Welche Schulform ist die richtige?

12. Mai 2010 von Lars Fischer in Allgemein

Auf Abwegen im Bildungsstreit: Diejenigen, die das dreigliedrige Schulsystem zugunsten der Gesamtschule abschaffen wollen, verklären den Nutzen der Einheitsschule, schreibt meine heutige Gastautorin Ute Gerhardt.

Ute Gerhardt ist Diplom-Volkswirtin und als Programmiererin in einem großen internationalen IT-Konzern beschäftigt. Sie hat eine Tochter und einen Sohn im Kindergartenalter. Sie bloggt im Rückspiegel.

Mit der regelmäßig wiederholten Ankündigung der SPD, mittel- bis langfristig das dreigliedrige Schulsystem zugunsten der sogenannten Gemeinschaftsschule abzuschaffen, tritt wieder einmal ein bekanntes Phänomen zutage, das man parteiübergreifend während der gesamten Legislaturperiode beobachten kann: Die Politik predigt Wasser, aber sie trinkt Wein.

Denn jene, die zwangsweise alle Kinder buchstäblich in einen gemeinsamen Bildungstopf werfen und den Eltern jegliche Wahl nehmen wollen, wollen ihre eigene Medizin am allerwenigsten schlucken. Schaut man einmal genauer hin, so stellt man fest: Die Kinder der Spitzenpolitiker von SPD, Linke und Grüne besuchen keine Gesamtschulen. Sondern duch die Bank die Gymnasien des geschmähten dreigliedrigen Schulsystems.

Die Begründungen sind zum Teil geradezu rührend unglaubwürdig: ”Es gab damals einen enormen Andrang bei der Gesamtschule am Ort. Wir hätten dort keinen Platz bekommen,“ sagt beispielsweise Linke-Vorstandsmitglied Ralf Michalowsky. Es stellt sich angesichts seines Konjunktivs die Frage, ob er es überhaupt versucht hat, und wenn nicht, warum nicht. Obwohl die Antwort auf diese Frage den meisten Eltern mit potenziellen Gymnasialkindern klar sein dürfte: Gesamtschulen haben in der Bevölkerung und nicht zuletzt auch unter den Arbeitgebern einen schlechten Ruf. Sie sind bekannt als Schulen mit erhöhtem Gewaltpotenzial sowie auch als Lernbremse für die guten Schüler. [1]

Insofern kann man es eigentlich niemandem verübeln, wenn er seine Kinder einem solchen Lernumfeld nicht aussetzten möchte. Wäre da nicht die Tatsache, dass SPD, Linke, Grüne und auch die Piratenpartei wider besseres Wissen vehement abstreiten, dass die Bedenken der Eltern berechtigt und Gesamtschulen dem dreigliedrigen System unterlegen sind. Stattdessen preisen sie diese neue Schulform – offensichtlich entgegen ihrem eigenen Urteil als Eltern – als das Non-plus-Ultra der Bildungspolitik an.

Sie berufen sich dabei gerne auf die Erziehungswissenschaft, die den Nutzen der Gesamtschule zweifelsfrei belegt habe. Davon kann jedoch keine Rede sein - schon vor 10 Jahren hat eine Langzeitstudie des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung folgende Ergebnisse zutage gefördert, die von den linksgerichteten Parteien nur allzugerne vergessen werden:

Realschüler profitieren - wie die Gymnasiasten - unübersehbar von der frühen, mit dem 5. Jahrgang einsetzenden Differenzierung. Auch in den späteren Jahrgängen ist der Fördereffekt von Realschulen deutlich höher als der Fördereffekt von Gesamtschulen. Realschüler erreichen bis zum Ende des 10. Jahrgangs gegenüber gleich begabten Gesamtschülern zum Beispiel in Mathematik „einen Wissensvorsprung von etwa zwei Schuljahren“. Das Versprechen einer besseren individuellen Förderung durch Gesamtschulen ist also auch bezüglich der potentiellen Realschüler nicht einzuhalten. - Der Vorsprung der Gymnasiasten gegenüber gleich begabten Gesamtschülern lag bei „mehr als zwei Schuljahren“. Dem niedrigen Fördereffekt der Gesamtschul-Mittelstufen entspricht ein unerwartet niedriger Leistungsstand der gymnasialen Oberstufen von Gesamtschulen, nachgewiesen für Mathematik und Englisch.

Zudem werden Noten zugunsten der schlechten Schüler nivelliert. Das mag schwache Schüler samt der Schule in einem guten Licht erscheinen lassen und die Eltern in (trügerischer) Sicherheit wiegen, aber es führt die Notenvergabe an sich ad absurdum und hat nicht das Geringste mit Förderung zu tun. Ganz im Gegenteil: Teilweise scheinen die Gesamtschüler (im Gegensatz zu den Gymnasiasten) in der Oberstufe sogar bereits vorhandene Kenntnisse wieder zu verlernen.

Bleibt die Frage nach den Hauptschülern. Ein weiteres immer wieder gerne zitiertes Argument pro Gemeinschaftsschule ist ja bekanntlich die Stärkung von weniger leistungsfähigen Schülern durch den gemeinschaftlichen Unterricht mit Schülern auf Realschul- und Gymnasiallevel. Auch diese Hoffnung erfüllt sich bei näherer Betrachtung der Forschungsergebnisse nicht. Der Studie des MPIB zufolge sind auf Hauptschullevel die Lernergebnisse an Gesamtschulen vergleichbar mit denen von tatsächlichen Hauptschülern. Nicht schlechter, aber auch nicht besser. Jedoch hat eine andere Untersuchung darüber hinaus gezeigt, dass leistungsschwächere Schüler an Gesamtschulen zusätzlich psychischem Druck ausgesetzt werden:

Die Gruppe der leistungsschwächeren Schüler gerät an Gesamtschulen so in eine psychisch schwierige Lage, weil ihnen ihre faktische, ungünstige Stellung in der schulischen Statushierarchie tagtäglich von neuem vor Augen geführt wird, während im Vergleich dazu Hauptschüler innerhalb des traditionellen Schulsystems die Möglichkeit haben, im Verhältnis zu ihren Mitschülern relativ erfolgreich zu sein

Die vermeintliche (Chancen-) Gleichheit aller Schüler an Gemeinschafts- oder Gesamtschulen ist illusorisches Wunschdenken, um nicht zu sagen: Sozialromantik. Die Binnendifferenzierung zwischen den Schülern macht die Ungerechtigkeit zwar nach außen hin unsichtbar, führt aber insgesamt in jeder Hinsicht zu mehr Problemen als das bisherige dreigliedrige Schulsystem. Und zwar zu Problemen, die Skeptiker bereits vor der Einführung der Gesamtschulen in der Bundesrepublik genau so vorhergesehen haben.

Wer nun meint, wenigstens auf dem Sektor der sozialen Entwicklung böte die Gesamt- oder Gemeinschaftsschule aber doch ganz sicher enorme Vorteile, hat sich übrigens ebenfalls gründlich geirrt, was angesichts der bereits erwähnten erhöhten Gewaltbereitschaft kaum verwundert. Unter den Gesamtschullehrern herrscht zudem mittlerweile ein Konsens, dass sogenanntes “soziales Lernen” und die vielgepriesene individuelle Förderung sich in derart heterogenen Schülerschaften generell gegenseitig ausschließen. Denn Unterricht, in dem die stärkeren den schwächeren Schülern quasi Nachhilfe geben oder immer wieder auf sie “warten” müssen, hat zur Folge, dass die Interessen der Stärkeren denen der Schwächeren regelmäßig untergeordnet werden. Und das offensichtlich auch noch ohne den für die Schwächeren avisierten Erfolg.

All dies ficht die Befürworter der Gesamtschule indes nicht an. Mit verklärtem Blick schwärmen sie von Solidarität und Abschaffung der Zwei-Klassen-Gesellschaft und ziehen Vergleiche mit den skandinavischen Ländern, in denen Gemeinschaftsschulen lt. PISA doch zu so guten Lernerfolgen führen. Ohne dabei zu berücksichtigen, dass in Skandinavien aber a) die sozialen bzw. Bildungsschichten in den Schulbezirken homogener sind und b) - Tusch! - am Ende die Jugendarbeitslosigkeit wesentlich höher ist als in Deutschland.

Und erneut stellt sich die Frage, warum man sich weigert, den Tatsachen ins Auge zu sehen: Angesichts der oben zitierten Forschungsergebnisse ist es sehr zweifelhaft, dass Gemeinschaftsschulen den Schülern selbst Bildungsvorteile bringt. Zumal sich andere Teile des Bildungssystems völlig gewollt in die Gegenrichtung entwickeln. Warum legt man auf der einen Seite auf Eliteuniversitäten Wert - immerhin eine Initiative der SPD unter Schröder -, während man auf der anderen Seite dafür sorgt, dass elitetaugliche Schüler unter dem Deckmäntelchen der sozialen Fairness systematisch ausgebremst werden.

Dass sozial Benachteiligten oft vom Gymnasiumsbesuch ausgegrenzt seien und daher durch die Gesamtschule die Gleichbehandlung von allen Schülern quer durch alle sozialen Schichten gewährleistet werden müsse, taugt ebenfalls nicht als Argument für Gemeinschaftsschulen. Zumindest in NRW, Bayern oder Baden-Württemberg ist es wohl eher ein Argument gegen die Verbindlichkeit der weiterführenden Schulempfehlung durch die Grundschullehrer. [2] Es ist ein Argument für die Bezahlung der Schulbücher durch das Land. Es ist ein Argument dafür, die Klassengrößen schon an den Grundschulen zu reduzieren und mehr Lehrer einzustellen, damit vorhandene Defizite frühzeitig beseitigt werden können. Aber ganz sicher ist es kein Argument für Gleichmacherei auf dem untersten Level.

Die bittere Bilanz: Wenn all das Geld und all der Eifer und all der gute Wille, die seit 1968 in die Gesamtschule investiert worden sind, dem dreigliedrigen Schulsystem, insbesondere aber der Hauptschule zugute gekommen wären, dann stünden wir heute nicht schlechter da als Finnland.

(Quelle)

Man kann die Ungerechtigkeit beklagen, die entsteht, wenn man Gleiche ungleich behandelt. Als Lösung jedoch im Umkehrschluss Ungleiche zwangsweise gleich zu behandeln, ist gelinde gesagt realitätsfremd. Um nicht zu sagen: Noch ungerechter. Deutlich gesprochen sind Gemeinschaftsschulen eine Verschwendung des wichtigsten Rohstoffes, die Deutschland hat: Grips. Ein Land, das auf seine geistigen Ressourcen derart angewiesen ist, kann es sich schlicht nicht leisten, gute Schüler beim Lernen zu behindern und schwache Schüler noch weiter niederzudrücken.

Einziger Vorteil von Gemeinschaftsschulen: Sie sind billiger als das dreigliedrige System. Das entlastet natürlich den ohnehin schon gebeutelten Landeshaushalt. Und für die Kinder der Parteispitzen und sonstigen Wohlhabenden bleiben ja immer noch die Privatgymnasien. Denn wenn schon Zwei-Klassen-Gesellschaft, dann bitte auch richtig.

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[1] Siehe auch Jürgen Mansel, “Angst vor Gewalt: eine Untersuchung zu jugendlichen Opfern und Tätern”, Juventa, Weinheim/München 2001, S. 106 u.182

[2] Erheiternde Notiz am Rande: Wenn die Eltern die weiterführende Schulform wählen dürfen, liegen sie zu 10% daneben, meinte seinerzeit NRWs Schulministerin Barbara Sommer (CDU). Die Folge dieser Erkenntnis war, daß in NRW nun die Grundschullehrer am Ende der 4. Klasse eine verbindliche Empfehlung ins Zeugnis schreiben, die die Eltern nur sehr schwer umgehen können. Die Grundschullehrer hingegen bescheinigen sich selbst eine Trefferquote von sage und schreibe 80%. Spot the error… ^^


49 Kommentare zu “Welche Schulform ist die richtige?”

  1. el topo Antworten | Permalink

    gesamtschulen werden hier in deutshcland meist als bessere hauptschulen betrachtet und bei einem kind von den eltern der hauptschule vorgezogen nicht aber dem gymnasium und zu einem gewissen teil auch nicht der realschule. dadurch sind meist verhältnismässig schwache schüler auf der gesamtschule sodass gute schüler nicht richtig gefördert werden können. wenn aber sämtliche schüler auf gesamtschulen gehen hat man eine viel homogenere verteilung der leistung. sowieso sind die meisten schüler nicht überall gleich begabt sodass sie durch eine gesamtschule individuell viel besser gefördert werden können

  2. Ute Antworten | Permalink

    @ el topo

    Genau diese Theorien sind ja eben gründlich wiederlegt worden, wie ich oben schrieb. Vielleicht machst Du Dir bitte die Mühe und liest auch die Texte hinter den Links?

    Hinzu kommt: Wenn es nur noch Gesamtschulen gibt, treffen noch mehr Gymnasiasten auf noch mehr Hauptschüler. Wie oben schon dargelegt wurde, ist individuelle Förderung bei einem derart heterogenen(!) Mischmasch eben _nicht_ möglich. Entweder muß man auf die Schwachen Rücksicht nehmen und die Guten langweilen sich. Oder aber die Guten werden gefördert und die Schwachen kommen nicht mehr mit.

    Wie ich schon schrieb: Soziales Lernen und individuelle Förderung schließen sich Gegenseitig aus. Und das ist keine persönliche Meinung von mir, sondern die Erfahrung der Gesamtschullehrer über Jahrzehnte hinweg. Da hilft es auch nicht, sämtliche anderen Schulen dicht zu machen, um ein Schülergemisch zu erzwingen.

    In der Wirtschaft haben wir Sozialismus und Kommunismus hinter uns gelassen - aus sehr, sehr ähnlichen Gründen. Es wird Zeit, daß auch in der Bildungspolitik endlich von dieser Sozialromantik abgerückt wird.

  3. uio Antworten | Permalink

    Sportlich betrachtet

    Ist-Situation:
    Ich spiele Fußball in der Kreisliga A. Mein Freund spielt Bundesliga und viele andere spielen in den Klassen dazwischen.

    Soll-Situation:
    Alle spielen gemeinsam in der Gesamtliga

    Was wird passieren:
    Die Bundesligaspieler können einige motivieren, werden aber selber schwächer und werden nie an ihre Grenzen gehen. Als Kreisliga-Spieler werde ich merken, dass ich trotz Trainings nicht die Leistungen der Bundesliga-Spieler erreichen werde, dass heißt ich werde frustriert sein oder im optimalen Fall ein wenig besser werden.

    Ich würde mich in der Kreisliga A, wo ich auf einem Leistungsniveau mit anderen Sportlern spielen kann, besser aufgehoben fühlen. So denken im Sport viele, denn wenn Leistungsträger Vereine verlassen, ziehen viele Vereine ihre Mannschaften zurück.

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    Dem Kommentar kann ich in fast allen Punkten zustimmen. Aus meiner Sicht hätte noch auf die Aufgaben der Eltern eingegangen werden können:
    Die Eltern sind für die Erziehung ihrer Kinder verantwortlich. Die Erziehung kann meiner Meinung nur in Extremfällen Aufgabe des Staats sein.

  4. Peer Antworten | Permalink

    Artikel widerspricht dem Forschungsstand

    Ein typischer Artikel. Leider widerspricht er dem Stand der vergleichenden Erziehungswissenschaft (meine Schwester forscht da fleissig). Um das zu verstehen reicht ein Blick ins Ausland: Nur wenige Länder leisten sich einmehrgliedriges Schulsystem. Die meisten haben Gesamtschulen. Vor allem auch die Länder, die in den Vergleichsstudien besser abschneiden.

    Es kommt eben auch darauf an, was man eigentlich will. Gymnasien (und Feingliederung) fördert die Spanne zwischen starken und schwachen Schülern: Die Guten werden immer besser, die schwachen lernen gar nichts. In keinem Land ist die Differenz zwischen starken und schwachen Schülern so groß wie in Deutschland.
    In Finnalnd dagegen gibt es keinen Unterschied zwischen den Schulen. In Schule A sind die Schüler (im Schnitt) genauso stark wie in Schule B. Die Schere zwischen schwach und stark ist klein. Dafür sind auch die sogenannten Eliteschüler nicht so strak wie die besten der Deutschen.

    Also: Frau Gerhardt wirbt dafür, dass es wenige wirklich Schüler gibt, die dafür zu den besten der Welt gehören. Die Schwachen können sehen wo sie bleiben...

  5. uio Antworten | Permalink

    @Peer:

    Es ist doch sehr positiv, dass es in D Schüler gibt, die zu den besten der Welt gehören!!!

    Es muss eine Möglichkeit gefunden werden, die schwachen Schüler zu fördern, ohne dass die Spitzenleistungen vermieden. Diesen Ansatz vermisse ich.

    Dass n Prozent der Hauptschüler weder richtig lesen noch rechnen können ist doch nicht durch die fehlenden Gymnasiasten zu begründen. Hier müssen sich die Pädagogen, immerhin mit Uni-Ausbildung, auch einige Fragen gefallen lassen, warum das Ergebnis so schlecht ist. Vergleichende Leistungs-Tests wurden lange abgelehnt und Stress gibt es in anderen Berufen mehr als genug.

    Von einem Ingenieur wird auch erwartet, dass die Brücken halten.

  6. Stefan Antworten | Permalink

    Wie wichtig ist die Schulform wirklich?

    Also ich fände ein zweigliedriges System ausreichend: Man lässt die Kinder 5 Jahre in der Grundschule. Danach entscheidet man sich entweder für die Realschule, die auf eine Berufsausbildung vorbereiten soll oder für das Gymnasium, das auf ein akademisches Studium zielt. Dreigliedrig finde ich echt ein bisschen zu differenziert.

    Von der Gesamtschule halte ich auch nichts, frage mich aber, inwiefern die Schulformdebatte wirklich relevant ist. Ich teile die Ansicht, die in dem Buch "Die Bildungs-Hochstapler" http://www.science-shop.de/artikel/1029786 vertreten wird: Unsere Schulen leiden vor allem an der Lehrplandenke. Es wird viel zu viel unnötiger Kram festgeschrieben und dafür werden grundlegende Fertigkeiten nicht gründlich genug vermittelt und eingeübt. Dieser Gewaltmarsch durch den Stoff tötet das Lernen in allen Schulformen.

  7. Lars Fischer Antworten | Permalink

    Kommt mir das nur so vor...

    ... oder ist es eine Spezialität der Gesamtschul-Befürworter, sich erst lautstark auf "die Wissenschaft" zu berufen und dann statt Studien zu zitieren irgendwas von Bekannten oder Verwandten zu murmeln?

    Das ist jedenfalls nicht das erste Mal.

  8. Ute Antworten | Permalink

    @Peer

    Zitat "Die Guten werden immer besser, die schwachen lernen gar nichts."

    Mal davon abgesehen, daß auch nicht korrekt ist, verhält es sich auf den Gesamtschulen hier in Deutschland so, daß sowohl die Guten als auch die Schwachen immer weniger können. Das kann's ja nun auch nicht sein. Und dazu kommt noch das soziale Problem der Schwächeren, daß sie ihre Defizite gegenüber den Besseren Tag für Tag vor Augen geführt bekommen, wie es an einer Hauptschule nie der Fall wäre.

    Die Schwachen haben bis zur Einführung der Gesamtschule ziemlich gut gelernt und ein Hauptschulabschluß war bis dahin eine durchaus anerkannte Qualifikation, um anschließend einen Beruf zu ergreifen. Weil man an diesen Schulen (ebenso wie an den Realschulen und Gymnasien) auf sie und ihre Bedürfnisse viel besser eingehen konnte. _Das_ waren homogene Schülerschaften, die sich eben _nicht_ gegenseitig behindert haben.

    Zitat: "Die Schere zwischen schwach und stark ist klein. Dafür sind auch die sogenannten Eliteschüler nicht so strak wie die besten der Deutschen."

    Ja, eben. Sie bleiben aufgrund der Schwächeren unter ihrer Leistungsgrenze. Mit welchem Recht darf man das von einem guten Schüler eigentlich fordern, wenn man doch dem Schwächeren ohne zu Zögern zugesteht, bis an seine Leistungsgrenze zu lernen - und den Starken sogar noch quasi als Hilfskraft hierfür rekrutiert?

    Was ist so schlimm daran, wenn eine ganze Reihe Menschen eben noch einen Tick mehr können als andere und daran auch noch Freude haben? Ist es evtl. die Tatsache, daß man selber oder das eigene Kind nicht dazugehört?

  9. Lars Fischer Antworten | Permalink

    @Stefan

    Ich sehe das im Grunde ähnlich. Es gibt so viel, was am Schulsystem reformiert werden muss, angefangen bei der Lehrerausbildung undsoweiter undsoweiter.

    Die Systemdiskussion existiert nur, weil man mit derlei Grabenkämpfen besser Leute aufstacheln kann als mit dem mühseligen und teuren Geschäft, die Schule tatsächlich zu verbessern.

  10. Stefan Antworten | Permalink

    Bildungs-Hochstapler

    Ja, das ist wohl so, die Systemdiskussion ist letztlich ein Schlachtfeld der Ideologien, so wie das ja auch in diesem Blogpost schön beschrieben wird. Bildungspolitik ist in D eine Mischung aus Ideologie und Finanzpolitik.

    Zum Thema Bildungs-Hochstapler will ich noch eins draufsetzen: In dem Lehrbuch "Mathematik" von Arens et.al., das sich an Matheanwender wie z.B. Physiker wendet, wird viel Zeit darauf verwendet, elementare Sachverhalte zu wiederholen. Die Autoren schreiben als Entschuldigung für dieses niedrige Niveau dieses Kapitels in ihrem Buch: "Die gesammelte Erfahrung eines sechsköpfigen Autorenteams reicht aber vielleicht aus, um eine nahezu unglaublich klingende Behauptung zu untermauern: Mangelnde Sicherheit im Bruchrechnen, beim Umgang mit Potenzen und beim Lösen von Gleichungen ist für viele Studierende die größte Fehlerquelle in den ersten beiden Semestern ihrer Mathematikausbildung."

    DAS ist der eigentliche Bildungskandal: Die Kids müssen soviel unnötigen Scheiß lernen und können am Ende ihrer Schullaufbahn weder Bruchrechnen noch mit Zehnerpotenzen (wissenschaftliche Größenordnungen) umgehen oder Prozentrechnen (und das ist nur mal das Thema Mathematik).

  11. Jürgen Bolt Antworten | Permalink

    Wichtigkeit

    Das sehe ich auch so wie Stefan und Lars. Mit zwei Ergänzungen zur "lehrplanbezogenen Denke".

    Erstens finde ich es problematisch, daß, um mit Judith Rich Harris zu sprechen, Menschen in einem Alter, in dem sie in anderen Kulturen eine Familie gründen können, bei uns noch nicht einmal von der Schule abgehen dürfen.

    Zweitens scheint mir im gegenwärtigen System die Präsenz von Schülern aus bildungsfeindlichen Kulturen viel wichtiger als die Schulform. Übrigens stimmen mir meine überwiegend grünen Freunde hier hinter vorgehaltener Hand zu und berücksichtigen diesen Punkt bei der Schulauswahl für ihre Kinder vorrangig. Leider fand ich diesen Punkt in der verlinkten Studie nicht thematisiert, er ist ja auch politisch nicht korrekt.

  12. Sören Schewe Antworten | Permalink

    Handwerker und Kopfmenschen

    Also dem Artikel hier stimme ich voll und ganz zu, möchte aber noch einen Punkt in die Diskussion bringen:

    "Was ist so schlimm daran, wenn eine ganze Reihe Menschen eben noch einen Tick mehr können als andere und daran auch noch Freude haben? Ist es evtl. die Tatsache, daß man selber oder das eigene Kind nicht dazugehört?"

    Das könnte man auch noch anders sehen. Ich für meinen Teil bin eher Kopfmensch und damit auch recht zufrieden. Anderserseits bin ich aber auch verdammit froh, dass es Handwerker gibt. Mit denen kann ich mich zwar nicht über die neuesten Entwicklungen zur Gentechnik unterhalten, kann aber davon ausgehen, dass die Tapete an der Wand bleibt oder der Rohrbruch schnell wieder behoben ist (nur mal als Beispiel).

    Man kann dieses "Mehr können" und "Weniger können" also auch andersherum sehen.

  13. Ralf Heupel Antworten | Permalink

    Prozentrechnung

    Ich stimme der Autorin des Blogs in vollem Umfang zu und möchte nur auf das 2. Post Scriptum eingehen, an der Stelle musste ich dann wirklich schmunzeln bzw. lachen.

    Habe ich das richtig verstanden, dass sich die Eltern zu 10 % bei der Wahl der weiterführenden Schulform irrten, die Grundschullehrer aber zu 80 % richtig liegen. Und weil 10 % der Eltern irrten, gibt es jetzt eine fast verbindliche Empfehlung der Grundschullehrer. Diese Entscheidungsgrundlage grenzt wirklich an dialektischen Rabulismus.

    Ich lache mich wirklich schlapp, ich formuliere das mal so, dass in beiden Fällen auch die Basis gleich ist. Wenn 80 % der Empfehlungen durch die Grundschulen richtig sind, dann sind 20 % falsch, die Damen und Herren Fachleute in den Grundschulen irren sich also doppelt so häufig wie die Eltern, denen ja leicht Subjektivität unterstellt werden kann. Wenn es nicht so folgenreich für die betroffenen Schüler wäre, wäre das wirklich zum Lachen.

  14. Ute Antworten | Permalink

    @Sören

    Da ist viel dran. In der und für die Generation meiner Eltern waren Hauptschüler ganz einfach praktisch orientierte und talentierte Menschen. Völlig wertfrei. Das könnte heute noch immer so sein - ist es aber dank Gesamtschule nicht mehr.

    Ich stimme allerdings auch den Vorrednern zu, die der Ansicht sind, daß der Lehrplan überarbeitet gehört. Und ich bin der Meinung, daß die "Durchlässigkeit nach oben" des klassischen Systems in der Tat damals zu wünschen übrig ließ. Das hätte man aber auch anders beheben können, ohne gleich mit Gesamtschulen den Qualitätsstandard für alle zu gefährden.

  15. Ute Antworten | Permalink

    @Ralf Heupel

    Das haben Sie genau richtig verstanden. ;-)

    Im übrigen sind auch die Lehrer alles andere als objektiv. Sie empfehlen nämlich weniger Ausländer fürs Gymnasium als Deutsche. Bei gleicher Leistung.

  16. Sören Schewe Antworten | Permalink

    @ Ute

    Natürlich gehört der Lehrplan überarbeitet. Allerdings werde ich in solchen Debatten nie den Eindruck los, dass Abi und Studium das einzig Wahre sind. Und das ist eben meiner bescheidenen Meinung nach nicht so - auch, wenn wir in Deutschland mangels natürlicher Vorkommen interessanter Stoffe besonders auf gute Leute angewiesen sind...

  17. Mona Antworten | Permalink

    Chancengleichheit

    Es wäre interessant zu wissen für welches Bundesland hier hauptsächlich argumentiert wird. Schließlich gelten in Deutschland in allen 16 Bundesländern unterschiedliche Anforderungen für das Abitur, dass nennt sich Kulturhoheit der Länder.

    Mein Kind besucht das G8 in Bayern. Letzteres wurde 2004 ziemlich überstürzt hier eingeführt, zusammen mit der Reform der Oberstufe. Aus der ehemaligen Halbtagsschule wurde damit eine Ganztagsschule. Die Schüler haben nun 36 Unterrichtsstunden pro Woche, zusätzlich muss auch noch der Stoff gelernt und Hausaufgaben gemacht werden. Damit kommt ein Schüler locker auf mehr Arbeitsstunden als mancher Berufstätige. Für einen Gymnasiasten fällt die Kindheit damit praktisch aus. Manche halten diesen Druck nicht aus und müssen das Gymnasium verlassen, das sind aber nicht alles nur schwache Schüler, sondern auch solche, die dem Stress einfach nicht gewachsen sind.

    Auf der anderen Seite gibt es hier Hauptschulen, die ihre Kinder entlassen ohne dass sie anständig lesen und schreiben können. Deren Absolventen können in der Regel also nicht einmal einen Beruf erlernen, da sie niemand einstellt. Auch haben sich die Anforderungen für viele Berufe geändert und es wird von den Auszubildenden zumindest ein Realabschluss erwartet. Ich bin jetzt nicht unbedingt ein Befürworter der Gesamtschule (in Bayern gibt es die sowieso nicht), aber ich würde mir trotzdem ein besseres und gerechteres Schulsystem wünschen. Man muss auch an die Kinder denken die durch das Netz fallen, schließlich müssen die unter Umständen ein Leben lang von der Gesellschaft, in Form von Hartz 4, alimentiert werden und es kann doch nicht Sinn und Zweck eines Schulsystems sein, dass ein Teil der Kinder von vornherein ausgegrenzt wird.

  18. Peer Antworten | Permalink

    Chancengleichheit

    "Was ist so schlimm daran, wenn eine ganze Reihe Menschen eben noch einen Tick mehr können als andere und daran auch noch Freude haben? Ist es evtl. die Tatsache, daß man selber oder das eigene Kind nicht dazugehört?"

    Das ist halt die Ideologiegeschichte. Lieber ein paar webnige gute oder ein breites Spektrum an Bildung? Im MOment schaffen wir uns eine Schicht Schüler, die kaum ausbildungsfähig ist. Ist halt Pech, die habens halt nicht geschafft... Nur die besten zählen?

    Übrigens: Natürlich funktioniert die Gesamtschule in Konkurenz zum Gymnasium nicht so wie sie soll. Die Gymnasien funktionieren umgekehrt ja auch nur so lange, wie sie Schüler, die nicht passen, einfach abschieben können. Das ist aber nicht Bildung, sondern Selektion. Zumal in Deutschland ja vor allem die soziale Klasse darüber entscheidet wohin die Reise geht (Studium oder Arbeitslosigkeit bzw. Gymnasium oder Hauptschule).

    So wie es im Moment steht kann man, nach dem Einkommensstand der Eltern eine ziemlich gute Prognose darüber abgeben, ob das Kind als Erwachsener Akademiker oder Arbeitsloser ist. Wenn es das ist, was mit dem Bildungssystem erreicht werden soll, sind wir auf dem richtigen Weg.
    Ich persönlich habe die krude Idee, dass auch schwächere Schüler gefördert werden sollten. Das ist schwieriger als aussortieren und die Gesamtschule, so wie sie jetzt ist, kann das auch nicht leisten, aber darauf zu beharren, dass unser altes Schulsystem das beste ist, halte ich für den falschen Weg (zumal auch nicht durch Vergleichsstudien abgedeckt). Das Hamburger Modell erscheint mit übrigens hier vielversprechend, mal sehen obs halten kann, was es verspricht! (Dort wird wenigstens versucht den Problemen mit dem jetztigen Schulsystem UND den Problemen der Gesamtschulen zu begegnen)

  19. Peer Antworten | Permalink

    Einseitige Studien

    So, meine Schwester ist Vergleichende Erziehungswissenschaftlerin an der Bundeswehruni in Hamburg. Sie hat mir gesagt, dass es keine eindeutigen Studien bezüglich des Gesamtschuleffektes (stärkere Schüler werden an GS schwächer) gibt - die Studien gehen in beiden Richtungen (Manchmal positiver Effekt, manchmal negativer Effekt), wobei sie den Eindruck hat, dass insgesamt mehr Studien zeigen, dass Gesamtschulen tatsächlich so wirken wie sie sollen, also dass schwächere Schüler von den stärkeren profitieren, ohne dass die schwächeren niviliert werden. Auf jeden Fall ist die Recherche Frau Gerhardts also einseitig - ich werde die Quellenangaben am Montag nachreichen.
    Übrigens gibt es nicht DIE Gesamtschule in Deutschland, es gibt mindestens zwei Typen : Integrative und Kopperative und beide Typen müssen streng unterschiedlich betrachtet werden, da sie außer dem Namen wenig gemeinsam haben.

  20. Balanus Antworten | Permalink

    Bei mir in der Nähe gibt es das dreigliedrige System unter einem Schuldach. Die Idee war wohl, so den Übergang von der einen zur anderen Schulformen zu erleichtern. Tatsächlich funktioniert der Schulwechsel prima, allerdings fast ausschließlich in einer Richtung, nämlich von "oben" nach "unten".
    Die drei Lehrerkollegien an dieser Schule agieren so getrennt voneinander, als lägen die Schulzweige kilometerweit auseinander:
    Die Gymnasiallehrer klagen über die Realschüler in ihrer Klasse, die Realschullehrer klagen über die Hauptschüler in ihrer Klasse, und die Hauptschullehrer klagen über die Sonderschüler in ihrer Klasse. Überhaupt hat man oft den Eindruck, es ginge den Lehrkörpern nur darum, zu testen, ob die Schüler den Anforderungen des gewählten Schulzweigs genügen.

    Aus evolutionsbiologischer Sicht bin ich ja geneigt, dieses darwinistisch anmutende Selektionssystem zu begrüßen und jede "Sozialromantik" abzulehnen. Möglicherweise sollte man sogar deutlich früher die Spreu vom Weizen trennen. Je früher die Kinder erfahren, wo sie hingehören, desto besser dürfte das für alle Beteiligten sein (vermute ich mal). Denn seien wir mal ehrlich: Wer will schon, dass das eigene Kind durch Kinder aus bildungsfernen Schichten in seiner Entwicklung gehemmt wird?

    Andererseits kann man ja nie sicher sein, ob wir tatsächlich die richtigen Lehren aus der Natur ziehen… ;-)

  21. Stefan Antworten | Permalink

    @Balanus

    "Überhaupt hat man oft den Eindruck, es ginge den Lehrkörpern nur darum, zu testen, ob die Schüler den Anforderungen des gewählten Schulzweigs genügen."

    Ja, unsere Schulen erinnern oft an Beschämungsanstalten, in denen es eher darum geht, den Kindern zu zeigen wie blöd sie sind, statt ihnen etwas beizubringen.

    "Möglicherweise sollte man sogar deutlich früher die Spreu vom Weizen trennen. Je früher die Kinder erfahren, wo sie hingehören, desto besser dürfte das für alle Beteiligten sein (vermute ich mal)."

    Das ist auch eine Frage des Bildungsbegriffs. In der vorherrschenden Bulemiepädagogik gilt als gebildet, wer sich irgendwie durchmogelt, wer am besten so tun kann, als ob: Viel Wissen fressen, um es im richtigen Moment auszukotzen. Was hängen bleibt spielt keine Rolle. Was ich sagen will ist, dass man aufpassen muss, nach welchen Kriterien man selektiert.

  22. DaoH Antworten | Permalink

    Die im Artikel verlinkte "Langzeitstudie" ist nicht die besagte Studie sondern ein Artikel der Hauptprotagonisten des Arbeitskreis Schulformdebatte und jemanden wie diesen ernst zu nehmen, der in inquisitorischer Marnier Gesamtschulbefürworter auf die Merkmale von Sekten abklopft, fällt mir doch schwer.
    Baumert hat außerdem verschiedentlich darauf hingewiesen, dass die jeweils zitierten Befunde als Argumente in einer Schulformdebatte untauglich sind.

    In Kommentaren wird behauptet die besten deutschen Schüler wären besser als die finnischen. In den PISA-Berichten selber steht etwas anderes zumindest 2003 und 2006. Da liegen die Finnen prozentual in den Kompetenzstufen 5 und 6 vorne.
    Als eigentliches Problem wird die Leistungsvarianz angegeben.

    Ob schwache Schüler stärkere in ihrer Entwicklung behindern, darf auch bezweifelt werden, da Lernen durch Lehren als sehr effektiv gilt. Vergleichende Studien kenne ich keine, bis auf die von Baumert in Berlin. Die war aber nur auf 5. und 6. Schuljahr und auf leistungsstarke Kinder bezogen. Ein Unterschied im Leistungsvermögen zwischen denen, die auf der Grundschule und denen, die auf dem Gymnasium waren, war nicht festzustellen.

    In Übrigen gilt, einfach Geld ins System pumpen bringt nichts, einfach kleinere Klassen, ohne dass der Unterricht geändert wird, auch nichts.

  23. Ute Antworten | Permalink

    @ DaoH

    Zitat: "Ob schwache Schüler stärkere in ihrer Entwicklung behindern, darf auch bezweifelt werden, da Lernen durch Lehren als sehr effektiv gilt."

    Ich kann aber als guter Schüler nur lehren, was ich ohnehin schon weiß. Daß das der Vertiefung föderlich ist, glaube ich gerne. Aber in der Zeit kann man halt nix Neues lernen, obwohl man ggf. schon längst so weit wäre. Wenn schon "lernen durch lehren", dann doch bitte z.B. in Form einer freiwilligen Hausaufgabenhilfe von Besseren für Schwächere. Das macht zum Beispiel das katholische Mallinckrodt-(Privat)Gymnasium hier in Dortmund so. Aber als regulären Teil des Unterrichts, wo "Nachhilfe für die Schwächeren" quasi erzwungen wird, halte ich diese Vorgehensweise für Zeitverschwendung für diejenigen, die eigentlich im Stoff schon weitergehen könnten.

  24. DaoH Antworten | Permalink

    @ute

    Ich kann aber als guter Schüler nur lehren, was ich ohnehin schon weiß.

    Ne, das bezieht sich nicht auf freiwillig außerhalb des regulären Unterrichts sondern auf den originären Unterricht. In der Lehr- und Lernforschung gibt es Untersuchungen dazu, die genau das zum Ergebnis haben. In der Pyramide der Lerneffektivität steht das als Oberstes noch vor Learning by Doing. Mit einer entsprechenden Strukturierung des Unterrichts funktioniert das bereits heute.
    Aktuell geht der Trend an den Schulen zu Individueller Förderung.

    Ach ja, Gymnasium, weil bessere Schüler in homogenen Gruppen.
    Das ist ne Mär.
    Begründung: Die Bevölkerung nach IQ aufgeteilt ergibt den Batzen von 50% im Bereich von IQ 90-110, 25% IQ 55-90 und 25% IQ 90-145. Wenn also die 25% besseren Schüler homogen beschult werden sollen, ist das bereits eine Spreizung von 35 IQ-Punkten, faktisch wiederum noch mehr, weil in NRW ca. 40% aufs Gymnasium gehen. Wer also die Effektivität homogener Lerngruppen als Argument für ein dreigliedriges Schulsystem oder fürs Gymnasium als Hort der Bestlerner benutzt, hat das wohl nicht erkannt. Homogen ist da jedenfalls nichts.

  25. Ute Antworten | Permalink

    @DaoH

    Auch wenn Gymnasien nicht zu 100% homogen sind, sind sie zwangsläufig immer noch homogener als Gesamtschulen.

    Was den Rest angeht: Hast Du denn mal die Erfahrungsberichte der Gesamtschullehrer gelesen? Die besagen, daß "Lernen durch lehren" eben in der Praxis und vor allen Dingen auf Dauer _nicht_ funktioniert. Da spielen unter anderem auch die sozialen Probleme rein, die ich bereits erwähnt hatte.

    Ich muß mir, um das glauben zu können, nur meine eigenen beiden Kinder angucken (sind 1,5 Jahre auseinander), um festzustellen, daß diese Methode zumindest bei meiner Tochter nicht klappen wird. Die lernt derart schnell, daß der kleine Bruder sie nur aufhält - beim Kartenspielen wie beim Lesenlernen gleichermaßen. Würde ich diese zur Kooperation zwingen, gäbe das nur Frust und am Ende gegenseitigen Hass aufeinander. Will ich das? Nein. Wenn sie ihm freiwillig hilft, schön - aber als dauerhafte Pflicht _und_ auf Kosten ihrer eigenen Lerngeschwindigkeit? Never, ever. Und ich gehe mal davon aus, daß solche Konstellationen kein Einzelfall sind.

    Sehen wir aber einfach den Tatsachen ins Auge: In den nächsten 5 Jahren, bis meine Kinder auf eine weiterführende Schule kommen, wird NRW in irgendeiner Form von der SPD regiert werden. Falls die ihre Ankündigung wahr machen, werden jedes Jahr 10% der Schulen in Gemeinschaftsschulen umgewandelt. Die Chancen, in 5 Jahren noch ein gutes staatliches Gymnasium oder eine Realschule in Reichweite zu erwischen, stehen denkbar schlecht. Da also meine Stimme bei der Wahl nichts gebracht hat, muß ich eben zum gegebenen Zeitpunkt erneut abstimmen, und zwar mit den Füßen. Zwei Privatgymnasien gibt es schon. Weitere werden folgen; die Tendenz in NRW ist eh schon steigend, lt. Statistik des VDP (http://www.privatschulverband-nrw.de/...ml#Frage01). Derzeit denke ich sogar selbst über eine Gründung nach. Interessenten gibt es unter den anderen Eltern im Kindergarten meiner Kinder genug, soviel weiß ich schon. Bis 2015 könnten wir es vielleicht geschafft haben, wer weiß.

    Wer vom GS-System trotz allem überzeugt bleiben und seine Kinder da hinschicken möchte - bitte sehr. Billiger für den Staat kommt das allemal (ebenso wie die Privatschulen übrigens), und ich habe ja selber geschrieben, daß auch den Eltern die Wahl bleiben sollte. Aber eben bitte in beide Richtungen: Traditionell oder Gesamtschule. Und unabhängig vom Geldbeutel, denn an der Zweiklassengesellschaft, die _dann_ entsteht, ist so auch mittel- bis langfristig so leicht nichts mehr zu ändern.

  26. Mona Antworten | Permalink

    Privatschulen @Ute Gerhardt

    „Und unabhängig vom Geldbeutel, denn an der Zweiklassengesellschaft, die _dann_ entsteht, ist so auch mittel- bis langfristig so leicht nichts mehr zu ändern.“

    Keine Sorge, auch Privatschulen werden nicht nur von den oberen Zehntausend frequentiert. Traditionell sind sie das Rückzugsgebiet der Mittelschicht, die ganz Reichen schicken ihre Kinder auf Internate oder internationale Schulen.

    Quelle: http://www.geo.de/...treihen/geo_wissen/62316.html

  27. Mona Antworten | Permalink

    Bildung @Ute

    Bezüglich der Mittelschicht haben Sie meine vollste Zustimmung. Privatschulen gibt es aber nicht nur als allgemeinbildende Schulen, sondern auch im beruflichen Umfeld. Die Tochter einer Freundin beendet dieses Jahr die Schule mit der mittleren Reife. Sie hat ein eher unterdurchschnittliches Zeugnis zu erwarten. Bereits nach Erhalt des Zwischenzeugnisses bewarb sie sich bei 240 Firmen, zwei davon luden sie zu einem Bewerbungsgespräch ein, einen Ausbildungsplatz bekam sie nicht. Letzte Rettung war einen private IT-Schule. Nachdem sie die Aufnahmeprüfung bestanden hat darf sie diese Schule für zwei Jahre besuchen – für 350 Euro im Monat. Was bleibt den Eltern anderes übrig, als sich für die Zukunft ihrer Kinder krumm zu legen?

    In Bayern sind 14,5% aller Schulen Privatschulen. Nachdem unser Staat immer weniger Geld für Bildung ausgeben kann, schießen die „Privaten“ wie die Pilze aus dem Boden. Manche Kinder hier bekommen auch auf einer weiterführenden staatlichen Schule keinen Platz, obwohl die Noten stimmen und so gibt man das Kind notfalls auf eine Privatschule.
    Ein anderes Problem ist der überbordende Nachhilfemarkt, denn nach Einführung des G8 brauchen immer mehr Schüler Nachhilfe, da der Stoff aus Zeitgründen kaum mehr vertieft werden kann. Diverse Nachhilfeinstitute bügeln diese Defizite für einen Stundensatz von 25 Euro (=Unterricht in der Gruppe)und 40 Euro (=Einzelunterricht) gerne aus.

    Bildung ist also zu einem knappen Gut geworden, das sich in Zukunft wohl nicht mehr jeder leisten kann. Leider begreifen unsere Politiker nicht, dass unsere Zukunft in einer „Hochbildung für alle“ liegt, wie es Gunter Dueck vom Nachbarblock in seinem neuen Buch formuliert: http://www.omnisophie.com/lit_aufbrechen.php

  28. Michael Blume Antworten | Permalink

    @ Lars Fischer

    Auch von mir Zustimmung. Mir ist immer wieder (unangenehm) aufgefallen, dass viele Verfechter der Gesamtschulen ihre eigenen Kinder lieber auf private Gymnasien schickten, nach dem Motto: Um die Integration Schwächerer sollen sich andere kümmern.

    M.E. hatten wir in Deutschland wirklich genug Systemdebatten, dabei käme es auf mehr Qualität und Investitionen an. Und schon das dürfte angesichts der Haushaltslage in Zukunft schwer genug werden!

  29. Dystopic Antworten | Permalink

    Die Einteilung der Schüler in drei unterschiedliche Leistungsklassen nach der 4. Klasse ist ganz offensichtlicher Unsinn.

    Mehrmals wurde schon gezeigt, dass Notengebung durch Lehrer nahezu keine Aussagekraft hat. Genausogut könnte man mit einem (zugegebenermaßen zuungunsten von Migranten manipuliertem) Würfel entscheiden wer auf welche Schule kommt.

    Das Schulsystem in Deutschland ist eine soziale Katastrophe. Die Autorin schreibt, dass wir unsere Ressourcen nicht verschwenden sollen. Gleichzeitig gibt es ganze Hauptschuljahrgänge, in der kein einziger Schüler zu einem Ausbildungsplatz gelangt.

    Angesichts dieser himmelsschreienden Ungerechtigkeit in diesem Land, finde das ganze Gerede von einer "Bildungselite" und "Elite-Unis" regelrecht obszön.

    Ich persönlich wäre Beleidigt wenn man mich Teil der "Elite" nennt. Für mich ist mit diesem Begriff vor allem bürgerliche Abgrenzung und die (ungerechte) Verteidigung von Privilegien gegen andere soziale Schichten verbunden.

  30. Anke Antworten | Permalink

    Empiriker vor!

    Ich will nicht ins Anekkdotische abschweifen (werde dazu aber gleich noch kommen, weil es zu manchen Fragen, die sich aus Alltagserfahrungen ergeben, eben noch keine Studien gibt). Die einzigen - mir bekannten - verläßlichen Studien sind jedenfalls die PISA-Ergebnisse, die Deutschland mit seinem selektiven Schulsystem regelmäßig auf Plätze weit hinter Ländern mit Gesamtschulsystem verweisen, sowie die Untersuchungen zu sozialer Ungleichheit bei der Empfehlung auf die weitergehende Schule. (http://de.wikipedia.org/...sschwacher_Sch.C3.BCler ). Beides ist nicht gerade ein Argument für die "Eliteschule".

    Nun zu meinen anektdotischen Anmerkungen, in der Hoffnung, daß sich Bildungsforscher dieser Fragen annehmen mögen.

    1.: Ist das Gymnasium, gerade unter Einbeziehung der Tatsache der Bevorzugung von Kindern der Oberschicht, tatsächlich eine "leistungsgerechte" Schulform?
    Im Einzugsbereich meiner Heimatstadt hatten die Eltern die Wahl zwischen zwei Gymnasien, die eher von den Familien der Besserverdienenden bevorzugt wurden, sowie einem als eher sozialdemokratisch geltenden Ganztagsgymnasium (ich habe Letzeres besucht und trotz sogenannter Hochbegabung nicht den Eindruck, dadurch einen Nachteil erlitten zu haben). Da man sich also untereinander kannte, habe ich in Gesprächen mit Schülern der anderen Gymnasien weniger den Eindruck gewonnen, daß dort eine bessere Bildung geboten wurde; vielmehr schienen die Lehrer dort eher bemüht, auch ihre noch so dummen Schutzbefohlenen mit allen Mitteln irgendwie durchs Abitur zu bringen. Es ging ja schließlich nicht um irgendwen, sondern um die Söhne und Töchter von Chefarzt X und Staatssekretär Y ...
    - Also, ernsthafte Frage an die Bildungsforscher: Wo bleibt die Studie, die mal die Unterrichtsqualität (sowie den social bias) an sogenannten Eliteinstituten mit der an Feld-Wald-Wiesen-Gymnasien untersucht?

    2.: Auch mein "sozialdemokratisches" Gymnasium war zu meiner Zeit (und ist es wohl auch heute noch) faktisch eine "Whites only"-Institution. Nun muß man, will man nicht in übelste rassistische Schubladen greifen, davon ausgehen, daß Kinder aus nicht-originär-deutschen Familien weder dümmer noch schlauer sind als unsere kleinen Weißbrötchen. Wenn das dreigliedrige Schulsystem tatsächlich dazu da sein sollte, jeden nach seinen Fähigkeiten zu fördern - ja, wo sind denn da die Begabten aus türkischen, arabischen, afrikanischen, ... Familien?

    Das nur so als zwei Fragen, deren emprisch unterfütterten Antworten mich mal interessieren würden.

    Die Meinung, wie es sich gehört, zum Schluß: In unserem Schulsystem liegt sicher einiges im Argen. Dies ist aber weniger dem Gesamtschulkonzept geschuldet, als vielmehr dessen Kompromissen an ein Schulsystem, das sich bis heute an der Dreiständegesellschaft des 19. Jahrhunderts orientiert.

    PS: "Chancengleichheit" ist meist nichts anderes, als den trainierten Leichtathlethen und den Beinamputierten von der gleichen Ziellinie aus antreten zu lassen.

  31. Anke Antworten | Permalink

    PS: Im letzten Satz müßte es natürlich "Startlinie" heißen. *hrmpf*

  32. hemi2001 Antworten | Permalink

    typischer deutscher sozialismus

    ich werde den eindruck nicht los, als wenn sich bei uns immer mehr der sozialismus a la ddr breit macht. "dank" der 68-er. radikal und gnadenlos gegenüber andersdenkenden waren sie schon immer, heute zeigen sie es u.a. durch die partei der grünen. unter dem "gutmenschen" - deckmantel zwingen sie uns immer neuen schwachsinn auf

  33. Peer Antworten | Permalink

    Meine Schwetser hat mir ein paar Forschungsergebnisse geschickt, die vielleicht in der Debatte (sofern sie denn ausgewogen geführt werden soll) von Interesse sind. Ich zitiere mit ihrer Erlaubnis:
    "Grundsätzliches, was gerne in der Diskussion vergessen wird, ist, dass die Vergleichbarkeit der Gesamtschulen in verschiedenen Bundesländern nicht unbedingt gegeben ist. So gibt es in manchen Bundesländern gar keine gymnasiale Oberstufe (Bremen, Hessen), in anderen ist es die Regel (NRW).

    Richtig ist, dass es bei der Einführung der GS Probleme gab, aber einhellig von der Wissenschaft nicht unbedingt der Struktur zugeschrieben wurden (Probleme durch Reformhäufungen - Unterrichtsdifferenzierung, Ganztagesschulen, Curriculumreformen), an GS sind/waren vor allem junge Lehrer, die Tendenzen der antiautoritären Erziehung haben, was sich nachweislich auf die Schulorganisation auswirkt. Durch die jungen Lehrer gab es an GS Häufungen in bezug auf Unerfahrenheit und Reformwille (inzwischen sind diese Lehrer "weiser" geworden).

    Dafür sind die Wiederholer- und Sitzenbleiberquoten deutlich unter dem deutschen Durchschnitt (vgl Cortina/Baumert/Leschinsky et al (Hrsg): Das Bildungswesen der Bundesrepublik Deutschland. Reinbek: Rowohlt, 2008, 458.). Allerdings bekommen nachweislich Gesamtschüler die gleichen Noten für geringere Leistungen als Gymnasiasten.

    Was Längsschnittstudien zeigen, ist, dass die Leistungen am Ender der 10.Klasse an Gymnasien und Gesamtschulen (1994) in den Gymnasien einen Wissensfortschritt haben (eine Klasse ca.), aber die Oberstufenschüler an Gesamtschulen überdurchschnittlich oft aus sozialen Milieus stammen, in denen Bildung einen sehr geringen Stellenwert besitzt.

    Erwiesen ist, dass Wissenserwerbsprozesse bei Schülern erfolgreicher in GS angestoßen werden als in anderen Schulformen. GS haben ausgeprägt die Fähigkeit zur konzeptionellen Erneuerung, was bewiesen in Zeiten der Pisa-Diskussionen sehr wünschenswert betrachtet wird (vor allem wg. Finanzknappheit und demografischer Entwicklungen werden GS zukunfstträchtig...) "

  34. Ute Antworten | Permalink

    @Peer

    Zitat:
    "Was Längsschnittstudien zeigen, ist, dass die Leistungen am Ender der 10.Klasse an Gymnasien und Gesamtschulen (1994) in den Gymnasien einen Wissensfortschritt haben (eine Klasse ca.), aber die Oberstufenschüler an Gesamtschulen überdurchschnittlich oft aus sozialen Milieus stammen, in denen Bildung einen sehr geringen Stellenwert besitzt.

    Erwiesen ist, dass Wissenserwerbsprozesse bei Schülern erfolgreicher in GS angestoßen werden als in anderen Schulformen."

    Wenn am Ende in den Gesamtschulen derart offenkundig weniger Wissen in den Köpfen ist, scheint der "Wissenserwerbsprozeß" nach dem Anstoß wohl bald wieder gebremst zu werden. Daß sich mehr Schüler aus "bildungsfernen Schichten" in den Oberstufen befinden, ist doch dafür keine Entschädigung. Für mich schon wieder ein Argument für Gymnasien.

    Am Ende zählt für jedes einzelne Individuum, was und wieviel es selbst im Kopf hat - und nicht, mit wievielen und welchen anderen Schülern es den Abschluß gemacht hat. Oder kann sich jemand ein Vorstellungsgespräch oder einen Fragebogen bei der ZVS vorstellen, in dem der Kandidat berichtet: "Die binomischen Formeln kenne ich nicht. Macht aber nix: Dafür habe ich mit 75 Kindern von Analphabeten Abitur gemacht"?

  35. el topo Antworten | Permalink

    das schwerwiegenste problem bei dieser diskussion scheint das unterschiedliche verständnis von gesamtschulen zu sein: da gibt es auf der einen seite welche bei denen sämtliche schüler ungeachtet unterschiedlicher begabungen gleich behandelt und in gleiche klassen gesteckt werden was zu recht abgelehnt wird. auf der anderen seite gibt es gesamtschulen in denen die schüler je nach leistung in förder- , grund- und erweiterungskursen unterrichtet werden.
    bei dieser form können die schüler individuell gefördert werden und es kommt eben nicht (oder zumindest seltener) zu dem fall dass der lernfortschritt des gesamten kurses von einigen viel zu schwachen schülern ausgebremst wird. das ist zumindest im gymnasium momentan ein gravierendes problem da einige eltern ihren kindern die falsche schulform aufzwängen und diese trotz inkompatiblität noch einige jahre dort verweilen. in einer gesamtschule kann der schüler dagegen recht zeitnah in die richtigen kurse versetzt werden.

  36. kiviuq Antworten | Permalink

    I.Q.

    Die ganze Bildungsdiskussion in Deutschland ist bloß eine verklausulierte Diskussion über den IQ-Unterschied von Unterschicht zu Oberschicht.

    Während Linksliberale eher IQ-Unterschiede nivellieren und eher auf soziale bzw. Umwelteinflüsse zurückführen, wollen Konservative, die eher der Oberschicht angehört, nicht auf ihren vermeintlichen IQ-Vorteil verzichten.

  37. Peer Antworten | Permalink

    @Ute

    Und damit sind wir wieder bei der Diskussion: Wollen wir einige Eliten und viel (ich übertreib mal) "Bodensatz", der nicht viel kann oder wollen wir eine homogenere Bildungsverteilung, bei der die Spitzen letztlich nicht mehr ganz so spitze sind?
    Oder -überspitzt formuliert- : Bildungselite und Dummes Volk oder Gebildetes Volk ohne Genies?

  38. dystopic Antworten | Permalink

    "Daß sich mehr Schüler aus "bildungsfernen Schichten" in den Oberstufen befinden, ist doch dafür keine Entschädigung. Für mich schon wieder ein Argument für Gymnasien."

    Eine "Entschädigung" nicht, aber eine mögliche Erklärung für die Studienergebnisse. Es ist anzunehmen, dass diese Studien eben nicht nur die Effizienz einer Schulform messen, sondern dass es dabei eine soziale Interferenz gibt.
    Der Schluss aus den Studien, dass in einer Gemeinschaftsschule alle Schüler aus allen Schichten weniger schnell lernen ist daher falsch.

    Sie gehören offenbar zu einer privilegierten Oberschicht und haben scheinbar kein Interesse die Durchlässigkeit in diese Schicht zu verbessern. Aus einer solchen Perspektive heraus macht Ihre Argumentation pro Gymnasium auch Sinn.

    Ich finde diese stark ausschließende und wettbewerbsorientierte Haltung absolut falsch.

    Eliten, deren Erfolg nur auf sozialem Status und Geld basieren gehören aufgebrochen und nicht geschützt.

  39. Ute Antworten | Permalink

    @Peer

    Ich persönlich möchte, daß meine Kinder ihr Potenzial so weit wie es nur irgend geht ausschöpfen können. Und ich werde mit allem, was mir zur Verfügung steht - ob nun Geld, Beziehungen oder was auch immer - dafür sorgen, daß sie optimal gefördert werden. Wenn ich dafür das staatliche Schulsystem verlassen muß - damit habe ich kein Problem. Wenn mich jemand snobistisch, egoistisch, elitär und werweißwas nennen möchte - auch gut, juckt mich ebenfalls nicht im Geringsten.

    Denn nach dem Schulabschluß wird es meinen Kindern keiner danken, wenn sie weniger gelernt haben als möglich gewesen wäre, nur damit andere auf Biegen und Brechen mit durchgeschleppt werden können. Niemand wird ihnen etwas von seinem Geld abgeben, weil statt ihrer jemand anders den begeherten Job bekommen hat.

    Das Recht auf die Gründung von Privatschulen ist bereits im Grundgesetz verankert. Das wird selbst die SPD so schnell nicht kippen. So viel zum Thema "Strukturen aufbrechen". Bildungskommunismus halte ich ganz entschieden für den falschen Weg, weil er meines Erachtens das Recht auf Selbstbestimmung verletzt.

    Die Grundschule, die ich vor ein paar Monaten zusammen mit dem Vater für meine Kinder ausgesucht habe, ist übrigens bereits eine Privatschule. Sie ist sauber, modern ausgestattet, hat kleine Klassen und ein überzeugendes Konzept ohne Gleichmacherei, sondern mit tatsächlich individueller Förderung. Träger ist die ev. Kirche. Die macht so schnell keiner platt, und da pfuscht auch so schnell keine SPD ins Lehrkonzept rein. Wer will, kann seine Kinder gerne woanders hin schicken. Solange ich aber andere Möglichkeiten habe, werde ich sie nutzen. Denn wenn ich nicht für die optimale Bildung meiner Kinder kämpfe, wird es ganz sicher auch kein anderer tun.

  40. Ute Antworten | Permalink

    @Mona:

    Danke für den Link. *g*

    Zitat: "Nur sind Einzelwerte keine Statistik und wer mit solchen Einzelwerten argumentiert offenbart sich als stochastischer Analphabet. Tatsächlich ist der PISA-Studie keine Präferenz für irgendeinen Schultyp zu entnehmen. Auch die Lehrstandserhebungen in NRW, die etliche Restschulen, also Hauptschulen, ein höheres Bildungsniveau als Gesamtschulen testieren, widerlegen die Gesamtschule als Allheilmittel in Bildungsfragen. "

  41. MeinolfK Antworten | Permalink

    Der lange Abstieg des Schulsystems

    Ebenso wie heute das dreigliedrige Schulsystem war vor einigen Jahren schon das Sitzenbleiben verpönt. Als Folge davon werden Schüler zwangsweise versetzt, obwohl sie für die nächste Klasse noch gar nicht bereit sind. Am Ende schaffen sie z.B. in der Hauptschule keinen Abschluss und finden kaum noch einen Ausbildungsplatz.
    Anstatt Englischunterricht bereits unsinnigerweise an der Grundschule zu erteilen sollten lieber schwächere Schüler gezielt gefördert werden. Die Stigmatisierung wäre minimal und die Schüler hätten eine Chance für's Leben.

  42. Ute Antworten | Permalink

    @MeinolfK

    Jaja, die Kuschelpädagogik. Auch so ein rotes Tuch für mich. Es gibt auch Leute, die für die Abschaffung von Dikaten plädieren. Mit der Begründung, "Durch Diktate erfahren vor allem rechtschreibschwache Kinder, dass sie die Rechtschreibung noch nicht beherrschen, denn die Aufmerksamkeit richtet sich nur auf das, was sie noch nicht können. Diese Misserfolgsorientierung behindert geradezu den so wichtigen Prozess des eigenaktiven Rechtschreiberwerbs."
    http://www.studienseminare-primarstufe.nrw.de/...m

    Ja bitte wie soll man denn einen Soll-Ist-Vergleich ziehen, Schwächen der Schüler konkret analysieren und daraus weitere Lernstrategien ableiten, wenn man die Beherrschung der Normen nicht mehr überprüfen darf? Und warum darf man einem Kind nicht mehr anhand klarer Beweise deutlich machen, daß es in diesem Bereich noch Defizite hat? Andere Schüler haben welche auf künstlerischem Gebiet oder beim Rechnen. Schaffen wir nun auch alle Mathearbeiten ab? Alle Kunstprojekte?

    Mal eine unangenehme Erkenntnis einzustecken ist den lieben Kleinen nicht zumutbar? Au weia...

  43. Sven Feuerbacher Antworten | Permalink

    Erst vollmundig angekündigt, und dann...

    @Peer:
    'Meine Schwetser hat mir ein paar Forschungsergebnisse geschickt, die vielleicht in der Debatte (sofern sie denn ausgewogen geführt werden soll) von Interesse sind. Ich zitiere mit ihrer Erlaubnis:
    [...]
    Richtig ist, dass es bei der Einführung der GS Probleme gab, aber einhellig von der Wissenschaft nicht unbedingt der Struktur zugeschrieben wurden [...]'

    Kommentar: Man beachte das Perfekt ("wurden"). Liest man aktuellere Studien (wie von Ute zitiert), werden die Probleme eben doch der Struktur zugeschrieben! Also klar *kein* Argument pro Gesamtschule.

    'Dafür sind die Wiederholer- und Sitzenbleiberquoten deutlich unter dem deutschen Durchschnitt (vgl Cortina/Baumert/Leschinsky et al (Hrsg): Das Bildungswesen der Bundesrepublik Deutschland. Reinbek: Rowohlt, 2008, 458.). Allerdings bekommen nachweislich Gesamtschüler die gleichen Noten für geringere Leistungen als Gymnasiasten.'

    Kommentar: Der zweite Satz zeigt, dass das scheinbare Argument im ersten Satz so keines ist, da die Vergleichbarkeit fehlt. Erneut kein Argument für die Gesamtschule.

    'Was Längsschnittstudien zeigen, ist, dass die Leistungen am Ender der 10.Klasse an Gymnasien und Gesamtschulen (1994) in den Gymnasien einen Wissensfortschritt haben (eine Klasse ca.), aber die Oberstufenschüler an Gesamtschulen überdurchschnittlich oft aus sozialen Milieus stammen, in denen Bildung einen sehr geringen Stellenwert besitzt.'

    Kommentar: Da Gesamtschulen ja - unter anderem - den Anspruch haben, gerade auch bildungsferne Schichten zu fördern, erschließt sich mir erneut nicht, inwiefern hier ein Argument für die Gesamtschulen vorliegen soll.

    'Erwiesen ist, dass Wissenserwerbsprozesse bei Schülern erfolgreicher in GS angestoßen werden als in anderen Schulformen. GS haben ausgeprägt die Fähigkeit zur konzeptionellen Erneuerung [...]'

    Kommentar: Hier kommt das einzige echte Argument für Gesamtschulen - und, oh Wunder, es wird schlicht behauptet, dass dies erwiesen sei. Ohne eine einzige Quelle oder gar einen Beleg dafür zu nennen. Genau das, was ich bisher *immmer* in dieser Debatte beobachtet habe: Die Gesamtschul-Gegner belegen ihre Aussagen, häufig durch breit angelegte Studien, die Gesamtschul-Befürworter behaupten einfach irgendetwas und belegen es (allenfalls!!!) durch Ankedoten aus Bekannt- oder Verwandschaft.

    Ich fühle mich immer wieder stark an Diskussionen erinnert, an denen Kreationisten bzw. Homöopathen beteiligt sind - welcher Seite jene jeweils hier entsprechen, erübrigt sich wohl zu sagen...

    , was bewiesen in Zeiten der Pisa-Diskussionen sehr wünschenswert betrachtet wird (vor allem wg. Finanzknappheit und demografischer Entwicklungen werden GS zukunfstträchtig...) "

  44. Peter Geißental Antworten | Permalink

    Ein paar kritische Gedanken zu dem lesenswerten Beitrag:

    1. Existierende deutsche Gesamtschulen sind nur bedingt geeignet, die Auwirkungen einer eventuell einzuführenden Einheitsschule zu beurteilen, da sie von bildungsbürgerlichen Eltern, wie von der Autorin ja auch beschrieben, wann immer möglich boykottiert wurden und daher eine andere Schülerzusammensetzung haben als eine Zwangs-Einheitsschule. Man müsste hier in anderen Ländern -- oder in den Erfahrungen der DDR -- nach den Auswirkungen suchen.
    2. Wäre es möglich, dass die geringere soziale Stratifizierung in Schweden -- nicht nur in den Wohnvierteln, sondern der Gesellschaft insgesamt -- zumindest teilweise eine Folge (und nicht nur die Voraussetzung) der Einheitsschule ist?
    3. Das wichtigste bildungspolitische Problem, dem sich die Schule derzeit nur unzureichend stellt, wird in dem Beitrag nicht angesprochen: Es ist die Tatsache, dass wir in den westdeutschen Großstädten Einwandereranteile von 80 Prozent und mehr in den Hauptschulen haben; unter anderem deshalb, weil deutsche großstädtische Durchschnitts- und Geringverdiener wegen ihrer schwierigen sozialen Lage kaum noch Kinder bekommen. Für die Deutschkompetenz der Hauptschulkinder ist die ethnische Ghettoisieriung fatal; ich habe selbst erlebt, wie Nachbarskinder nichtdeutscher Eltern im Alter von 8, 9 Jahren altersgemäß erscheinendes und jedenfalls gänzlich akzentrfreies Deutsch sprachen, und wie deren Sprachentwicklung nach dem Wechsel auf die Hauptschule erst stagnierte und sich dann zu einem unzureichenden Ghettodeutsch mit eigener Phonetik und Prosodie wandelte, eine Sprachklang, der diese jungen Menschen warscheinlich ein Leben lang stempeln wird, der auf der Arbeitsmarkt hinderlich ist und übrigens auch von den wenigen ethnisch deutschen Kindern auf diesen Schulen angenommen wird.
    Diesem Problem muss irgendwie begegnet werden. Längeres gemeinsames Lernen könnte ein Weg sein; deutlich mehr Unterricht an Grund- und Hauptschulen und ein Eintritt der Grundschule mit 5 Jahren (also eine Verlängerung der Grundschulzeit auf 5 Jahre) wäre ein anderer; und zur Gegenfinanzierung könnte man ja als ersten Schritt die kontraproduktive staatliche Alimentierung von Privatschulen und Privatkindergärten einstellen.
    Auf jeden Fall denke ich, dass in den Großstädten nciht weitergemacht werden kann wie bisher, ohne die Hauptschüler zu schädigen. Für die Anforderungen einer Schülergeneration fast durchweg nichtdeutscher Herkunft ist die Hauptschule alten Stils nicht ausgelegt.

  45. Peter Geißental Antworten | Permalink

    Die von Peers Schwester beigesteuerte Studie bestätigt die These, dass es sich bei (deutschen) Gesamtschul- und Gymnasiumsgymnasiasten um unterschiedliche Populationen handelt, deren Vergleich einer von Äpfeln mit Birnen ist. Die Tatsache, dass die Gesamtschulgymnasiasten schlechtere Leistungen zeigen als die Gymnasiumsgmnnasiasten, spricht hier nicht gegen die Gesamtschule; es handelt sich eben um Schüler, die in einem klassischen Gymnasium entweder gar nicht säßen (weil ihr Rückstand aus dem Elternhaus so groß war, dass sie trotz ausreichender Begabung die Empfehlung nicht bekamen) oder die dort zu den schlechteren Schülern gehörten und jedenfalls nicht die Elite bilden würden. Doch dass die Elite unter der Einheitsschule "leiden" würde, geht ja aus anderen Studien hervor. Möglicherweise liegt es aber nur an den Lehrplänen? Viele Länder mit Gesamtschulsystemen, vorneweg die USA, stellen in Mathematik, Naturwissenschaften und erst recht Fremdsprachen wesentlich geringere Anforderungen an die Schüler.
    Die schlechten Arbeitsmarktchancen von Hauptschülern haben übrigens noch einen Grund, der mit dem Schulsystem nichts zu tun hat: Seit den 70ern ist der Anteil an Schülern, der höherwertige Schulen besucht, stetig gestiegen, zugleich aber die Zahl der typischen Industriearbeitsplätze kontinuierlich gesunken. Es gibt so viel Bewerberauswahl, dass sich Arbeitgeber ihre Leute aus Realschulen und Gymnasien holen können (Banken holen sich fast nur noch Gymnasiasten, auch Polizist wird man heute nicht mehr ohne Abitur, doch früher war es die Regel). Für die Hauptschüler -- die weniger begabten und/oder familiär geförderten jedes Jahrgangs -- bleibt da nicht mehr viel übrig.

  46. Sven Feuerbacher Antworten | Permalink

    @Peter Geißenthal

    Haben Sie eigentlich den Artikel gelesen, den Sie hier kommentieren?
    Sie schreiben:
    "Die Tatsache, dass die Gesamtschulgymnasiasten schlechtere Leistungen zeigen als die Gymnasiumsgmnnasiasten, spricht hier nicht gegen die Gesamtschule; es handelt sich eben um Schüler, die in einem klassischen Gymnasium entweder gar nicht säßen [...] oder die dort zu den schlechteren Schülern gehörten und jedenfalls nicht die Elite bilden würden."

    Die von Ute Gerhardt zitierte Studie sagt aber gerade Folgendes (Entscheidendes von mir mit * * markiert):

    "Der Vorsprung der Gymnasiasten gegenüber *gleich begabten* Gesamtschülern lag bei „mehr als zwei Schuljahren“. "

    Ich verstehe außerdem Ihren folgenden Punkt nicht:
    "Doch dass die Elite unter der Einheitsschule "leiden" würde, geht ja aus anderen Studien hervor. Möglicherweise liegt es aber nur an den Lehrplänen? Viele Länder mit Gesamtschulsystemen, vorneweg die USA, stellen in Mathematik, Naturwissenschaften und erst recht Fremdsprachen wesentlich geringere Anforderungen an die Schüler."

    Wollen Sie damit vorschlagen, dass wir in Deutschland unser Qualitätsniveau des Gymnasiums soweit zurückschrauben, dass 'sogar' ein durchschnittlicher Gesamtschüler ein Abitur bekommt?! Falls ich Sie falsch verstanden habe, korrigieren Sie mich bitte.

    Zu Ihrem ersten Eintrag:
    "1. Existierende deutsche Gesamtschulen sind nur bedingt geeignet, die Auwirkungen einer eventuell einzuführenden Einheitsschule zu beurteilen, da sie von bildungsbürgerlichen Eltern, wie von der Autorin ja auch beschrieben, wann immer möglich boykottiert wurden und daher eine andere Schülerzusammensetzung haben als eine Zwangs-Einheitsschule. Man müsste hier in anderen Ländern -- oder in den Erfahrungen der DDR -- nach den Auswirkungen suchen."

    Es *wurde* bereits nach den Auswirkungen in z.B. Großbritannien oder Frankreich gesucht. Siehe z.B. http://www.focus.de/...ch-gesunken_aid_314049.html

    Und England ist gerade dabei, nach schlechten Erfahrungen mit Gesamtschulen wieder auf ein gegliedertes Schulsystem umzustellen.

  47. denis Antworten | Permalink

    Als ehemaliger DDR-Bürger...

    lernte man 10 Jahre an einer Gesamtschule (Polytechnische Oberschule). In der 8.Klasse hatten einige theoretisch ihren ersten Abschluss erreicht und konnte die Schule verlassen oder waren so gut, daß sie bereits für die nächsten 4 Jahre zum Gymnasium gehen konnten. Alle anderen blieben bis zur 10.Klasse und entsprechend gute Noten vorausgesetzt, durften dann auch einige für 2 Jahre aufs Gymnasium. Schließlich gab es noch die Möglichkeit, 3 Jahre Berufsausbildung mit Abitur zu machen.
    In den 10 Jahren gemeinsam lernen half man als sehr guter Schüler den schwächsten, die das auch dankbar an nahmen. Alle schafften die 8.Klasse mit einem ausreichenden Abschluss und machten später ihren Facharbeiter.
    Als Lernhelfer hatte man keine Probleme im Stoff auf andere zu warten; man ist intelligent genug, sich die Zeit intelligent zu vertreiben :-), lernt frühzeitig psychologisch auf andere einzuwirken, ganze Unterrichtsstunden zu übernehmen und wird auch von den Lehrern voll unterstützt. Das ergab später weniger Probleme im Studium.

    Da ich auch heute noch unentgeltlich Nachhilfe für die Kinder von Bekannten und Freunden gebe, erfahre ich oft, wie unzulänglich der Lehrstoff heute vermittelt wird. Wie Lehrer mangels durchsetzungsfähiger Ordnungsmaßnahmen zusammenbrechen. Wie Eltern auf Lehrer einwirken, damit diese keine Handhabe gegen die aufmüpfigen Kinder hat. Wenn von Eltern dem Kind gesagt wird:'...der hat dir nix zu sagen...' ist absehbar, daß jegliche Stoffvermittlung in einer normalen Schule mit Frontalunterricht scheitern wird.
    Der Klassenzusammenhalt, der Teamgeist, das Wir-Gefühl wird mit dem mehrgliedrigen Schulsystem früh zerstört, um egoistische Ellenbogenparasiten zu erzeugen, die andere nach unten stoßen, um selber oben zu stehen.
    Es mag sein, dass sich der Beste seiner Art durchsetzt, das muß aber nicht gut für die gesamte Art sein. :-)

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