scholar.google.de/scholar?hl=de&q=Hypothalamus+fluoride&btnG=&lr=

    • Martin Ballaschk | Permalink

      Nein, wie ich oben versucht habe, zu erklären, hab ich es auch nicht so gemeint. Das Tee-Beispiel war lediglich zum Vergleich gedacht, um die enthaltenen Mengen in Perspektive zu setzen. Aber danke für den Hinweis, ich werden den Abschnitt oben noch einmal umformulieren.

      Was soll mir der Link zu Google Scholar sagen, etwa dass Fluorid neurotoxisch ist?

  12. freddylemastre | Permalink

    unwissenschaftliche Schlussfolgerung*

  13. Andreas | Permalink

    Hallo,

    aufklärende Betrachtungen über ein Thema sind immer wertvoll und auch nötig. Ich habe auch solch Beiträge geteilt...

    Die Ursache vieler schräger "Warnungen" oder "Wahrheiten" liegt darin, dass das Vertrauen in Regierungen und Produkte zweifelsohne sinkt. Ich halte es nun nicht für eine "Theorie der Wahrheit", dass dies nicht unbegründet ist.
    Allein die Priorität "Wirtschaftlichkeit", gibt anerkanntes oder geduldetes Recht offiziell zu "schummeln".

    Was in der Politik usus ist, daran erinner wir uns nur ungern.

    Im Zuge der Erfahrungen und seriösen Veröffentlichungen oder simplen Nachrichten allein, ist Verunsicherung bei der Bevölkerung ein Effekt, der nicht als waghalsig oder als "theoretisch" angesehen werden kann.

    Die Informationen aus klassischen und anerkannten Quellen reichen durchaus zu einer misstrauischen Haltung vieler Aspekte unseres Dasein, unserer Produkte, Politiker, Finanzchefs etc. oder gar Verantwortung gegen über uns selbst, allem Lebendigem und der Umwelt gegenüber.

    Ich mag solche Beiträge, wie oben, die einem kaltes Wasser ins Gesicht unserer aufgeheizten Gemüter kippt und einem mal inne halten lassen sehr.

    Rationalität, grad beim heutigem Zeitgeist, ist sehr gefragt ;)

    Misstrauen und sogar Angst sollte man immer wieder zur "Besinnung" bringen.

    Aber in Ordnung oder rational ist es nicht, was wir in diesen Systemen aller Gattungen hier auf dieser Erde erleben. Daher ist eine berechtigte Schelte über Machenschaften stets als Besinnung zu deuten, nicht als Aufforderung zu blindem Vertrauen in allem, was da unter die Lupe genommen wird.

    Es ist nicht jeder Beitrag über Misstände/Verschwörung ein selbstgefälliger Bericht eines entgeisterten Trittbrettfahrers.

    Offenkundig ist unsere Dummheit, nicht unser Wissen.

  14. Martin Holzherr | Permalink

    Im SPON-Artikel "Fluorid wirkt deutlich stärker als das Putzen an sich" liest man: "Fluorid verhindert rund 40 Prozent der Kariesfälle" und es wird behauptet, die Fluoridierung der Zahnpasten habe mehr Wirkung in Bezug auf die Verhinderung von Karies als das mechanische Putzen.
    Fluor schützt also die Zähne ist aber kein essentielles Spurenelement was bedeutet, dass der Körper Fluor an und für sich nicht benötigt. Eigentlich sollte man erwarten, dass die Wirkung von Fluor auf den tierischen und menschlichen Organismus inzwischen intensiv erforscht ist. Immerhin sind schon einige Jahrzehnte vergangen seit es für die Kariesprophylaxe empfohlen wird. Es gibt auch viele Studien mit Überdosierungen, so weiss man dass mehr als 20 mg Fluor pro Tag eine Fluorvergiftung auslöst. Die positive oder negative Wirkung von niederen Dosen auf andere Organe als die Zähne scheint aber tatsächlich umstritten zu sein, wie man der Wikipedia entnehmen kann

      • Martin Holzherr | Permalink

        Fluor ist das Element. Dieses ist aber so reaktiv, dass es praktisch immer in einer Verbindung vorliegt, wobei Salze der Fluorwasserstoffsäure (eben Fluoride) am leichtesten herzustellen sind. Wenn man von Fluor spricht meint man meist Fluoride.

        • Mona | Permalink

          "Wenn man von Fluor spricht meint man meist Fluoride."

          Wieso denn das? Fluor ist ein chemisches Element in Reinform, das zu den Halogenen gehört. In Zahnpasten kommt Fluor ausschließlich als Flourid vor. Fluoride sind Kristalle, die Fluor enthalten, z.B. Natriumfluorid (NaF). Siehe dazu auch:
          http://www.chemikerboard.de/topic,11277,-fluor,-fluorid%3F.html

          • Martin Holzherr | Permalink

            Jedenfallls habe ich nicht Fluorgas gemeint, sondern wollte mit Fluor auf das Element Bezug nehmen, welches den Fluoriden ihre spezifischen Eigenschaften gibt. Tauscht man Fluor in einer Verbindung gegen ein anderes Halogenid aus, erhält man etwas völlig anderes. Mein Sprachgebrauch bei dem "Fluor" für Fluorverbindungen steht, war jedenfalls früher weit verbreitet und findet sich auch heute noch.

  15. torben hoffmeister | Permalink

    Wie hier schon durch Thorsten angemerkt: Das entscheidende Argument gegen alle Verschwörungstheoretiker wie den verwirrten „Gesinnungsjäger“ oder gegen „Vergiftungs“ – Apologeten wie Chris ist die Realität. Trotz allen Gejammers solcher Zeitgenossen ist die Lebenserwartung in den letzten 50 Jahren enorm gestiegen und steigt weiter.
    Übrigens wurde in den damaligen Bezirken der DDR Cottbus und Magdeburg das Trinkwasser auch mit Fluoriden angereichert. Ein „Experiment“, was im heutigen Deutschland der Bedenkenträger unmöglich wäre. Ich habe in einem dieser Bezirke als Kind gelebt. Mir geht es gut und meine Zähne sehen den Zahnarzt nur einmal im Jahr zur Kontrolle. Ich meine auch, dass es Statistiken zur Kariesentwicklung und Vergleiche zwischen den „Versuchsbezirken“ und anderen „fluoridfreien“ damals gab. Habe nur keine Zeit danach zu suchen.

  16. Maexx | Permalink

    Ich hab mich jetzt ziemlich lange mit diesem Thema auseinandergesetzt, eben weil diese Diskussion schon so alt ist, wie die Entdeckung selbst. Und wenn sich derartige Bedenken so hartnäckig über einen längeren Zeitraum halten, sollte man dem doch mal auf den Grund gehen. Irgendwas Wahres muss ja dran sein, wenn die Befürworter das nach so vielen Jahren nicht zu einem zweifelsfreien Fakt untermauern konnten.
    Man kann den Spieß dahingehend leicht umdrehen, mittlerweile existieren mindestens genau soviel Kritiker, wie Befürworter. (Leider kann ich da nicht mit Statistiken oder Studien dienen die von Nestlé unterstützt wurden, sonst wären sie vielleicht glaubwürdiger)
    (http://www.orthomolecular.org/library/jom/2001/pdf/2001-v16n02-p073.pdf,

    selbst Wikipedia muss hier einräumen“...Durch den weitverbreiteten Gebrauch von Fluoriden beobachtet man heutzutage das Phänomen der „verborgenen Karies“. Kleine Kavitäten in den Fissuren oder Zahnzwischenräumen breiten sich in Richtung des Dentins aus, ohne zu einer nennenswerten Schädigung der Schmelzschicht zu führen. Dadurch bleibt lange Zeit bei flüchtiger Untersuchung der Eindruck eines gesunden Gebisses. Röntgenaufnahmen sind inzwischen eine zuverlässigere Diagnosetechnik.“ http://de.wikipedia.org/wiki/Zahnkaries

    http://www.hsph.harvard.edu/news/features/fluoride-childrens-health-grandjean-choi/

    http://jada.ada.org/content/141/10/1190.abstract

    http://www.mensch-und-zahn.de/40857/40920.html
    … Gibt etliche.)
    Sicher findet jeder, der nach einer bestimmten Aussage sucht, auch die passende Statistik oder Studie. (angeblich gibt es ca. 300.000 Untersuchungen, die die kariesprotektive Wirkung von Fluoriden bewiesen haben sollen. Wirklich beeindruckend. Fast so beeindruckend wie die 30 Millionen Artikel und Studien, die weltweit die Ungefährlichkeit des Rauchens belegt haben.)
    Ich finds schade, das offenbar so wenige, wirklich gute Artikel zu dem Thema existieren, dieser reiht sich nahtlos bei den schlechteren ein… Will er doch ganz offensichtlich nur erreichen, Menschen, die eine gesunde Skepsis besitzen, zu diffamieren. Die wenigsten „Gegner“ bemängeln die „Funktion“ von Fluorid, denn tatsächlich, härtet es den Zahnschmelz, aber zu welchen Preis und macht das tatsächlich Sinn?
    Bei Ihrer eingehenden Recherche haben Sie sicher auch etwas über Xylitol (Birkenzucker) gelesen? Bestimmt. Wieso haben Sie denn nichtmal dieses spannende Thema mit eingebunden, oder wollen Sie gar nicht, dass die Menschen wissen, dass es da ein natürliches Produkt gibt, das nachweislich erheblich zur Kariesprophylaxe beitragen kann (Und nicht nur das, der menschliche Organismus kann damit noch weitaus mehr anfangen), sofern auch jeder davon wüsste. Statt Ihre eigenen Interessen und Glaubensbekenntnisse durchzudrücken, hätten Sie doch durchaus auch darüber einen wunderbaren Artikel verfassen können, ohne das jemand Sie für einen Verschwörungstheoretiker hält. Weil Wirkungsweise und Wirkungsart tatsächlich unbestritten und durch Studien zu belegen sind. Hier hätten Sie sich wunderbar austoben können. Aber, hier durchzieht den Autor dieselbe Krankheit, von denen die meisten Journalisten schon infiziert sind. Schade eigentlich.

    "Chemie-Fluorid ist identisch mit Natur-Fluorid, da gibt es keinen Unterschied. Hundertprozentig natürliches Kochsalz stellt mit Schnecken grausame Dinge an, und das Flourid in Rattengift lässt die Nager jämmerlich verenden.“
    Mit Verlaub, das ist doch absoluter Nonsens. Da frag ich mich ernsthaft wer Ihnen gestattet, derartigen zusammenhangslosen Mist zu veröffentlichen.
    Was Salz (und da ist es scheißegal ob fluoridiertes, oder nicht) mit Schnecken anstellt, hat wohl jeder als Kind ausprobiert, das hat nix mit dem Fluorid zutun, sondern mit der äußeren Zellmembran der Schnecke, sicher schmerzt es Ihnen auch, wenn Sie in eine tiefe Schnittwunde Salz streuen (es gibt übrigens auch Tiere, denen überhöhter Salzkonsum gar nix anhaben kann). Nun mit dem Rattengift haben Sie zweifelsohne Recht (steckt ja im Namen) das hat aber sicher nix mit dem Salz zutun, wie sie aber wenigstens am Rattenbeispiel mitbekommen haben, eher am Natriumfluorid.
    Die tatsächlich interessanteste Aussage in Ihrem Artikel ist aber, dass Sie allen Ernstes behaupten wollen, dass Chemie-Fluorid dem Natur-Fluorid identisch wäre? Ist das wirklich Ihre Überzeugung? Die Quelle, in der Sie diese infame Behauptung gefunden haben, möchte ich nur zu gerne sehen… Spätestens hier haben Sie sich, in meinen Augen, ihre Ernsthaftigkeit als Journalist verspielt.
    Im Umkehrschluss würde das bedeuten, dass man in beiden Fällen wenigstens von Natriumfluorid ausgehen müsste. Was wiederum bedeuten würde, dass sich Mutter Natur selbst vergiften würde, wenn sie tatsächlich so dämlich wäre ein Fluorid zu erzeugen, dass gut wasserlöslich ist und sich dann demnach durch jede Faser der Natur bewegt. Und ich blöde Kuh hab gedacht, dass die Natur wenn überhaupt eher ein schwer wasserlösliches Fluorid (z.B. Kalziumfluorid) produziert, eben um Fressfeinde abzuwehren (Deshalb, welch mysteriöser Zufall, dass es grad die Pflänzchen sind, die im Verdacht der Fluoridproduktion stehen). Und wenn man Ihrer Behauptung tatsächlich glauben schenken dürfte, sind Vegetarierer und Veganer absolut überfluoridiert und müssten sich auf einen langsamen, qualvollen Tod einstellen. Komisch, dass auf Salaten, Fischen, Nüssen und co. kein Warnhinweis steht. Das wiederum macht eine Fluoridierung dann aber eigentlich sinnlos?!

    Vielleicht haben Sie sogar Recht und es ist hier In Deutschland noch möglich, sich zumindest höherer Mengen zu erwehren, aber das macht die Sache doch nicht weniger wichtig. Ich kann den Schrott „die Dosis mache das Gift“ einfach nicht mehr hören, denn es sind nicht wenig Gifte, die man in diese Rechnung mit einbeziehen muss. Und sicher kann mir hier auch keiner Aufschlüsseln, wieviele Gifte ich den lieben, langen Tag, in welchen Dosen so in mich reinstopfe, unwissentlich und ob die mit irgendwelchen Wehwehchen einhergehen, in einer Wechselwirkung sogar schlimmeres verursachen (Fluorid und Jod muss man ja glücklicherweise nirgendwo mit angeben). Leute, die sich für diesen Wahnsinn aussprechen kann ich nur raten, sich unbedingt zu entgiften und dann vielleicht nochmal klar darüber nachzudenken. Wie kann es verflucht nochmal sein, dass es für derartige, schwachsinnige Vorhaben auch noch Befürworter hergeben und diese sich auch noch in diesen Chor mit einreihen und versuchen zu beschwichtigen. Obwohl gerade hier aufgeklärt werden sollte und zwar ordentlich, mit „hier haste ne Studie und ne Aussage von irgend so nem Arzt, alles unbedenklich“ ist es für mich nicht getan.
    Man muss kein Verschwörungstheoretiker sein, um die Schieflagen dieser Welt zu erkennen, wahrlich nicht. Sie alle lesen/sehen bestimmt tagtäglich auf irgendwelchen Plattformen, Ihres Vertrauens, von Lug und Trug, wieso ist es dann so schwer, sich von medialen Dogmen zu lösen? Gerade 9/11 ist doch ein Paradebeispiel, hat doch ein Gericht tatsächlich bestätigt und entschieden, dass öffentliche Medien nachweislich und vorsätzlich gelogen haben (Meine Güte, sie alle werden es kaum fassen, beschuldigte waren die Öffentlich-Rechtlichen (BBC, grad muss ich überlegen, aber soweit bekannt unterliegen die einem Bildungsauftrag und ich dachte immer, dass jene gewährleisten, dass ich an wahrhaftige Informationen komme) in England).
    Sie selber warnen doch vor einseitiger Recherche und tun’s aber kein Deut anders, ganz im Gegenteil! Eine Medaille hat doch immer 2 Seiten, oder etwa nicht? Ich verstehe diese Lethargie einfach nicht. Es ist kein(!) Kavaliersdelikt, dass man sich über die Interessen der Menschheit hinwegsetzt im Zuge eine Massenindustrialisierung.. So what, wo sind wir hier? Ich bin ein ein junges Mädchen in den Zwanzigern und betrachte den Trend, den wir gehen, sehr, sehr kritisch, aber vor allem begleitet von jeder Menge Wehmut. Ich find es so wahnsinnig traurig, dass wir der Natur immer schneller und weiter entrücken, ja sogar zum erklärten Feind machen. Wir haben unsere Wurzeln verloren. Haben es geschafft, innerhalb kürzester Zeit, vermutlich die kürzester Zeit der Menschheit, einen Planeten in den Ruin zu „wirtschaften“ und das findet tatsächlich niemand komisch, oder befremdlich? Die WHO hat prognostiziert, dass bis zum Jahre 2025 höchstwahrscheinlich die Zahl der Krebserkrankten um 70% (!!!) steigen wird!!! Hallo? Das findet niemand komisch? Sind das alles Raucher und Sonnenanbeter? Wohl kaum. Ich bin empört, dass sich niemand aufregt… Stattdessen wird alles erstmal stupide für gut befunden, was Studien und Ärzte belegen. PAH! Wann erkennt denn auch der Letzte, dass man sich mit Geld einfach alles kaufen kann, ja, jedes Recht der Welt kann ich mir kaufen.
    Ouh man, ich hoffe inständig, dass man mit dieser modernen Hexenverbrennung der Verschwörungstheoretiker endlich aufhört und zusammen agiert. Diesen Hass und Unmut untereinander zu säen ist doch absolut albern, das sag ich als junge Mittzwanzigerin, man möchte meinen, Menschen die mein Alter übersteigen, sollten es eigentlich noch besser wissen. Ich hab sogar in der Schule gelernt, dass Teamwork wesentlich effektiver ist, gerade wenn diese konträre Ansichten hat. Hat sich der Mensch tatsächlich zum Einzelgänger entwickelt? Kann keiner mehr in einer Sippschaft leben, weil der Stolz einem im Weg steht? Ist Solidarität tatsächlich nur noch in Geld zu bemessen? Warum wurde ich in so eine ignorante Welt geboren, die es scheinbar einen Dreck schert, was mit ihren Grundrechten geschieht und den folgenden Generationen? Getreu dem Motto: Nach mir die Sintflut. Bringt ihr das euren Kindern bei?

    Ich hab es satt, das Leute wie ihr, dazu aufrufen, wegzugucken, statt solidarisch zu sein, ihr seid die, die meine Generation zum Fresse halten motiviert und das obwohl es mehr als genug Gründe gäbe, sich zu erheben und die Fresse so weit wie möglich aufzumachen.

    Oh wow, 50 Jahre länger? Ändert das irgendwas an einer nicht vorhandenen Lebensqualität? Super, kurz vor der Rente fangen die Wehwehchen so richtig an und ich zahl nochmal deftig in die KK, wenn ich schon runzlig bin. Schleppe mich im Grunde nur noch von Arzttermin zu Arzttermin, schlucke diverse Pillen und freue mich dann meines Lebens, weil die Rente vorne und hinten nicht reicht, das sieht ja nach einem wunderbaren Leben aus, welches uns da alle erwartet. Vor allem für mich, weil ich mich überhaupt nicht der Illusion hingebe in meiner Rente auch nur im Ansatz irgendeinen Anspruch auf Hilfe zu haben. Leben wir irgendwie in einem unterschiedlichen Deutschland? Oder sind Sie schon so alt, dass sie demnächst ne fette Rente kassieren und erfreuen sich sogar noch bester Gesundheit? Wissen Sie, es gibt tatsächlich noch Gemeinden, deren Einwohner ohne diese ganzen Zusätze bis zu 100 Jahre alt werden. Huch, ohne Fluorid, wie geht denn sowas? Und die haben sogar, jetzt halten Sie sich kurz fest, noch alle Zähne, mit fast 100? Ich hab hier noch nie jemanden über 60 mit einem kompletten Gebiss gesehen! Wie erklären Sie sich das denn, Torben Hofmeister?
    http://www.sueddeutsche.de/leben/ecuador-tal-der-hundertjaehrigen-ohne-fleiss-kein-greis-1.44404

    • Martin Ballaschk | Permalink

      Ernsthaft?

      Also ich hab noch nie Schnecken mit Salz gequält, auch als Kind nicht. Mein Gott, als nächstes sagen sie noch, dass sie Frösche aufgeblasen haben?!

      Ekelhaft!

  17. Pleistos | Permalink

    Erst einmal möchte ich mich für den Artikel bedanken. Ich finde ihn sehr gut geschrieben und ich habe mich beim Lesen wunderbar darüber amüsiert :) .

    Ich wollte dir dazu gratulieren, dass du nun offiziell von NewsTopaktuell in die Pharma-Ecke verbannt. Ich würde das als persönlichen Ritterschlag nehmen :)

    • Martin Holzherr | Permalink

      Nicht kleine Fluoridaufnahmen von 1-4 mg/l, sondern deutlich höhere Fluoridmengen scheinen tatsächlich mit hoher Wahrscheinlichkeit neurotoxisch auf Kinder zu wirken.
      Hierzu gibt es die Sammelstudie Developmental Fluoride Neurotoxicity: A Systematic Review and Meta-Analysis welche viele solcher Studien zusammenfassend ausgewertet hat, wobei die meisten aus China stammen, einem Land in dem das Trinkwasser fluoriert wird und zwar mit teils sehr hohen Dosen.Man liest: "The exposed groups had access to drinking water with fluoride concentrations up to 11.5 mg/L"
      Die Autoren schreiben sogar, in Industrieländern seien heute Trinkwasserfluorierungen typischerweise im Bereich von 1 mg/L, in China aber viel höher. (Zitat)"Multiple epidemiological studies of developmental fluoride neurotoxicity were conducted in China because of the high fluoride concentrations that are substantially above 1 mg/L in well water in many rural communities"

      Allerdings scheint es auch eine neuere Studie zu geben, die negative Effekte schon in Dosen unerhalb 1mg/l Wasser nachgewiesen haben soll.Die Autoren der Metaanalyse schreiben dazu:

      A recent cross-sectional study based on individual-level measure of exposures suggested that low levels of water fluoride (range, 0.24–2.84 mg/L) had significant negative associations with children’s intelligence (Ding et al. 2011). This study was not included in our meta-analysis, which focused only on studies with exposed and reference groups, thereby precluding estimation of dose-related effects.

      Das wäre deutlich unterhalb der Menge, bei der beim Erwachsenen neurotoxische Effekte nachgeweisen werden können. Die Autoren der Metastudie kommen zum Schluss, dass neurotoxische Effekte von geringen Mengen an Fluoriden auf die Hirententwicklung (also bei Kindern) nicht ausgeschlossen werden können und kommen zum Schluss:

      Our review cannot be used to derive an exposure limit, because the actual exposures of the individual children are not known. Misclassification of children in both high- and low-exposure groups may have occurred if the children were drinking water from other sources (e.g., at school or in the field).

    • Martin Ballaschk | Permalink

      Hallo Ralf.

      etwas anderes habe ich auch nie behauptet. Wir sind uns sicher einig, dass es eine Dosis-Wirkungs-Beziehung gibt: Höhere Dosen haben größere Effekte, geringere Dosen haben geringere Effekte. Ab einer bestimmten Dosis hat man keine Effekte mehr zu erwarten – sonst dürfte man gerade einmal destilliertes Wasser trinken. In Deutschland enthält das Trinkwasser meistens sehr geringe Mengen Fluorid, aber es ist immer noch etwas drin.

      Ich zitiere einfach mal aus dieser BfR-Stellungnahme:

      In Deutschland sind die Fluoridgehalte des Trinkwassers im allgemeinen niedrig (mehr als 90% des Trinkwassers enthalten weniger als 0,3 mg Fluorid pro Liter) [...] Wie für viele Stoffe gilt auch für Fluorid, dass die Dosis (Menge) darüber entscheidet, ob ein Stoff schädlich ist. Fluorid hat in einem niedrigen Dosisbereich eine günstige Wirkung (Kariesverhütung), in einem hohen Dosisbereich eine unerwünschte Wirkungen[sic]. [...] Es gibt Gegenden auf der Welt mit sehr hohen Fluoridgehalten im Wasser in Abhängigkeit von vulkanischer Tätigkeit und geologischen Besonderheiten. Trinkwasser mit Fluoridgehalten von mehr als 4 mg pro Liter haben z.B. in China und Indien zu gesundheitlichen Schäden geführt, die Knochen und Zähne betreffen.
      Bei den Fluoridmengen, die in Deutschland üblicherweise mit dem Trinkwasser und der Nahrung aufgenommen werden (zusammen nicht mehr als 0,4-1,5 mg pro Tag) werden derartige Schäden an Knochen und Zähnen nicht gesehen.

      Die von dir verlinkte Studie betrachtet Gruppen, die relativ große Mengen an Fluorid aufnehmen. In Deutschland liegt der F--Grenzwert für Trinkwasser bei 1,5 mg/L. In der Studie lagen die Werte außer bei einer Arbeit stets darüber. Martin Holzherr hat freundlicherweise bereits einige wichtige Stellen zitiert. Auch wenn die Qualität der dort betrachteten Studien als sehr heterogen beurteilt wurde, will ich den dort festgestellten Effekt nicht bestreiten. Um die aus vielen Gründen umstrittene Trinkwasserfluoridierung geht es hier aber nicht. Insofern finde ich es müßig, mich dagegen verteidigen zu müssen.

      Ich bestreite aber, dass die Mengen Fluorid, die man über die Zahnpasta in den Körper aufnimmt, überhaupt relevant sind. Es ist sicher nicht für jede Zivilisationskrankheit verantwortlich, wie in dem reichlich bescheuerten Artikel oben behauptet wird.

  18. lies.das | Permalink

    20 Mrd. Schaden nach Fluorid-Panik

    Wie verheerend die Angst vor Fluorid wirkt, zeigte sich in den achziger Jahren. 1984 entstanden es nach einem panisch-homöopatisch inspirierten TV-Magazin-Beitrag (“Monitor”) tausende Elterninitiativen, die verängstigt dafür sorgten, dass die damals regelmäßig verabreichen Fluorid-Tabletten aus allen Kindergärten verbannten. Nachweislich stieg die Karies-Rate bei deutschen Jugendlichen in den folgenden zwei Jahrzehnten von 10 auf 80 (!) Prozent. Die Schweiz machte die damalige Medien-Panik nicht mit – dort blieb die Kariesrate im Vergleichszeitraum (bis heute) unter 10 Prozent. Den Schaden der damaligen Elternpanik trugen Millionen deutscher Kinder mit kaputten Zähnen und (heute) künstlichen Gebissen. Die Heilungskosten für zusätzliche Karies-Erkrankung (im Vergleich mit der Schweiz) kosteten die Krankenkassen (und damit die Bürger) rund 20 Milliarden D-Mark. Erst in den letzten Jahren gelang es, die segensreiche Kariesprophylaxe mit Fluorid ohne großes Aufsehen hysterischer Homöopathen wieder einzuführen.

    Jetzt droht durch irrationale Anti-Fluorid-Kampagnen wie diese eine Wiederholung der typisch deutschen Massen-Hysterie Kariesbakterien-Belastung hat nach neuen Forschungen große Langzeitwirkung. Das betrifft nicht nur Kinder und Erwachsene – selbst die fötale Entwicklung stören Karies-Bakterien nachweislich (mehr Fehlgeburten). Googeln hilft!

  19. Martin Ballaschk | Permalink

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