Zeitplan fuer die ersten Herschel Publikationen

24. Januar 2010 von Helmut Dannerbauer in Herschel

Mitte Dezember praesentierten Wissenschaftler aus aller Welt auf einem Herschel gewidmeten Workshop die ersten wissenschaftlichen Ergebnisse dieser Mission, siehe auch meinen Blog darueber. Wie geht es nun weiter, knapp 250 Tagen nach dem Start des Infrarotsatelliten Herschel?

Fuer Juni diesen Jahres ist eine Sonderausgabe der Fachzeitschrift A&A (Astronomy & Astrophysics) geplant, indem die allerersten wissenschaftlichen Publikationen basierend auf Herschel Beobachtungen veroeffentlicht werden sollen. Die Artikel werden sich auf Beobachtungen aus der so genannten Science Demonstration Phase (SDP: "... die so genannte Phase in denen die wissenschatflichen Faehigkeiten von Herschel und seine Limitationen demonstriert werden sollen ..." aus diesem Blogbeitrag) beziehen. Die Frist fuer Einreichung einer Publikation bei diesem Fachmagazin ist der 31. Maerz. Die Laenge einer Arbeit ist auf 4 Seiten, einem so genannten Letter, begrenzt. Die eingereichten Arbeiten werden dann von einem Wissenschaftler, der dem Autor nicht bekannt ist (Fachbegriff: anonymer Referee), begutachtet. Mitte/Ende Mai ist dann die Akzeptierung der wissenschaftlichen Arbeiten geplant. Kurz danach sollten diese Publikationen dann schon sicherlich ueber das Artikelarchivierungs-Webportal Astrophysics jedermann oeffentlich zugaenglich sein. Es gibt etwa 40 verschiedene Projekte, die SDP Daten gewonnen haben. Teilweise handelt es sich um groessere Kollaborationen in denen Dutzende von Wissenschaftler involviert sind. Auf dem Workshop in Madrid wurde schon angedeutet, dass bei einigen Projekten eine Vielzahl von Publikationen (bis zu 20-25 pro Projekt) zu erwarten seien. Dies laesst stark darauf schliessen, dass es moeglicherweise mehr Publikationen fuer diese mit Spannung erwartete A&A Sonderausgabe geben wird, als dort Platz sein wird.

Bis Ende der vergangenen Woche musste deshalb jeder Astrophysiker, der fuer diese Herschel gewidmeten Ausgabe einen Artikel verfassen moechte, Arbeitstitel und wichtigste (Zwischen-)Ergebnisse mitteilen. In Kuerze wird dann festgestellt wieviel vorgeschlagene Artikel von den ueber 40 Projekten zusammengekommen sind und wie dann, wenn bei Platzmangel noetig, ausgewaehlt wird. Es gibt jedoch auch die Moeglichkeit seine wissenschaftliche Arbeit in einer spaeteren Ausgabe von A&A bzw. in einer anderen Fachzeitschrift einzureichen, aber erst nachdem 31. Maerz. Diese Arbeiten duerfen auch nicht vor der Erscheinung der  A&A Sonderausgabe (z.B. im Webarchiv Astrophysics) oeffentlich gemacht werden und auch nur wenn akzeptiert. Jedoch ist fuer diese Artikel die Laenge nicht auf 4 Seiten beschraenkt wie fuer Publikationen der A&A Sonderausgabe.

Dieser enge Zeitrahmen bedeutet folglich sehr viel Druck fuer die an dieser Mission beteiligten Wissenschaftlern. Analysen, fundierte Ergebnisse und das Verfassen einer wissenschaftlichen Publikation, die dann DIE REFERENZ fuer das darin praesentierte Ergebnis sein wird, muessen unter starkem Zeit- aber auch Konkurrenzdruck durchgefuehrt werden. Im Rahmen der PEP Kollaboration (PACS Evolutionary Probe) bin ich auch damit betraut worden ein wissenschaftliches Projekt als Erstautor anzufuehren. Ich fokusiere mich dabei auf hochrotverschobene Infrarotgalaxien, den so genannten Submillimetergalaxien. Erste Teilergebnisse meiner Arbeit diskutierte ich in den vergangenen Tagen lebhaft mit Kollegen am CEA Saclay SAp (in der Naehe von Paris), wo ich seit dem 1. Oktober 2009 forsche. Fuer jeden als Erstautor vorgesehenen Wissenschafler, vor allem fuer juengere mit befristeten Vertraegen wie mich, ist es eine tolle Moeglichkeit und grosse Herausforderung zugleich.

Bis zum nächsten Blog,

Euer Helmut Dannerbauer

  

 

 


2 Kommentare zu “Zeitplan fuer die ersten Herschel Publikationen”

  1. Leonard Burtscher Antworten | Permalink

    PEP

    Hallo Helmut!
    Viel Erfolg für Deinen Letter in der A&A-Sonderausgabe! Wirst Du hier über den Inhalt des Letters berichten, wenn das Paper auf astro-ph ist? :-)
    Viele Grüße aus Heidelberg!
    Leo

  2. Helmut Dannerbauer Antworten | Permalink

    @Leo

    Servus Leo,

    sobald die Arbeit (aber auch andere Arbeiten) auf astroph ist, werde ich sicherlich hier in KOSMOlogs darueber berichten.

    Salut aus Paris,
    Helmut

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