Oh Schreck: BUND findet Pestizide im Urin von Großstädtern

14. Juli 2013 von Martin Ballaschk in Grünes, Kritisches

„Es ist erschreckend, dass fast die Hälfte der Bewohner von Großstädten in Europa Glyphosat im Körper hat“, findet Hubert Weiger, Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Der BUND und dessen Dachverband Friends of Earth hat ein analytisches Gutachten in Auftrag gegeben, das die Menge des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat im Urin von Großstädter/innen quantifizieren sollte. Die Resultate sind an sich zwar plausibel und die Analysemethode technisch nicht zu beanstanden, allerdings hat der BUND bei der Interpretation der Ergebnisse den guten alten Paracelsus vergessen. 

450px Paracelsus

„Alle Dinge sind Gift,
und nichts ist ohne Gift;
allein die Dosis machts,
dass ein Ding kein Gift sei.“
 

 

 

Paracelsus, der Vater der Toxikologie

 

Wäre ja nicht das erste Mal innerhalb der letzten fünfhundert Jahre, dass das mit der Dosis und dem Gift falsch verstanden wurde. 

Für die Studie wurde ein äußerst empfindliches, wenn auch bisher noch nicht publiziertes Verfahren angewendet. Die Nachweisgrenze lag bei 0,15 Mikrogramm je Liter (µg/L) Urin. Zum Vergleich: ein einzelnes Zuckerkörnchen wiegt zwischen 25 und 250 Mikrogramm, man könnte mit der Methode also ein einzelnes Zuckerkorn in mindestens 10 Liter Flüssigkeit nachweisen. 

Und trotzdem konnte in den Proben von etwa der Hälfte der Studienteilnehmer/innen gar kein Glyphosat nachgewiesen werden, wie Hubert Weigner zu Beginn schon sagte. Das ist aber noch längst kein Grund zum feiern, denn in den restlichen Proben fanden sich Mengen von bis zu 1,8 µg/L – ist dieser maximale Wert denn bedenklich?

Das Bundesinstitut für Risikobewertung rechnet vor (und nimmt mir damit einen Batzen Arbeit ab und macht damit diesen Artikel erst möglich):

Es ist davon auszugehen, dass etwa 20 - 30 % des aufgenommenen Glyphosats aus dem Darm [aufgenommen werden]. Nimmt man an, dass europäische Verbraucher ausschließlich Lebensmittel aufnehmen, die Glyphosat-Konzentrationen im Bereich der jeweils geltenden Rückstandshöchstgehalte [gesetzliche „Maximalmenge“ in Lebensmitteln, M. B.]  enthalten, ergibt sich eine Belastung in Höhe von ca. 0,132 mg/kg Körpergewicht/Tag (ca. 44 % [der erlaubten Tagesdosis] von 0,3 [mg je kg Körpergewicht je Tag]). Geht man davon aus, dass das mittlere Körpergewicht 60 kg beträgt (ob dies auf die Probanden zutrifft, ist nicht bekannt), sind dies 7,92 mg/Tag pro Person. Geht man weiterhin davon aus, dass 20 - 30 % davon in den Urin gelangen und pro Tag 1,5 - 2 L Urin gebildet werden, errechnen sich Urinkonzentrationen im Bereich von 0,79 - 1,58 mg/L [also 790 - 1580 µg/L]. 

Man beachte: dieser Wert liegt noch im gesetzlichen Rahmen, obwohl er zwischen etwa fünfhundert bis tausendmal höher liegt, als die am stärksten belastete Probe aus der BUND-Studie. Denn egal, wie man zu Unkrautvernichtungsmitteln wie Glyphosat steht: ihre Verwendung ist erlaubt und gesetzlich reglementiert. Landwirte setzen es auf ihren Feldern ein und ein Teil wird auch von den Nutzpflanzen aufgenommen. Deswegen existieren Grenzwerte für die Gehalte in Lebensmitteln, die ausschließen sollen, dass eine zu hohe Dosis das Pestizid zum Gift macht. 

Denn in diesen geringen Dosen ist Glyphosat kein Gift.

 In unserer Nahrung sind abertausende von Substanzen, die in der entsprechenden Dosierung giftig wären: Kalium etwa verursacht schwere Herzrhythmusstörungen, aber Bananen enthalten relativ viel davon und gelten deshalb sogar als gesund! Viele natürliche Stoffe, die die Pflanzen selbst produzieren, werden als krebserregend diskutiert, von den meisten Pflanzenstoffen weiß man aber nichts über ihre genaue Wirkung auf den menschlichen Körper. Und wenn der Chefredakteur von Ökotest in dieser beschämenden ZDF-Sendung sagt: „Der Mensch, der braucht Nährstoffe, Mineralien, Vitamine, aber er braucht keine Pestizide – die sind und bleiben Gift, in jeder Menge“ – dann ist das einfach falsch. Es macht also keinen Sinn, eine kleine Gruppe von Substanzen wie die synthetischen Pestizide pauschal und dosisunabhängig zu verteufeln. Im Gegenteil, denn diese Stoffe sind gesetzlich vorgeschrieben sehr genau charakterisiert, und dürfen daher bei Einhaltung der wissenschaftlich bestimmten Grenzwerte als unbedenklich gelten. 

Die Studie wurde mit dem Preis der „Unstatistik des Monats Juni 2013“ gewürdigt. Prof. Wolfgang Krämer spricht in der Urteilsbegründung einen weiteren Mangel der Studie an:

Zum einen ist es schlicht unmöglich, aus einer Stichprobe von zehn Personen auf die gesamte deutsche Großstadtbevölkerung rückzuschließen. Zum anderen sagt allein die Existenz eines Schadstoffs noch nichts über dessen Gefahrenpotenzial aus. [...] „Das Aufspüren kleinster Schadstoffmengen hat zur Folge, dass überall alles gefunden wird.“

Denn die eigentlichen Probleme fangen bei der Überinterpretation der dürftigen Ergebnisse an. Nicht nur der BUND findet die eigenen Befunde natürlich „erschreckend“ und behauptet atemlos, dass man mit „verheerenden“ Gesundheitsschäden bis hin zu „irreversible[n] Auswirkungen auf besondere Lebensabschnitte […], etwa auf eine Schwangerschaft“ rechnen könne; sondern auch schon die ersten Politiker/innen, darunter Brigitte Zypries tönen:

„Aktuelle Studien zum Einsatz des Pflanzenschutzmittels Glyphosat sind Anlass zur Sorge. Was das Spritzmittel im menschlichen Körper auslösen kann, ist umstritten und unklar. [E]ine Untersuchung des BUND hat Glyphosat im Urin von 70 Prozent der Stadtbewohner in Deutschland und in 18 europäischen Ländern festgestellt. Außerdem hatte das Magazin Ökotest das Herbizid in Brötchen, Mehl und Haferflocken gefunden. […]“

Kompetenzteam von Peer Steinbrück, my ass! 

Harald Ebner, grüner Sprecher für Agrogentechnik meint angesichts des BUND-Berichts:

Es ist ein Skandal, dass die Bundesregierung trotz zahlreicher Anlässe nicht längst eigene Studien zur Glyphosat-Belastung in Auftrag gegeben hat. Es ist nicht Aufgabe des BUND mit Spendenmittel den Job der Bundesregierung zu erledigen. Damit versagt die Bundesregierung eklatant bei der Risikovorsorge zum Schutz der Bevölkerung. Die Gefährlichkeit von Glyphosat wird seit Jahren angemahnt und wiederholt wissenschaftlich belegt.

So wird aus einer Mücke ein Zoo aus Elefanten gemacht, die man auf die Bevölkerung loslässt, und die in heller Panik das Weite sucht. Oder auch nicht – gerade von den Grünen ist man unwissenschaftliche Panikmache ja inzwischen gewöhnt.

***

P.S.: Hinzu kommen noch ein paar methodische Mängel der Studie, die aber den Befund der geringen Hintergrundbelastung nicht infrage stellen: Nirgends werden die Studienteilnehmer/innen charakterisiert (Geschlecht, Alter, Körpergewicht, Ernährung, wie wurde die Stichprobe gewonnen), oder auch die Proben (wann und von wem entnommen, was wurde vorher gegessen, getrunken). Die Zahl der Teilnehmer/innen war mit 182 Personen auch eher klein und wahrscheinlich nicht repräsentativ. Viel mehr lässt sich dazu aber nicht sagen, es steht einfach nichts dazu im Bericht.

Links

Änderung 15.07.2013: „Unstatistik“ hinzugefügt. Dank geht an Torben Hoffmeister und Martin Holzherr!


    31 Kommentare zu “Oh Schreck: BUND findet Pestizide im Urin von Großstädtern”

    1. Martin Holzherr Antworten | Permalink

      Grüne:THC imUrin gut,GlyphosphatSchlecht

      Ergänztes Zitat Chefredakteur Ökotest:
      "Der Mensch, der braucht Nährstoffe, Mineralien, Vitamine (und zum Vergnügen Hasch) aber er braucht keine Pestizide". Ökos unterstützen nicht selten die Legalisierung von Haschisch und viele werden deshalb nichts dabei finden wenn THC im Urinund damit auch im Abwasser  gefunden wird.  Ein noch besseres Beispiel ist Kokain, da es gut wasserlöslich ist. Kokain zählt auch zu den Mikroverunreinigungen, die Kläranlagen passieren und gelangt somit wieder ins Trinkwasser. Man liest da: "Denn nebst Antibabypille und Antibiotika hinterlassen auch die Abbauprodukte von Kokain ihre Spuren im Abwasser. "
      Etwas Hasch und Kokain im Trinkwasser, daran werden sich Ökos und Grüne kaum stören, denn das nehmen Menschen ohnehin schon ein, also kann es nicht grundsätzlich schlecht sein. Glyphosphat aber, dass zudem noch häufig im Zusammenhang mit GM-Food steht, das gehört auch in homöopathischen Dosen nicht ins Trinkwasser. Könnte doch potenziert wirken oder? Wusste doch schon Hahnemann!

    2. Stefan Antworten | Permalink

      It's Wahlkampf, baby!

      Da sich mit Bahnhofsverhinderung und Atomtod derzeit nicht agitieren lässt, machen die rotgrünen Hysteriker jetzt eben auf gentechnikfrei und Pestizide. Politische Verantwortung sieht anders aus.

    3. chris Antworten | Permalink

      Steckt da irgendwo noch ein Kommentar von mir im Systemfest?

      [Offenbar ja. M.B.]

      [Nachtrag: Wir verabschieden uns von chris. M.B.]

    4. Mona Antworten | Permalink

      Klärung des Sachverhalts

      Ich frage mich, warum man der Sache nicht einfach mal emotionslos auf den Grund gehen kann. Die untersuchten Urinproben, der insgesamt 182 Stadtbewohnern aus 18 europäischen Ländern, fielen ja recht unterschiedlich aus. Es könnte doch theoretisch sein, dass es in manchen Ländern Probleme mit der richtigen Dosierung des Mittels gibt, weil die Dosierungsanweisung nicht richtig befolgt wurde und/oder der richtige Einsatzzeitpunkt und die Wartezeit nicht eingehalten wurden.

      Nebenbei bemerkt: Es gibt 83 verschiedene glyphosathaltige Produkte, die allein in Deutschland zugelassen sind. Einige von ihnen werden nicht nur in der Landwirtschaft, sondern auch von Hobbygärtnern eingesetzt. Und bei manchen Anwendern ist oft noch die Meinung verbreitet: Viel hilft viel.

      https://portal.bvl.bund.de/psm/jsp/ListeMain.jsp?page=1&ts=1373792943700

    5. Martin B. Antworten | Permalink

      @ Mona:

      Das wäre sicher interessant, aber der BUND-Bericht gibt ja leider nicht viel an Informationen her. Es sind ja sehr einfache Erklärungen denkbar: Ich stelle mir vor, dass Morgenurin höher konzentriert ist, als wenn man vorher viel getrunken hat. Vielleicht hat das einfach etwas mit Ernährungsgewohnheiten, oder sogar mit dem Alter zu tun. Ältere Leute nehmen weniger Flüssigkeit zu sich. Nichts davon ist aber im Bericht dokumentiert.

      Das heißt, die Unterschiede zwischen den Werten sagen nicht viel aus, wenn man die Rahmenbedingungen nicht kennt. Dem BUND wird das egal sein, denn solche Untersuchungen werden ja in der Regel mit Hintergedanken beauftragt - ich gehe davon aus, dass der BUND hier gezielt etwas finden wollte, was man zu einer sensationalistischen Pressemitteilung aufblasen kann.

    6. Kathrin Siebert Antworten | Permalink

      der Begriff Pestizid ist ein Reizwort

      geworden, so wird von vornherein Übel antizipiert und auf der Basis kann man dann solche Nachrichten lancieren, die nicht mehr hinterfragt werden. Dass Pestizide eine Funktion haben, gerät dabei aus dem Blickfeld, ebenso, und dass Pestizide in der Regel (Ausnahmen gibt es leider sicher, und auch die Biolandwirtschaft ist da nicht engelsgleich) kontrolliert angewendet werden, wissen denke ich, auch viele nicht. es ist "Chemie", als würde nicht nur die Dosis einen Unterschied machen, sondern auch die Form der Erzeugung, als sei ein "natürliches" Gift weniger giftig/schädlich.
      Man müsste mal darstellen wie Landwirtschaft (und Viehzucht)* vor 100 Jahren ausgesehen haben, das würde heute keiner mehr wollen, aber dahin scheinen die Phantasien zu gehen - als habe es irgendwann die ideale ("natürliche") Erzeugung von Lebensmitteln gegeben.
      * in Bezug auf die medizinische Versorgung gibt es da ja auch Parallelen

    7. Martin Holzherr Antworten | Permalink

      Wenn Wissen über Unwissen zur Macht wird

      Wenn Pestizide an der Grenze zur Nachweisbarkeit nicht nur die gewöhnlichen deutschen Bürger aufschrecken können sondern sogar sachverständige und sicher gut beratete Politikerinnen wie Brigitte Zypries auf den Plan rufen, dann haben wir wohl ein vielleicht nicht mehr ganz neues, dafür aber sehr wirksames Medien-Phänomen vor uns. Und ich behaupte: Der Kern dieses Medien-Phänomens ist es, mit dem Unwissen und der Unsicherheit des Lesers zu spielen. Der Zweck des Unterfangens besteht darin, den Leser und Bürger mittels eines Messwerts von der Gefährlichkeit einer Substanz oder einer Situation zu überzeugen obwohl kein Grenzwert überschritten wurde. Letztlich läuft die Methode genau auf die oben zitierte Aussage eines TV-Menschen hinaus:
      „Der Mensch, der braucht Nährstoffe, Mineralien, Vitamine, aber er braucht keine Pestizide", was nichts anderes heisst als schlecht und gefährlich bleibt schlecht, selbst wenn es noch so wenig ist.

      Ein weiteres gutes Beispiel für diese Medien- und Aktivistenmasche, die mit der Angst arbeitet findet sich in der SonntagsZeitung (Zürich) vom 14. Juli 2013. Dort liest man unter der Überschrift: "Radioaktivität im Bielersee" (Verlinkter Bericht ist nur ein Hinweis)über einen Fund von 41 Bequerel radioaktiven Cäsiums 137 pro Liter Wasser. 41 Bequerel ist weniger an Radioaktivität als in vielen natürlichen Gewässern vorkommt.
      Doch die gänige Lehrmeinung ist in Bezug auf die Radioaktivität, dass es keinen Grenzwert gebe ab dem sie unschädlich sei. (Zitat)"Trotzdem sei klar, dass jede zusätzliche Menge im Körper das Krebsrisiko ein bisschen erhöht und deshalb zu vermeiden sei"

      Es bleibt also beim Leser haften: Das Risiko für Krebserkrankungen oder generell für eine Schädigung habe sich durch eine noch so kleine zusätzliche Radioaktivitätsmenge oder Pestizidmenge erhöht.

      Was man aber in solchen alarmistischen Medienberichten nie oder kaum je findet sind Berechnungen um wieviel das Risiko im schlimmsten Fall zunehmen würde. Zum Beispiel unter der Annhame einer linearen Dosis-Wirkungsbeziehung bis hin zu allerkleinsten Konzentrationen. Denn man findet dann oft Risikozunahmen im Promillebereich.

    8. Statistiker Antworten | Permalink

      Herr Holzherr

      hiermit haben Sie sich als Mensch disqualifituert:

      "Der Mensch, der braucht Nährstoffe, Mineralien, Vitamine (und zum Vergnügen Hasch) aber er braucht keine Pestizide".

      Ich mag die Grünen auch nicht, aber denen generell Drogenmissbrauch zu unterstellenn, ist unter aller Sau. Das ist peinlichst und billigste Polemik!

    9. Martin Holzherr Antworten | Permalink

      @Statistiker Welche Substanzen sind gut?

      Ich unterstelle den Grünen keinen Drogenmissbrauch, wenn ich schreibe:
      "Der Mensch, der braucht Nährstoffe, Mineralien, Vitamine (und zum Vergnügen Hasch) aber er braucht keine Pestizide"., denn
      1) kann man durchaus der Meinung sein, Alkohol und Nikotin seien genauso Drogen wie Hasch
      2) Geht es mir darum zu zeigen, dass es schwierig ist eine klare Grenze zu ziehen. Deshalb wollte ich die "Halal"-Liste, die hier angeboten wurde (Zitat)"Der Mensch, der braucht Nährstoffe, Mineralien, Vitamine " etwas in Frage stellen.

      Wer einen Satz sagt wie "Der Mensch, der braucht Nährstoffe, Mineralien, Vitamine aber keine Pestizide" ist sowieso ein Scharlatan, wenn er damit nahelegen will, man dürfe überhaupt keine Pestizide mehr nachweisen können. Mit den heutigen ultraempfindlichen Messverfahren finden sie kleinste Mengen von irgendetwas fast überall (für eine homöopathische Verdünnungen auf D30 reicht es dennoch nicht).

    10. Max Antworten | Permalink

      Einfach zu sagen es liegt 500fach unter dem gesetzlichen Grenzwert ist genauso unwissenschaftlich, denn der gesetzliche Grenzwert sagt nichts über die Schädlichkeit aus. Nur mal als Beispiel der gesetzliche Grenzwert für Handystrahlung wurde im laufe der Zeit um über 6 Zehnerpotenzen (also Faktor 1.000.000) gesenkt.

      Wenn man wissenschaftlich Argumentieren will sollte man fundierte Studien als Vergleichswerte nehmen. Wenn die nicht existieren ist der gesetzliche Grenzwert auch einfach nur eine willkürliche Grenze.

    11. Martin Holzherr Antworten | Permalink

      @Max :Grenzwerte basieren auf Studien

      Grenzwerte liegen typischerweise deutlich unter den Werten, die in Versuchen eine Schädigung bewirkten. Dies zu ihrer Aussage:
      "der gesetzliche Grenzwert sagt nichts über die Schädlichkeit aus"

      Wenn folgendes stimmt (Zitat)"der gesetzliche Grenzwert für Handystrahlung wurde im laufe der Zeit um über 6 Zehnerpotenzen (also Faktor 1.000.000) gesenkt", so kann dies daran liegen, dass
      1) Neuere Studien schon bei geringeren Intensitäten von elektromagnetischen Wellen im Mobilfunkbereich Schädigungen nachgewiesen oder mindestens nicht ausgeschlossen haben
      2) Die neuen Mobilfunkgerätegeneration nicht mehr auf die früheren Intensitäten angewiesen ist

      Sehr schön werden die Überlegungen zur Grenzwertfestlegung im Wikipedia-Artikel Grenzwert (Rechtswissenschaft) dargelegt, wo man liest:
      "Grenzwerte sind also rechtliche Festlegungen, die in der Regel auf wissenschaftlichen Erkenntnissen über Schädlichkeit und Gefährlichkeit von Störgrößen beruhen.

      In manchen Fällen spielen neben der Schädlichkeit von Störgrößen auch Kosten/Nutzenüberlegungen oder politische Prioritäten eine Rolle für die Festlegung von Grenzwerten. So etwa müssen in Deutschland Lärmgrenzwerte, die beim Neubau oder Ausbau von Straßen einzuhalten sind und auf Erkenntnissen hinsichtlich der Schädlichkeit von Lärm, etwa der Verursachung von Herz- und Kreislauferkrankungen, beruhen, nicht an bestehenden Straßen eingehalten werden. Dort ist erst bei einem viel höheren Wert eine Sanierung vorgesehen( 16. Straßenlärmschutzverordnung).

      Neue Erkenntnisse über die Gefährlichkeit von Stoffen oder Störgrößen oder Neubewertungen können zu einer Verschärfung also Absenkung von Grenzwerten oder zu einer Erhöhung von Grenzwerten führen."

    12. merdeister Antworten | Permalink

      Grundannahme

      Vielleicht ist das Glyphosat potenziert: Je weniger desto schlimmer!

      Die nächste Schlagzeile wäre dann:

      "BUND findet kein Glyphosat im Urin. Mindestmenge gefordert."

    13. Ulf Lorenz Antworten | Permalink

      @Max

      Soso, der Grenzwert fuer Mobilfunkstrahlung wurde also um 6 Zehnerpotenzen herabgesetzt.

      Mal ueberlegen: Der Grenzwert liegt in der Groessenordnung von W/kg. Ein Faktor von eine Million mehr ist also MW/kg. Pro Sekunde und Kilogramm also etwa 1 MJ. Um 1 kg Wasser zu verdampfen, benoetigt man etwa 2 MJ. Dein behaupteter Grenzwert waere also so hoch, dass der betroffene Mensch innerhalb von Sekunden verdampfen wuerde.

      Weisst du was? Ich glaube Dir deine Grenzwertbehauptung nicht.

    14. torben hoffmeister Antworten | Permalink

      empörte Scheinheiligkeit

      Die Meldung hat sich den Preis der Unstatistik des Monats verdient: http://www.unstatistik.de/
      Aber von solchen fragwürdigen Preisen werden sich die grünen oberempörten Scheinheiligen nicht irritieren lassen. Ach wäre es doch schön, man könnte solche wie den Ebner oder den Chefradeakteur von Ökotest mit ihrer eigene Vision glücklich machen: Geben wir Ihnen 1 ha oder auch 10 ha Land und lassen wir sie so romantisch ackern wie vor 200 Jahren, inklusive Mutterkorn. Auch wenn sie den Menschen nur Unfug zumuten, so schlau werden sie dennoch sein, auf dieses Angebot nicht einzugehen.

    15. Martin Holzherr Antworten | Permalink

      BUND-Pestzid:HighlightsAus"unstatistik"

      Hier ein paar erhellende Aussagen aus dem "unstatistik"-Artikel "Vergifteter Urin"

      Meldung: „Bei 70 Prozent aller deutschen Großstädter konnte das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat im Urin nachgewiesen werden“

      " Sie wurde [die Meldung] auch von anderen Medien übernommen und ist aus mindestens zwei Gründen als grober statistischer Unfug einzuordnen: Zum einen ist es schlicht unmöglich, aus einer Stichprobe von zehn Personen auf die gesamte deutsche Großstadtbevölkerung rückzuschließen. Zum anderen sagt allein die Existenz eines Schadstoffs noch nichts über dessen Gefahrenpotenzial aus."

      Aufschlussreich auch folgendes:
      "Wie der weltweit angesehene Nahrungsmittelchemiker Bruce Ames in mehreren Untersuchungen nachgewiesen hat, sind chemische Umweltgifte im Vergleich zu natürlichen Schadstoffen quantitativ weitgehend unerheblich. Mehr als 99% aller Pestizide, welche Menschen essen, werden von den Pflanzen selbst erzeugt, in der Regel zum Schutz vor Schädlingen, weniger als 1% sind synthetisch. Und nahezu alle diese Gifte und sonstigen krebserregenden Substanzen, ob natürlich oder synthetisch, sind in Spuren in so gut wie allem enthalten, was wir im Supermarkt kaufen. Etwa die Hälfte aller Krebserkrankungen sind hingegen verhaltensbedingt und werden durch Rauchen, Fettleibigkeit, zuviel Alkohol und ungesunde Ernährung verursacht."

    16. Martin B. Antworten | Permalink

      @Torben Hoffmeister, @Martin Holzherr:

      Ha, das ist ja großartig! Das wird mit Zitat in den Artikel eingepflegt.

    17. Mona Antworten | Permalink

      Einsatz von Glyphosat in Großstädten

      Pflanzenschutzmittel sind in der modernen Landwirtschaft unverzichtbar - keine Frage. Bei aller Freude über die "Unstatistik" sollte man aber auch nicht ins Gegenteil verfallen und Glyphosat als harmlos abtun. Wie ich weiter oben schon schrieb gibt es viele verschiedene Produkte (mit unterschiedlicher Gefahrstoffeinstufung), die diesen Wirkstoff enthalten. Alle diese Mittel müssen entsprechend den Herstellerangaben dosiert und die Wartezeiten eingehalten werden - nur so kann ein ungefährlicher Einsatz gewährleistet werden.

      Wobei in manchen Präparaten nicht Glyphosat der problematischste Inhaltsstoff ist, sondern POE-Tallowamine, die als "Formulierhilfsstoffe" eingesetzt werden, damit das Zeugs besser an den Pflanzen haftet. POE-Tallowamine dürfen inzwischen nicht mehr an Bauern verkauft werden, die sich ihre Pestizide selbst zusammenmischen, weil sie giftiger sind als die Pestizide selbst. In Fertigmischungen werden sie allerdings weiterhin angeboten.

      Glyphosat findet sich nicht nur im Urin mancher Großstädter, sondern auch in Oberflächengewässern. Deren Belastung mit Glyphosat ist jedoch nicht nur der Landwirtschaft anzulasten, sie wird auch durch den ausufernden Einsatz auf Nichtkulturland verursacht, das man Unkrautfrei haben möchte. Beispiele hierfür sind: Industrieflächen, Hafenanlagen, Parkplätze, Bürgersteige, Verkehrsinseln, Hofflächen, Wege, Böschungen, Parks, Kleingartenanlagen und vieles mehr.
      Solche Flächen sind in Großstädten häufiger zu finden als auf dem Land. Deshalb hat Hubert Weiger, BUND-Vorsitzender, vielleicht unrecht, wenn er meint: "Es ist erschreckend, dass fast die Hälfte der Bewohner von Großstädten in Europa Glyphosat im Körper hat. Dabei ist Glyphosat nicht das einzige Pestizid, dem die Menschen ausgesetzt sind. Außer in Malta treten Höchstbelastungen ausgerechnet bei den Bewohnern jener Länder auf, die wie Deutschland, Großbritannien, Polen und die Niederlande intensive Landwirtschaft auf Kosten der Umwelt betreiben. Es wird höchste Zeit, den Pestizideinsatz im Agrarsektor deutlich zu reduzieren."

    18. Martin B. Antworten | Permalink

      @Mona:

      Völlig richtig. Man könnte sicher argumentieren, dass Glyphosat gegenüber Alternativen wie 2,4-D sicherer und umweltverträglicher ist, aber man sollte es trotzdem nicht übertreiben. Eigentlich sollte die Devise lauten: „so viel wie nötig, so wenig wie möglich“.

      Dieses „Talgfettaminoxethylat“ (Tallowamine) ist ja ein Tensid, das die Zellen durchlässiger machen soll. Dass sich das auf zB Wasserorganismen oder auf die Atemwege beim Einatmen eher ungünstig auswirkt, ist eigentlich nicht überraschend. Wer Seife trinkt, darf hämolytische Effekte erwarten. Wenn Gilles-Eric Seralini das Zeug auf Zellen kippt, muss man sich auch nicht wundern, dass die absterben.

      • Guy_2410 Antworten | Permalink

        2,4-D ist halt im Gegensatz zu Glyphosat kein sog. Totalherbizid sondern wirkt nur gegen Dikotyledone.

    19. Gunnar Antworten | Permalink

      Nachweisgrenzen

      Das Problem liegt wohl auch darin, dass viele Leute schlicht mit den Nachweisgrenzen nicht zurecht kommen. Und dass es relativ wenig Sinn ergibt, Grenzwerte an die jeweiligen Nachweisgrenzen zu koppeln.

    20. torben hoffmeister Antworten | Permalink

      Mona und Martin

      Keiner übertreibt, denn es gilt (homepage des BVL):
      •Pflanzenschutzmittel dürfen im Freiland nur auf landwirtschaftlich, forstwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzten Flächen angewendet werden. Für andere Flächen, zum Beispiel Straßen, Feldraine, Wegränder, Böschungen, Betriebsflächen, Garagenzufahrten und Stellplätze, ist eine Ausnahmegenehmigung erforderlich, die von den zuständigen Behörden der Bundesländer erteilt wird.
      •Die Anwendung in oder unmittelbar an Gewässern ist ebenfalls nur mit einer Ausnahmegenehmigung zulässig.
      Die Problematik, sofern sie eine ist, ausgerechnet an einem der umweltfreundlichsten Herbizide fest zu machen, finde ich schon etwas daneben. Aber die Verbindung zu den unbeliebten gentechnisch veränderten Pflanzen läßt halt alle Fakten vergessen.

    21. Mona Antworten | Permalink

      @torben hoffmeister

      Eine Ausnahmegenehmigung ist nur für Produkte erforderlich, die nicht für den "Hausgebrauch" zugelassen sind. Glyphosat haltige Unkrautvernichtungsmittel kann man auch übers Internet bestellen. Die Vertreiber weisen zwar darauf hin, dass für den Einsatz auf Nichtkulturland eine schriftliche Genehmigung nach § 6 Abs. 3 PflSchG erforderlich sei, aber was ist, wenn der Käufer das nicht ausdrücklich angibt?

    22. torben hoffmeister Antworten | Permalink

      Mona

      Die Mengen für den Hausgebrauch und die im internet vertriebenen Mengen dürften im Vergleich zu den in der Landwirtschaft eingesetzten eher einer homöopatische Dosierung gleichkommen. Dafür sorgt schon allein der hohe Preis für die Abgabe in Privathand. Damit lassen sich Rückstände im Urin oder wo auch immer nicht begründen.
      In Österreich wurden 2012 nach Angaben der AGES ca. 431 t (!) des Wirkstoffes in Verkehr gebracht. Trotzdem wurden keine Höchstmengenüberschreitungen in Lebensmitteln oder im Trinkwasser festgestellt. Und das bei einem Grenzwert in Trinkwasser von 0,1 ug/l. http://www.ages.at/...en-information-zu-glyphosat/
      Die in Bezug auf PSM bestimmt nicht der Laxheit verdächtige österreichische AGES stellt dann auch fest:
      Aus der Perspektive der Risikobewertung in Österreich besteht aus dem aktuellen Stand der bekannten Publikationen kein unmittelbarer Handlungsbedarf.
      Die Lage ist also vollkommen beherrschbar, es sei denn man setzt den analytischen Nachweis kleinster Mengen mit einem Risiko gleich, so wie das der BUND gemacht hat. Da ich annehme, dass die Protagonisten des BUND auch Internet haben und lesen können, ist also davon auszugehen, dass die Aktivisten sich obiger Tatsachen durchaus bewusst sind, aber nach dem Motto „der Zweck heiligt die Mittel“ Demagogie betreiben. Das ist m.E. nicht mehr vom Recht der freien Meinungsäußerung gedeckt, zumal sich der BUND seiner Medienwirksamkeit bewusst ist und die Presse ungeprüft jeden Quark mit der Quelle BUND übernimmt. Zumindest das Qualitätssiegel „Gemeinnützigkeit“ sollte entzogen werden. Aber (noch) entschuldigt man solches Verhalten mit dem Bonus und der Verniedlichung "halt etwas über das Ziel hinausgeschossen". Aber wehe, dass würde in umgekehrter Richtung ein Konzern oder eine Behörde machen, dann wäre die Empörung riesig.

    23. Jürgen Libertus Antworten | Permalink

      Im Getränkebereich passiert das häufig

      Ich arbeite im Getränkebereich und in Untersuchungen von Ökotest finden sich immer "erschreckende" Ergebnisse. Vor Jahren gab es leicht erhöhte Arsenwerte in Mineralwässern, wohlgemerkt in so geringen Mengen das wir vermutlich Hektoliterweise hätten trinken müssen um eine Gefährdung der Gesundheit festzustellen. Kein einziges der Produkte wurde vom Markt genommen oder in irgendeiner Weise von Behörden beanstandet.
      Aber allein der Begriff Arsen reicht um viele Kunden in "Panik" zu versetzen. Instituitionen wie Greenpeace oder Zeitungen wie Ökotest wissen ganz genau wie man die Medienklaviatur spielen muss um die nötige Aufmerksamkeit zu erreichen.

    24. Gerhart Ryffel Antworten | Permalink

      Kritische Konzentration von Glyphosat?

      Eine Studie an Fröschen hat gezeigt, dass massive Fehlentwicklung auftreten, wenn sich die Froschembryonen in Wasser mit 100 mg/L Glyphosat entwickeln (Paganelli et al 2010, http://pubs.acs.org/doi/abs/10.1021/tx1001749 ). Falls man Glyphosat direkt in die Eizelle injiziert, soll schon eine Konzentration von 1.7 mg/L (1700 Mikrogramm pro Liter) ausreichen (Carrasco 2011, http://pubs.acs.org/doi/abs/10.1021/tx200072k ). Da diese Konzentration 1000mal höher ist als die Maximalkonzentration von 1,82 Mikrogramm pro Liter in den Urinproben, könnten wir uns entspannt zurücklehnen.
      Aber so einfach ist es nicht.
      1. In Fröschen wurde nicht untersucht, welche Konzentration keine Missbildungen auslöst. Da sie wesentlich tiefer liegen könnte, wäre eine genauere Studie sicher angezeigt.
      2. Im Urin von amerikanischen Farmern und deren Familienmitglieder wurden Spitzenwerte von bis zu 233 Mikrogramm pro Liter gemessen (Acquavella et al 2004, http://www.ncbi.nlm.nih.gov/...rticles/PMC1241861/). Diese Konzentration ist nur 7-mal niedriger als die Konzentration, die bei Fröschen sicher Fehlbildungen auslöst. Da könnte es eng werden.
      3. Das Argument „Menschen sind nicht Frösche“ ist nicht sehr stichhaltig, da die Grundprozesse der Embryogenese bei Frosch und Mensch sehr ähnlich sind und die Studie an Fröschen zeigt, dass Glyphosat die Regulation der Embryogenese durch Retinsäure stört, ein Prozess, der bei allen Wirbeltieren sehr wichtig ist.
      4. Eine Studie an Ratten hat Fehlbildungen nachwiesen, wenn die trächtigen Ratten Trinkwasser mit 500mg/L Glyphosat erhielten (eine ungefähr 300`000-fach höhere Konzentration als im Urin vorhanden ist. Dies könnte beruhigend sein.
      5. Aber niemand weiss, wie hoch die Konzentration an Glyphosat im Embryo einer schwangeren Frau ist und wo die kritische Grenze liegt.
      Mit dieser doch nicht ganz klaren Lage ist bis zur Neubewertung der EU-Zulassung, die für 2015 geplant ist, ein Teilverbot von Glyphosat eine prüfenswerte Option. So fordert das Land Baden-Württemberg ein sofortiges Verbot des Einsatzes von Glyphosphat zur Reifebeschleunigung kurz vor der Ernte sowie der Verwendung im Privatgarten, da in beiden Situationen der Einsatz von Glyphosat nicht unbedingt nötig ist.

    25. Eukaryote Antworten | Permalink

      anderer Meinung

      Dem Autor ist nicht die Historie unserer Zellsymbiose bewußt. Auf neue, vom Menschen geschaffene synthetische Moleküle, können sich unsere Zellen nicht sofort anpassen, wie sie es im Vergleich mit der Neutralisation von Schadstoffen natürlichen Vorkommens tun. Jeder von uns gehört einem 2,5 Milliarden Jahre altem Organismus an, dessen Eltern über vier Milliarden Jahre alt sind - auch wenn für einige Tage nur in hirnloser Form als Ei und Samenzelle zur regenerativen Neukombination.

    26. bertrandolf Antworten | Permalink

      Die Begründung vom Bund ist ja folgende, das Paracelcus, bei Hormonen keine Anwendung findet. Ich bringe mal einfach einen Stern Artikel rein.

      "Die Arbeit ist komplex. Es ist schon schwierig, eine kritische Dosis für eine Substanz festzulegen. Bisher galt in der Toxikologie: Die Dosis macht das Gift. Je höher die Dosis, desto höher der Schaden. "Das ist bei hormonell wirksamen Stoffen so aber nicht richtig. Hier können schon geringe Mengen unerwünschte Effekte haben", sagt Schönfelder."
      http://www.stern.de/haut/aktuelles/bund-launcht-toxfox-neue-app-scannt-kosmetika-nach-hormon-schadstoffen-2042349.html

      • Martin Ballaschk Antworten | Permalink

        Ja sicher gibt es den Problemkomplex „endogene Disruptoren“ und hier bei vielen Stoffen auch eine erneute Bewertung notwendig.

        Aber erstens ist es meines Wissens nicht erwiesen, dass Glyphosat in diese Klasse von Stoffen einzuordnen ist und zweitens es gibt einen Unterschied zwischen „geringe Mengen“ und „Konzentrationen nahe der Nachweisgrenze“. Wenn der BUND die Position vertritt, dass die nachgewiesenen Konzentrationen schädigende Wirkungen haben, müssen sie auch entsprechende Belege präsentieren – behaupten kann man schließlich viel. Diese Belege bleibt die „Studie“ in jedem Fall schuldig. Es ist lediglich ein analytisches Gutachten, ohne eine biologische Relevanz aufzuzeigen.

    27. Guy_2410 Antworten | Permalink

      Ich sehe ein weiteres Problem, wobei ich gestehe nicht alle Kommentare ausführlich gelesen zu haben und hoffe, nichts zu wiederholen: Die Studie besagt ebenso nichts darüber, in welcher Form der Proband Kontakt zum Wirkstoff hatte. Der "Städter" der seine Einfahrt/Gehweg/Tropfstreifen "sauber" hält, tut dies gerne mit Glyphosat oder Glyphosathaltigen Mitteln (was auf versiegelten Flächen sogar illegal ist - interessiert aber niemanden). Ebenso, wie dann gerne im Rasen alles was kein Gras ist mit 2,4-D und/oder Dicamba oder 2,4-D- und/oder Dicamba-haltigen Düngermischungen behandelt wird. Gleiches gilt "in der Laube" also dem Schrebergarten. Natürlich alles per Hand und ohne Schutzausrüstung. Stäube und Aerosole werden eingeatmet. Der Profi hingegen mischt mit Schutzausrüstung an, fährt in Kategorie-4 Kabine sicher über den Acker und darf bei Wind nicht auf's Feld (Driftgefahr!).

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